| Originaltitel: Arena__Herstellungsland: USA/Italien__Erscheinungsjahr: 1989__Regie: Peter Manoogian__Darsteller: Paul Satterfield, Hamilton Camp, Claudia Christian, Marc Alaimo, Shari Shattuck, Armin Shimerman, Brett Porter, Charles Tabansi, Michael Deak, Jack Carter, William Butler, Grady Clarkson, David L. Thompson, Ken Clark u.a. |
Boxfilm-Klischees im All

In der Charles-Band-Produktion „Steel Arena“ hauen sich Menschen und Aliens im Ring gegenseitig auf die Glocke
Als die Charles-Band-Schmiede Empire 1988 insolvent ging, machte der Produzent mit Full Moon einen neuen Laden auf, während sich das Release der letzten Empire-Titel verzögerte, sodass Werke wie die Komödie „Kannibalinnen im Avocado-Dschungel des Todes“, Stuart Gordons „Robotjox“ oder „Arena“ von Charles-Band-Hausregisseur Peter Manoogian („Destroyers“) erst nach der Pleite der Firma herauskamen.
Nach einem putzigen Sci-Fi-Intro, in dem ein Modellbau-Raumschiff zu einer Modellbau-Raumstation fliegt, wird das Publikum mit den Basics vertraut gemacht. Die besagen, dass auch in der fernen Zukunft Brot und Spiele immer noch ein großer Bringer sind, um ein Arbeitervolk aus Menschen und Aliens bei Laune zu halten, während sie dort malochen. In der Arena treten Kämpfer verschiedener Spezies zum Kampfsportduell gegeneinander an, wobei Horn, eine Mischung aus Oger, Werwolf und Cyborg, der amtierende Champ in den Diensten des Gangsterbosses Rogor (Marc Alaimo) ist.
Außerhalb der Arena lässt Imbisskoch Steve Armstrong (Paul Satterfield) die Fäuste fliegen, als sein vierarmiger Chef Shorty (Hamilton Camp) Stress mit einem Gast bekommt. Den Kampf gewinnt er, den Job verliert er deswegen allerdings. Besagter Gast ist aus dem Umfeld der Promoterin Quinn (Claudia Christian), deren Leute sich dann mit Steve anlegen und ebenfalls vertrimmt werden. Natürlich erwartet man als Zuschauer, dass sie Steve direkt anwirbt, aber Pustekuchen. Weiter geht es mit relativ uninteressanten Storyumwegen über Steves angedachte Rückkehr zur Erde, Geldbeschaffungsversuchen für das teure Ticket, Diebstahl während einer Casino-Durchsuchung und schlussendlichem Knatsch mit Rogor, was das Erwartete letztendlich hinauszögert, um „Arena“ auf Spielfilmlänge zu bringen.

Helden der Arbeit.
Um seine Schulden bei Rogor zu begleichen und sich plus Shorty zu retten, heuert Steve also bei Quinn an und kriegt dafür einen bärigen Vorschuss. Den ist er glücklicherweise wert, denn schon den ersten Kampf gewinnt er souverän. Er ist seit Jahren der erste ernstzunehmende menschliche Contender in der Arena, was Rogor als Bedrohung für seinen Champ sieht…
Schaut euch den Trailer zu „Arena“ an
Wäre da nicht das Science-Fiction-Setting, dann wäre „Arena“ ein ausgesprochener herkömmlicher Genrefilm, dessen Plotbausteine das Einmaleins des Box- und Martial-Arts-Films bedienen. Da ist das junge Naturtalent, das zum überraschenden Contender wird, dem der eigene Ruhm zu Kopf zu steigen droht. Da ist der Gangsterboss, das Treiben kontrolliert, da sind die Hustler, die durch Wettmanipulation zu Geld kommen wollen.
Als der Held nicht beim Schurken unterschreiben will, sucht der nach schmutzigen Tricks, um den Final Fight zu manipulieren. Dafür wird das Gangsterliebchen Jade (Shari Shattuck) eingesetzt, auf die der Held schwanzgesteuert hereinfällt, ehe er zum Schlussgong erkennt, was er eigentlich an Quinn hat. Alles reichlich vorhersehbar und nach den Standards, die „Rocky“ und Co. gesetzt haben, noch dazu in gemächlichem Tempo erzählt, denn Manoogian dehnt manche Szene über Gebühr, etwa wenn der vergiftete Paul vor dem Endkampf darniederliegt. Da man weiß, dass er schon aus dramaturgischen Gründen antreten wird, wäre das auch kürzer gegangen, ähnlich wie manche Gesangseinlage Jades.

