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Shark Terror

Originaltitel: Shark Terror__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Mario N. Bonassin__Darsteller: Michael Paré, Sarah Lieving, Carly Medina, Javier Duran, Joe Maria Fernandez, Jude Merkel, Jenna Day, Travis Lincoln Cox, Bryce Tipple, Hillary Cooper u.a.
Shark Terror mit Michael Pare DVD Cover

Michael Pare erlebt den „Shark Terror“.

Die USS Campbell soll ausrangiert werden. Ihre letzte Fahrt wird zu einem kleinen Event ausgeweitet. Entsprechend dürfen auch Zivilisten mitfahren. Kleine Ausstellungen an Bord verweisen auf die Geschichte des Schiffes.

Ex-Marine Molly ist mit ihrer Tochter Kendall an Bord und will mit der eine gemeinsame Auszeit genießen. Doch wie das so ist, zerstreiten sich Mutter und Tochter. Als das Töchterlein wutentbrannt in der gemeinsamen Kabine Unterschlupf suchen will, überrascht sie hier drei Typen, die die Habseligkeiten des Mutter-Tochter-Gespannes durchwühlen.

Es kommt zum Handgemenge und wenige Augenblicke später gehen Kendall und zwei der Räuber über Bord. Hungrige Haie dünnen die Überlebenden aus. Und so werden nur Brian und Kendall auf ein winziges Eiland gespült. Während Brian sich als gar nicht mal so übler Kerl entpuppt, wird es für Kendall dennoch mehr als eng. Sie hat sich ein Bein gleich mehrfach gebrochen, die Flut lässt das Eiland stetig kleiner werden und ein ganzes Rudel Haie wartet geduldig auf die Eröffnung des Buffets.

Schaut in den Film hinein

Hai-Schrott mit Michael Paré von The Asylum

Tja, wo fangen wir an? „Shark Terror“ ist ein seltsamer Film. Eigentlich müsste man meinen, dass „The Asylum“ nach zig Hai-Filmen nun eigentlich wissen müsste, wie selbige funktionieren. Aber dieser Film beweist, dass es nicht so ist. Mehr noch: Er ist ein gewaltiger Schritt zurück.

Planlos werden hier Szenen aneinandergereiht, in denen natürlich ganz viel Schwachsinn gelabert wird. Highlight ist ganz klar, wenn Kendall über Bord gegangen ist und man erst einmal ewig darüber schwadroniert, wie man sie retten könnte, anstelle mal ins Tun zu kommen. Ich dachte immer, eine Rettungsmission müsste schnellstmöglich eingeleitet werden.

Aber „The Asylum“-Drehbücher kennen halt keine Hektik. Erst einmal alles genau belabern. Und zwar ausführlichst. Am besten bei der Schaffung von Himmel und Erde beginnend. Einfach nur, um die Laufzeit halbwegs auf Spielfilmlänge zu bekommen. Schrecklich. Dabei gibt es doch genug zu tun. Molly muss ihre Tochter retten und Kendall muss irgendwie überleben. Bei derartigen Vorzeichen sind schon richtig geile Kracher rausgekommen. „Shark Terror“ ist dafür aber freilich die falsche Bühne.

Dazu sind einem schonmal alle Figuren viel zu egal. Was auch nicht verwundert, da man nichts über sie erfährt. Sie sind halt da. Dass Kendalls Mutter ihrer Tochter ständig etwas Wichtiges verkünden will, ohne dass dies jemals passieren würde, unterstreicht nur das Desinteresse des Drehbuches an seinen Figuren. Warum sollte es dem Zuschauer anders gehen?

Zumal alle Figuren nicht nur reichlich dumm daher schwätzen, sondern auch verdammt dämlich handeln. Köstlich etwa, wenn man im aufregend gemeinten Schlussakkord gefühlte 30 Minuten dabei ist, wie im Wasser treibende Vollhonks ein umgekipptes Gummiboot wieder umzudrehen versuchen und sich dabei so radebrechend dämlich anstellen, dass man verwundert ist, dass sie sich bei dem Versuch nicht gegenseitig die Genicke brechen. „Idioten Terror“ wäre ein besserer Titel gewesen.

