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Bloodwork

Originaltitel: Bloodwork__Herstellungsland: Kanada, USA__Erscheinungsjahr: 2011__Regie: Eric Wostenberg__Darsteller: Travis Van Winkle, Tricia Helfer, Eric Roberts, Mircea Monroe, John Bregar, Joe Pingue, Stephen Bogaert, Rik Young, Anna Ferguson, Vas Saranga, James Purcell u.a.
Bloodwork

Eric Roberts als Zaungast in dem gelungenen Horrorstreifen “Bloodwork”

Greg und Rob sind Studenten und als solche immer knapp bei Kasse. Da stolpert Greg über ein interessantes Angebot: Man könne an einer medizinischen Studie teilnehmen und für einen zwei Wochen dauernden Medikamententest über 3000 Dollar einstreichen. Greg ist sofort Feuer und Flamme für den Plan und überredet auch Rob, an dem Bewerbungsgespräch teilzunehmen. Ein Mittel gegen Allergien werde in der Versuchsreihe getestet, unterbreitet ihnen die scharfe Dr. Wilcox, die das Gespräch mit beiden führt. Irgendwann hat man auch Rob mürbe argumentiert und beide Freunde nehmen an der medizinischen Studie teil. Doch schon nach der ersten Dosis plagen Rob Albträume und eine sehr tiefe, durch einen anderen Probanden beigefügte Schnittwunde verheilt innerhalb von wenigen Stunden. Nach der zweiten Dosis sehen sich Rob und Greg Tests ausgesetzt, die jedem Dschungelcamp alle Ehren machen würden. Was ist hier nur los und welche Pläne haben Dr. Wilcox und die Auftraggeber der Studie wirklich?

Dass es sich bei dem getesteten Wirkstoff RX-Z19 um kein Antiallergen handelt, dürfte dem versierten Thriller- und Horrorfan von Anbeginn an bewusst sein. Das wäre aber auch ein wenig langweilig geworden. Stattdessen spielen einige Wissenschaftler mal wieder Gott. Das kennt man ja. Das gestaltet sich zu Beginn von „Bloodwork“ sogar durchaus lustig. Denn der Horrorstreifen beginnt mit einem sehr lockern und luftigen Ton und erinnert in den ersten 30 Minuten eher an eine Komödie denn an einen Horrorstreifen. Doch mit Verabreichung der ersten Dosis kippt die Stimmung gewaltig. Ein Patient geht auf andere los, es wird offenkundig, dass RX-Z19 nicht das ist, wofür man es gehalten hat und die beiden Protagonisten beginnen sich stark zu verändern.

Bloodwork

Ein Hausärztin, die wie Tricia Helfer ausschaut, hätte wohl jeder gerne …

Wider Erwarten wird aus dem großspurigen und jedem Frauenrock hinterher steigendem Lebemann Greg der Held der Chose, während sein umsichtiger Kumpel Rob, dem man als Zuschauer in den ersten Minuten eindeutig die Final Girl Rolle zuschiebt, mehr und mehr in den Hintergrund rückt und sehr eigenartige Verhaltensweisen an den Tag legt. Diese Charakterentwicklung kommt vor allem Greg Darsteller Travis Van Winkle („Der Übergang – Rites of Passage“) extrem entgegen, da er spätestens ab Mitte des Streifens vollkommen neue Facetten seiner Figur erkunden und seinen Greg zu einem deutlich greifbareren Charakter machen kann. Schade ist allerdings, dass man den zu Beginn sehr starken John Bregar („Left for Dead“) als Rob so extrem zurücknimmt und ihn nicht stärker als Antipoden von Greg aufbaut. Dies hätte dem Spannungsbogen sicherlich nicht geschadet. Zumal jener eh ein wenig in sich zusammenbricht, als eine solide Tricia Helfer („Battlestar Galactica“) als Dr. Wilcox für meine Begriffe viel zu früh verkündet, was es mit dem Impfstoff auf sich hat. Zwar bleiben einige Fragen offen, allerdings spürt man mit zunehmender Laufzeit, dass der Film für genau diese Fragen auch keine Antworten geben will oder kann.

Bloodwork

Ab einem gewissen Zeitpunkt ist in “Bloodwork” auch Flucht keine Option mehr!

Ab diesem Zeitpunkt, an dem „Bloodwork“ die Hosen heruntergelassen hat, ändert der Film noch einmal den Ton. Nach einem komödiantischen Einstieg und einem atmosphärisch stimmigen Mittelteil, in dem Greg „ermittelt“ und die Vorgänge in der Forschungseinrichtung immer seltsamer werden, zieht der Film nun tempomäßig an und wird es auch deutlich härter. Die Studienteilnehmer werden zunehmend aggressiver, sie erinnern immer mehr an Drogensüchtige und sie entwickeln eine Art Allmachtsfantasie, die sie aus einer gewissen Art der „Unbesiegbarkeit“ ziehen. Ein kleines Fünkchen bringt das Fass dann zum Überlaufen und die von einem Mitarbeiter der Einrichtung als „Zombies“ bezeichneten Teilnehmer der Studie gehen auf alles und jeden los, nur um eine weitere Dosis RX-Z19 zu bekommen. In der Folge wähnt man sich wirklich in einem Zombiefilm: Es wird ausgeweidet, das Blut fließt in Strömen, Kannibalismus bricht sich Bahn, ein Kopf wird von den Schultern gehackt und und und…

Bloodwork

Im Showdown von “Bloodwork” gibt es amtlich Gekröse …

Die verschiedenen Akte von „Bloodwork“ greifen recht gut ineinander und münden immer mal wieder in Szenen, die für einen Film dieses Kalibers fast schon ein wenig zu gut sind. So eine extrem beklemmende Operationsszene, in der einem Patienten die durch die Impfungen zuteil gewordenen „Kräfte“ jedwede lebensrettende Maßnahme unmöglich machen. Dennoch hat der Film auch einige sehr offenkundige Schwächen: Die Spannungskurve zieht eigentlich erst im letzten Akt so richtig an, die hinter den ganzen Vorgängen steckenden Dunkelmänner werden für den Film nie wichtig, manche Plotwendung wirkt ein wenig arg bemüht, aus dem Setting der Forschungsstation wird leider nicht viel herausgeholt, obwohl so Krankenhausgänge schon per se etwas sehr Kaltes und Bedrohliches haben, und der langweilige Schlussgag verpufft extrem. Auch ist es schade, dass man Eric Roberts („The Expendables“) als „Man in Suit“, wie er im Abspann genannt wird, nicht sinnvoll in den Film integriert bekommt und er letzten Endes nur ein uninspiriertes Cameo absolviert. Ansonsten kann man dem routiniert und geerdet inszenierten „Bloodwork“ eigentlich nur bescheinigen, dass er aus seinen Möglichkeiten ziemlich viel herausgeholt hat und hier und da durchaus zu überraschen vermag: Sei es in der Zeichnung der beiden Hauptfiguren (die anderen Figuren sind leider nicht viel mehr als wandelnde Klischees, haben aber zumindest hier und da nette Hupen) oder dem recht hart ausgefallenen Showdown. Am Ende bleibt ein dem Genre zwar keinerlei neue Impulse liefernder Film, der allerdings überaus routiniert, ziemlich unterhaltsam und erstaunlich rund laufend daherkommt.

Die deutschen DVDs und Blu-rays zum Film kommen von EuroVideo und sind mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: EuroVideo__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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