| Originaltitel: Evil has always had a Name__ Herstellungsland: USA__ Erscheinungsjahr: 2026__ Regie: Rich Lee__ Darsteller: Maika Monroe & Olivia Aray |

Den Promo-Short kann man sich (in der Originalfassung) hier anschauen!
Für Fans der multimedialen „Resident Evil“-Franchise könnte/dürfte 2026 ein gutes Jahr werden: Genau drei Dekaden seit der Veröffentlichung des ursprünglichen Spiels – mit verschiedenen weiteren inzwischen erschienen; ergänzt um diverse Animations- und Realverfilmungen (inklusive zweier Serien aus dem Hause „Netflix“) – wird mit „Requiem“ Ende Februar das neuste Game der Reihe auf den Markt gebracht – während im Herbst eine von den vorangegangenen Streifen unabhängige Adaption der damals von Shinji Mikami erdachten Materie in die Kinos kommt, für die „Barbarian“- und „Weapons“-Regisseur Zach Cregger verantwortlich zeichnet. Überdies tauchten Mitte Januar in einigen US-Städten plötzlich knallrote, nicht konkreter irgendetwas zuordenbare Poster und Murals mit Bildern SINCE 1998 vermisster Personen sowie dem Schriftzug EVIL HAS ALWAYS HAD A NAME auf – woraufhin Anfang Februar weitere entdeckt wurden, auf denen sich dann indes ein QR-Code finden ließ, welcher einen schließlich zu einem knapp dreieinhalb-minütigen (parallel dazu ebenfalls auch verbreitet online gestellten) Live-Action-Promo-Short für den rund drei Wochen später anstehenden Release führte…
Eröffnet wird in Gestalt eines sich in einem Wandschrank versteckenden Mädchens (Olivia Aray) sowie der Voiceover-Zeile „It wasn’t always like this…“ – gefolgt von dem Einsetzen „sanfterer“ Musik als zuvor; in Kombination mit einer Auswahl an Einblicken in den glücklichen Alltag des Kindes zusammen mit ihrer sie allein erziehenden Mutter (Maika Monroe). Lachen, Park-Besuche, gemeinsames Backen und Tanzen: „It was our perfect little World.“ Eine Camcorder-Aufnahme gibt dabei das Datum August 1998 preis. „Then it started: First the Sirens… then the Emergency-Broadcast… then the Screams…” Anhand der TV-Übertragung erfahren wir den Wohnort der beiden: Racoon City. Von einem Outbreak ist die Rede – und es wird empfohlen, die Schutz-Möglichkeit der örtlichen Police Station wahrzunehmen. Mit der Nacht bereits angebrochen, geraten sie draußen stracks in ein unübersichtliches, verängstigendes Chaos aus Cops, fliehenden Menschen, bellenden Polizei-Hunden, Schüssen und Explosionen. „We ran. We fought. We hid. And still… they came.“ Und so begleiten wir sie bis hin zu einem Zeitsprung (vor den finalen 60 Sekunden) ein Stück weit bei ihrem gefahrreichen Überlebenskampf in der vom T-Virus heimgesuchten Stadt…
„Evil has always had a Name“ ist ein erfreulich hochwertiges Werk, das sowohl inszenatorisch als auch von der transportierten Atmosphäre sowie dem Marketing-technischen Konzept dahinter überzeugt. Wie üblich, meistert Maika Monroe („Longlegs“) ihre Rolle anstandslos – was gleichermaßen für Olivia Aray (TV’s „Regalo de Amor“) als ihr Töchterchen gilt (allerdings ojemine, hat die Kleine „fiese“ Vorderzähne). Zudem vermochte mir der gebotene Produktions-Aufwand ebenso zuzusagen wie die Musik-Untermalung sowie Christopher Probst’s („Beyond Skyline“) Bebilderung – welche einige inspiriert gewählte Kamera-Perspektiven (samt einzelner PoV-Shots unterschiedlicher