Da freut man sich direkt, wenn die Haie zuschlagen und die egalen Figuren fressen. Leider weiß Regisseur und „The Asylum“-Gewächs Mario N. Bonassin („America is Sinking“) nicht, wie man derartige Hailights auskostet. Stattdessen reiht er Stock-Footage-Aufnahmen von gelangweilt dahingleitenden Haien mit CGI-Bildern aneinander, in denen sie urplötzlich turboaggressiv zuschnappen. Da bleibt schonmal ein Bein im Maul der Viecher hängen, derber wird’s aber kaum.

Auch und vor allem, weil „Shark Terror“ die meisten Figuren bei Nacht aus dem Spiel nehmen lässt und man offensichtlich keinen Bock auf eine halbwegs brauchbare Beleuchtung hatte. Was da dann genau unter Wasser abgeht, wenn die Raubtiere zuschlagen, ich vermag es nicht zu sagen – und ich saß nah vorm TV.

Tja, und derweil liegt Kendall-Darstellerin Carly Medina mit irrem Wonderbra auf der Restinsel, fällt immer mal wieder ins Koma, hat nie Hunger oder Durst und belächelt Brian-Darsteller Javier Duran dabei, wie er Steine aufeinander schlägt und so Feuer machen will. Grandios dumm. Dachte sich wohl auch Michael Paré („Wrongful Death“) und schaltet bei seinen Auftritten sichtlich auf Durchzug. Seine besten Szenen sind noch die, wo er mit traurigem Blick vor irgendeinem Bullauge steht und sich zu denken scheint: „Scheiße, genau jetzt könnte ich auch einen guten Film drehen.“ Stattdessen muss er sich nun in diesem Kokolores aufs Schrecklichste vorführen lassen.

Zumindest in zwei Szenen rockt „Shark Terror“. In denen lässt sich jeweils ein Hai mit dem Wellengang auf die Insel von Brian und Kendall spülen, versucht sie sich zu schnappen und gleitet dann cool ins Meer zurück. Sind schon echte Rocker, diese Haie! Diesen kurzen Momenten des Wahnsinns stellt der Film Schiffe gegenüber, die keinerlei Kontakt mit dem Wasser zu haben scheinen. Entsprechend verwundert es auch nicht, dass man in den Schiffsettings keinerlei Seegangsfolgen wahrnimmt.

Dumm cool sind dann auch diverse Logikholperer. So fährt die USS Campbell beispielsweise vom Ort des Überbordgehens von Kendall und Co. weg, das zur Rettung entsandte Gummiboot fährt dann aber VOR dem Schiff her. Scheinen einmal die Welt umrunden und sich so dem Unfallort nähern zu wollen. Geil ist auch, wenn anhand eines von Wolken verhangenen Mondes skandiert wird, dass in einer wahllos ausgesucht wirkenden Richtung Westen sei. Klasse.

„Shark Terror“ terrorisiert höchstens euren Verstand

Ich denke, es dürfte klar geworden sein, was ich von „Shark Terror“ halte. Trotzdem an dieser Stelle mal ein paar Pluspunkte: Der Film sieht zumindest nach einem Film aus. Immerhin. Das Setting des auszurangierenden Schiffes funktioniert. Michael Paré sieht als Kapitän schneidig aus, Sarah Lieving („Supershark“) hätte man als taffer Molly mehr Screentime geben sollen und die CGI-Haie, wenn man sie denn mal erkennt, hat „The Asylum“ inzwischen auch drauf. Die ganz großen CGI-Unfälle gibt es diesmal also nicht.

All das ergibt aber beileibe keinen guten Film. Dazu ist „Shark Terror“ einfach viel zu dumm. Und dieser Film zieht sich. Meine Fresse. Wenn man meint, es müsste jetzt doch mal Richtung Finale gehen, hat man erst 30 Minuten geschafft. Und da bluten einem ob der Dialoge bereits die Ohren und sagt das Hirn leise „Ciao“ aufgrund des ganzen Bockmistes, den es hier verarbeiten muss. Kurzum: Der brutal langweilige „Shark Terror“ ist als Creature Feature einfach nur ein Schlag ins Wasser.

02 von 10

Der Film wird von Tiberius Film ausgewertet, startet am 19. März 2026 in seine ausschließlich digitale Auswertungskette und hat von der FSK eine Freigabe ab 12 erhalten. Was bei einem Hai-Film ja bereits Warnung genug sein sollte.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Tiberius Film__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, nur digital

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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