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Dust Bunny

Originaltitel: Dust Bunny__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Bryan Fuller__Darsteller: Mads Mikkelsen, Sophie Sloan, Sigourney Weaver, David Dastmalchian, Rebecca Henderson, Sheila Atim, Sute Zhao u.a.
Dust Bunny deutsches Filmposter

„Dust Bunny“ ist ein düsteres Märchen für Erwachsene.

Ein Staubmutzel, also eine Sammlung zahlreicher Staubteilchen, wird durchs Fenster ins Zimmer der kleinen Aurora geweht. Hier schwebt das Staubgewölle über den Boden und nimmt weitere Staubteilchen auf. Allmählich wächst das Staubmutzel immer weiter an und landet unter Auroras Bett. Hier erwacht es zum Leben und nimmt die Form des titelgebenden „Dust Bunnys“ an. Fortan lebt der Staubhase unter Auroras Bett, wächst zu gigantischer Größe an und versetzt das Mädchen in Angst und Schrecken.

Mehr noch: Als Auroras Eltern spurlos verschwinden, ist sie sicher, dass das Monster sie gefressen hat. Als sie herausfindet, dass ihr Nachbar beruflich Monster tötet, stiehlt sie die Kirchenkollekte und beauftragt ihn, das Monster unter ihrem Bett auszuschalten. Dem Auftragskiller kommen freilich schnell Zweifel. Er vermutet, dass Auroras Eltern von gedungenen Meuchelmördern getötet wurden, die ihre Leichen verschwinden ließen.

Er sagt Aurora vor allem deshalb seine Hilfe zu, weil er glaubt, dass die alles andere als monströsen Killer eigentlich ihn auf dem Kieker hatten und sich nur in der Tür geirrt haben. Und er ahnt, dass da noch mehr Killer kommen werden, um ihn auszuschalten. Was er nicht ahnt: Auch Aurora hat eine finstere Vergangenheit.

Schaut in den Film hinein

Famose Bilderwelten und eine herrliche Atmosphäre

Was direkt von der ersten Filmsekunde an auffällt, ist der Stilwillen, mit dem Regisseur und Drehbuchautor Bryan Fuller an sein Filmdebüt heranging. Fuller, der bislang vor allem als Serienschöpfer („Hannibal“, „American Gods“) auf sich aufmerksam gemacht hat, lässt seine Kamerafrau Nicole Hirsch Whitaker Bilderwelten entwerfen, die vor allem an Jean-Pierre Jeunet („Die fabelhafte Welt der Amelie“) erinnern. Kontrastreich, sehr farbig und mit Sinn für schräge Einstellungen darf die Kamera immer mal wieder um 90 Grad kippen und ganz besondere Perspektiven erzeugen.

Hinzu kommt, wie schmal „Dust Bunny“ daherkommt. Ich kann mich nicht erinnern, schon vorher einen Film in 3,00:1 genossen zu haben. Das Bild ist entsprechend ultrabreit und voller Bildinformationen. Um den Fokus dann doch auch lenken zu können, arbeitet Whitaker durchgehend mit mal überbordenden und mal kaum wahrnehmbaren Vignetten. Das optische Ergebnis ist höchst ansprechend, eigen und in Teilen so surreal, wie die Handlung.

Mads Mikkelsen als Nachbar in "Dust Bunny"

Mads Mikkelsen brilliert als „der Nachbar“. © Roadside Attractions, LIONSGATE.

Die steigt höchst fantastisch ein. Etabliert das Monster unter Auroras Bett und deren Angst vor selbigem. Fantastisch geht es weiter, wenn Aurora ihren Nachbarn erstmals in Action sieht. Im gelben Bruce-Lee-Gedächtniskampfanzug stellt der sich zahlreichen Chinesen entgegen, die ihn angreifen, während sie unter einer Drachenfigur, die man von chinesischen Drachentänzen kennt, getarnt sind.

Von ihrem Standpunkt aus wirkt es für Aurora, als würde ihr Nachbar einen Drachen bekämpfen. Was sie überzeugt, in ihm einen Monsterkiller entdeckt zu haben. Für den Zuschauer wird derweil ein Exzess aus Farben und Formen abgefeuert. Mit einem Nunchaku macht der Nachbar die Angreifer platt und es mischen sich gar Animationssequenzen unter. Klasse.

