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Zone Troopers – Kriegsmission aus dem All

Originaltitel: Zone Troopers__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1985__Regie: Danny Bilson__Darsteller: Tim Thomerson, Timothy Van Patten, Art LaFleur, Biff Manard, William Paulson, Peter Boom, Max Turilli, Eugene Brell, John Leamer, Bruce McGuire, Alviero Martin, Mike Manderville, Achille Brugnini, Ole Jorgensen u.a.
Zone Troopers

In dem von Charles Band produzierten Krieg-Action-Sci-Fi-Mix „Zone Troopers“ treffen treffen Soldaten im Zweiten Weltkrieg auf ein Alien

Kriegsfilm trifft Phantastik, Soldaten treffen auf Kreaturen des Horror- und Science-Fiction-Kinos – sollten Produzent Charles Band und seine Firma Empire Pictures mit „Zone Troopers“ etwa Wegbereiter von Genremixes wie „Predator“, „Operation: Overlord“ und „Primitive War“ gewesen sein? Nach Ansicht des Films muss die Antwort lauten: Nein.

„Zone Troopers“ spielt in Italien im Jahr 1944. Amerikanische G.I.s ziehen hier in den Krieg gegen die Wehrmacht der Nazis, vier der US-Boys lernt man in den ersten Filmminuten kenn. Joey Verona (Timothy Van Patten) ist ein junger Comic- und Sci-Fi-Fan. Das knurrige Frontschwein George ‘Mittens‘ Minnensky (Art LaFleur) steht dagegen mehr Zigaretten und tauscht dafür seinen Süßigkeitenvorrat ein. Starreporter und Kriegsberichterstatter Dolan (Biff Manard) hat schon General Patton interviewt und sucht hier nach einer neuen Story an der Front. Sergeant Patrick Stone (Tim Thomerson) wird meist nur „Sarge“ oder „Iron Sarge“ genannt, weil er als unverwüstlich gilt. Der Rest der Einheit wird dagegen bald bei einem Angriff der Wehrmacht niedergemäht, den nur dieses Quartett überlebt.

Bis hierhin ist alles klassischer Kriegsfilm, doch nachdem die vier Überlebenden getrennt werden, stoßen beide Trupps auf Spuren außerirdischen Lebens. Mittens und Dolan durchsuchen ein Lager der SS und sehen dabei Bilder eines Raumschiffs, ehe sie geschnappt werden. Sarge und Joey hingegen finden direkt den Real Deal: Das abgestürzte Raumschiff. Auch hier tauchen bald Wehrmachtssoldaten auf und bedienen einen Topos vieler Genreerzählungen: Nazis, die für den Endsieg übersinnliche oder außerirdische Mächte in ihren Dienst stellen wollen, von „Captain America“-Comics über Michael Manns „Die unheimliche Macht“ bis hin zum bereits erwähnten „Operation: Overlord“.

Dolan und Mittens müssen feststellen, dass sie nicht die einzigen Gefangenen im Lager der Wehrmacht sind: Auch ein Alien, das den Raumschiffabsturz überlebt hat, wird doch gefangen gehalten…

Schaut euch den Trailer zu „Zone Troopers“ an

Angesichts der horrorlastigen Ausrichtung von Empire Pictures würde man bei „Zone Troopers“ einen garstigeren Film erwarten, als man am Ende bekommt. Denn die offensichtlichen Vorbilder des Krieg-Action-Sci-Fi-Mixes finden sich unübersehbar im Unterhaltungskino der Spielberg-Lucas-Bauart: Das Alien ist nicht nur freundlich, sondern in Sachen Aussehen und Verhalten klar von E.T. und Chewbacca inspiriert. Die Alienwaffen, die zum Einsatz kommen, lassen Opfer nur kurz aufleuchten und verschwinden anstatt ein Gemetzel und Gesuppe zu veranstalten. Und die Musik von Charles-Bruder Richard Band („The Resonator: Miskatonic U“) klaut an einigen Stellen überdeutlich von John Williams‘ „Imperial March“ aus „Star Wars“. An anderer Stelle läuft dagegen Swing-Musik im Stile der 1940er, die allerdings nicht immer zu den gezeigten Flucht- und Kampfszenen passen möchte, auch wenn es wohl für die zeitliche Verortung des Ganzen sorgen soll. Dabei funktioniert das Ganze eigentlich über die Ausstattung schon gut, denn es gibt Uniformen, Waffen und Fahrzeuge aus der Zeit zu sehen, denn anno 1985 gab Band seinen Filmschaffenden noch einigermaßen ordentliche Mittel an die Hand.

