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Interview mit Skyler Davenport und Randall Okita über „See for Me“

Am 20. Mai 2022 wird der kanadische Thriller „See for Me“ in physischer Form für eure Heimkinos erscheinen. Wir haben euch den spannenden Film, in dem eine blinde Cat-Sitterin an diebische Einbrecher gerät und sich mittels App von einer amerikanischen Kriegsveteranin gegen die Eindringlinge helfen lässt, bereits ausführlich in einer Kritik vorgestellt. Zudem hatten wir die Gelegenheit zu einem kurzen und knackigen Wortwechsler mit Hauptdarstellerin Skyler Davenport und Regisseur Randall Okita.

For our English speaking fans: we have the original versions of the interviews on page two of this article.

Wie sich Skyler Davenport in den „See for Me“-Dreh einbringen konnte

Skyler Davenport im Interview über See for Me

Wir haben uns mit Skyler Davenport über “See for Me” unterhalten. Copyright: Wildling Pictures / Atlas Film

Wir beginnen mit Skyler Davenport. Die am 22. Mai 1992 geborene, tatsächlich sehbehinderte Schauspielerin spielt in „See for Me“ die blinde Sophie.

Hallo Skyler! Eine kleine Recherche meinerseits hat ergeben, dass Du schon lange als Synchronsprecherin und Seriendarstellerin tätig bist. Mit “See for Me” gibst du nun Dein Spielfilmdebüt. Hattest Du großen Respekt vor dieser neuen Herausforderung und was hat Dich daran besonders gereizt?

Skyler Davenport: Für mich war es nicht so sehr eine Herausforderung, sondern vielmehr eine sehr willkommene Abwechslung. Ich hatte nicht die Absicht, in der Voice-Over-Branche zu bleiben, und „See for Me“ war einfach der erste Spielfilm, der sich mir anbot. Mir gefiel die Idee, eine sehbehinderte Person in den Mittelpunkt eines Action-Thrillers zu stellen, woran die Leute meiner Meinung nach nicht oft denken. Vor allem, weil Sophie ziemlich unberechenbar und schwer vorhersehbar ist!

Konntest Du Deine eigenen Erfahrungen als Sehbehinderte in das Drehbuch einfließen lassen – denn ich finde, der Film wirkt sehr realistisch, vor allem in diesen Momenten…

Skyler Davenport: Ja, wir hatten viele, viele Momente am Set, in denen ich mich sowohl mit dem Regisseur als auch mit den Drehbuchautoren über die Körperlichkeit der Geschehnisse unterhalten habe und darüber, ob etwas realistisch ist oder nicht. Selbst das „einfache“ Hinunterlaufen eines Flurs mit Treppen wird für jemanden mit einer Sehbehinderung ganz anders aussehen. Wir mussten sicherstellen, dass die gesamte Handlung realistisch und nicht „übermenschlich“ wirkt und der Film gleichzeitig ein hohes Tempo hat.

Ich bin kein großer Fan von Smartphones, aber dank des Films habe ich den Eindruck, dass Smartphones das Leben für blinde Menschen sehr erleichtern können. Sind Smartphones wirklich ein solcher – nennen wir es mal – Game Changer, wie es in „See for Me“ dargestellt wird?

Skyler Davenport: Für mich persönlich würde ich sagen: Nein. Obwohl ich die Technologie und alles, was sie für uns tut, sehr schätze, finde ich es ziemlich schwierig, ein Telefon zu benutzen. Ich denke, das kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein, aber auch ich finde, dass Smartphones eine Mischung aus Vor- und Nachteilen sind.

Skyler Davenport Interview über See for Me

Skyler Davenport muss sich in “See for Me” einiger Lumpen erwehren. Copyright: Wildling Pictures / Atlas Film.

Wie bist du Teil des „See for Me“-Projekts geworden?

Skyler Davenport: Ich wurde zunächst von der Produktion aufgefordert, per Band vorzusprechen. Daran schlossen sich dann diverse Rückrufe an…

Warum sollte jeder Deinen Film „See for Me“ sehen?

Skyler Davenport: Die Handlung hat nicht nur einige wunderbare Wendungen, sondern ich war auch Teil einer wirklich talentierten Besetzung! Und der von Regisseur Randall Okita eingesetzte Aufnahmestil nutzt die Landschaft sowohl innerhalb als auch außerhalb des Hauses so schön, dass ich denke, dass selbst wenn man sich nicht besonders zu dem Thriller-Genre hingezogen fühlt, der Film allein schon wegen der künstlerischen Natur der Aufnahmen sehenswert ist!

Vielen Dank Skyler!


……


Regisseur Randall Okita über die Suche nach dem perfekten Haus für „See for Me“

Hallo Randall! Kannst du dich unseren Lesern kurz vorstellen und vor allem schildern, wie Du zum Film gekommen sind?

Randall Okita: Mein Name ist Randall Okita. Ich bin ein japanisch-kanadischer Autor, Regisseur und bildender Künstler. Als ich aufwuchs, fokussierte ich mich immer auf das Schreiben und die bildenden Künste, aber ich kam nie auf die Idee, dass ich auch Filme machen könnte. Zumindest bis ich als Teenager in einer Videothek Regale sah, die mit Namen von Regisseuren beschriftet waren.

