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Death Valley: The Revenge of Bloody Bill

Originaltitel: Death Valley: The Revenge of Bloody Bill__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2004__Regie: Byron Werner__Darsteller: Chelsea Jean, Gregory Bastien, Denise Boutte, Scott Carson, Matt Marraccini, Kandis Fay, Steven Glinn, Jeremy Bouvet, Dean N. Arevalo, Tori Gonzales u.a.
Death Valley Bloody Bill DVD Cover

In “Death Valley” treffen sich Slasher- und Zombie-Subgenre.

Bloody Bill war seiner Zeit ein berüchtigter Südstaatenoffizier. Irgendwann hatte er aber die Schnauze voll vom vielen Metzeln und wollte sich auf sein Altenteil zurückziehen. Kaum daheim angekommen, wird er Zeuge, wie ein paar Lumpenhunde seine Schwester meucheln.

Bloody Bill belegt aus Rache das gesamte Städtchen der Lumpen mit einem Fluch. Und – so will es die Legende – der General soll noch heute leben, um seinen Fluch zu vollenden. Ob dies der Wahrheit entspricht, wird eine Gruppe Jugendlicher, die auf dem Weg zu einem Debattierwettbewerb ist, schneller herausfinden, als ihr vermutlich lieb ist.

Es ist schon schön zu sehen, dass sich auch die Intelligenzbestien eines Debattierclubs letztendlich null vom üblichen Horrorfallobst unterscheiden. Sie wollen kiffen. Ihre Lebenszeit verbringen sie mit Scheiße labern und mehr als drei Hirnzellen scheinen sich auch nicht in deren Gehirnwindungen verlaufen zu haben. Das sind zwar drei Hirnzellen mehr als üblich, viel intelligenter agieren sie dennoch nicht.

Zum Glück fällt das in „Death Valley“ gar nicht weiter auf, weil der Film von Anfang an ungeheuer auf die Tube drückt und sich das, was nach einem Standard-Slasher klingt, schnell zu einer munteren Zombiehatz mit Slasher-Elementen wandelt. Denn Bloody Bill behält seine Opfer auch nach deren Ableben als Untote in seiner Nähe und hat sich über die Jahrzehnte eine beachtliche kleine Streitmacht von knapp 100 Zombies aufgebaut.

Schaut in den The Asylum Schlock hinein

Die verteilt sich auf knapp sechs Häuser einer Westernstadt und will den auftauchenden Teenies im Sekundentakt ans Leder. Viele Versteckmöglichkeiten gibt es in einer so proppevollen Stadt nicht. Und damit gibt es für die Opfermasse auch kaum Möglichkeiten zum Verschnaufen. Und das ist auch gut so, denn so fallen viele Unzulänglichkeiten des Streifens während des Genusses gar nicht sofort auf.

Als da wären: Eine nicht vorhandene Figuren-Charakterisierung, ein nicht vorhandener Spannungsbogen, kaum vorhandenes Talent (vor allem der Editor sollte noch ein paar ordentliche Übungsrunden drehen), ein viel zu kleines Budget (der ewig gleiche Schauplatz, einige echte Nichtschauspieler unter dem sich ansonsten ordentlich schlagenden Cast, die sparsame Ausstattung, die billigen Masken der Zombies und manch armer Splatter-Effekt sprechen dahingehend Bände) und der erneut verdammt langweilige Digitallook der Chose.

Klar, hinter dem Streifen stecken die Billigheimer von The Asylum, aber dennoch sollten Filme eben doch nach Film aussehen. Schon die wirklich räudigen Farbfilter sind eine echte Qual für die Augen. Doch wie bereits erwähnt, fallen all diese Probleme beim Filmgenuss selbst gar nicht auf. Zu hoch ist das Tempo von „Death Valley“, zu straff die Inszenierung (inklusive knackig kurzer Laufzeit) und zu witzig manch Story-Ingredienz.

Zudem gelingen in den Horrormomenten durchaus ein paar echt gute Szenen, zu denen zum Beispiel auch der Showdown gehört. Und hier und da scheint sogar eine gewisse Art von Selbstironie durch – etwa wenn der Farbige im Team der Helden aufdrehen darf und mit diversen Ghetto-Posen Zombies platt macht. Dennoch sollte Regisseur Byron Werner (als Kameramann sehr beliebt: „Phantom“) auch in diesem Bereich noch etwas üben. Ganz zu schweigen vom Bereich der Filmmusik, der irgendwann nur noch komplett Amok läuft und Growl-Mucke mit synthetischen Elementen durcheinander purzeln lässt, ohne so recht zu wissen, warum und wieso.

„Death Valley: The Revenge of Bloody Bill“ lohnt einen kurzen Blick

Was bleibt ist ein amateuriger Horrorstreifen, der früh von den drohenden Slasherpfaden abweicht und andere Wege geht. Dabei überzeugt „Death Valley“ mit einem sehr ordentlichen Tempo und einer straffen Inszenierung. Im Nachgang allerdings hat der Horrorfilm mit einigen gravierenden Problemen zu kämpfen.

04 von 10

Der Streifen hat schon mehrere Auswertungen in Form verschiedener Repacks erfahren. Sowohl unter dem Originaltitel „Death Valley: The Revenge of Bloody Bill“ als auch unter Titeln wie „Bloody Bill“ oder „Die Rückkehr des Bloody Bill“ kann man den Film erstehen. Jeweils uncut mit einer Freigabe ab 18.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Indigo / Great Movies__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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