Die Technologie aus „Star Wars“ ist universell verbreitet, wie es scheint.
Aber wie sieht es dann actionseitig aus? Auch da muss das genreinteressierte Publikum kleine Abstriche machen, gerade angesichts der damals aufziehenden Ära jener Martial-Arts-Filme für den Videomarkt, in denen ehemalige Kampfkunstchamps ihr Können auf Zelluloid bzw. Magnetband bannen durften. Paul Satterfield hat da merklich weniger drauf, weshalb er in seinem Kampfoutfit irgendwo zwischen American Gladiators und intergalaktischer Reizwäsche meist nur ein diverse Schwinger und ein paar okaye Kicks raushaut. Dafür punktet der Film den phantasievoll gestalteten anderen Kämpfern und deren Techniken, was für den eher dezenten Spektakelfaktor und die relativ wenigen Fights entschädigt, denn der Aufstieg Steves wird größtenteils in einer Montage abgehandelt, in der in erster Linie er selbst zu sehen ist.
Aber der größte Wert von „Arena“ liegt in der dargestellten Welt. Nicht, dass diese besonders einfallsreich wäre, aber gerade für Charles-Band-Verhältnisse ist diese recht aufwändig gestaltet. Bei den Fights sitzen dutzende Menschen und Aliens im Publikum, es gibt viele toll designte Kreaturen zu sehen. Sparring mit einem Fischmenschen, ein Kampf gegen eine riesige Insekten-Wurm-Mischung, Quinns erster Fighter, der wie eine Mischung aus Reptil und R2-D2 daherkommt – hier haben die Make-Up- und Effektkünstler, darunter Screaming Mad George („Space Truckers“), John Carl Buechler („Jäger der verschollenen Galaxie“) und Steve Wang („Monster Busters“), ganze Arbeit geleistet.
Aliens mit Namen wie Weezil oder Skull sehen dann ungefähr so aus wie sie heißen und turnen durch Raumschiffkulissen, denen man nur gelegentlich ansieht, dass sie in irgendwelchen Lagerhallen errichtet wurden. Da verzeiht man auch die pure Naivität des Films, wenn Steve bereits nach seinem Debüt als Great Human Hype im Box-Business gefeiert wird, er dies selbst überzogen findet, aber der letzte menschliche Ex-Champ ihm (und mit ihm der Film) erklärt, dass die Begeisterung schon ihre Richtigkeit habe.

Auf dunkel gekleidete Herrschertypen hört man als Held besser nicht.
Hauptdarsteller Paul Satterfield („Creepshow 2“) gehört leider auch darstellerisch nicht zu den Stärken des Films, da er einen relativ austauschbaren Helden auf darstellerisch relativ austauschbare Weise gibt. Dafür sieht es in den Nebenrollen besser aus, in denen sich einige spätere „Star Trek“- und „Babylon 5“-Beteiligte schon mal fürs Genre warmlaufen dürfen. Claudia Christian („Das Highway-Trio“) überzeugt als Promoterin zwischen Härte und Herz, Marc Alaimo („Night Hunter“) ist als Oberschurke recht brauchbar und Armin Shimerman („Timeless“) kann als wieseliger Handlanger auch unter dickem Make-Up starke Akzente setzen. Shari Shattuck („Out for Blood“) verleiht dem Gangsterliebchen, das irgendwann bekehrt wird, Profil, die restliche Belegschaft gibt sich keine allzu schlimmen Blößen.
„Arena“ gehört also zu den vielleicht am besten ausgestatteten Produktionen von Charles Band, hapert aber etwas daran, dass er hier keinen Stuart Gordon („From Beyond“) oder Renny Harlin („Prison“) auf dem Regiestuhl sitzen hatte. Masken, Effekte und Alien-Design sind auf starkem B-Niveau, sodass es ordentlich was zu gucken gibt, während die Action (bis auf das Design der Gegner) eher handzahm daherkommt und die Story altbekannte Boxfilm-Klischees abspult. „Arena“ ist schon ganz okay, hätte allerdings das Potential für eine B-Perle gehabt, das ungenutzt bleibt.
