| Originaltitel: Akmadeul__Herstellungsland: Südkorea__Erscheinungsjahr: 2023__Regie: Kim Jae-hoon__Darsteller: Oh Dae-hwan, Jang Dong-yoon, Choi Gwi-hwa, Jang Jae-ho, Son Jong-hak, Lee Sang-won, Shin Seung-hwan u.a. |
Wir haben auch eine Kurzkritik zu „Devils“ in Videoform für euch

Körpertausch extrem in „Devils – Im Körper des Killers“.
Polizist Jae-hwan ist seit gefühlten Ewigkeiten hinter einem perversen Killer her. Der zerlegt seine Opfer fachgerecht und hat auch einen Partner und guten Freund von Jae-hwan auf dem Gewissen. Zwei Jahre nach diesem traumatisierenden Vorfall hat der Polizist mit seinem neuen Partner Min-seong endlich eine heiße Spur. Er erspäht den Killer tatsächlich und verfolgt ihn in ein Waldstück. Hier verschwinden beide spurlos.
Erst einen Monat später tauchen sie wieder auf. Beide schwer gezeichnet. Mehr noch: Als Min-seong den Killer verhört, unterbreitet der ihm, eigentlich Jae-hwan zu sein. Während der Geist des Killers im Körper von Jae-hwan gelandet sei. Min-seong mag diese Körpertauschgeschichte freilich nicht glauben, doch der Killer kennt Einzelheiten, die nur Jae-hwan kennen kann. Und Jae-hwan wirkt plötzlich seltsam fremd.
Min-seong ist bereit, dem Killer zu glauben, dass Jae-hwans Geist in ihm gelandet sei. Doch wie soll das passiert sein? Da zieht der böse Geist in Jae-hwan die Daumenschrauben an. Er nimmt an, dass seine drei Partner ihn vor einem Monat verraten haben, so dass die Cops ihm auf die Schliche kommen konnten. Diese Partner will er nun ausgeschaltet wissen. Er „betraut“ Jae-hwans Geist im Körper des Killers mit der Aufgabe. Füge er sich nicht, werde er Jae-hwans Familie, bei der er inzwischen lebt, grausam abschlachten.
Jae-hwan probt daraufhin den Ausbruch und macht sich mit Hilfe von Min-seong auf die Suche nach den ehemaligen Komplizen des Killers.
Körpertausch der derben Art
Im Normalfall wird das Körpertauschmotiv vor allem benutzt, um unterhaltsame Verwechslungspossen der Marke „Freaky Friday“, „30 über Nacht“ oder „Big“ anzuschieben. John Woo bewies mit „Face/Off“, dass man den Körpertausch aber durchaus auch auf ernste Stoffe anwenden kann. Diesen Weg geht nun „Devils – Im Körper des Killers“ konsequent weiter.
Dabei steigt der Actionthriller zunächst mit der Jagd auf den fiesen Killer ein. Der scheint den Cops immer einen Schritt voraus zu sein und hat sichtlichen Spaß am Zerteilen seiner Opfer. Der Film zelebriert dies mit wild übersteuerten Farben, bei denen Komplementärfarben immer mehr in Richtung Neonlook kippen und der Hatz etwas Surreales geben. Die leichte Übersteuerung im Look bleibt dem Film im Übrigen durchweg erhalten.
Wenn Cop und Killer dann plötzlich spurlos verschwinden, macht „Devils“ einen Sprung und steigt erst wieder ein, als der Killer und sein verbissenster Jäger nach einem Monat wieder auftauchen. Der von Filmdebütant Kim Jae-hoon geschriebene und inszenierte Film enthält uns damit vor, was in dem Monat passiert ist und wie der Körpertausch stattgefunden haben könnte. Er baut nun vollends darauf, dass der Zuschauer das Motiv des Körpertauschs kennt und ein stückweit als gegeben akzeptiert.
Dabei erlaubt er sich selbst ironische Brechungen. Lässt etwa seine Charaktere immer wieder davon fabulieren, dass man den Körpertausch ja aus Filmen kenne. Dabei übertreibt er es aber nie und gibt seine Storyprämisse nicht der Lächerlichkeit preis. Hat er dann seinen Storykniff halbwegs etabliert, macht er Nägel mit Köpfen und lässt den Cop im Körper des Killers dessen Komplizen jagen. Was freilich durch das Angesicht des Killers extrem erleichtert wird.
