Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

Into the Badlands (Season 2)

Originaltitel: Into the Badlands (Season 2)__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2016__Regie: Stephen Fung, Paco Cabezas, Nick Copus u.a.__Darsteller: Daniel Wu, Orla Brady, Sarah Bolger, Aramis Knight, Emily Beecham, Oliver Stark, Madeleine Mantock, Marton Csokas, Stephen Lang, Lance Henriksen u.a.
Into the Badlands Staffel 2 Deutsches Cover

Sunny ist wieder da und will in der zweiten Staffel von “Into the Badlands” zurück zu Frau und Kind.

Das Finale der ersten Staffel von „Into the Badlands“ von den Showrunnern Alfred Gough und Miles Millar legte die Vermutung nahe, dass der Zuschauer sechs Folgen lang „nur“ der Ouvertüre einer deutlich größeren Geschichte beigewohnt hatte. Die nun erscheinende zweite Staffel bestätigt diese Vermutung und erzählt eine deutlich weitreichendere Story mit neuen Schauplätzen und einer Vielzahl neuer Figuren. Zudem wurden für die zweite Staffel zehn statt nur sechs Folgen bewilligt.

Die Figuren von „Into the Badlands“ sind nach den Ereignissen in Staffel 1 wild über die zerstörte Welt der Zukunft verstreut. Sunny ist in einer finsteren Mine gelandet, in der er mit anderen Gefangenen Zeugnisse der Vergangenheit ausbuddeln muss. Doch natürlich will er nichts dringender erreichen, als zu fliehen und zu seiner Frau Veil zurückzukehren.

Die hat derweil das gemeinsame Kind Henry geboren und hofft inständig, dass Sunny bald kommen möge, um sie aus den Händen des immer verrückter werdenden Quinn zu befreien. Der hat sich nach seiner verheerenden Niederlage in den Untergrund zurückgezogen und baut hier eine neue Armee aus Clippern auf.

Derweil muss sich die Witwe gegen die noch verbliebenen Barone durchsetzen. Ihr Ziel: Eine neue Weltordnung aufbauen, in der es keine Barone mehr gibt. Doch dazu muss die Witwe in dieser Staffel viele Kompromisse eingehen, die immer mehr an ihrer grundlegenden Gesinnung zweifeln lassen.

Und M.K.? Der ist bei einem Bund aus Mönchen gelandet, die ihm helfen wollen, seine finstere Gabe zu beherrschen. Doch schnell muss der Junge feststellen, dass die Mönche nicht das sind, was sie vorzugeben scheinen. Er flieht. Auf seiner Flucht begegnet er dem der Mine entronnenen Sunny und verspricht, ihm zu helfen, dessen Frau und Kind zu befreien…

Episodenführer von „Into the Badlands Season 2“

1. Ein neuer Anfang
2. Die Kraft der Adlerklaue
3. Silver Moon
4. Das Konklave
5. Der Schmuggler
6. Wie gewonnen, so zerronnen
7. Die Hand der fünf Gifte
8. Doppeltes Spiel
9. Das Attentat
10. Die Rückkehr

Martial Arts Action satt gibt’s schon im Trailer zur zweiten Staffel „Into the Badlands“

Staffel zwei führt die in Staffel eins etablierte Handlung nahtlos fort, ohne sich allzu tief in die Karten schauen zu lassen. Nur wenige offene Fragen werden wirklich erquickend beantwortet. Am Ende von Staffel zwei werden zudem sehr viele neue Fragen hinzugekommen sein. Um genau zu sein: Staffel zwei von „Into the Badlands“ endet schon extrem offen. Kaum ein Schicksal wirkt auch nur annähernd geklärt. Zudem wird das Geflecht aus Intrigen, Verrat und Zweckbündnissen um einiges komplexer.

Im Grunde wirkt „Into the Badlands“ nun wie ein zweites, etwas trashiger angehauchtes „Game of Thrones“. Vor allem in der Zeichnung seiner Charaktere legt die Serie doch deutlich zu. Gestattet eigentlich jeder Figur höchst ambivalente Züge, die sie interessanter und vor allem greifbarer machen. Zwar hat es mit der höchst langweiligen Veil und dem nervig naiven M.K. auch zwei schlimme Ausreißer, aber vielleicht wird das ja noch.

Into the Badlands 2. Staffel Daniel Wu und Nick Frost

Sunny (Daniel Wu) mit seinem “treuen” Begleiter Bajie (Nick Frost).