Knappe:
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Auf VHS erschien der Film als „Arena – Todesmatch der Giganten“ in Deutschland, auf DVD machte Savoy Film/Intergroove dann „Steel Arena – Todesmatch der Giganten“ daraus, nicht zu verwechseln mit „Steel Arena“ von Mark L. Lester aus dem Jahr 1973. Die DVD ist ungekürzt ab 16 Jahren freigegeben und bietet Trailer als Bonusmaterial.
© Nils Bothmann (McClane)
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Review 2: „Steel Arena – Todesmatch der Giganten“ punktet mit originellen Makeup- und Creature Effects


„Steel Arena – Todesmatch der Giganten“ erscheint als 94. Ausgabe der „Limited Collector’s Edition“.
Viel Zeit zu verschenken hat Peter Manoogian schon mal nicht. Nach drei schwerelosen Minuten im Weltall geht es per Zoom durch die Fenster einer fröhlich durch die Galaxis driftenden Raumstation, hinein in eine voll ausgelastete Sporthalle, in der sich zwei biomechanische Gestalten gegenseitig auf die Schaltkreise geben. Zeuge des Spektakels wird ein intergalaktischer Schichtsalat aus Zuschauern, die sich nur teilweise aus Erdenbewohnern zusammensetzen. Ein mobiler Flachbildfernseher, damals tatsächlich noch Zukunftsmusik, sorgt eine halbe Minute später für den nächsten Ebenenwechsel, wird der Ringkampf doch über das Gerät in ein Diner der Marke „Space Truckers“ übertragen, in dem unser Held der Saga gerade hinter der Theke schwitzt, bevor er über selbige springt, um einem extraterrestrischen Unruhestifter unter den Gästen die Leviten zu lesen und sich dem Zuschauer gebührlich vorzustellen.
Ein ziemlich dick aufgetragener Einstieg für eine B-Produktion der unteren Kategorie mit einem kolportierten Budget von 2 bis 4 Millionen Dollar, die ein Produzent doch sicher gleichmäßig verteilt wissen möchte. Aber dieser Produzent, Irwin Yablans, will das Spektakel, und er will es jetzt. Der Mensch gegen das Alien im Wettbewerb, für eine sportbegeisterte Spezies wie die unsere ist das schließlich ein uralter Traum, dessen Verfilmung man auch mit dem entsprechenden Elan angehen sollte.
Und tatsächlich erweist sich Peter Manoogian in dieser Hinsicht erneut als der richtige Mann am richtigen Ort, macht er doch wieder das, was seine Regie bei „Destroyers“ (1986) und „Terror Night – Hochhaus in Angst“ (1987) bereits auszeichnete. Kraut und Rüben darf es in seinen Händen immer gerne sein, aber getrödelt werden darf auf keinen Fall, nicht einmal, wenn es in die gefürchteten Handlungsrillen zwischen den Signature-Momenten für die Rückseiten der Videohüllen geht. Trotz mangelnden Inhalts und inhaltlicher Mängel flutscht die Nummer in einer Tour durch seine skurrilen Zwischenspiele in die Arena, wieder hinaus und wieder rein, und ehe man sich’s versieht, hat die Turnier-Dramaturgie (quasi „Mortal Kombat“ in der stark geschnittenen Fassung) auch schon den Finalkampf eingeläutet, begleitet von der marktschreierischen Attitüde der „Rocky“-Sequels Nr. 3 und 4.

Es hat ein wenig von Guile gegen Dhalsim, oder?
