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War of the Worlds: Extinction

Originaltitel: War of the Worlds: Extinction__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2024__Regie: Christopher Ray__Darsteller: William Baldwin, Michael Paré, Jessy Holtermann, Kate Hodge, AnnaMaria Demara, Jack Pearson, Geoff Meed, April Mae Davis, Rylan Williams, Camilla Borghesani u.a.

Orson Welles hat mit seinem „Krieg der Welten“-Hörspiel zahlreiche Kreative zu eigenen Variationen der Eroberung der Welt durch außerirdische Mächte inspiriert. Darunter leider auch The Asylum. Die machen mit ihren Streifen „War of the Worlds: Annihilation“ und „War of the Worlds: Extinction“ nicht zum ersten und vermutlich auch nicht zum letzten Mal einen fetten Haufen auf Welles‘ Vermächtnis.


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„War of the Worlds: Annihilation“

War of the Worlds: Annihilation DVD Cover

In „War of the Worlds: Annihilation“ verteidigt William Baldwin seinen Heimatplaneten.

Die Analystin Ashlaya ist sich sicher, dass mit den Asteroiden, die da gerade auf die Oberfläche ihres Heimatplaneten gekracht sind, etwas ganz und gar nicht stimmt. Sie stimmen in Form und Größe seltsam überein. Und sie sondern gefährliche Gase ab, während sie sich ins Erdreich eingraben. Als plötzlich Kampfroboter auftauchen und Tod und Verderben bringen, ist klar: Hier läuft eine Invasion.

Den Angriffen fällt alsbald ihr Ehemann zum Opfer. Also schnappt sie sich ihren Sohnemann Lucas und tritt die Flucht nach vorn an. Auf ihrem Weg durch ein zerstörtes Land entwickelt Ashlaya den tollkühnen Plan, das Mutterschiff der Aliens attackieren zu wollen. Denn ohne dieses, so die feste Überzeugung der Analystin, werde die Invasion enden.

Schaut in den Film hinein

„War of the Worlds: Annihilation“ von Maximilian Elfeldt („Avengers Grimm 2“) hat eine einzige nette Idee. Und zwar dreht der Film die Täter-Opfer-Rolle um. Denn diesmal sind es wir Menschen, die einen fremden Planeten attackieren. Davon abgesehen, verschwendet das Drehbuch zu dem The-Asylum-Stinker mehr Power darauf, möglichst absurde Rollennamen zu entwerfen (Ashlaya? Jutta? Skuller? Patlin? O’Brivee? WTF?), als ordentliche Figuren oder nicht komplett hirnverbrannte Dialoge zu entwickeln.

Eine öde Digitaloptik, die chaotische Montage, der ewig gleich daherrummelnde Score, bescheuerte Dauerdialoge, eine miese Synchronisation, miese Knallchargen und eine wüst overactende Arie Thompson als Ashlaya geben dem Film dann den Rest. Einzig die Effekte sehen gar nicht mal so übel aus, fügen sich allerdings nie organisch ins Bild ein.

Es gibt eine Szene, in der muss Ashlaya ihrem Sohnemann verklickern, dass sein Vater im Kampf gegen die Aliens gefallen sei. Dabei macht die offensichtlich unfähige Darstellerin genau das gleiche Gesicht, dass der liebe Filmgott machte, als er sich diese Rotze aus dem Enddarm drückte. So geht Kunst! Das Schlimmste: „War of the Worlds: Annihilation“ hat tatsächlich Folgen!

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„War of the Worlds: Extinction“ mit Michael Paré

War of the Worlds: Extinction DVD Cover

In „War of the Worlds: Extinction“ greift William Baldwin die ehemaligen Invasoren an.

„War of the Worlds: Annihilation“ endete mit einem Teaser auf eine mögliche Fortsetzung. Und aus irgendeinem Grund scheint die Invasionsgülle tatsächlich ein Publikum gefunden zu haben, denn der Streamer Tubi verlangte nach der angedeuteten Fortsetzung. In der erfahren wir „endlich“, wie der von den Menschen angegriffene Planet heißt: Emios. Der ist bereit, die Bewohner der sterbenden Erde aufzunehmen und zu integrieren.