Die interessantesten Veränderungen macht dabei meine Lieblingsfigur aus Staffel 1 durch. Minerva, die Witwe, die, erfüllt von hehren Zielen, zwar das Richtige will, dafür aber mehrfach den falschen Weg beschreitet und beschreiten muss. Ihre Figur bleibt angenehm widerborstig, auf ihre ganz eigene Art extrem sexy und verdammt stark. Freilich eine dankbare Aufgabe für die erneut megastark und einnehmend aufspielende Emily Beecham („Hail, Caesar!“). An ihrer Seite glänzt zudem ein souveräner Stephen Lang („Gridlocked“) als Mentor der Witwe.

Ein interessanter Neuzugang ist Bajie. Verkörpert von Simon Pegg Buddy Nick Frost („Shaun of the Dead“) ist er ein vordergründig tapsiger, liebenswürdiger Charakter, der aber in Wirklichkeit eine interessant opportunistische Ader hat und – vorgeblich an Sunnys Seite – ganz eigene Ziele verfolgt. Zudem darf Frost mehrere Male den Martial-Arts-Kugelblitz geben, was richtig gut funktioniert.

Die Öffnung der Serie hinsichtlich Schauplätzen abseits der Badlands tut „Into the Badlands“ ebenfalls richtig gut. Man bekommt einen besseren Eindruck von der Zerstörung der Welt, die Sets wirken vielfältiger und vor allem die irischen Sets kommen endlich deutlich besser zum Tragen als in dem Setting der ersten Staffel. Was freilich auch für deutlich mehr Abwechslung in der Action sorgt.

Treppenhäuser hoch und runter, durch Ruinen aus Busvehikeln, auf Holzbalkenkonstruktionen in Kirchen, auf Brücken, in improvisierten Arenen: Die Sets für die Actionszenen könnten kaum vielfältiger sein. Interessant ist, dass sich Stephen Fung, der bei Staffel 1 noch die Actionregie inne hatte, aus der Action zurückgezogen hat und sich stattdessen auf die Produktion verlegte und bei einigen Episoden selbst Regie führte. In der Action übernahm für ihn Andy Cheng („End Game“), dem es ebenso eindrucksvoll gelingt, die Actionszenen zu den absoluten Highlights der Serie zu machen.

Into the Badlands Staffel 2 Emily Beecham als Witwe

Wie in Staffel 1 das eigentliche Highlight an “Into the Badlands”: Die Witwe (Emily Beecham).

Dabei übernahm er die fast schon spielerische Leichtigkeit, mit der sich die Kontrahenten gegenseitig beharkten. Dafür kommt häufiger Wirework zum Einsatz, das aber gut in das Fantasysetting der Serie passt und nie übertrieben wirkt. Den jeweiligen Szenen eher etwas noch Anmutigeres und Schöneres verleiht. Allgemein wurde gewaltig an der Ästhetik der Action geschraubt. Viele Zeitlupen zerdehnen das Geschehen, lassen es stilvoller wirken. In Super-Slow-Motion durch die Szenerien spritzende Blutschwälle erzeugen eine ganz eigene (Gewalt-)Ästhetik.

Dabei wurde in Sachen Gewalt ordentlich zugelegt. Mit Vorliebe werden in Staffel zwei Köpfe abgetrennt und vom Rumpf getreten. Schädel werden mit Fußtritten zermalmt oder auf Straßen zerbrochen. Extremitäten fliegen mit Waffen in der Hand gen Boden. Kehlen werden durchstoßen und durchtrennt. Augen ausgestochen. „Into the Badlands 2“ hat sich die zunächst unvermutet hoch wirkende Freigabe ab 18 redlich verdient.

Die Action bleibt dabei in den gewohnten Bahnen: Es dominieren Martial-Arts-Fights und Swordplay-Einlagen. Explosionen lockern das Geschehen auf, Schusswaffen sind aber nach wie vor verboten in der Welt der Badlands. Und wenngleich Sunny die derbsten Finisher der Serie fabriziert, sind es dennoch die Fights der Witwe, die am meisten begeistern. Highlight dahingehend ist direkt ihre erste Actionszene in „Ein neuer Anfang“, wenn sie sich ein Treppenhaus hinaufmetzelt.

Into the Badlands Staffel 2 Tilda

Schwertkampfaction wird auch in Staffel 2 von “Into the Badlands” großgeschrieben.