Tatsächlich hat der Film seine Stärken vor allem dann, wenn sich „Zone Troopers“ der Phantasterei und den Schauwerten hingibt. Verantwortlich für die Effekte: Experte und Charles-Band-Spezi John Carl Buechler („Sway“). Das abgestürzte Alien-Raumschiff etwa ist eine hübsche, in Handarbeit erstellte Kulisse und sieht wesentlich besser und stimmiger als das Rettungsvehikel, mit dem die Artgenossen des gefangenen Aliens gegen Filmende anrücken. Besagte Artgenossen tragen Helme oder sehen humanoid mit blau angepinseltem Gesicht aus, so spart man auch Geld und muss nur ein vollwertiges Alien-Kostüm basteln. Strategisch gedacht knallt es actiontechnisch am Anfang (Auslöschen der Einheit), Mitte (Flucht aus dem Lager) und Ende des Films (Showdown) etwas größer: Der italienische Stunt Coordinator Sergio Mioni („Red Sonja“) und seine einheimische Crew sorgen für Stunts und Geballer, nicht sonderlich elaboriert oder filigran, aber auf ordentlichem B-Niveau. Dramaturgisch etwas seltsam wirkt, dass das erste Set Piece am größten und spektakulärsten daherkommt. Bei der Flucht werden zwar einige Zelte mit einem Laster niedergewalzt oder in die Luft gejagt, aber die Szene ist kürzer, im Finale räumen die Ami-Soldaten dann in erster Linie statisch rumstehend mit Alien-Strahlenwaffen auf.

Dummerweise findet das Drehbuch von Regisseur Danny Bilson („Destroyers“) und seinem Co-Autor Paul De Meo („Steel Arena“) nicht den Drive, den man angesichts der Prämisse erwarten könnte. Lange Zeit tapern die Soldaten einfach nur durch die Gegend, die Bedrohung allein im Gebiet der deutschen Soldaten wird nicht deutlich rübergebracht. Die Plotte um die Rettung des Aliens kommt ebenfalls schwer in Gang und wird immer wieder mit Füllszenen angereichert, etwa wenn Joey und Mittens entdecken, dass der außerirdische Besucher am liebsten Tabak futtert und ihnen dafür ein Gerät gibt, mit dem sie eine leichtgeschürzte Traumfrau beschwören können. Auch nicht gerade nötig, aber durchaus amüsant ist die Szene in der Mitte des Films, in welcher der Führer himself im Nazi-Zeltlager auftaucht, das Alien begutachtet und sich eine Kopfnuss vom gefesselten Mittens einfängt („Did I just k.o. Hitler?“).

Vor und hinter der Kamera sind viele Charles-Band-Vertraute beschäftigt, viele davon auch an dem ein Jahr zuvor entstandenen „Trancers“ beteiligt, etwa der spätere „Subspecies“-Regisseur Ted Nicolaou, der bei beiden Filmen für den Schnitt verantwortlich zeichnet. Mit Tim Thomerson („Dollman“) teilen sich beide Werke den Hauptdarsteller, der als hartärschiger Sergeant, der einfach nicht zu totzukriegen ist und sich durch den Film knurrt, für Laune sorgt. Art LaFleur („Kick Fire – Ohne jede Vorwarnung“) spielt seine Rolle ebenfalls mit viele Freude, ähnlich wie Biff Manard („Desert Hawk“) als von sich selbst überzeugter Reporter. Nur Timothy Van Patten („Die Klasse von 1984“) fällt etwas ab, was allerdings auch an der Rolle als leicht naives Greenhorn liegen mag. Der Rest ist kaum der Rede wert, auch wenn es ein interessantes Detail ist, dass die (meist italienischen) Darsteller der Nazis und Wehrmachtssoldaten im O-Ton ein korrektes Deutsch sprechen.

„Zone Troopers“ ist angesichts seiner knackigen Laufzeit schon ganz unterhaltsam, gerade in den Actionszenen und Spezialeffekten, auch wenn diese etwas dünner gesät sind, als man vermuten könnte. Das knallige Spektakel, dass man ob der Prämisse erwarten kann, bleibt Danny Bilsons Film dem Publikum dann allerdings schuldig: Der Plot entwickelt keinen Zug, es gibt viele Füllszenen und oft stehen die Zeichen eher auf Spielberg-Imitation als auf bleihaltigen Schwartenkracher.

Nachdem „Zone Troopers“ in Deutschland lange Zeit nur auf VHS erhältlich war, hat ihn Wicked Vision jetzt als Mediabook mit DVD und Blu-Ray veröffentlicht, ungekürzt ab 16 Jahren freigegeben. Als Bonusmaterial gibt es einen Audiokommentar von Danny Bilson und Paul De Meo, einen Audiokommentar von Dave Wain und Matt Budrewicz, ein Making Of, Interviews, eine Bildergalerie und Trailer.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: Wicked Vision__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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