Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

Home Invasion

Originaltitel: Home Invasion__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2016__ Regie: David Tennant__Darsteller: Natasha Henstridge, Scott Adkins, Robert Patric, Liam Dickinson, Michael Rogers, Christian Tessier, Brenda Crichlow, Leanne Lapp, Garry Chalk u.a.
Home Invasion

Scott Adkins dringt in “Home Invasion” in Natasha Henstridges Haus ein.

Chloe verbringt den Abend mit einer Freundin und ihrem Stiefsohn Jacob im beinahe herrschaftlichen Anwesen ihres neuen Ehemannes. Der ist wie gewohnt irgendwo in der Welt unterwegs, ohne seine Familie genaueres über seinen Verbleib wissen zu lassen. Da taucht vor dem Haus ein fremdes Auto auf. Chloes Freundin will nach dem Rechten schauen und wird dabei von den Personen, die dem Wagen entsteigen, umgebracht. Sogleich wenden jene sich in Richtung Haus. Chloe kann die Tür zwar noch verriegeln, doch die Angreifer sprengen sich ihren Weg frei…

Chloe und Jacob können die Zeit nutzen, um sich in dem weiträumigen Haus zu verstecken, haben den Eindringlingen aber nichts entgegenzuwerfen. Die interessieren sich aber auch gar nicht groß für die beiden. Stattdessen stellen sie das Haus gründlich auf den Kopf. Derweil ist es Chloe gelungen, mit dem Telefon einen Mann des Sicherheitsdienstes zu erreichen, der die Alarmanlage des Hauses betreut. Sogleich übernimmt der erfahrene Sicherheitsmann Mike die im Haus verbauten Kameras und wird zu den Augen und Ohren von Chloe und Jacob, um sie durch die gefährliche Nacht zu bringen.

„Home Invasion“ ist eine B-Variante des Halle-Berry-Thrillers „The Call“. Hier wie da wird eine Person einer Helpline von einem bedrängten Menschen kontaktiert und hilft diesem live am Telefon aus der Not heraus. Diese Grundidee hat „The Call“ getragen und bringt nun auch „Home Invasion“ über die Runden. Auch wenn Langfilmdebütant David Tennant seinen Drehbuchautor Peter Sullivan ein ganzes Stück zu viel herumkonstruieren lässt.

So verlegte man den Handlungsort auf eine Insel mit einer manipulierten Brücke, um auch tatsächlich gewährleisten zu können, dass die Polizei nicht zu flott auftaucht und den Film nach zehn Minuten beendet. Die eleganteste Art und Weise ist das sicherlich nicht, aber es funktioniert ganz ordentlich. Spannung kommt aber dennoch kaum auf. Das liegt vor allem daran, dass die Parteien viel zu autark voneinander agieren. Weder versuchen Chloe und Jacob die Gangster aufzuhalten noch versuchen die Eindringlinge Chloe und Jacob wirklich zu fassen.

Dabei hätte vermutlich genau ein solches Katz-und-Maus-Spiel dem Film einige Spannungsspitzen bescheren können. Doch „Home Invasion“ schickt seine Fieslinge lieber auf MacGuffin-Jagd, als sie richtig fies sein zu lassen. Dazu gesellen sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr Nachlässigkeiten, logische Fehler und dumme Verhaltensweisen. So muss man gesehen haben, was Chloe und Jacob unter Verstecken verstehen (an der Wand kauern!!!), um es glauben zu können. Und wenn Mike Ewigkeiten überlegt, ob er von seinem Arbeitsplatz aus zur Ablenkung in dem Haus laute Musik spielen kann, nur um gegen Ende mal eben einfach so den Alarm im Haus zu aktivieren, schlägt man sich schon beherzt vor die Stirn. Da rede ich noch gar nicht von der Tatsache, dass ihm erst kurz vor Schluss einfällt, Chloe nach der Waffe ihres Mannes suchen zu lassen…

Kurzum: Je näher das Ende rückt, umso mehr fällt „Home Invasion“ auseinander. Leider lanciert der Film auch keine Spannungsbringer, etwa in Form von Action. Es wird zwar mal kurz geballert, allerdings weit entfernt von dem Haus. Im Haus selber brechen eher selten Schüsse, überhaupt wird es so gut wie nie physisch. Was freilich vor allem deshalb schade ist, weil Scott Adkins („Wolf Warrior“) einen der Lumpen gibt. Zumindest macht er in seinem feinen schwarzen Anzug eine Top-Figur. Kicken darf er nicht, dafür böse gucken. Böse sein wurde ihm aber auch nicht erlaubt.

Als seine Gegnerin agiert eine nach wie vor hübsch anzuschauende Natasha Henstridge („Badge of Honor“), die allerdings in arg unvorteilhafte Klamotten gepresst wird. Dabei wird mehr als offensichtlich, dass sie inzwischen vor allem um die Hüften herum einige Kilos zu viel drauf hat. Leider fällt dem Drehbuch zu ihrer Figur nicht viel ein. Weshalb Natasha weder richtig dramatische noch intensive Momente zugeschanzt bekommen hat. Als Sicherheitsmann Mike agiert Jason Patric („The Prince“) auf einem ähnlich soliden, niemals nachhaltig in Erinnerung bleibendem Niveau.

Optisch wird karge Kost geboten. Der Schauplatz der noblen Residenz ist ganz nett anzuschauen, wird aber niemals vollständig ausgereizt. Aufgrund der seltsamen Anlage des Filmes finden hier keine wirklichen Versteckspiele oder Schleicheinlagen statt. Eine dichte Atmosphäre mag sich in dem Gemäuer so nie einstellen. Schnitt und Kameraarbeit des Filmes sind sehr dröge. Jeder 0815-Fernsehfilm schaut genauso aus wie „Home Invasion“. Tempomäßig wirkt der Thriller sehr behäbig. Ecken und Kanten hat er auch keine. Er traut sich nicht einmal in Sachen Gewalt, aus dem langweiligen Trott auszubrechen. Entweder wird im Off verreckt oder komplett unblutig gestorben. Die deutsche FSK 16 wirkt da ziemlich hoch gegriffen.

Was bleibt, ist einer der unspannendsten „Home Invasion“-Filme schlechthin. Während die Ausgangssituation noch einigermaßen interessant wirkt, fällt der Film mit zunehmender Laufzeit immer mehr auseinander. Vor allem will einfach keine Spannung aufkommen. Für Chloe und Jacob läuft wirklich durchgehend alles viel zu glatt, so dass weder Mike am Telefon noch dem Zuschauer vor der Glotze irgendwie das Adrenalin einschießen mag. Beim Zuschauer kommt zudem nie dieses unangenehme Gefühl auf, dass hier ein paar Lumpen den Horror in den letzten Rückzugsort des Menschen, sein Heim, bringen. Obendrein hat es den Anschein, als seien wichtige Informationen zu den Figuren (dabei vor allem zu Mike und Chloes Ehemann) im Schneideraum auf dem Fußboden gelandet, was den auch optisch arg belanglosen Film noch unrunder wirken lässt. Action gibt es keine, Scott Adkins wirkt schlichtweg verschwendet und Natasha Henstridge hatte anscheinend keine Lust, eine wirklich kämpferische MILF zu spielen. So passiv wie ihr Charakter bleibt letzten Endes auch der gesamte Film. Am Ende ist da kaum mehr als ein: „Gesehen und vergessen!“

Die deutsche DVD erschien am 25. Februar 2016 von Sony Pictures Home Entertainment und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten. Eine Blu-ray hat man sich direkt gespart.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Sony Pictures Home Entertainment__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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