Da ging mir ein Licht auf und ich fing an, jeden zu dem Thema zu befragen, den ich finden konnte, und alles zu lesen, was ich finden konnte. Schließlich begann ich damit, Freiwilligenarbeiten bei Kurzfilm- und Musikvideodrehs zu verrichten. Ich habe mich hochgearbeitet und habe die meisten möglichen Jobs an einem Filmset einmal inne gehabt. Tagsüber habe ich für andere Leute gearbeitet und abends und an den Wochenenden habe ich dann meine eigenen Filmarbeiten gemacht – bis ich nach und nach genug Arbeit hatte, um mich selbst zu beschäftigen.

Jessica Parker Kennedy in See for Me

Jessica Parker Kennedy fungiert als große Hilfe für Skyler Davenports blinde Heldin. Copyright: Wildling Pictures / Atlas Film.

Wie bist du Teil des Projekts „See for Me“ geworden und was hat Dich daran besonders gereizt?

Randall Okita: Mir wurde das Drehbuch zugeschickt und ich war sofort beeindruckt, wie dicht und einfallsreich es war und wie viel Spaß es dem Genre brachte. Der unglaubliche Nervenkitzel, den das Drehbuch bietet, sowie die verschiedenen Ebenen der Darstellung und die Art und Weise, wie es die Diskussion darüber erweitert, wie ein Protagonist in einem Genrefilm aussehen kann, haben mich wirklich begeistert.

Du hast in einem sehr begrenzten Rahmen mit wenigen Schauspielern gearbeitet. Eigentlich ideale Bedingungen in Zeiten von Corona. Trotzdem habe ich gelesen, dass die Produktion wegen Corona ins Stocken geraten ist. Wie sehr, glaubst Du, hat das Virus das Filmemachen verändert?

Randall Okita liebt die langgezogene Architektur des Schauplatzes

Randall Okita suchte den Schauplatz seines Filmes auch wegen seiner langgezogenen Architektur aus. Copyright: Wildling Pictures / Atlas Film.

Randall Okita: Nun, ich denke, die Dinge ändern sich ständig. Sei es die Art und Weise, wie wir Aufnahmen entwerfen, Drehbücher verteilen oder wie wir uns gegenseitig schützen, während wir arbeiten. Ich denke, der Vorteil, dass wir wegen des Virus die Sicherheit neu überdenken mussten, bestand darin, dass wir die Tatsache hervorheben konnten, dass wir da waren, um das zu tun, was wir lieben, und dabei alle beteiligten Menschen schützen.

Alle Gewerkschaften, alle Zünfte, alle mussten zum ersten Mal einen Plan ausarbeiten – und es gab eine Menge Zusammenarbeit. Ich denke, es war auch eine gute Erinnerung daran, dass einmal immer das erste Mal ist. Darin liegt eine Menge Bescheidenheit: Die Vorstellung, dass keiner von uns jemals zuvor mit diesen besonderen Hindernissen konfrontiert war. Und ich denke, so sollten wir alle Projekte angehen: Bescheiden sein und Wege finden, zusammenzuarbeiten und alle zu schützen, während wir großartige Arbeit leisten.

Das Haus in „See for Me“ wirkt fast wie eine eigene Figur. Wie schwierig war es, das richtige Gebäude zu finden und was machte das jetzige Haus zur perfekten Kulisse für den Film?

Randall Okita: Wir mussten lange suchen, um dieses Haus zu finden. Es war eine echte Herausforderung und wir waren besorgt, dass wir nicht in der Lage sein würden, den richtigen Drehort für den Film zu finden. Das Haus, das wir schließlich gefunden haben, war so wundervoll, weil es diese raumhohen Fenster hatte, durch die man den Schnee und die trostlose Landschaft sehen konnte. Dazu kam diese wundervolle Kombination aus warmen Holzdetails und kaltem Stahl und Glas. Und die langgezogene Architektur des Hauses bot diesen idealen Raum für eine Katz- und Mausjagd, die der Film darstellt.

Warum sollte sich jeder „See for Me“ ansehen?

Randall Okita: Um Spaß zu haben! Und um auf eine aufregende, dynamische Reise mitgenommen zu werden und etwas zu sehen, was man noch nie zuvor gesehen hat.

Vielen Dank für die Antworten!


Seite zwei mit den Originalversionen der Interviews


„See for Me“ in aller Kürze

Als die junge Athletin Sophie durch eine Krankheit erblindet, wird ihre vielversprechende Ski-Karriere abrupt beendet. Nun schlägt sie sich mit Gelegenheitsjobs bei wohlhabenden Familien durch. Ihr neuester Auftrag: Cat-Sitting in einer abgelegenen Luxusvilla in Upstate New York. Aus dem vermeintlich langweiligen Job wird ein Kampf ums nackte Überleben, als nachts drei skrupellose, brutale Einbrecher in die Villa eindringen.

Sophies letzte Hoffnung: Die App „See For Me“. Über ihr Smartphone wird sie per Zufall mit der Veteranin Kelly verbunden, die jetzt das Sehen für Sophie über die Webcam übernimmt. Mit vereinten Kräften stellen sich die beiden jungen Frauen den Eindringlingen, die nicht einmal vor einem Mord zurückschrecken.

Schaut in den Thriller hinein

Hier findet ihr unsere Kritik zum Film. Dieser kann schon jetzt auf verschiedenen VoD-Plattformen angeschaut werden und erscheint am 20. Mai 2022 auf DVD und Blu-ray.

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