Dass es bei den handelsüblichen Leerseiten im Drehbuch nicht allzu trocken wird, hat auch damit zu tun, dass hier ein gewisses Verständnis dafür herrscht, wie das ganz und gar aus Archetypen der SciFi und Fantasy zusammengestellte Figurenset effizient einzusetzen ist. Paul Satterfield verkörpert den Golden Boy im Zentrum des Geschehens mit der jugendlichen Tollpatschigkeit eines Prinz Adam aus „He-Man“ oder eines Luke Skywalker aus „Star Wars“, ein wenig zu blass um die Nase für jede größere Produktion zwar, aber zumindest körperlich definiert genug, um im bronzenen Gladiatorendress eine stattliche Figur zu machen. Um ihn herum tummeln sich der treue Sidekick, die verführerische Femme Fatale, die harte Managerin mit weichem Herzen, der Erzfeind im Ring sowie der verschlagene Strippenzieher Marke FIFA-Boss außerhalb, mitsamt rattenhaftem Diener. Der Zuschauer fühlt sich aufgrund dieser einfach verständlichen, ewig gültigen Charaktertypen wie in einer Kindersendung und kann sich daher völlig auf die Schauwerte einlassen.
Das gesamte Produktionsdesign ist dabei exemplarisch für die üblichen Erzeugnisse der Empire-Pictures-Fabrik, die nur wenig später zum Stillstand kam. Gerade „Robot Jox“ (1990) und dessen inoffizielle Fortsetzung „Robot Wars“ (1993, bereits unter Full Moon) sind zur gleichen Linie zu zählen. Umgekehrt stammen viele Motive offensichtlich aus Manoogians eigenem „Destroyers“ (1986), nicht zuletzt das Faible für eine Verknüpfung von organischer Materie und Maschinenteilen, das letztlich eine Nachwirkung des Hypes von „Terminator“ (1984) sein dürfte, aus dem auch Albert Pyuns „Cyborg“ im gleichen Jahr geschöpft wurde. Die Szenenbildner und Kostümdesigner hingegen orientieren sich nicht unbedingt spürbar an SciFi-Klassikern, sondern lassen eher ihre Einfallslosigkeit in Bezug auf etwaige Zukunftsszenarien walten, indem sie einfach alles mit metallisch glitzernden Flächen auskleiden, als wären wir zurück in den naiven 50ern – oder in der Bastelstunde mit Materialien aus dem Fachgeschäft für Hobbykünstler.

Wer hart kämpft, wird reich belohnt.
Wenn es beim World Building mal in die Breite gehen soll, etwa bei der Aufnahme größerer Ansammlungen von Lebewesen, verliert die gebastelte Konstruktion massiv an Glaubwürdigkeit und nähert sich den Eindrücken eines Faschingsballs an, auch wenn dieser Effekt mit einer Kombination aus kaschierenden Naheinstellungen und täuschenden Modellbauten mit Miniaturfiguren frech abgemildert wird. Im Umkehrschluss gibt es immer wieder nette Ideen, an denen jemand mal etwas länger gearbeitet hat. Das kann ein zweites Paar Arme für eine Nebenfigur sein, das koordinationstechnisch eine Herausforderung beim Dreh gewesen sein dürfte, die (un)angenehm dissonante Lounge-Musik der Zukunft, die seltsame Ausleuchtung des Rings oder der unerwartet kompetent durchgeführte Star-Wars-Hologrammklau. Solche Feinheiten lassen die erschaffene Realität im Detail doch wieder durchdacht wirken.
Woran es wirklich hapert, ist das Vermögen, eine greifbare, realistisch wirkende Zukunftsvision zu erschaffen, die vielleicht auch als Spiegel der Gegenwart zu gebrauchen wäre. Es gibt keine tieferen Ebenen in Form von Medien- oder Gesellschaftskritik, mit denen die Handlung vielschichtiger geriete. Spürbar ist nur dieses eine bescheidene Ziel, eine coole Show mit fetzigen Aliens zu liefern.

Auf in die finale Runde!
Gerade das gerät „Arena“ letztlich aber zum Vorteil. Schließlich zeigt sich der ganze Stolz in den originellen Makeup- und Creature Effects (unter anderem von Screaming Mad George und John Carl Buechler): einem schwerfälligen Koloss, aus dessen Heuschreckenbeinen die Adern leuchten, ein bulliges Reptil mit den Verhaltensweisen eines Stiers vor einem roten Tuch und nicht zuletzt Michael Deak als Aliendroid Horn mit menschlicher Silhouette, aber ganz und gar unmenschlicher Visage. Als T-800 hätte der niemandem etwas vorgemacht.
