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The Land That Time Forgot – Gefangen in der Urzeit

Originaltitel: The Land That Time Forgot__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Anthony Frith__Darsteller: Michael Paré, Jack Pearson, Lauren Koopowitz, David Margetts, Jono Darby, Casmira Lorien, Jasmine Hope, Nate Charles Karagiannis-Troisi, Ezra Juanta, Michelle Bauer u.a.
The Land That Time Forgot – Gefangen in der Urzeit DVD Cover

Michael Paré besucht „The Land That Time Forgot – Gefangen in der Urzeit“.

Der amerikanische Schriftsteller Edgar Rice Burroughs hat Figuren wie Tarzan oder John Carter erfunden. Auch die Geschichte um den Kontinent Caprona, auf dem unter anderem Dinosaurier und Urzeitmenschen hausen, die eines Tages Besuch von einem U-Boot bekommen, entstammt seiner Feder. „The Land That Time Forgot“ erschien 1918.

1974 wurde die Geschichte erstmals als „Caprona – Das vergessene Land“ verfilmt. 2009 dachten die „Kreativen“ von „The Asylum“, dass es an der Zeit sei, der Story den firmeneigenen Stempel aufzudrücken. Zwar hatte die Welt nahezu 100 Jahre darauf warten müssen, was „The Asylum“ aus der Vorlage machen würde, ignorierte das Ergebnis aber dennoch geflissentlich. Vierzehn Jahre später befand das Studio, dass ein neuer Versuch her müsse. Entsprechend erschien 2025 „The Land That Time Forgot – Gefangen in der Urzeit“. Yippieh?!?!?!

Ein wahrlich seltsam aussehendes australisches Schiff tuckert in der Beringsee vor sich hin. Da wird es urplötzlich und aus nie erklärten Gründen von einem russischen U-Boot angegriffen. Als die Russen das australische Schiff kapern, übernehmen ein paar Australier das Russen-U-Boot. Sie verduften, geraten laut Dialogwüste in eine seltsame Wetterlage und werden von einem gewaltigen Dinosaurier an Land getrieben.

Hier müssen sie bemerken, dass die rettende Insel von weitaus mehr Urzeitviechern, aber auch von einem Deutschen aus dem Ersten Weltkrieg bevölkert ist. Dass mit dem Eiland etwas nicht stimmt, wird unseren Helden dann auch irgendwann klar. Dementsprechend setzen sie alles daran, sich von den Dinos fressen zu lassen… ich meine, von der Insel wegzukommen. In den USA versucht derweil ein Admiral alles, die verschollenen Australier wiederzufinden. Unter ihnen befindet sich nämlich seine Nichte.

Schaut in den Film hinein

„The Asylum“ präsentiert: Dinosaurier, filmisches Unvermögen und Michael Paré

Es ist gefühlt zur Methode geworden, dass „The Asylum“ einem unentwegt Content vor die Füße erbricht, nach dessen Konsum man sich nicht wirklich sicher ist, wie man damit umgehen oder wie man an eine Besprechung desselben herangehen soll. Es wirkt, als entwickelten sich das Studio und seine Kreativen kein Stück weiter. Und gibt es doch mal Beiträge, die halbwegs als Film durchgehen, folgt darauf beschissener Scheiß wie „The Land That Time Forgot“.

Alles an dem Film wirkt komplett hilflos. Die Geschichte macht so gar keinen Sinn. Nicht einmal vor dem Hintergrund, dass man ja einer Fantasy-Geschichte zuschaut, will der Streifen funktionieren. Das präsentierte pseudowissenschaftliche Blah, das irgendwas erklären soll, versteht kein Mensch. Der Film ist zu keinem Zeitpunkt spannend, tempomäßig passig oder dramaturgisch nachvollziehbar. Und alle Darsteller, vor allem die weiblichen, sind grottenschlecht.

Die eigentlichen Stars, die Dinos, sind vielleicht für drei Minuten im Film zu sehen. Die Action um die Urzeitechsen ist ein einziger Abfuck. Und Michael Paré scheint sich den ganzen Film über selbst zu fragen, was er hier eigentlich macht. Da das aber sichtlich allen am Film Beteiligten so ging, sticht er damit nicht einmal irgendwie aus der Masse heraus.

Und wie gewohnt meint man bei „The Asylum“, dass viel Gelaber alles kitten kann. Kann es allerdings nicht. Wiederholt beginnt man bei Dialogszenen einfach zu spulen, weil diese kein Ende nehmen, planlos inszeniert sind und rein gar nichts zum Film beitragen. Dazu kommt eine absolut beschissene deutsche Synchronisation, die das planlose Gequatsche zusätzlich unverständlicher macht. Ein kleines Highlight: „Ich denke, das Kliff ist kletterbar! Bleibt unten, bleibt still und Information.“ Deutsch at it’s best! Vielleicht sollte man die KI nicht wirklich alles machen lassen?

