| Originaltitel: Haipaibeu__Herstellungsland: Südkorea__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Kang Hyeong-cheol__Darsteller: Lee Jae-in, Ahn Jae-hong, Ra Mi-ran, Kim Hee-won, Yoo Ah-in, Oh Jung-se, Jang Gwang, Kim Won-hae, Lee Dong-hwi, Park Jinyoung, Hyun Bong-sik, Park Hyung-soo u.a. |

Etwas andere Superhelden-Action in „Hi Five“.
Ein junger Mann hat versucht, sich selbst umzubringen. Nachdem er aufgefunden wird, muss es schnell gehen. Er wird eilig in ein Krankenhaus verbracht. Hier kann man jedoch nur den Tod feststellen. Doch der Mann könnte noch einige Menschen retten. Denn er ist Organspender. Herz, Lunge, Leber, Nieren, Augenhornhäute und Pankreas werden ihm entnommen. Direkt danach löst sich der Tote in Luft auf. Wer war der Mann, was ist mit ihm geschehen?
Die Rätsel hören damit noch lange nicht auf. Denn die Patienten, die seine Organe erhalten, bemerken extrem schnell besondere Veränderungen an sich. Park Wan-seo etwa hat das Herz erhalten. Nun ist die begeisterte Taekwondo-Kämpferin extrem schnell und noch viel stärker. Als sie dem Taugenichts Park Ji-seong begegnet, merkt sie schnell, dass der ganz besondere Lungenkapazitäten zu haben scheint. Wie sich herausstellt, wurde ihm unlängst eine neue Lunge implantiert.
Park Ji-seong versucht sich aktuell als Drehbuchautor, Schwerpunkt Heldengeschichten. Superheldengeschichten. Er etabliert nun die Regeln des Filmes. Theoretisch können sechs menschliche Organe transplantiert werden. Entsprechend müssen in Korea noch vier weitere Menschen leben, die Superkräfte durch eine Organtransplantation erhalten haben. Und, so will es die Erzählkunst, einer von ihnen ist garantiert ein Bösewicht.
Gemeinsam machen sich die beiden neuen Superhelden daran, die anderen Mitstreiter und den Bösewicht zu finden. Letzterer tut es ihnen gleich. Seine Überlegung: Was könnte er für ein krasser Supermensch werden, wenn man einfach alle Wunderorgane in seinen Körper verpflanzt? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Witziger Superheldenfilm aus Südkorea
Im Sinne des Genres der Superheldenfilme erzählt der südkoreanische Kinohit „Hi-Five“ eine astreine Origins-Story. Sechs Menschen erhalten hier durch einen eigenwilligen Zufall ganz besondere Kräfte. Sie werden besonders stark, können Menschen heilen, pusten wie ein Tornado, Elektronik beeinflussen, anderen die Lebensenergie entziehen oder die Kräfte anderer bündeln und weitergeben. Und freilich haben sie anfangs keine Ahnung, wie sie diese Kräfte sinnvoll einsetzen sollen.
Für die Helden bedeutet das: Sich gegenseitig finden und dabei helfen, die Kräfte zu entschlüsseln. Beim Bösewicht ist sofort klar, wie er tickt und was er erreichen will. Doch auch er steht vor großen Aufgaben. Wie soll er die anderen finden und ihnen ihre Kräfte nehmen? Und was stellt er dann damit an? Es gibt also viel zu erzählen für „Hi-Five“. Aufgrund gleich sechs verschiedener Charaktere, die obendrein alle ihr Päckchen zu tragen haben, wird das für die Dramaturgie ab und an ein wenig zu viel.

Vier der fünf guten Superhelden aus „Hi-Five“. Foto: Jeong Kyung-hwa
Vor allem die Dynamik der Helden untereinander leidet darunter und entwickelt sich eher zäh. Im Gegensatz dazu macht das Erkunden der Spezialkräfte der einzelnen Figuren richtig Spaß. Im Großen und Ganzen springt der Funke beim Zuschauer leider nie vollends über. Der mag die sympathischen Figuren, die obendrein toll gespielt sind, aber ein paar weniger oder ein stärkerer Fokus auf ein oder zwei Charaktere wären definitiv nicht verkehrt gewesen.
Die eigentliche Story indes wird mit Power nach vorne getrieben. Langweilig wird die Superheldenmär dementsprechend nie. Beständig passiert etwas, beständig prasseln neue Entwicklungen auf den Zuschauer ein. Und um das Tempo noch mehr anzuziehen, setzt Regisseur Kang Hyoung-chul, der auch das Drehbuch schrieb, immer mal wieder auf turbulente Action.