Gerne hätte man die ein oder andere zusätzliche Million in noch ein paar zusätzliche Alienkämpfer investiert gesehen, denn die Quantität lässt dann doch zu wünschen übrig. Auch ein ordentlicher Choreograf hätte Wunder bewirkt, um das Getänzel der Gegner umeinander nicht ganz so plump wirken zu lassen. Dahingehend hält man sich doch besser an Jean-Claude Van Damme und „Bloodsport“ (1988). Und dennoch: Interstellare Prügeleien, könnte es eine schönere Übertreibung für unser aller geliebte Gattung des Turnierfilms geben?
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Informationen zur Veröffentlichung von „Steel Arena – Todesmatch der Giganten“
Limited Collector’s Edition #94
Sind die Arenen der Zukunft nun aus Stahl, aus Plastik oder aus einem bislang unentdeckten Material gebaut? Die deutsche VHS ließ diese Frage unbeantwortet und beließ es im Sinne des Originaltitels beim schlichten „Arena“. Wie unter unserer ersten Kritik bereits erwähnt, entschied man sich bei Savoy Film / Intergroove für die Verschlimmbesserung und sorgte dadurch für potenzielles Chaos im Verleih, gibt es doch seit ihrem DVD-Release bereits zwei Titel mit dem Titel „Steel Arena“. Weil derjenige aus dem Jahr 1973 aber nie auf DVD veröffentlicht wurde, kam es auch nie zum echten Konflikt; und selbst wenn, hätte man bei beiden Titeln noch einen abweichenden deutschen Zusatz als Unterscheidungsmerkmal gehabt.
Sind die Arenen der Zukunft nun aus Stahl, aus Plastik oder aus einem bislang unentdeckten Material gebaut? Die deutsche VHS ließ diese Frage unbeantwortet und beließ es im Sinne des Originaltitels beim schlichten „Arena“. Wie unter unserer ersten Kritik bereits erwähnt, entschied man sich bei Savoy Film / Intergroove für die Verschlimmbesserung und sorgte dadurch für potenzielles Chaos im Verleih, gibt es doch seit ihrem DVD-Release bereits zwei Titel mit dem Titel „Steel Arena“. Weil derjenige aus dem Jahr 1973 aber nie auf DVD veröffentlicht wurde, kam es auch nie zum echten Konflikt; und selbst wenn, hätte man bei beiden Titeln noch einen abweichenden deutschen Zusatz als Unterscheidungsmerkmal gehabt.
Die spätere DVD-Neuauflage von ’84 Entertainment machte trotzdem wieder die Rolle rückwärts zum Ursprungstitel „Arena“. Alle deutschen VHS- und DVD-Veröffentlichungen sind übrigens momentan in der ofdb als gekürzt markiert. Warum, ist nicht so ganz klar, da die Laufzeit sogar noch ein paar Sekunden länger ist als die ungekürzt markierten Releases aus dem Ausland. Auch bei Schnittberichte.com wird explizit von einer ungekürzten Version gesprochen.
Doch was schert uns die Vergangenheit, denn in der Gegenwart existiert ja bereits die HD-Neuauflage von Wicked Vision. Diese folgt auf das 2023 in Nordamerika und UK veröffentlichte Box Set „Enter the Video Store: Empire of Screams“. Es ist nach „Robot Jox“ und „The Dungeonmaster“ bereits die dritte Auskopplung eines Titels aus dieser Box über Wicked Vision; die anderen beiden, „Dolls“ und „Cellar Dweller“ (aka „Underground Werewolf“), waren bereits vor geraumer Zeit über Koch bzw. NSM Records erschienen.
Die Verpackung

„Steel Arena – Todesmatch der Giganten“ kommt als „Arena“ in drei verschiedenen Mediabooks.
Wie gewohnt kommt auch die 94. Ausgabe der „Limited Collector’s Edition“ als Mediabook in dreifacher Cover-Ausführung. Besprechungsgegenstand ist das auf 666 Einheiten limitierte Cover A, dessen Motiv schon zu VHS-Zeiten Lust auf den Film machen sollte – und das gelingt ihm, auch wenn er zumindest ein bisschen schummelt. Weder gibt es im Film eine Haifisch-Saurier-Frankensteinkreatur mit Kneifarm und Schlangenschwanz, noch tritt unser Held in einer vergleichbaren Montur in den Ring.
Und doch verspricht das Cover im Grunde auch wieder nicht zu viel, denn wenn die abgebildeten Gegner im Ring auch im Film fehlen mögen, so gibt es darin doch gleichwertigen Ersatz, was in der Budgetklasse, über die wir hier reden, nicht gerade selbstverständlich ist. Die pompöse Arena im Hintergrund ist natürlich perspektivisch sehr schmeichelhaft angelegt, aber auch hier findet man am Ende doch vergleichbares im fertigen Produkt. Kurzum, das Cover ist einfach bockstark, und dass die Ausstattung von „Arena“ zumindest ansatzweise mit diesen Schauwerten mithalten kann, ist das beste Kompliment, das man ihm machen kann. Die vergleichsweise hohe Auflage dieser Variante ergibt jedenfalls durchaus Sinn.
Trotzdem haben auch die anderen beiden Motive ein bisschen was zu bieten. Da wäre zum einen die geringe Limitierung auf jeweils 111 Exemplare, was für Sammler interessant sein dürfte. Cover B setzt darüber hinaus auf Charakterprofile, indem es detaillierte Portraits von Paul Satterfield und Claudio Christian ins Zentrum stellt, ergänzt vom vierarmigen Hamilton Camp. Das wabenförmige Fenster einer Kommandozentrale sorgt im Hintergrund für einen reizvollen Ausschnitt und einen malerischen Blick ins All, nach unten hin verschmilzt die Komposition mit Eindrücken aus dem Ring und dem groß gedruckten Titel in marineblau; diesmal ergänzt um die englische Tagline „The Challenge is on“.
Als Überraschung wartet auf dem Backcover anstatt des Standard-Backcover-Druck von Cover A sogar noch eine Bonus-Zeichencollage mit Marc Alaimo, Shari Shattuck und Armin Shimerman, womit wir die wichtigsten sechs Figuren beisammen hätten. Das Motiv verbindet den Space-Opera-Stil der „Star Wars“-Saga mit der Düsternis der „Alien“-Filme und spricht so genau die Zielgruppe an.
Cover C wiederum orientiert sich in der Aufteilung eher an den Sportdramen à la „Rocky“, indem es den Widersacher aus dem Ring in voller Breite den Hintergrund ausfüllen lässt, während der wesentlich kleiner abgedruckte Held im Vordergrund den David zum Goliath bildet. Darunter ist passend eine Ringszene abgebildet, die aus der Ferne betrachtet auch eine klassische „Wer wird Millionär“-Einstellung sein könnte. Wie bei der A-Variante ist die Rückseite auch hier klassisch mit Inhaltsangabe, Screenshots, Credits und technischen Spezifikationen bedruckt; das doppelte Motiv gibt’s also nur bei Cover B.
Das Booklet
Wer auf die Mano-a-Monster-Versus-Gegenüberstellung gehofft hatte, die auch auf manchen DVD-Covern zu sehen war, wird zumindest nicht ganz enttäuscht, denn dieses Motiv hat es auf die Vorderseite des enthaltenen Booklets geschafft. Dessen Inhalt ist wie üblich in der Hand von Christoph N. Kellerbach, der „Arena“ kurzerhand einen eigenen Titel verpasst, der ohnehin der Wahrnehmung der meisten Zuschauer am meisten entspreche: „Ach ja, der kultige Science-Fiction-Boxfilm mit den coolen Monstern!“. Dessen Produktion wird im Hauptteil vor allem an den Reibungen festgemacht, die Produzent Irwin Yablans ans Set brachte, der Regisseur Peter Manoogian vorübergehend sogar gefeuert haben soll, bevor Charles Band dessen Entscheidung revidierte.
Die Effektarbeit von Screaming Mad George, die Kompositionen von Paolo Rustichelli, der Score von Richard Band, die Kamera von Mac Ahlberg und einige der Darsteller sind weitere Themen, die absatzweise angerissen werden, bei der Ausführung der optischen Effekte zur Realisierung einer prall gefüllten Kampfarena geht es aber auch einmal etwas mehr ins Detail. Halbseitige Szenenbilder ziehen sich durch den Text in weißer Druckschrift auf dunklem Papier, vor den Credits findet man außerdem noch das US-Poster und das japanische Poster als ganzseitigen Druck.