Personen) zu bieten hat sowie in der betreffenden Verlaufs-Phase ein stattliches mitten-drin-Gefühl erzeugt. Zum Glück wurde sparsam mit dem Einsatz von CGIs umgegangen – wobei die vorhandenen jedoch von prima Qualität sind – und haben sich die fürs Zombie-Make-up zuständigen Crew-Mitglieder Anerkennung gebührende Mühe gegeben. Gedreht wurde übrigens im Oktober 2025 in Mexico City – und das zum Teil auf einer Virtual-Studio-Soundstage; mit großen Videowänden für die Backgrounds der dort gefilmten Geschehnisse…
Überraschend für manche dürfte der Regisseur des Projekts sein: Rich Lee. Nicht etwa, weil er zuvor diverse schicke Videoclips für Künstler wie Eminem, Fergie, Lana Del Rey und Billie Eilish realisiert hatte – sondern weil das letztjährige „War of the Worlds“-Debakel (mit Ice Cube) auf sein Konto ging. Im Vorliegenden ist ihm allerdings nichts vorzuwerfen – das Ergebnis dürfte seinem angekratzten Ruf sicher dienlich sein. Vieles ist aber durchaus klar dem zugrunde liegenden Skript zu verdanken, welches klassische „Resident Evil“-Elemente (wie ein sich an der Decke heranbewegender Licker oder die flüchtig zu erspähende Silhouette von Nemesis) in eine im Bereich des zentralen Plot-Strangs sowie der Charaktere nicht direkt mit den Spielen verknüpfte Geschichte mit eingebunden hat, die ihrerseits mehrere ansprechende Ideen und Momente aufweist – wie dass das Mädchen ein Waschbär-Kuscheltier (get it?) besitzt; mit der Einstellung eines eben darauf zukrabbelnden Infizierten zu meinen liebsten gehörend – worüber hinaus die Story obendrein mit einem „emotionalen Arc“ auftrumpfen kann, der von seiner Art her zwar nicht unbedingt neu sein mag – seine Wirkung nichtsdestotrotz jedoch nicht verfehlt…
„Evil has always had a Name“ zeigt die Folgen des T-Virus-Ausbruchs am Exempel einer kleinen Familie auf, die vermutlich nichts von den unethisch-rücksichtslosen illegalen Machenschaften der Umbrella Corporation (rund um die Entwicklung biologischer Waffen) wusste. An jenem Abend bricht der Horror über ihre Welt herein: Sie und zigtausend andere sind betroffen. Bekanntlich resultierte das Scheitern des Eindämmens der sich potentiell immer weiter ausbreitenden Lage in dem sogenannten Raccoon City Destruction Incident – nach welchem sich die Schlussminute dieses Shorts (innerhalb der nun verwüsteten Stadt) entfaltet. Es ist in jenem Abschnitt, dass veranschaulicht wird, dass die Zombies zumindest noch eine gewisse Zeit lang über vorherige Erinnerungen verfügen – sie ihre Menschlichkeit also nicht sofort komplett verlieren, sobald sie sich „verwandelt“ haben: Eine Offenbarung, die eine leicht veränderte Betrachtung einiger Gegebenheiten (wie eine bestimmte Szene zuvor aus der Sicht eines von der Mutter mit einem Baseball-Bat geschlagenen Angreifers) bewirkt, laut Game-Schöpfer Koshi Nakanishi in „Requiem“ weitergeführt wird sowie diesem gelungenen Werk hier einen memorablen Ausklang beschert…
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Stefan Seidl

(© Capcom & Entertainment Weekly)
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| Copyright der „Evil has always had a Name“ Promomotive, Screenshots und Magazin-Bilder: Capcom Co., Ltd. / Entertainment Weekly__ Freigabe: Not Rated (ESRB: M/17+)__ DVD/BluRay: nein/nein |