Derweil bangt man um die Familie des Cops, die tagtäglich mit dem Geist des Killers im Körper des geliebten Familienoberhauptes konfrontiert ist und freilich nichts ahnt. Der Fokus liegt aber deutlich auf der Komplizenjagd.
Tja, und dann erklärt uns Kim Jae-hoo, was in dem Monat Abwesenheit von Cop und Killer passiert ist. Und „Devils“ wird im Zuge dessen herrlich twisty. Stellt alles einmal ordentlich auf den Kopf und wird immer spannender. Das wilde Gebräu wird in Richtung Finale immer besser, immer aufregender, immer verblüffender und endet unfassbar konsequent. Klasse!
Parallel lässt der Film seine Charaktere und den Zuschauer ordentlich leiden. „Devils“ ist nämlich alles andere als ein Kind von Traurigkeit. Mehrfach wird heftigst gefoltert. Schlägt der Killer zu, wird es teils extrem blutig und brutal. Und in Richtung Finale wird ganz schön übel mit Messern herumgeschlitzt. Dabei bleiben die ganz großen Actionintermezzos zwar komplett aus, das macht der Film mit seinem hohen Tempo und diversen intensiv-heftigen Szenen aber locker wieder wett.
Gute Schauspieler sorgen zudem dafür, dass man immer im Film drin bleibt. Oh Dae-hwan („The Great Battle“) muss sich nach furiosem Auftakt als Cop zunächst arg zurücknehmen. Allerdings passt dies auch, da ja nun ein eiskalter Killer in seinem Kopf „wohnt“, der nachvollziehbarerweise nur wenig liebevoll mit einer ihm unbekannten Familie interagiert. In Richtung Finale legt er aber überzeugend wieder einige Schippen drauf.
Die echten Highlights liefern aber seine jüngeren Kollegen Jang Jae-ho („Squid Game“) als Min-seong und Jang Dong-yoon („Project Wolf Hunting“) als exzessiv überdrehender Killer, in dem ein vor Wut kochender Cop steckt. Vor allem, wenn der Killer in Richtung Finale immer manischer wird, bekommt man aufgrund der Leistung von Dong-yoon richtiggehend Angst vor seinem Charakter.
In Sachen Optik habe ich die leicht übersteuerten Werte bei den aufgefahrenen Farben angemerkt. Allgemein kommt „Devils“ mal nicht im für südkoreanische Actionthriller typischen Hochglanzlook. Er wirkt vielmehr immer mal wieder leicht abgerissen und schäbig, was aber hervorragend zur heraufbeschworenen Atmosphäre des Filmes passt. Musikalisch bleibt ein Thema rund um den Killer im Kopf, der Rest dudelt solide vor sich hin.
„Devils – Im Körper des Killers“ geht den Körpertausch überzeugend anders an
Liest man die Story von „Devils“, denkt man unweigerlich an Woos „Face/Off“. Die grundlegende Geschichte um Cop und Killer, die die Körper tauschen, klingt in den wesentlichen Eckpunkten schon arg vertraut. ABER „Devils“ geht sehr schnell sehr eigene Wege. Und das aufgrund eines spannenden Twistes ungemein konsequent. Das geht so weit, dass das Körpertauschmotiv hier sogar glaubwürdige Grundzüge erhält und den deutschen Beititel komplett konterkariert!
Die cleveren Überraschungen, die starken Darsteller und die passende technische Umsetzung halten die Spannung rundweg hoch. Die düstere Atmosphäre und die harschen Gewalteinlagen sorgen für weitere Intensitätspunkte. Im Finish muss man ein paar Logikholperer schlucken, aber diese stören kaum.
![]()
Die deutsche DVD / Blu-ray kommt von Splendid Film und ist mit einer Freigabe ab 18 ungeschnitten. Ihr könnt den Film auch streamen.
In diesem Sinne:
freeman
Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love
| Copyright aller Filmbilder/Label: Splendid Film __Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja |





