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Mission ISRA 88 – Das Ende des Universums

Originaltitel: ISRA 88__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2016__Regie: Thomas Zellen__Darsteller: Casper Van Dien, Sean Maher, Adrienne Barbeau, Eden Riegel, Chris Newman, Liam Matthews, Leila Garza Stockwell, Kaelin Stockwell u.a.
Mission ISRA 88

Casper Van Dien sucht nach dem Ende des Universums: “Mission ISRA 88”

Die Story von „Mission ISRA 88“ in einem Satz auf den Punkt zu bringen, stellt kein großes Problem dar: Der Mikrobiologe Abe Anderson und der militärische Wissenschaftler und Pilot Harold Richards sind mit dem Raumschiff „ISRA 88“ unterwegs, um das Ende des Universums zu finden. Freilich ist das alleine etwas wenig für einen knapp zweistündigen Film, weshalb es noch etwas mehr Handlung zu bestaunen gibt. Die auf den Punkt zu bringen, fällt dann schon deutlich schwerer…

Nicht weil so viel passieren würde. Eher weil so wenig passiert. Und dabei immer dasselbe. Anderson und Richards erleben nämlich nicht viele tollkühne Weltall-Abenteuer. Stattdessen werden sie mit schier unendlicher Langeweile und den immer gleichen Abläufen konfrontiert. Aufstehen, Frühsport, wissenschaftliche Experimente, Essen, Fernsehgucken, Schlafen. Diesem extrem durchstrukturierten Leben kann der Militärpilot Richards weitaus effektiver begegnen als der Wissenschaftler. In der Folge kommt es zwischen beiden immer wieder zu Spannungen.

Am Bartwuchs sowie dem körperlichen und geistigen Wohl der beiden Figuren erkennt der Zuschauer schnell, dass Regisseur und Drehbuchautor Thomas Zellen die einzelnen Episoden, und genau daraus besteht „Mission ISRA 88“, nicht chronologisch aufeinander aufbaut. Mal switcht er in die Zeit, in der sich beide Männer spinnefeind sind, dann geht es zurück zum ersten Kennenlernen, wieder vor zum Alltag, als ihn beide noch mühelos bändigen konnten, hin zu Momenten, in denen beide anderweitig nach Ablenkung suchten.

Viel passiert in diesen Sequenzen allerdings nicht. Und das wird „Mission ISRA 88“ mehr und mehr zum Verhängnis. Vor allem in Bezug auf die beachtliche Laufzeit und das doch sehr schleppende Tempo. Zudem wird weder viel geredet noch erklärt. Warum die beiden auf dieser Mission sind, man weiß es nicht. Wie das eigenwillig designte Raumschiff und dessen offensichtlich innovativer Antrieb funktionieren, wird genauso wenig erklärt. Was die Motivationen der Figuren angeht, bleibt einem auch nur ein Schulterzucken.

Mission ISRA 88

Harold (li) und Abe sind sich nicht immer grün…

Zumindest werden beide gut gespielt. Sean Maher („Firefly“) als Anderson und Casper Van Dien („Meltdown“) als Richards harmonieren gut zusammen und vor allem Van Dien macht als zunehmend eigensinnigerer Militärpilot eine erstaunlich gute, ernstzunehmende Figur.

Gegen Ende wird dann (fast ein wenig zu spät) klar, dass „Mission ISRA 88“ in erster Linie ins Mindfuck-Universum will. Plötzlich erfährt der Zuschauer, dass die einzelnen Episoden durchaus ihre Höhepunkte hatten, diese ihm aber konsequent vorenthalten wurden. Das wertet „Mission ISRA 88“ zum Ende hin noch einmal deutlich auf und regt auch die grauen Zellen zum Nachdenken an. Letzten Endes hätte man die Auflösung aber deutlich eleganter, vielleicht sogar deutlich witziger angehen können und sollen. So ist es beinahe schon schade, dass Regisseur Zellen den Clou seiner Story so ungünstig versteckt, dass ihn so manch gelangweilter Zuschauer gar nicht mehr erfahren wird.

Technisch wurden bei dem Film kleinere Brötchen gebacken. Weltraumpanoramen, fremde Welten, Sternensysteme und fremde Wesen braucht man sich hier nicht erwarten. „Mission ISRA 88“ verlässt nur in zwei Episoden die Raumstation für ein paar simple Schauplätze auf der Erde. Die Raumstation selber wird von einem kühlen wissenschaftlichen Look bestimmt, der auch allgemein die Optik des Filmes vorgibt. Die wenigen Special Effects rund um die fliegende Raumstation funktionieren gut, sind aber freilich nix oscarwürdiges. Großartig sind kleinere Momente inmitten des ruhig dahinfließenden Filmes, in dem clever montiert ein und dieselbe Handlung aus verschiedenen Episoden gleichzeitig im Bild abläuft. Musikalisch gibt sich der Film ebenso sparsam wie bei den Dialogen. Die Ohren haben bei dem Film also nicht viel zu tun.

Mission ISRA 88

Die beiden Astronauten hängen häufiger mal komplett durch.

Was am Ende bleibt, ist ein in seiner Grundidee gar nicht mal dummer kleiner Film, der für mein Empfinden auf dem Weg zur Auflösung aber einen entscheidenden Fehler macht: Anstelle seine Grundidee atmen zu lassen, versteckt er sie konsequent. In der Folge fühlen sich nur die erste und die letzte Episode des Filmes richtig toll und teilweise fast schon begeisternd an. Zwischen diesen beiden klammernden Episoden herrscht aber der totale Leerlauf. Hier bekommt man eigentlich nur Einblicke in die Dynamik der Figuren. Doch die ist bei weitem nicht so spannend wie das große Ganze. So schenkt „Mission ISRA 88 – Das Ende des Universums“ viel von seinen Möglichkeiten her und wird viele Zuschauer schlicht und ergreifend einfach nur langweilen. Und da nehme ich mich nicht heraus.

4 von 10

Die deutsche DVD/Blu-ray zum Film erschien am 19. September 2016 von KSM und ist mit einer FSK 12 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: KSM__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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