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Child of Satan

Originaltitel: Child of Satan__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2017__Regie: Mitesh Kumar Patel, Sam Son__Darsteller: Eric Roberts, Kacey Clarke, Mykel Shannon Jenkins, Yves Bright, Caite Upton, James Martin Kelly, Raymond Forchion, Meg Wolf, Sophia Santi, Skoti Collins u.a.
Child of Satan DVD Cover

Eric Roberts trifft das “Child of Satan”.

Kevin macht Urlaub in Mexico City. Am Tag der Toten kehrt er volltrunken bei einem Magier ein. Der schießt ihm einen blauen Blitz in den Bauch und brubbelt ganz viel unverständlichen Kram. Kevin ists egal. Er hat sich längst ins Reich der Träume verabschiedet. Hier hat er Wolkensex mit einer heißen Osteuropäerin, der mittels miesester CGIs irgendwann eine Dämonenfratze übers Gesicht gezogen wird. Wie gruselig!

Kurz darauf erwacht Kevin auf den Straßen der Stadt. Neben ihm eine tote Mexikanerin, die im gesamten Filmverlauf keinerlei Erwähnung mehr finden wird. Ne Tote mehr. Wen juckt’s? Fünf Jahre später schmeißt Kevin für seine neue große Liebe Allison eine Babyparty. Bei der kommt es zu einer Sonnenfinsternis, eine anwesende Inderin faselt irgendwas von einem Fluch, Allison hat Visionen von zukünftigen Ereignissen und *schwupps* ist Allisons Baby da.

Das schießt dem entbindenden Arzt einen Blitz in die Fresse und schon beginnt der, irgendwelche Leute umzubringen, die dann wie Zombies neben ihm herlatschen und den Boden bereiten für Satan. Währenddessen pimpert Kevin Allisons beste Freundin, alle erklären Allison, sie wäre verrückt – aus Gründen -, und am Ende erschrickt Eric Roberts als Gleichgewicht zwischen Gut und Böse vor zerspringendem CGI-Glas und labert ganz viel Müll.

Schaut in den satanisch schlechten „Child of Satan“ rein

Kurzum: „Child of Satan“ ist mal wieder ein Vertreter vom Bodensatz des Genres. Gefilmt im mülligen Digitallook aus hilflos wirkenden Perspektiven. Dargereicht in gruseligen Bildausschnitten. Veredelt mit grauenvoll belangloser Musik. Und gekrönt von CGIs, die jedweder Beschreibung spotten, aber derart freigiebig eingesetzt werden, als seien sie eine Zierde des Filmes. Das Schlimme: In gewisser Weise sind sie das sogar tatsächlich!

Eine absolute Katastrophe sind die Schauspielleistungen in „Child of Satan“. Vor allem Hauptdarstellerin Kacey Clarke („Hooligans 3 – Never back down“) sei hier eindeutig herausgestellt. Die schaut zwar absolut steil aus, guckt aber andauernd, als wäre bei einem ihrer Furze eine ganze Menge Land mit abgegangen. Schrecklich. Dazu sagt sie stocksteif ihre bescheuerten Dialoge auf, die einem das Gehirn verätzen. Ganz schlimm.

Doch die Lady ist in ihrem Elend nicht allein. Von den Hauptrollen bis hin in die hintersten Nebenrollen: Alle Darsteller sind richtig mies! Das gilt auch und vor allem für Eric Roberts („Projekt 12: Der Bunker“), der seine insgesamt vier jeweils knapp einmütigen Auftritte nutzt, um sich als Schwachsinn labernder Priester richtig lächerlich zu machen.

Man kann nur hoffen, dass Satan, wenn er dereinst mal die Welt beherrschen wird, bessere Filme zur Ablenkung der Massen kredenzt. Freeman 3,14

Die deutsche Synchronisation verschlimmert den Eindruck des schauspielerischen Unvermögens nur noch. Gerade im zugeschwafelten Mittelteil, in dem im Grunde nix weiter passiert. Abgesehen davon, dass der Film versucht, eine Paranoia bei Allison zu befeuern. Was aber so überhaupt gar keinen Sinn macht, weil wir Zuschauer dahingehend alles auf dem Silbertablett serviert bekommen und so der Geisteszustand von Allison eigentlich nie zur Diskussion steht. Und Frau Clarke kann diese Seite ihrer Figur sowieso nicht transportieren.

Interessant ist, dass dieser Müll tatsächlich zwei Regisseure brauchte, um auf irgendeinen digitalen Datenträger gebannt zu werden. Zweimal Vollversagen auf ganzer Linie. Auch eine Kunst. Die absoluten Highlights bilden dahingehend definitiv die „hektischeren“ Momente. Etwa eine Szene, in der eine Dame überfahren und eine andere erschossen wird. Die Szene ist so aus ihren Einzelteilen zusammengeschlampt worden, dass man keinerlei Ahnung hat, was hier eigentlich gerade auf dem Screen abgeht.

Und am Ende ist dem Film selbst scheißegal, was er dem Zuschauer auf dem Weg zum Showdown alles an den Kopf geworfen hat. Man hat direkt den Eindruck, die Regisseure von „Child of Satan“ hätten zum Ende hin einfach das Handtuch geworfen und alle Abteilungen machen lassen, worauf die gerade Bock hatten. Und genauso fühlt sich das Ergebnis dann auch an. Steht dann endlich „The End“ im Grindhouse-Stil am Ende dieses Schwachsinns, atmet man als Zuschauer tief durch, nimmt die Hülle der Blu-ray des Streifens, schüttelt ob der Lobeshymnen auf dem Artwork höhnisch lachend den Kopf und führt die Scheibe ihrem einzig wahren Sinn zu: Sie wird zum Untersetzer für das Glas kalte Cola, deren Kohlensäure schon erfrischend vor sich hinperlt und den nächsten, hundertprozentig tausendmal besseren Film als Erfrischung begleiten wird.

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Die deutsche DVD / Blu-ray von „Child of Satan“ erschien am 21. Juli 2017 bei Great Movies und ist trotz lächerlich getrickster CGI-Bluteffekte tatsächlich erst ab 18 freigegeben.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Great Movies__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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