Das Bild
Mit Richard Bands Soundtrack und einer recht auffälligen Menüleiste, die wie eine Aliensprache gestaltet ist, versucht das Menü auf den Film einzustimmen. Der präsentiert sich in 1,85:1 (1080p) mit frischem 2K-Transfer von einer 35mm-Originalfilmrolle. Beim Grading wurde ein sehr eigenwilliger, aber durchaus interessanter Weg gewählt. Aufgrund der steilen Kontraste in Sachen Helligkeit und Farben entsteht eine Optik, die man auch von der Ästhetik der Musikvideos der 90er Jahre kennt, oder auch von einigen Filmen dieser Zeit, wie etwa jenen von David Fincher, Quentin Tarantino oder Oliver Stone. Auch das Korn kommt dadurch sehr stark zur Geltung und wimmelt regelrecht vor Leben.
Der Ton
Auf der Tonspur wird wie bei der Mehrzahl der Wicked-Vision-Veröffentlichungen DTS-HD Master Audio geboten – sowohl für den englischen Originalton als auch für die deutsche Synchronisation. Genauer gesagt handelt es sich in beiden Fällen um eine Stereo-Spur. Der deutsche Ton erfüllt seinen Zweck und punktet mit vielen bekannten Stimmen, die absolut präzise, vielleicht aber ein wenig zu vordergründig durch den Center kommen. Wenn man das Surround-Arena-Feeling haben will, sollte man aber doch eher zum O-Ton greifen, denn erst dort hat man das Gefühl, die Arena sei ein Rundkreis und keine flache Linie. Untertitel können wahlweise in Deutsch oder Englisch hinzugeschaltet werden.
Die Vollbildfassung
Abgesehen von der Hauptfassung in 1,85:1 befindet sich außerdem die Vollbildfassung an Bord. Dabei handelt es sich natürlich nicht einfach um eine bearbeitete Fassung des restaurierten HD-Masters mit links und rechts abgeschnittenen Rändern, sondern ein separates Master, das sich irgendwo im Grenzbereich zwischen guter VHS- und schlechter DVD-Qualität befindet. Damit eignet sich die Fassung vor allem für Retrofreunde und Nostalgiker. Zumindest durchskippen sollte aber jeder Besitzer der Scheibe mal, denn der Charakter des Bildes entscheidet sich grundlegend von der Hauptfassung. Lichtsetzung und Farben fallen neutral aus und erinnern ein wenig an die SciFi-TV-Serien der 90er Jahre. Sämtliche Tonoptionen entsprechen übrigens 1:1 der Hauptfassung, was auch den Audiokommentar mit einschließt.
Der Audiokommentar
In diesem haben Matty Budrewicz and Dave Wain von „The Schlock Pit“ den Regisseur des Films, Peter Manoogian, zu Gast. Die Drei erzeugen eine derartige Nonstop-Dynamik, dass die einzige mehrsekündige Redepause nach fast genau einer Stunde so laut nachhallt, dass man in der Bewegung einfriert und nicht mehr blinzeln möchte, bis endlich jemand wieder was sagt. Manoogian jedenfalls ist ein begnadeter Imitator von Stimmen und gibt auf diese Weise so einige Erfahrungen über den Einstieg bei Empire zum Besten, indem er die nicht Anwesenden einfach parodiert – sehr zum Vergnügen der Moderatoren. Abgesehen von der heiteren Präsentation sind aber auch die Informationen selbst nicht uninteressant, bieten sie doch Einblicke in den hastigen Ablauf einer solchen Produktion.