Park Wan-seo trotzt der Schwerkraft. Foto: Foto: Jeong Kyung-hwa
Die erinnert in ihrer Überdrehtheit und in der Art der eingesetzten Special Effects stark an „Kung Fu Hustle“. Das lässt die Action durchweg sehr comichaft rüberkommen – mit Effekten, die immer als solche zu enttarnen sind, aber richtig gut zum Ton von „Hi-Five“ passen. Der ist nunmal eher leicht überdreht und hat einen starken Fokus auf eine humorvolle Entwicklung. Entsprechend wird hier die Physik bis ins Extrem gebeugt und die Bewegungsabläufe der Figuren sind schon reichlich kurios. Aber es passt halt.
Am meisten machte mir dahingehend eine Szene Spaß, in der der Taekwondo-Trainer von Park Wan-seo, der zugleich ihr Vater ist, sie vor einer Bande Fieswichte beschützen will. Während er mit seinen Tritten und Hieben nur wenig gegen die Lumpen ausrichten kann, greift Park Wan-seo immer wieder sehr gewitzt in den Kampfverlauf ein und lässt irgendwann ihren Vater damit glauben, er sei eine Art Superheld. Klasse.

Park Wan-seo (rechts) kickt gegen den von K-Pop-Superstar Park Jin-young gespielten Lump. Foto: Jeong Kyung-hwa
Auch eine weitere Großactionszene um eine Verfolgungsjagd findet viele Möglichkeiten für gewitzte Momente und macht daher viel Spaß. Mühe hatte ich nur mit dem viel zu langen Showdown. Der will gefühlt kein Ende nehmen und verläuft leider etwas arg repetitiv. Obendrein will er etwas dramatischer sein, weshalb hier nur ein paar witzige Sprüche eingebaut werden, während es in der Action schon gefühlt um alles geht.
Was am Showdown allerdings schwer beeindruckt, ist sein gewaltiges Setting. Das macht einiges her. Allgemein ist der Blockbuster sehr wertig inszeniert. Setzt immer mal wieder auf Komplementärfarben, um seinen Comicanstrich zu unterstreichen. Auch sonst herrscht eine kräftige Farbigkeit vor. Vor allem zu Beginn fällt zudem eine gewisse Vorliebe für Weichzeichner auf. Musikalisch geht das Gebotene absolut in Ordnung. Ein Einsatz eines Rick-Astley-Songs macht richtig Laune.
„Hi-Five“ bietet ein locker-fluffiges Gegenprogramm zu aktuellen Superheldenfilmen
„Hi-Five“ mag seine Figuren ernstnehmen, sich selbst nimmt er aber nicht immer für voll. Über nahezu jeder Szene schweben Humor oder Ironie. Die verleihen dem Streifen eine locker-leichte Anmutung, die ihm richtig gut tut und ihn vom aktuellen Superhelden-Einerlei deutlich abhebt. Die (etwas zu vielen) Figuren funktionieren, ihre Darsteller liefern ab und auch der Bösewicht bietet eine gut überdrehte Show – inklusive erwartbarem, aber gut aufgebautem Motiv. Gespielt wird er im Übrigen unter anderem von Park Jin-young, einem Mitglied der K-Pop-Band „Got7“.
Gewitzte und leichtfüßige Action, ein ordentliches Erzähltempo, eine feine technische Inszenierung und die bewusst trashy-comicesk gehaltenen Effekte passen hervorragend zu dem Konzept des Streifens. Der zu groß gedachte Showdown sowie die insgesamt nicht ganz stimmige Team-Chemie sorgen ebenso für Abzüge wie die Tatsache, dass „Hi-Five“ gerade in seinem Showdown seine eigene innere Logik ein wenig bricht. Ansonsten bekommt man hier ein extrem sympathisches Feelgood-Movie, das angenehm kurzweilig zu unterhalten vermag. Und auch wenn die Macher sich mit dem Teasen zurückhalten, könnte man hier durchaus noch Abenteuer folgen lassen.
Starke:
![]()
Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erscheint am 11. Dezember 2025 von dem Label Ascot Elite Entertainment. Der Film hat ungeschnitten eine Freigabe ab 12 und kommt leider bar jedweder Extras. Ihr könnt den Film auch streamen.
In diesem Sinne:
freeman
Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love
| Copyright aller Filmbilder/Label: Ascot Elite Entertainment__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja |





