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Kickboxer 5

Originaltitel: Kickboxer 5__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1994__Regie: Kristine Peterson__Darsteller: Mark Dacascos, James Ryan, Gerg Latter, Geoff Meed u.a.
Kickboxer 5

Mark Dacascos in Kickboxer 5

Hervorgegangen aus der “Karate Tiger” Serie haben es die “Kickboxer” Filme immerhin auch auf fünf Ableger gebracht. Hier ist der meines Erachtens beste Vertreter dieser Serie:

Eine südafrikanische Kampfsportliga namens Neegal Kickboxfederation, deren Chef Neegal ALLE Kampfsportchamps in dieser, seiner Liga haben will – notfalls auch mit Gewalt -, hat schon die meisten internationalen Champs von ihrem Wert „überzeugt“. David Sloane, der amerikanische Champ, weigert sich jedoch der Liga beizutreten und wird umgebracht. Umgehend schickt man sich an, einen Nachfolgechamp für David Sloane zu ermitteln. Der beste Freund von Matt Reeves – Johnny Styles – gewinnt den Titel, weigert sich aber ebenfalls der Neegalfederation beizutreten. Diese Sturheit bezahlt auch er mit dem Leben.

Matt geht nun der ganzen Sache genauer auf den Grund. Immerhin hat er seinem toten Kumpel geschworen, ihn zu rächen, in Südafrika bei Neegal mal ordentlich durchzukehren und amtlich Backenfutter zu verteilen. Neegal selber sieht in Matt eine Bedrohung, da dieser bei seinen Recherchen  Neegals unlautere Methoden aufdeckt und so soll auch Matt schnellstens ausgeschaltet werden. Deshalb lässt Neegal Paul Croft aus dem Knast holen und setzt ihn auf Matt an. Doch Paul sind diese ganzen Streitigkeiten vollkommen Latte und so stattet er Matt zwar einen Besuch ab, warnt diesen aber nur, dass er auf der Abschussliste von Neegal steht. Croft reist daraufhin – welch Zufall – gen Südafrika zu seiner Schwester und da Matt da ja nun auch hin will, ist klar, was jetzt kommt: Beide werden notgedrungen zusammenarbeiten und den Bäddies ordentlich das Mottenpulver aus den Klamotten prügeln.

Die Motive des Oberbäddies sind ein Witz. Er will eine eigene Liga, um die normale Weltliga zu blamieren, weil sie ihn einst ausgeschlossen hatte, da er einen Gegner mit einem unfairen Schlag besiegt und getötet hatte. So will er größer werden und sich auf diesem Wege rächen … und genauso hirnrissig ist auch der Rest der Story, die ziemlich spannungsfrei vor sich hindümpelt. Nur, ganz ehrlich, wen interessiert das bei DIESEM Film? Denn innerhalb der “Kickboxer” Serie und wohl auch innerhalb der “Karate Tiger” Serie (immerhin gehören Teil 3 und Teil 6 der Karate Tiger Serie zu der Kickboxerserie (hossa, deutsche Titelgebung)) gehört “Kickboxer 5” zu den besten Filmen seiner Zunft.

Woran das liegt? Freilich an Mark Dacascos, der hier wieder einmal zeigen konnte, was er wirklich drauf hat (das reicht von normalen Kickboxeinlagen bis zu Capoeira – Elementen)! Inszeniert von einer Frau wirken die Kämpfe ungemein elegant und sind toll choreographiert. Dementsprechend nutzt Frau Peterson auch wirklich JEDE Gelegenheit um eine große Prügelei vom Zaun zu brechen. Und wenn ich schreibe ‘groß’, dann meine ich groß. Die Hauptkeilereien nehmen schon mal jeweils zehn Minuten in Beschlag und damit man sich nicht langweilt, kommen auch diverse Waffen (Macheten, Messer, Stangen und sogar Koffer) zum Einsatz. Die Härte bleibt in einem verträglichem Rahmen (ein zwei Genickbrüche, Rückgratbruch und Kehlenzerschmettermoves). Ein Highlight ist die Ruinenkeilerei, in der Mark wie entfesselt loslegen darf und ihm die Peterson auch ein paar coole PreKloppereiPosermoves zugestanden hat.

Action fernab von Kloppereien bleibt ebenso aus wie große Verfolgungsjagden, die, wenn sie stattfinden, zu Fuß abgewickelt werden. (hier dürfte eben das meiste Budget schon für den exotischen Drehort und das Verfrachten der Ausrüstung nach da, draufgegangen sein.)

Actiontechnisch ist dennoch alles im Lot, zudem funktioniert der Film obendrein auch optisch sehr gut. Weniger was interessante Einstellungen und Perspektiven angeht, vielmehr was die Arbeit mit Licht und Schatten betrifft. Insbesondere in Räumlichkeiten setzt Peterson insbesondere den Schattenwurf in menschliche Gesichter überdurchschnittlich gut ein. Auch der Schauplatz in und um Johannisburg ist mal eine Abwechslung vom typischen “Wir prügeln uns durch asiatische Umgebungen” Kickboxeinerlei.

Grausam schlecht ist die Mucke, die irgendwie gar nicht passen will. Hier frage ich mich ehrlich, warum man nicht einfach ein wenig südafrikanische Folklore hat einfließen lassen. So ist es ein übertrieben harter Synthiesoundtrack, der teils sogar viel kaputt macht. Auch schauspielerisch ist hier freilich nichts zu holen. Grundvoraussetzung für den Film war wohl bekloppt chargieren (die Handlanger vom Bad Boy) oder Kicken können (der Rest vom Cast) und dahingehend erfüllt eigentlich jeder die ihm gestellte Aufgabe.

Storytechnisch unterirdischer, gelungen choreographierter Kickerfilm mit einem jungen, ungemein elegant kickenden Mark Dacascos! Die Kickboxaction ist vom Feinsten!

Die deutsche DVD von Warner/VCL ist mit einer FSK 18 uncut und leider ein wenig wunderlich geraten. Mindestens 3 Minuten liegen im englischsprachigen Original vor und wurden eben nicht mit der synchroniserten deutschen Tonspur versehen. Warum dem so ist, vermag ich nicht zu sagen, da sowohl die uncut Premiereausstrahlungen als auch die uncut VHS Fassung den Film komplett synchronisiert transportierten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder: Warner Home Video/VCL__FSK Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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