Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

Sharknado – The 4th Awakens

Originaltitel: Sharknado 4: The 4th Awakens__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2016__Regie: Anthony C. Ferrante__Darsteller: Tara Reid, Masiela Lusha, Ryan Newman, Carrie Keagan, David Hasselhoff, Gary Busey, Cody Linley, Mindy Robinson, Ian Ziering, Imani Hakim u.a.
Sharknado - the 4th awakens

Haikiller Finn ist zurück und mit ihm die Sharknados!

Man stelle sich eine Filmreihe vor, deren ureigenstes Prinzip es ist, schwachsinnige Idee auf schwachsinnige Idee zu türmen. Nun stelle man sich den vierten Teil dieser Reihe vor, der genau dieses Prinzip zur Vollendung bringt, aber damit selbst einem großen Fan auf einmal nur noch auf die Eier geht. Das Gefühl ist echt seltsam, das kann ich euch sagen. Der Grund für diese Gefühlslage heißt „Sharknado – The 4th Awakens“. Von mir herbeigesehnt, von mir erfreut in den Player geworfen und von mir von Anbeginn an als purer Sackgang empfunden…

Dabei machen die Macher eigentlich alles richtig! Zerstören gleich im Opening diverse Wahrzeichen von Las Vegas, lassen diverse Haie fliegen, zersplattern dummes menschliches Frischfleisch, lassen die Chippendales mit ihren Gemächten Haie zerschmettern und hetzten von hirnverbranntem Höhepunkt zu hirnverbranntem Höhepunkt. Einzig, es fehlt einfach der Zusammenhang. „Sharknado 4“ ist bereits in den ersten Minuten kaum mehr als eine bloße Nummernrevue. Nichts findet zusammen. Die Sprüche sind zu bemüht und sogar der sonst so wundervoll coole Haikiller Finn wirkt absolut kopflos in seinem Tun. Von den diesmal wirklich beschissenen Effekten ganz zu schweigen.

Dabei dürfte es eigentlich gar keine Sharknados mehr geben, denn ein brutal reicher Geldsack hat mit seiner Firma eine Vorrichtung gebastelt, die jedweden Tornado bereits in seiner Entstehung verhindert. Doch in Las Vegas ist nun alles anders. Da wird ein Sandsturm zum Tornado, der klaubt ein paar Haie aus einem riesigen Aquarium auf und fegt nun, halb Sandsturm und halb Sharknado durchs Land.

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund fällt danach mal eben das komplette Tornado-Schutzsystem aus und schon fliegen in ganz Amerika die Haie… und die Kühe. Nun ist es an Finn und seiner ganzen Familie, die Bedrohung zu stoppen. Unerwartete Hilfe bekommen sie von Finns wahlweise verschollener (und/oder im Koma liegender) Frau April. Die ist inzwischen zum Cyborg umgebaut worden…

Kurzum: „Sharknado – The 4th Awakens“ versucht gar nicht erst, eine Geschichte zu erzählen. Ok, das taten die Vorgänger auch nicht zwingend, da meinte man aber zumindest immer eine Art roten Faden zwischen den Hailight-Szenen zu erkennen. In diesem Film fehlt dieser komplett. Irgendwann sind Finn und seine Familie gefühlt an allen Schauplätzen gleichzeitig. Hier ein kleiner Stopp, um Haie zu killen. Da ein kleiner Stopp, um Haie zu killen. Zwischendrin sterben auch mal ein paar Familienmitglieder, was aber keinen juckt. Darauf folgt ein Starauftritt (David Faustino, WWE-Star Seth Rollins, Lloyd Kaufman,…) und danach setzt es Dialoge, die einem das Hirn erweichen:

Wird Zeit, was gegen den Sturm zu tun! Wo finde ich den Sprengstoff?

Also eigentlich viel vom liebgewonnen Wahnsinn, aber der will diesmal einfach nicht zünden. Man findet nicht rein in die Nummernrevue. Viele Gags versanden zudem und so mancher Running Gag ist einfach nur nervtötend öde. Das schlimmste Beispiel: Weil man in Sachen Sharknado wohl alles erzählt zu haben meint, konfrontieren uns die Macher diesmal mit immer neuen Tornadoformen: Cownado, Stonenado, Nukenado, Oilnado, Lavanado, Lightningnado… und irgendeiner muss die neue Tornadoform auch immer offensiv benennen. Beides zusammen mündet beim Zuschauer irgendwann in eine genervte Kaskade des Augenverdrehens.

Schlimm ist auch, dass anfänglich gute Gags immer weiter überzogen werden, bis man auf dem Sofa hockend „Ich habs kapiert“ schreit und sich verbissen weigert, zu lachen. Obendrein macht das Hai-Gekille genauso wenig Spaß wie das Gesplatter, das die Haie anrichten. Es fehlt hierbei nicht nur an Ideen, sondern auch an der verspielten Leichtigkeit der Vorgängerfilme. „Sharknado 4“ wirkt krampfhaft bemüht, kämpft um jede Pointe und scheitert grandios.

Ein paar coole Momente hat allerdings auch der bisher schwächste Teil der Reihe. Dass sich Tara Reids Cyborg April häufiger über Terminator-Oneliner mitteilt, rockt amtlich. Auch dass sich Steve Guttenberg für Ian Zierings Cameo in seinem „Lavalantula“ revanchiert und so zwischen den Tornado-Haien und den Lava-Spinnen ein Zusammenhang hergestellt wird, sorgt für ein feistes Feixen. Und Ian Ziering (Sharknado 1, 2 und 3) per se ist einfach nach wie vor eine einzige Schau als Finn. Sollte man mal über ein „Nackte Kanone“-Reboot nachdenken, könnte er definitiv als Frank Drebbin angedacht werden. Sein stoischer Ernst selbst in den abstrusesten und beknacktesten Situationen ist einfach punktgenaueste Komik.

„Sharknado – The 4th Awakens“ hat alles, was die Vorgänger auszeichnete: Miese Dialoge, keine echte Story, unterirdische Effekte, einen geilen Helden, viele Gastauftritte, amtlich CGI-Splatter, absurden Humor und ganz ganz viele Anschlussfehler. Alle Ingredienzien also, die einen bewusst auf trashig getrimmten Film zum Erfolg machen könnten, wenn, ja wenn sie nicht so krampfhaft und bemüht eingestreut wirken würden wie hier. Das Ergebnis ist bewusst übersteigerter Wahnwitz, der in seinem unzusammenhängenden Bombardement mit immer noch stärker überzogenen Gags irgendwann einfach nur noch langweilt…

4 von 10

Die deutsche DVD/Blu-ray erscheint am 31. August 2016 von daredo und White Pearl Movies und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: daredo/White Pearl Movies__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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