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HellKat

Originaltitel: HellKat__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2021__Regie: Scott Jeffrey, Rebecca Matthews__Darsteller: Adrian Bouchet, Sarah T. Cohen, Richard D. Myers, Abi Casson Thompson, Michael Hoad, Ryan Davies, Lewis Sycamore, Ricardo Freitas, Serhat Metin, Frances Katz u.a.
HellKat MMA gegen Dämonen

In “HellKat” können sogar die Dämonen MMA!

„HellKat“ macht es einem direkt zu Beginn sehr schwer, ihn zu mögen. Da wären zunächst die Produzenten des Labels „Uncork’d Entertainment“. Zu selbigem hat sich bei mir eingebrannt, dass die Menschen hinter dem Produktionsstudio / Vertrieb etwas gegen einen ordentlichen Schwarzwert haben müssen. Deren Filme sind nämlich immer lähmend mausgrau. Schwarz sind hier nur die Widescreen-Balken, wenn die Macher denn mal dieses Format wählen. Bei „HellKat“ ist es so.

Hat dann der Film begonnen, schaut man entgeistert auf eine hässliche Rückprojektion, bei der eine junge Dame an Getreidefeldern entlang cruist. Bleibt der Wagen dann wegen einer Panne liegen, steigen ungelogen CGI-Rauchschwaden aus dem Motorblock. Es kann eigentlich nur noch besser werden. Wird es aber nicht wirklich.

Eigentlich ist der Kerl, der Katrina Bash unvermutet aufgelesen hat, nachdem ihr Wagen liegengeblieben war, gar nicht so übel. Er quatscht zwar etwas viel, aber zum Glück ist er kein Serienvergewaltiger. Plötzlich wird Katrina aber hellhörig. Der Kerl kennt sie offensichtlich. Und auf einmal bleibt er doch unvermittelt in der Pampa stehen und wird aufdringlich. Da zückt Katrina eine Waffe und ballert ihm in die Fresse. Die hernach zur Dämonenfratze mutiert. Was ist hier los? Und wieso hat Katrina eine gewaltige Narbe am Hals?

Sie landet in einem kleinen Städtchen und dient sich einem Barbesitzer als Putzkraft an. Eines Tages läuft sie wieder dem Kerl über den Weg, dem sie unlängst den halben Schädel weggeballert hat. Und der macht ihr ein Angebot: Wenn die einst gefeierte MMA-Fighterin in seinem Underground-Fightclub antritt, will er einen Menschen aus ihrer tragischer Vergangenheit wieder zum Leben erwecken. Da ihm das bei sich selbst hervorragend gelungen ist, zweifelt Katrina auch nicht groß. Sie sagt zu und muss in einem ungewöhnlichen Turnier antreten. Ihre Gegner sind nämlich Dämonen!

Schaut in den MMA-trifft-auf-Dämonen-Schlock hinein

„HellKat“ startet unvorteilhaft. Die Tatsache, dass in den folgenden 30 Minuten einfach nur viel zu viel gelabert wird, ohne dass dies dem Streifen irgendetwas bringen würde, macht es nicht wirklich besser. Doch mit weiterem Verlauf muss man zumindest festhalten, dass die Story um Schuld und Sühne durchaus den einen oder anderen interessanten Moment hat. Vor allem der enthemmt overactende Ryan Davies als nicht totzukriegender Jimmy hat was und sorgt für ein paar schöne What-the-Fuck-Momente. Schlecht für den Film ist, dass dessen eigentlicher Clou viel zu schnell durchschaut ist.

Nach 45 teils zu langen Minuten startet dann endlich der Turniermodus durch. Blöderweise entwickelt der keinerlei Dramatik. Und Spannung will erst recht nicht aufkommen. Was vor allem daran liegt, dass man bis auf Katrina keinen der Kombattanten kennenlernen durfte, diese in dem Turniermodus aber eine erstaunlich starke Relevanz eingeräumt bekommen. Sprich: Wir bekommen jeden einzelnen Fight bis zum Finale kredenzt. Und da einem vollkommen Wumpe ist, wer da gewinnt, ist man nie drin in dem Turnierverlauf.

Die Fights werden in einem Keller abgewickelt. Es gibt keine Kommentatoren, kein Publikum, nichts. Alles ist sehr schmucklos und öde. Und die Fights sind viel zu kurz, um selbst eine Dramaturgie zu entwickeln. Witzig ist auch, dass Sarah T. Cohen brutal offensichtlich gedoubelt wird. Als einzige zieht sie sich vor jedem Fight urplötzlich eine OP-Schutzmaske auf (Corona-Kommentar?) und bewegt sich ab sofort vollkommen untypisch zu ihren bisher präsentierten Bewegungsabläufen.

Zumindest hat ihr Double echt was auf dem Kasten. Überhaupt sind die Fighter, vor allem jene unter den durchaus ansehnlichen Dämonenmasken, echt gut drauf. Feuern teils sogar richtig schön spektakuläre Moves ab. Auch die Choreographien verfangen und die Kamera ist sehr dynamisch unterwegs, um die Fights einzufangen. Letztere nervt nur mit der Entscheidung, bei manchen Fights besonders harte Treffer mit zu verwackeln. Das will wirklich keiner sehen.

Von der FSK-18-Freigabe der deutschen Scheiben sollte man sich nicht zu viel erwarten. Die Fights sind vollkommen harmlos. Nur bei Action abseits der Fights darf auch mal Blut bei Einschüssen und dergleichen spritzen. Im Grunde wäre eine Freigabe ab 16 aber vollkommen ausreichend gewesen.

„HellKat“ ist nicht wirklich dämonisch gut

Leider durfte „HellKat“ mal wieder nicht zu viel kosten. So sparte man sich nicht nur das Publikum bei den Fights, sondern auch schön anzusehende Sets oder gute Schauspieler. Warum man etwa die in der Action bereits komplett gedoubelte Sarah T. Cohen so dringend als Hauptdarstellerin wollte, man erahnt es nicht. Denn sie bekommt mit ihrem unbedarften Spiel nicht einmal in den dramatischen Szenen ihrer Figur den Zuschauer auf ihre Seite gezogen.

Was bleibt, ist ein storytechnisch gar nicht mal so uninteressanter Streifen, der aber mit viel zu vielen nichtssagenden Dialogen und Szenen immer wieder das Tempo rausnimmt. So werden selbst sehr kurze 75 Minuten Laufzeit ziemlich lang. Startet dann der Actionpart im Film, bekommt der Fan ein paar erstaunlich gute Fights von sichtlich guten Kampfsportlern geboten, aber auch hier ist man eher außen vor als mittendrin. Es fehlen eine nachvollziehbare Dramaturgie, Härte und begeisternde Momente.

3 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film kommt von White Pearl Movies und Daredo und ist mit einer FSK 18 ungeschnitten. Extras zum Film hat es keine.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: White Pearl Movies / Daredo__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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