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Desert Dawn

Originaltitel: Desert Dawn__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Marty Murray__Darsteller: Cam Gigandet, Kellan Lutz, Chad Michael Collins, Texas Battle, Mike Ferguson, Mike Wolfe, William Christopher Watson, Niko Foster, Helena Haro, Guillermo Iván, Veronica Montes u.a.
Desert Dawn DVD Cover

Kellan Lutz und Cam Gigandet ermitteln in „Desert Dawn“.

Als nach dem Verlust seiner Eltern auch noch seine Schwester spurlos verschwand, verfiel Luke dem Alkohol. Um mit seiner Vergangenheit aufzuräumen, entsagte er dem Feuerwasser und ging für Jahre nach Los Angeles, um hier als Cop zu arbeiten. Nun ist er in seine Heimatstadt zurückgekehrt und bekommt den Posten als Sheriff anvertraut. Als solcher muss er direkt in einem Todesfall ermitteln.

Ein Kerl wurde tot in seiner Karre aufgefunden. Die Indizien legen einen Selbstmord nahe. Zweifel an der Theorie kommen Luke, als er eine Tasche voller Knete in der Karre findet. Knete, an der plötzlich zahlreiche Parteien erhöhtes Interesse haben. Zudem hat der Kerl das Foto einer toten Dame auf seinem Handy. Mit voller Power stürzt sich Luke in den Fall und sticht in ein Wespennest.

Schaut in den Film hinein

Action mit Kellan Lutz und Cam Gigandet

Mit Cam Gigandet, Kellan Lutz, Chad Michael Collins und Guillermo Iván fährt der Actionthriller „Desert Dawn“ einige actionerprobte und vor allem junge Darsteller auf. Wer aufgrund eines derart kernigen Casts jedoch einen Actionknaller erwartet, dürfte eine echte Enttäuschung erleben. Denn „Desert Dawn“ tut sich lange Zeit verdammt schwer, überhaupt auf Kurs zu kommen. Und er kann vor Klischees kaum laufen.

Das Schlimmste: Er versucht nicht einmal, die Klischees zu brechen oder wenigstens zu variieren. Das macht den Film vollkommen vorhersehbar. Seine Figuren sind pure Schablonen echter Charaktere, es kommt niemals irgendwelche Spannung auf und sogar die Dialoge hat man teils genauso schon viel zu oft gehört. Zudem tritt Hauptfigur Luke in seinem ersten Fall beständig auf der Stelle. So kommt „Desert Dawn“ niemals aus den Puschen – und es passiert tatsächlich nichts.

Damit dann irgendwann auch mal der Abspann kommen kann, lädt der Oberbäddie final einfach zur Ballerei in sein eigenes Hotel ein. Und der Zuschauer fragt sich, wie dumm man eigentlich sein kann? Zum einen wird das Gebäude ja definitiv Schaden nehmen, zum anderen muss er sich dann ja um die Leichenbeseitigung kümmern. Aber hey, Mit-Drehbuchautor und Stunt-Legende Art Camacho („Assassin X“) war noch nie für gutes Storytelling bekannt.

Leider liefert er auch als Regisseur der Second Unit nicht wirklich ab. Vorm Showdown lässt er seine Darsteller ein bis zweimal kurz ballern. Hier etabliert er ein seltsames Stilmittel: Bei jedem Schuss zittert die Kamera. Vielleicht sollte das mehr Druck und Dynamik bringen, funktioniert aber Null. Im Showdown lässt er davon zwar etwas ab, verzichtet aber nicht gänzlich darauf. Prinzipiell hat der Showdown schon das Potential zu rocken, denn er zieht alle wesentlichen Figuren zusammen und plant, sie verrecken zu lassen. Doch auch das klappt nicht wirklich befriedigend.

Das eigentlich schön lang laufende Finish zerfasert nämlich seltsam. Es wird geballert, dann gelabert, dann geballert, dann wieder gelabert. Das Finale wirkt entsprechend nicht aus einem Guss. Das CGI-Blut und die CGI-Mündungsfeuer nerven. Obendrein wird das Hotel so gar nicht zerstört. Und es gibt trotz des actiontechnisch versierten Casts und des fähigen Actionregisseurs keine cool choreographierten Infights oder dynamische Ballereinlagen. Verschenkt.

In technischer Hinsicht bietet der von Marty Murray („Rumble“) dirigierte Actionthriller solide Standardkost ohne große Höhen und Tiefen. Und obschon der Film im Wüstenumfeld spielt, verzichtete Murray auf Farbkorrekturen in Richtung Sepiafarben. Danke dafür. Total belanglos gerät der egale Score zum Film, der nicht einmal in der Action aufzutrumpfen versucht.

Die Darsteller agieren ganz okay. Kellan Lutz („The Expendables 3“) wirkt in seinen dramatischeren Momenten immer mal wieder ein wenig überfordert. Und der Mime wirkt seltsam schwammig im Gesicht, ich hatte teils echt Mühe Kellan Lutz richtig zu erkennen. Cam Gigandet („Love Hurts“) hatte sichtlich gar keinen Bock auf den Film und spielt wie Flasche leer. Und Chad Michael Collins („Sniper: Rogue Mission“) darf wie Guillermo Iván („Nur noch 6 Stunden“) einfach gar nichts zeigen.

„Desert Dawn – Es gibt kein zurück“ oder kerniger Cast trifft lustloses Skript

Alleine die kleine Abhandlung zum Cast von „Desert Dawn“ zeigt, wie vehement hier das vorhandene Potential für einen flotten Actioner liegen gelassen wurde. Warum verpflichte ich zahlreiche „junge Wilde“ und lasse die dann so gut wie nichts zur Action beitragen? Obendrein ist die Action im Film wenig begeisternd und kommt viel zu selten auf. Stattdessen folgen wir einer lahm und ziellos geskripteten Story, die an wirklich lustlos und unmotiviert gezeichneten Figuren gereicht wird. Das Ergebnis ist nun kein Totalausfall, aber es ist verdammt langweilig.

03 von 10

Der Streifen startete Anfang Juli in seine digitale Auswertung. Ab dem 7. August 2025 könnt ihr ihn auf DVD und Blu-ray von Tiberius Film erwerben – uncut und freigegeben ab 16.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label Tiberius Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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