Das schmeckt nicht jedem. So ist General Skuller, der in Teil eins als Anführer der Armee von Emios installiert wurde, nicht bereit, mit den Erdlingen friedlich zu koexistieren. Er schnappt sich deren Mutterschiff, reist zur Erde, zerstört danach das dafür notwendige Wurmloch und setzt nun alles daran, die Erde zu vernichten.

Helfen soll ihm dabei ein Artefakt namens Terra Modus. Dieses soll seinen Besitzer zu eigentümlichen Schlüsseln bringen, die, in das Artefakt eingebracht, Naturkatastrophen entfesseln und die Erde zerstören. Einzig die Mitglieder der Erdenfamilie Alfaro scheinen in der Lage, diesen fiesen Plan abzuwenden.

Schaut in den Film hinein

„Krieg der Welten“ im „The Asylum“-Duktus

Hat man sich „War of the Worlds: Annihilation“ direkt vor „War of the Worlds: Extinction“ zu Gemüte geführt, checkt man erst einmal nicht viel. Nachdem man nach dem Vorgänger glaubte, das die angreifenden Erdlinge vielleicht aus einer anderen Dimension stammen und nun eine alternative Erde angegriffen haben, erfährt man nun, dass es sich tatsächlich um einen ganz anderen Planeten gehandelt haben soll. Emios heiße der und wurde im Vorgänger nie erwähnt.

General Skuller, der im Vorgänger den Widerstand gegen die Erdlinge anführte und eher unbelehrbar denn wahnsinnig rüberkam, ist auf einmal genau das: irre. Ausgelöst worden sei dies durch den Tod seiner Tochter, von der man im Vorgänger nichts gesehen oder gehört hat. Dafür zeigte der Vorgänger, dass der General mit einem Raumschiff die Erde attackierte. In der Fortsetzung greift er aber nach wie vor auf seinem Planeten einfallende Erdlinge an, die – obschon im Vorgänger besiegt – immer noch gegen die Emosianer zu kämpfen scheinen. Trotz irgendeiner mehrfach erwähnten Waffenruhe.

Kurzum: Die Autoren der Fortsetzung scheinen sich selbst um den Genuss des Vorgängers gedrückt zu haben. Hier geht gar nichts zusammen. Entsprechend muss man sich auch nicht durch den beschissenen Vorgänger quälen, um „War of the Worlds: Extinction“ zu verstehen. Hätte ich das mal vorher gewusst. Egal.

Nach diesem hochgradig verwirrenden Einstieg setzt „War of the Worlds: Extinction“ dann auf die Jagd nach dem Terra Modus und dessen Schlüsseln. Infolgedessen wird er eher zu einer Art Abenteuerfilm denn zu einer Invasionsklamotte. Das fühlt sich gar nicht mal so verkehrt an, wird aber leider mit der von „The Asylum“ gewohnten Inkompetenz ordentlich in den Sand gesetzt.

Mehrere Male bekommt man nun den immer gleichen Ablauf serviert. Skuller foltert den Standort des nächsten Schlüssels aus seiner Informationsquelle. Derweil die Geschwister Alfaro mit einem Buddy ihre „Hirne“ nutzen, um die Schlüssel zu finden. Highlight: Man ist sich sicher, den nächsten Schlüssel in Peru zu finden. Reist aber gen Stonehenge. Und das liegt, wie wir alle wissen, in… Peru. Genau.

Vor Ort schleicht man dann durch herrlich absurde Studiobauten. In Stonehenge hängt etwa ein Tarnnetz der Armee sichtlich zur Vortäuschung von Vegetation an der offensichtlichen Pappwand. Großartig. Irgendwie kreuzen sich vor Ort immer wieder die Wege von Gut und Böse. Es wird etwas geballert oder sonst irgendwas gemacht. Das lässt die „Armee“ von Skuller (drei Leute) empfindlich schrumpfen und direkt danach bebildern Stock-Footage-Aufnahmen irgendwelche Naturkatastrophen.