Problematisch in Sachen Action ist, dass der Mittelteil der zweiten Staffel etwas actionarm wirkt. Die hier aufbrandenden Fights sind größtenteils ziemlich kurz und enden, wenn sie gerade gut werden. Doch das ist ein nicht nur auf die Action beschränktes Problem der zweiten Staffel. Wirkte die erste Staffel aufgrund ihrer extremen Begrenzung auf sechs Folgen sehr kompakt und gegen Ende fast gehetzt, bekommt Staffel zwei die Verlängerung um vier Folgen nicht so gut.

Einerseits kann man aufgrund der längeren Laufzeit zwar besser in die Welt der Serie eintauchen, andererseits transportieren diverse Folgen nun bereits etliches an Füllmaterial. Die vollkommen misslungene Folge „Die Hand der fünf Gifte“ sei genannt, die so klischeehaft wie vorhersehbar einen Charakter um sein Leben kämpfen lässt und ihn dafür in eine öde Parallelwelt versetzt, in der man ein paar Asia-Gruselmomente (inklusive Kind mit langen schwarzen Haaren!!!) zündet und keinerlei Bezug zu der eigentlichen Handlung hergestellt bekommt.

Infolgedessen legt die Handlung in Staffel 2 immer mal wieder kleinere Pausen ein, die keinen Spaß machen. Vor allem, da die drumherum gezündeten Ereignisse so viel mehr zünden und teilweise gar nicht den richtigen Platz eingeräumt bekommen, um richtig zu wirken. Der Wahnsinn Quinns, der urplötzlich aufbrandet und genauso schnell wieder seiner normalen Verrücktheit weicht, sei stellvertretend genannt.

Apropos Quinn – und damit genug des Gemeckers. Marton Csokas („The Equalizer“) füllt diesen Fieswicht wieder mit einer Inbrunst mit Leben, dass es eine wahre Freude ist. Immer ein bisschen drüber, immer ein bisschen zu fies, immer ein bisschen zu hassenswert, darf er hier noch stärker als in Staffel 1 seine „verführerischen“ Seiten ausspielen. In denen er andere umgarnt. Und man absolut nicht einschätzen kann, wie dieses Spiel wohl für sein Gegenüber ausgehen wird.

Into the Badlands 2. Staffel Daniel Wu als Sunny in Action

Sunny in Action!

Daniel Wu („Naked Weapon“) ist als Held eine sichere Bank und wirkt deutlich sicherer als in Staffel 1. Der schweigsame Charakter des Sunny steht ihm hervorragend und er ist charismatisch genug, um eben auch genauso maulfaul agieren zu können und trotzdem den Zuschauer abzuholen. Schade ist, dass die von mir für ihr Spiel in Staffel 1 abgestraften Darsteller Madeleine Mantock (Veil) und Aramis Knight (M.K.) keinen Deut besser geworden sind. Vor allem Frau Mantock ging mir in Staffel 2 dann doch gehörig auf die Nerven!

Zudem wiederholen Cung Le („Security“) und Lance Henriksen („Needlestick“) ihre Rollen aus Staffel 1. Letzterer ist in der Folge „Die Kraft der Adlerklaue“ dabei und darf wieder den Gewaltlosigkeit predigenden Guru geben. Leider ist sein Auftritt arg kurz ausgefallen und wird in der deutschen Fassung durch eine seltsame Synchronstimme „geadelt“.

„Into the Badlands“ endet auch in Staffel zwei mit einer wahren Flut an losen Handlungsfäden, offenen Fragen und Cliffhangern. Und erneut ist man total angefixt und will wissen, wie es weitergehen wird. Von daher: Respekt an die Macher: Mission erfüllt! „Into the Badlands“ ist in Staffel zwei genauso unterhaltsam wie die Vorgängerstaffel. Zwar bekommt die Verlängerung der Staffel um vier Folgen dem Tempo und der Verteilung der coolen Actionsequenzen nicht so hundertprozentig, langweilig jedoch wird der Mix aus retrofuturistischer Optik, Wuxia-Elementen, geilen Martial-Arts-Einlagen und „Game of Thrones“-Intrigenstadl zu keiner Sekunde. Staffel drei darf gerne kommen. Und das zackig!

7 von 10

Die deutsche DVD/Blu-ray zur zweiten Staffel erscheint am 24. November 2017 von Universum Film und ist mit einer Freigabe ab 18 ungeschnitten. Extras hat keiner der Datenträger in irgendeiner Form aufzubieten.

In diesem Sinne:
freeman

© aller Szenenbilder im Artikel: 2016 AMC Film Holdings LLC. Artwork and Supplementary Materials are TM, (R) and (c) 2016 AMC Network Entertainment LLC. All Rights Reserved.

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