
„Predator: Die letzte Jagd“ rundet die Story um Theta ab. Copyright: Panini Verlags GmbH
27 Jahre ist Theta nun bereits auf der Jagd nach den Yautia. Seit die ihre Eltern getötet haben (siehe „Predator: Tag des Jägers“), hat sie schon 32 Predatoren getötet. Doch seit den Ereignissen in dem Reservat der außerirdischen Jäger (siehe „Predator: Das Reservat“) sind Theta und ihr Raumschifftechniker Paolo keinem Yautia mehr über den Weg gelaufen.
Die Außerirdischen haben offenkundig ihr Verhalten angepasst und ihre Jagdroutinen geändert, um nicht mehr zur Beute der rachsüchtigen Theta zu werden. Die empfängt eines Tages den Notruf eines auf dem Planeten Mabou abgestürzten Schiffes. Dieses entpuppt sich als riesiges Transportschiff der Yautia, das in Stasekammern verstaute Jagdbeute zu dem Reservat verschiffte, das Theta und Paolo zuletzt gerade so lebend verlassen konnten.
Als Theta und Paolo die Daten des Schiffes auswerten, stellen sie fest, dass dieses permanent zwischen dem Reservatsplaneten und einem anderen Planeten hin und her pendelte. Befindet sich auf dem zweiten Planeten etwa eine Art Stase-Farm der Predatoren? Oder handelt es sich bei dem Planeten gar um den Heimatplaneten der Yautia? Natürlich will Theta sofort zu dem Gestirn.
Da klopft es an ihrem Raumschiff. Vor der Tür steht John Schaefer mit über 50 anderen Menschen. Und er erzählt Theta von einem Super-Predator, der auf Mabou sein Unwesen getrieben habe. Eilig drängt Theta zum Aufbruch. Sie will zu dem vermeintlichen Predator-Planeten und dort der Jägerrasse ein für allemal ein Ende setzen.
Die Geschichte einer erfolgreichen Jägerin
Ed Brisson bringt mit „Predator: Die letzte Jagd“ seine in „Predator: Tag des Jägers“ begonnene und in „Predator: Das Reservat“ fortgesetzte Storyline um Theta zu einem vorläufigen Abschluss. Dabei lässt er es noch einmal so richtig krachen. Entsprechend besteht vor allem Heft drei der insgesamt vier Einzelhefte, die in „Predator: Die letzte Jagd“ zusammengefasst wurden, fast nur aus der Farbe rot und zig Splatter-Szenarios.
Storytechnisch schließt er dabei unmittelbar an die Vorgänger an und nimmt einige offene Storyfäden auf, um sie – wie seinen großen Story Arc – zu vollenden. Dabei erweist er sich wie beim Vorgänger erneut als großer Fan des Filmes „Predators“ von Nimrod Antal. Das für den Film wesentliche Reservat ist immer wieder Thema. Die Hunde der Predatoren werden wieder verwertet und die verschiedenen Kasten der Yautia spielen ebenfalls eine Rolle. Vor allem in Gestalt des aus dem Film „Predator: Upgrade“ bereits bekannten Super-Predators, der Jagd auf Vertreter seiner eigenen Rasse macht.
Damit hören die Bezugnahmen auf die „Predator“-Verfilmungen aber längst nicht auf. Denn wie aus der Inhaltsangabe ersichtlich, gibt es in „Predator: Die letzte Jagd“ einen Charakter namens John Schaefer. Der ist der Bruder des in John McTiernans „Predator“ von Arnold Schwarzenegger gespielten Dutch Schaefer. John ist auf der Suche nach seinem spurlos verschwundenen Bruder. Und er baut auch Bezüge zu „Predator 2“ auf, indem er erzählt, auch schon in New York nach Dutch gesucht zu haben, als hier ein Predator aufgetaucht sei.
Kurzum: Der Band ist, wie die gesamte Serie, eine echte Fundgrube für „Predator“-Fans. Obendrein ist die Story extrem flott und vor allem spannend erzählt und man fliegt förmlich durch die Seiten. Auch die Charakter-Erweiterungen rund um Theta verfangen. Sie wird als des Kampfes müde Frau gezeichnet, die sich ausgebrannt fühlt und nach Jahren der erfolglosen Jagd befürchtet, keine würdige Gegnerin mehr für einen Predator zu sein. Ihre größte Angst: Selbst zu einer Trophäe eines Predators zu werden.
Diese Selbstzweifel sind vor allem deshalb spannend, weil Theta ja tatsächlich der einzige Hauptcharakter einer Predator-Story ist, die nicht von den Yautia gejagt wird und darauf reagiert, sondern selbst die Jägerin ist. Was sie in den ersten zwei Bänden auch sehr selbstbewusst durchgezogen hat und ihr offensichtlich einen entsprechenden Ruf bei den Predatoren einbrachte. Doch mit nunmehr 40 hat sich da eine Menge verändert.
Wenig verändert hat sich bei der Optik. Auch „Predator: Die letzte Jagd“ bedient sich wie die Vorgänger eines bewusst dunkel gehaltenen Artworks mit kräftigen, sehr gedeckten Farben. Der Detailgrad der Zeichnungen schwankt stark. Vor allem bei den Predatoren und deren Rüstungen warten die Panels mit unzähligen Details auf. Die bereits erwähnte Brutalität äußert sich in Form zig abgetrennter und durch die Gegend fliegender Gliedmaßen und Schädel.
Und freilich transportiert auch „Predator: Die letzte Jagd“ in seinem Artwork zahlreiche bekannte Trademarks der Filme. Grünes Blut, die ikonischen Waffen der Yautia, ihre Fratzen, ihre Rüstungen, ihr Tarnmodus, alles findet sich in dem Band wieder. Schade ist, dass sich der Super-Predator optisch kaum von den anderen Predatoren abhebt. Und auch die angesteuerten Planeten der Geschichte sehen irgendwie alle gleich aus.
„Predator: Die letzte Jagd“: Rundes Ende einer interessanten „Predator“-Story
Meiner Meinung nach bringt „Predator: Die letzte Jagd“ die Storyline rund um die rachsüchtige Theta zu einem runden Ende. Viel Fanservice dank zahlreicher Bezugnahmen auf die filmischen Vorgänger, ungebremst brutale Predatoren und eine sehr hübsche Optik sind die Pluspunkte des Bandes. Leider hat Autor Ed Brisson diesmal keinen echten Clou wie in Band 2 rund um die Predatoren zu bieten. Dafür entwickelt er seine Hauptfigur glaubwürdig weiter und lässt den Leser mehr mit ihr bonden als im direkten Vorgänger.
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Informationen zur Veröffentlichung von „Predator: Die letzte Jagd“
Panini Comics vereinte in „Predator: Die letzte Jagd“ die vier Einzelhefte der im Original „Predator: The Last Hunt“ genannten Story. Einsteigerfreundliche Informationen zu den Vorgängerbänden, eine Galerie mit Cover-Artworks und Informationen zum Kreativ-Team hinter den Comics runden den Band ab.
Predator: Die letzte Jagd
Originaltitel: Predator: The Last Hunt
Von Ed Brisson (Autor), Francesco Manna und Eder Messias (Zeichnungen)
Taschenbuch: 116 Seiten, Deutsch
Verlag: Panini Verlags GmbH
Auflage: 1. Edition (31. März 2025)
ISBN-13: 978-3741639753
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