| Originaltitel: One Mile: Chapter Two__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2026__Regie: Adam Davidson__Darsteller: Ryan Phillippe, Amélie Hoeferle, Sara Canning, C. Thomas Howell, Sage Linder, Beverley Elliott, Phil Burke, Gabrielle Jacinto, Jude Wilson, Garfield Wilson u.a. |

Ryan Phillippe muss erneut gegen C. Thomas Howell ran.
Alex Beckett wird noch immer von den traumatischen Erlebnissen verfolgt, in deren Verlauf sie von ihrem Vater Danny vor dem Zugriff einer seltsamen Redneck-Gemeinde bewahrte wurde. Ansonsten läuft es bei ihr aber super.
Sie hat sich gut an ihrem neuen College eingelebt. Schüler und Lehrkörper respektieren ihr Können und sie hat einen netten Verehrer. Und auch mit der Familie ist alles in Ordnung. So sehr, dass sie sich regelrecht darauf freut, ihren Vater und ihre Mutter in den nächsten Tagen zu besuchen.
Doch dazu soll es gar nicht kommen, denn auf einmal steht ein totgelaubter alter Bekannter vor Alex und verschleppt sie erneut in seine nach wie vor existente Gemeinde. Als Danny Beckett davon Wind bekommt, zieht er umgehend los, um seine Tochter zu befreien.
Schaut in den Actionthriller hinein
Eine Meile mal zwei
„One Mile: Chapter Two“ kommt etwas schneller aus dem Startblock als der Vorgänger. Was nicht verwundert, sind die wesentlichsten Figuren doch allesamt etabliert. Entsprechend präsentiert der Film zunächst nur kurze Ausschnitte aus dem Leben seiner Helden seit den Vorgängen in „Chapter One“. Danny versucht, sich in seinem neuen Leben ohne Armee zurechtzufinden und sucht etwa einen neuen Job. Alex genießt ihr College-Leben mitsamt Lehrinhalten und fröhlichen Partys. Bei beiden blitzen aber immer mal wieder Erinnerungen an die traumatischen Vorgänge aus „Chapter One“ auf.
Haben die Lumpen dann Alex verschleppt, spürt man als Zuschauer sofort, wie die verbleibenden gerade mal 60 Minuten ablaufen müssen. Doch Regisseur Adam Davidson („Shooter“) findet wie schon beim Vorgänger einfach nicht das Gaspedal. Sein „One Mile: Chapter Two“ bleibt seltsam betulich. Man spürt, dass der Filmemacher diesmal gerne die Dynamik der Figuren in der Redneck-Gemeinde durchleuchten würde, aber er hat tatsächlich nichts zu erzählen, was interessant wäre.

Ryan Phillippe macht erneut eine gute Figur als Ex-Soldat Danny.
Der Film beginnt sich massiv zu ziehen. Langeweile kommt auf. Und Danny darf einfach nicht loslegen. Eher im Gegenteil. Er hat viel weniger zu tun als im Vorgänger. Dabei macht die Choreographie vom gleichen Team wie bei „Chapter One“ nach wie vor Laune. Ist stiff, effektiv und so gar nicht verspielt. Wenn Danny ausholt, dann will er, dass der Gegner liegenbleibt. Leider ist das Gegneraufkommen ebenso gering wie die Gegenwart von Leuten, die mit Danny mithalten könnten.
Die größte Enttäuschung: Wer nach „One Mile: Chapter One“ auf einen fetten, alles klärenden Showdown in „One Mile: Chapter Two“ gehofft hat, der wird eine astreine Enttäuschung erleben. Keine Ahnung, ob dem Team zum Ende hin das Geld ausgegangen ist oder man keinen Bock mehr auf richtige Action hatte, aber das, was man nun als „großes Finale“ präsentiert bekommt, ist kaum weniger als ein echter Abfuck. Dabei laufen zig Gegner auf und wird ein Setting präsentiert, das förmlich danach schreit, in die Luft gejagt zu werden. Am Ende wird hier jedoch jeder Actionfan ein langes Gesicht machen. Versprochen.

C. Thomas Howell gibt den Anführer einer eigenartigen Gemeinde.
Dass der Film „back to back“ mit dem Vorläufer produziert wurde, sieht man an allen Ecken und Ende. Hier gibt es keinerlei Variationen in der Inszenierung. Der Film wirkt arg TV-ig. Es gibt viel Laubwald aufs Auge. Wenigstens nicht farbkorrigiert, aber trotzdem alles andere als fett aussehend. Und wie im ersten Teil macht die Musik mehr Action, als man im fertigen Streifen zu entdecken vermag. Zumindest vor CGI-Fails muss man sich hier, abgesehen von seltsamen Rückprojektionen bei einer Autofahrt, nicht fürchten.
Darstellerisch hat sich im Vergleich zu „One Mile: Chapter One“ nichts verändert. Ryan Phillippe („One Shot“) überzeugt als besorgter Vater. Hat hier aber deutlich weniger Screentime abbekommen und darf auch nur selten mit Amélie Hoeferle („Night Swim“) in der Rolle seiner Filmtochter interagieren. Was wirklich schade ist. C. Thomas Howells („Hitcher“) Screentime wurde dafür deutlich aufgesattelt, ohne dass es seiner Figur und deren Bedrohlichkeit zuträglich wäre.
„One Mile: Chapter Two“ ist ein alles andere als runder Abschluss
„One Mile: Chapter Two“ hatte mich schon im frühen Verlauf verloren. Das unrunde und vor allem viel zu langatmige Erzähltempo hatte mich weit aus der Kurve getragen. Gegen Ende wurde ich dann aber regelrecht sauer auf die Dramaturgie des Filmes. Im Minutentakt zaubern Regie und Drehbuch nun die seltsamsten Gründe aus dem Hut, warum Danny und Alex nicht von der seltsamen Gemeinde weg können oder noch einmal zu ihr zurückkehren müssen. Die finale Wendung dahingehend hat mich regelrecht wütend in Richtung TV brüllen lassen.
Und nach all diesem Ärger präsentiert „One Mile: Chapter Two“ nicht einmal ein herrlich brutales Finish, um wenigstens den Actionfan einigermaßen zu besänftigen. Wow. Angesichts des durchaus ordentlichen Einstiegs mit „One Mile: Chapter One“ ist die zumindest handwerklich okaye Fortsetzung eine echte Enttäuschung.
![]()
Wie Teil eins wertet Paramount Pictures auch „One Mile: Chapter Two“ ausschließlich digital aus. Der im Vergleich zum Vorgänger in Sachen Brutalität deutlich herunter gepegelte Actionfilm hat hier eine Empfehlung ab 16.
In diesem Sinne:
freeman
Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love
| Copyright aller Filmbilder/Label: Paramount Pictures Home Entertainment__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, nur digital |





