| Originaltitel: Shadow Warriors__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1995__Regie: Lamar Card__Darsteller: Terry O’Quinn, Timothy Patrick Cavanaugh, Evan Lurie, Ashley Anne Graham, Russ Tertyask, Steve O’Hara, Tania O’Hara, Natalie Thomas, Nick Baker, Victor Diamond, Bruce Lurie u.a. |

„Techno Fear – Ein Cyborg läuft Amok“ muss doch rocken, oder?
Ein Actioner aus den 90ern mit dem allseits beliebten Cyborg-Thema als Story-Antrieb? Was soll da schon groß schiefgehen? Eine Menge, wie „Techno Fear – Ein Cyborg läuft Amok“ beweist.
Taylor arbeitet als Bodyguard für den Wissenschaftler Connors. Eines Abends überfallen aus allen Rohren feuernde Halunken den Wissenschaftler. Taylor wirft sich in die Schussbahn und wird tödlich verletzt. Connors sieht sofort seine Gelegenheit gekommen. Denn Connors experimentiert an biomechanischen Menschen, die er als supertaffe Bodyguards verkaufen will, um so den großen Reibach zu machen. Das Experiment gelingt. Taylor erwacht als Cyborg aus dem Koma.
Connors präsentiert daraufhin den von ihm Techno-Sapien genannten Prototyp der neuesten Generation von Cyborg-Bodyguards der Öffentlichkeit. Ruhm und Ehre sind ihm gewiss. Doch was niemand weiß: Connors schickt Taylor los, um weitere Probanden für sein Forschungsprojekt „einzusammeln“. Als einige Mitarbeiter dem düsteren Treiben ihres Chefs auf die Spur kommen, versucht der, selbige schnellstmöglich zu beseitigen.
Connors entfesselt Mikail, den allerersten der Techno-Sapiens und eine unbesiegbare Kampfmaschine. Diese läuft alsbald Amok und muss von Taylor und dessen neuen Sidekicks schnellstmöglich gestoppt werden.
Langweiliger Wirrsinn mit Cyborg-Einlage
„Techno Fear“ ist einer dieser Filme, die fette Cyborg-Action bieten könnten, stattdessen aber lieber in Zeitlupe über die Straße laufende Füße, irgendwelche Denkmäler oder Felder abfilmen. Weil die Zielgruppe von Cyborg-Actionern genau so etwas sehen will. Zumindest müssen dies Drehbuch und Regie von „Techno Fear“ gedacht haben. Anders ist dieser Film nicht zu erklären. Zumindest die abgefilmten Natur- und Stadtpanoramen haben etwas, wurde der Film doch zu großen Teilen in und um Kiew gedreht. Da der Film aber sichtlich nichts kosten durfte, bekommt man von der Großstadt arg wenig zu sehen.
Die in der Ukraine steigende Handlung ist der pure Schrott. Ein größenwahnsinniger Wissenschaftler, der ein wenig Frankenstein spielt. Cyborgs, die Menschen entführen und den Frankenstein-Spielen zuführen. Kein echter Held, der durch die Handlung führen würde. Dafür ein Cyborg, der zum Helden gedreht werden soll, aber so random auf- und wieder abtaucht, dass man ihn als Helden nicht ernstnehmen kann. Und dann noch ein Amok laufender Cyborg, der prinzipiell aber eigentlich ein Guter ist. Aber nicht so verkauft wird. Irgendwie hatte hier gefühlt keiner einen rechten Plan, was der Film eigentlich erzählen soll.
Das Ergebnis fühlt sich dann auch genauso an: Quälend langweilig, zerdehnt, egal und frei von jedweder Form von Spannung. Hier und da zündet Regisseur Lamar Card, der vor „Techno Fear“ 17 Jahre lang keinen Film mehr gedreht hatte, etwas hüftsteife Action, um wenigstens etwas Aufregung in den Film zu bekommen. Doch eigentlich sah gute Action in den 90ern anders aus. Vermutlich hatte er einfach zu viel Rost angesetzt.
Die Folge sind zahlreiche Ballereien ohne großen Impact. Hier und da platzen auch mal Bloodpacks. Alles nichts, was die hohe FSK-18-Freigabe legitimieren würde. Auch ein paar Explosionen darf man bewundern. Diese sind wie die restliche Action handgemacht und präsentieren sogar eine menschliche Fackel. Aber man mag selbst solche Einlagen in dem langatmigen Filmunfall nicht als Highlights begreifen. Und so schnell wie die Actioneinlagen aufkommen, sind sie auch wieder vorbei.
Warum etwa Evan Lurie („T-Force“) als Taylor gecastet wurde, man versteht es nicht. Der Martial-Arts-versierte Mime darf nichts von seinen Fähigkeiten zeigen. Stattdessen baumelt er irgendwann mal minutenlang an einem Hubschrauber herum und man kann einfach nicht erkennen, was an der müden Nummer kicken soll. Absolut öde: der Showdown inklusive einer Bootsverfolgungsjagd. Langweiliger ging bislang kaum ein Actioner zu Ende. Dachte sich auch Lurie und taucht als „Held“ erst in den letzten Sekunden auf. So und nicht anders geht Action.
Von dem Cyborg-Element sollten sich Fans nichts erwarten. Weder bekommt man coole Maskeneffekte von freiliegender Mechanik zu sehen noch können die Cyborgs irgendetwas besonders gut. Einzig die Tatsache, dass sie „Plasma“ verschießen können, mutet besonders an. Witzigerweise vergessen alle Cyborgs im Film irgendwann, dass sie diese Fähigkeit überhaupt haben.
In optischer Hinsicht ist der Film genauso öde. Regie und Kamera haben keine Ahnung, was sie aus ihrem Drehort machen sollen. Alles schaut nach billigster DtV-Optik aus. Die deutsche DVD wurde wie gewohnt von einem VHS-Master gezogen, weshalb man nicht abschließend sagen kann, ob der dröge Look so intendiert oder auf die Abnutzung des Bandes zurückzuführen ist. Zwischendurch wird auch mal eine vollkommen in der Luft hängende Virtual-Reality-Szene eingebaut. Die hier präsentierten Effekte waren schon im Entstehungsjahr gnadenlos veraltet. Genauso wie die Zeichentrickraketen, die ein Kampfhubschrauber im Film abschießen darf.
Bei „Techno Fear – Ein Cyborg läuft Amok“ läuft nur die Langweile Amok
Langweilig, langweiliger, „Techno Fear“. Der Billig-Actioner versagt an allen Fronten. Weder schafft es die Story, simpelste Klischees richtig zu bedienen und kurzweilige Unterhaltung zu präsentieren, noch rockt die Action richtig einen los. Das enttäuschend käsige Endprodukt macht keinerlei Spaß und selbst der seine Rollen sonst immer souverän abspulende Terry O’Quinn („Blinde Wut“) wirkt als Connors in „Techno Fear“ durchgehend ratlos.
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Die deutsche DVD zum Film erschien am 02. Februar 2024 von TG Action Sensation und ist absolut lieblos geraten. Schon das Frontcover ist von grammatikalischen Fehlern geplagt. Die Bildqualität ist auf VHS-Niveau und von der Tonspur dröhnt durchgehend ein Sound, der mich glauben ließ, im Nachbarzimmer werde Staub gesaugt. Der Film ist zumindest uncut und hat eine lächerliche Freigabe ab 18. Ihr könnt den Actionfilm auch streamen.
In diesem Sinne:
freeman
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Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love
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