Mehrere Großlacher erzeugt „The Land That Time Forgot“ im Umgang mit seinen Urzeitechsen. Ein gewaltiger Mesosaurier wird von einem Australier mit zwei Hieben einer kleinen Handwerkeraxt getötet. Er wisse, dass die Koronararterie bei Mesosauriern hinter den Ohren verlaufe und könne die Tiere darum mit chirurgischer Präzision töten. What the Fuck?!?!?! Ähnlichen Schwachsinn labert eine seiner Kolleginnen, wenn sie Raptoren und einen heranstürmenden Tyrannosaurus Rex mit einem Stich ihres Buttermessers tötet. Keine Ahnung, wie man da die Ohren sieht, geschweige denn dahinter stechen kann.

Irgendwann werden Raptoren mit dem Buttermesser auch noch fachmännisch enthauptet. Aber so kennt man die Dinosaurier. Die lassen sich ja sogar von einem Asteroiden auslöschen. Pussys! Zumindest sehen die Dinosaurier gar nicht soooo übel aus. Also zumindest so lange, wie sie nicht mit ihrer Umgebung interagieren. Denn Compositing kann „The Asylum“ immer noch nicht. Was „The Asylum“ auch nicht kann, sind CGI-Flammen an Molotowcocktails. Richtig gelesen: „The Asylum“ lässt die Molotowcocktails nicht anzünden. Die wussten vermutlich, was für Nulpen sie da als Schauspieler gecastet hatten. Am Ende stehen die noch selber in Flammen. Man fasst es nicht.

Mittels Stock Footage erzeugt Regisseur Anthony Frith zumindest eine ganz hübsch aussehende Insel. Sobald dann die Figuren über das Eiland latschen, wirkt es etwas arg trist. Aber für schöne Bilder war wohl keine Zeit. Zumindest ist das Inselsetting mal eine willkommene Abwechslung zu den von „The Asylum“ zuletzt inflationär genutzten urbanen Settings und Bürozeilen.

Ganz ohne Büros geht es aber auch hier nicht. Denn Michael Paré („Shark Island“) hatte wohl keinen Bock auf einen Inselurlaub. Er bespielt ein Büro, in dem er wichtig guckt und tut. Außerdem schaut er auch immer mal im Krankenhaus vorbei, um hier seine Schwester zu besuchen. Die wird von Michelle Bauer („Lady Avenger“), dem zweiten „großen Namen“ der Produktion, gegeben. Mehr als das, also etwa gutes Schauspiel, stand wohl nicht im Vertrag.

„The Land That Time Forgot“ ist „A film that no one wants to remember“

Wenn in „The Land That Time Forgot“ mal wieder ein Endlosdialog durchstartet, fragt man sich mehr als einmal, warum genau in dem Moment immer kein Dino in der Nähe ist, der die Laberbacken einfach wegsnackt. Sonst fressen die die Idioten doch auch bei jeder Gelegenheit – übrigens total unblutig. Nur wenn die Figuren sich die Hirne auswringen und sich gegenseitig eine Bulette ans Ohr quatschen, kommt keiner, um sie zu fressen. Aber vermutlich hatten die Dinos einfach Angst, in den Einzugsbereich der Dialoge zu geraten und dann an Hirnerweichung zu sterben. Vor allem, nachdem das deutsche Synchronstudio gewirkt hat, ist diese Gefahr unbedingt gegeben.

Abseits der Dialoge wird es aber nicht besser. Der Film ist ein stinklangweiliger, nicht enden wollender Pain in the Ass, der von Begriffen wie kurzweilig oder unterhaltsam nicht weiter entfernt sein könnte. Und wenn dann Michael Paré in seiner Nebenrolle mehr Auftritte und Screentime als die Dinos hat, weiß man, dass „The Asylum“ nach wie vor nicht erkannt hat, dass egale Figuren einfach mal nicht die Hauptrolle in einem Film wie „The Land That Time Forgot“ spielen sollten.

00 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erscheint am 25. Juli 2025 von dem Label „The Asylum“ und Lighthouse Home Entertainment. Ihr könnt den uncut ab 12 freigegebenen Film auch streamen. Tele 5 präsentierte ihn bereits Anfang Juli im Free TV.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label The Asylum / Lighthouse Home Entertainment__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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