Genau das bekommt man dann bis zum Ende auf die Augen gebrannt. Nichts lenkt von dieser endöden Dramaturgie ab. Spannung kommt nie auf. Nur die gezündeten Dialoge lassen einen ab und an aufgrund ihrer Doofheit hysterisch lachen. Zum Schauspielen hatte auch keiner Lust. Einzig die Effekte, die können sich sehen lassen. Zumindest eben für „The Asylum“-Verhältnisse. Und im Gegensatz zum Vorgänger kostet Regisseur Christopher Ray („Battle of the Atlantic: America vs Russia“) sie in seinem „Film“ auch ein wenig mehr aus.

Das Drumherum sieht scheußlich digital aus und die ewig gleich daherdonnernde Musik versucht, Endlosdialoge in Actionszenen umzugestalten. Was nie klappt. Aufgesagt werden die Dialoge von nicht gar so talentfreien Gestalten wie bei „Annihilation“. Vor allem William Baldwin („Backdraft“), der im Vorgänger nahezu scheintot wirkte, muss aus unerfindlichen Gründen Spaß bei den Dreharbeiten gehabt haben und spielt angenehm drüber und seltsam.

Sein Gegner auf Menschenseite hat ebenfalls ein bekannteres Gesicht: Es handelt sich um Michael Paré („The Puppetman“). Leider ist der im absoluten Standgasmodus unterwegs und hat eine für ihn typische „The Asylum“-Rolle (Herumstehen, auf Monitore starren, telefonieren…) abbekommen. Als rechte Hand von General Skuller gibt es zudem Geoff Meed („Kickboxer 5“) zu sehen. Der darf von seinen Actionfähigkeiten aber nichts zeigen.

„War of the Worlds: Extinction“ darf gerne von Außerirdischen entführt werden

„War of the Worlds: Extinction“ ist wirklich ein seltsamer Film. Ist es prinzipiell schon interessant, dass aus der Invasionsgeschichte des Vorgängers plötzlich eine globale Schnitzeljagd wird, fragt man sich allerdings schnell, warum dann der Film überhaupt als Fortsetzung des katastrophalen „War of the Worlds: Annihilation“ daherkommen muss. Nichts aus dem Vorgänger würde man brauchen, um die Geschichte des Nachfolgers zu erzählen. Es ist sogar eher so, dass der inhaltliche Müll aus dem Vorgänger teilweise negiert wird und obendrein „War of the Worlds: Extinction“ ausbremst.

Allerdings wäre „The Asylum“ nicht „The Asylum“ wenn es so etwas merken und darauf reagieren würde. Da quält man doch lieber die Filmfans oder jene, die sich von der Marke „War of the Worlds“ unterhaltsame Science-Fiction-Kost erwarten. Denen kredenzt man Sinnlosdialoge, vollkommen inkonsistente Dummbrotfiguren, hässliche Bilder, Rummelmusik, keine Spannung und ganz viel unerklärlichen Stumpfsinn (Parés aus dem Nichts kommende und total egal bleibende Umgestaltung zum Bösewicht, Baldwins zahlreiche Sinneswandel, allgemein die Zuordnung von Gut und Böse).

Zumindest bemüht sich Regisseur Ray um beständige Bewegung in der Handlung. Und William Baldwin gibt alles für eine seltsam abgedrehte Performance. Das ist eindeutig mehr, als der Vorgänger zu bieten hatte. Immerhin.

02 von 10

„War of the Worlds: Annihilation“ und „War of the Worlds: Extinction“ erschienen in unseren Breiten ungeschnitten und ab 16 freigegeben auf DVD und Blu-ray von The Asylum / Whiter Pearl Movies / daredo („Annihiliation“) und The Asylum / Lighthouse Home Entertainment („Extinction“). Streamen kann man „Annihilation“ und „Extinction“ freilich auch.

In diesem Sinne:
freeman

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