Sigourney Weaver, Mads Mikkelsen und Sophie Sloan

Optisch erinnert „Dust Bunny“ immer wieder an Bryan Fullers „Pushing Daisies“. © Roadside Attractions, LIONSGATE.

Und obschon der von Mads Mikkelsen („Indiana Jones und das Rad des Schicksals“) hervorragend gespielte Nachbar so eher fantastisch eingeführt wird, ist er es, der den Film nun Erdung verleiht. Er entwickelt eine logischere Erklärung für das Verschwinden von Auroras Eltern. Er bringt zudem Sigourney Weaver („Aliens“) als Auftraggeberin des Nachbarn ins Spiel. Gemeinsam versuchen sie, die Situation zu entwirren und herauszufinden, was die ganzen Vorgänge für den Nachbarn und seine Tätigkeit als Auftragskiller bedeuten. Zudem wird nun immer vager, ob das Monster unter Auroras Bett wirklich existiert.

„Dust Bunny“ wird dadurch komplexer. Zumal man auch spannende Informationen über Aurora geliefert bekommt. Parallel wachsen die Kleine und ihr Nachbar immer mehr zusammen. Er wird mehr und mehr zu einer Art Vaterfigur für sie. Und wenn man dann durchaus gewillt ist, anzuerkennen, dass die Story von „Dust Bunny“ in der Realität verwurzelt sein könnte, dreht Bryan Fuller einfach richtig auf und sein Streifen vollends ab.

Sophie Sloan und Mads Mikkelsen in "Dust Bunny"

Das Mädchen und sein Auftragskiller. © Roadside Attractions, LIONSGATE.

Die Folge ist ein irrer Showdown voller irrwitziger Ideen, in dem klasse Effekte, ein schräger Humor und die bereits abgefeierte tolle Optik genial ineinandergreifen. Mit einem immer fetteren Grinsen sitzt man hier vor dem Screen und schaut „Dust Bunny“ beim Eskalieren zu.

Ja, am Ende bleiben Fragen offen, doch wie soll man eine solche filmische Wundertüte auch vollkommen unter Kontrolle halten? Und es ist auch egal, denn selbst solche kleineren Misstöne stören nicht. Und um den Irrsinn perfekt zu machen, werden wir mit beinahe schon zu schönen Bildern sowie einem ABBA-Song in den Abspann geschickt und damit wieder in die Realität entlassen. Was auch immer wir da sollen.

„Dust Bunny“ ist ein schräger Monsterfilm der etwas anderen Art

Alleine das Zusammenspiel zwischen dem großartigen Mads Mikkelsen als Nachbar und der ebenfalls grandiosen Sophie Sloan als Aurora ist hier schon das halbe Eintrittsgeld wert. Die Dynamik der beiden Figuren lässt direkt an „Leon – Der Profi“ denken, nur dass „Dust Bunny“ aufgrund des Wesens der kleinen Aurora ganz schnell einen eigenen, weirden Dreh findet.

Und weird ist dann das Zauberwort für den Rest des Filmes. Der vollzieht erzählerisch ein paar klasse Volten, hat einen tollen Humor, köstliche Dialoge, abgefahrene Actionmomente, einen herrlichen Showdown und eine Optik zum Niederknien. Negativ fallen eigentlich nur ein paar Tempohänger im Mittelteil auf, die darauf zurückgehen, dass „Dust Bunny“ etwa 15 Minuten zu lang geraten ist. Ansonsten gibt es bei diesem düsteren Märchen nichts weiter zu meckern. Ich müsste nur mal wieder die Staubmutzeln unter meinem Bett zusammenkehren, nicht dass da noch ein Monster entsteht.

08 von 10

Der Film startet am 19. Februar 2026 in den deutschen Kinos. Der Film kommt von dem Verleih DCM und ist mit einer Freigabe ab 16 versehen worden.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: DCM__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, ab 19.02.2026 im Kino

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