Dem Film selbst schenken sie dabei nur gelegentlich direkt Beachtung, aber wenn, dann ist das Urteil meistens wohlwollend. Insbesondere Budrewicz muss sich mit dem Lob für den B-Charme von „Arena“ und Empire-Filmen im Allgemeinen regelrecht zügeln, Manoogian scheint es aber nicht ungern zu hören. Aufgenommen wurde der Kommentar allem Anschein nach übrigens zu einem Zeitpunkt, als Arrow die Blu-ray noch nicht fertig hatte, denn mehrmals äußern die Beteiligten ihre Vorfreude darüber, die formidablen Creature-Effekte von Screaming Mad George endlich angemessen präsentiert zu wissen, in der Hoffnung, der lange unter dem Radar laufende Streifen möge mit der Neuveröffentlichung nun endlich mehr Zuschauer erreichen als bisher. Da es sich um einen englischen Kommentar handelt, sind auf Wunsch auch deutsche Untertitel zuschaltbar.
Die Extras
Die Vollbildfassung ist übrigens das einzige Extra, das sich exklusiv auf der Blu-ray befindet, alles andere lässt sich auf beiden Medien abspielen. So etwa die eröffnende Featurette „Not His Arena“, hinter der sich ein Interview mit dem Drehbuchautoren Daniel Bilson verbirgt, das aus heiterem Himmel mit dem Satz „I don’t like Horror“ beginnt. Man könnte zwar nun die Frage aufwerfen, inwiefern „Arena“ wirklich etwas mit Horror zu tun hat, aber letztlich ist diese Äußerung ein erster Hinweis auf die Distanzierung des Autoren vom fertigen Werk, die er in den letzten Minuten des 14-minütigen Gesprächs weiter ausführt, wobei er aber ausdrücklich zwischen seiner persönlichen Perspektive und derjenigen eines unbedarften Publikums unterscheidet.
Schließlich habe er einen exklusiven Film in seiner Imagination, mit der er das fertige Ergebnis zwangsläufig vergleichen müsse, und dieser Vergleich könne nur verloren gehen. Er habe dadurch auch keine Motivation, „Arena“ jemals wieder anzuschauen. Dementsprechend geht es im Hauptteil auch nicht um das Skript zum Film, sondern eher um Bilsons frühe Erfahrungen im Geschäft. Unter anderem erzählt er davon, wie er als 28-jähriger Amerikaner bei seinem ersten Besuch in Europa von verärgerten Italienern unter Druck gesetzt wurde, weil bei der Band-Produktion das Geld nicht floss, woraufhin er sich weinend auf der Toilette barrikadierte. Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre.

Drehbuchautor und SFX-Supervisor im Interview.
„Empire of the Creatures“ ist identisch aufgebaut, nur diesmal spricht Michael S. Deak, einer der Verantwortlichen für die Spezialeffekte. Auch er macht gleich reinen Tisch, startet er doch gleich mit dem Statement „Me, I’m a big Action Film Guy“, was erstmal nach einem besseren Start in Hinblick auf den Besprechungsgegenstand klingt als noch bei Daniel Bilson. Deak überwachte aber nicht nur die Effekte, er steckte auch mittendrin: Nicht nur spielte er Steve Armstrongs Hauptgegner Horn, auch bildete er das zweite Paar Arme an Hamilton Camps vierarmigem Shorty. Deak geht insgesamt etwas deutlicher auf seine Arbeit ein als Bilson, berichtet aber ebenso wie dieser von seinen Erfahrungen in Italien.
Zu den obligatorischen Beigaben zu zählen ist der englische Trailer, der einmal in Widescreen und einmal in Fullscreen vorliegt. Dazu kommt eine knapp 4-minütige, musikalisch untermalte Bildergalerie mit einer netten Auswahl alter und neuer Artworks, Szenenbildern, Portrait- und Behind-the-Scenes-Fotos.
Fazit
Eines der unterhaltsameren Empire-Pictures-Werke hat es nun also auch bei uns auf Blu-ray geschafft. „Arena“ mag nicht gerade ein Meisterwerk sein, ist aber einer der wenigen klassischen Videotitel, die zumindest versuchen, ihrem Klappenmotiv für die Auslage nachzueifern. Mit den hübsch gestalteten Mediabooks von Wicked Vision werden da schon recht hohe Ziele gesetzt. Dass der Film in zwei Bildfassungen abgespielt werden kann, ist eines der Privilegien des Filmliebhabers von heute; die Interviews mit Beteiligten und der Audiokommentar runden das Paket ab.
© Sascha Ganser (Vince)
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