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Last Assassins

Originaltitel: Dusting Cliff 7__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1996__Regie: William H. Molina__Darsteller: Nancy Allen, Lance Henriksen, Scott Lincoln, Dean Scofield, Ashley Buccille, Floyd ‘Red Crow’ Westerman, Ron Byron, Carol Crane, Oliver Darrow, Mary Deese u.a.
Last Assassins aka Dusting Cliff Seven

Nancy Allen tritt einem fiesen Lance Henriksen in “Last Assassins” so richtig in den Arsch! Das hatter nun davon …

Anna Bishop, so erfahren wir im weiteren Verlauf des Filmes, wurde einst von Colonel McBride von der Straße geholt und Nikitaähnlich zu einem Profikiller erzogen. Als solcher soll sie zu Beginn von „Dusting Cliff Seven“ einen hochrangigen Politiker töten, zögert aber und verweigert letztlich den Dienst. Sogleich schickt ihr McBride, der wohl so etwas wie eine Vorahnung hatte, zwei Killer auf den Hals und verschafft sich selbst Zugang zum Anwesen von Anna, wo er deren Mutter meuchelt und die Tochter von Anna entführt. Der Grund ist bald ausgemacht, ließ Anna bei dem Politiker doch eine Disc und diverse geheime Unterlagen mitgehen, die McBride dringend möchte, zeigen diese Dokumente doch auf, wo auf einem ehemaligen Militärgelände namens „Cliff Seven“ nukleare Sprengköpfe gelagert werden. Anna ist sich ihres Druckmittels durchaus bewusst und bestellt McBride zum Austausch der Disc/Unterlagen gegen ihre Tochter auf das Militärgelände, wo es zum großen Showdown kommt …

„Dusting Cliff Seven“ aka „Last Assassins“ ist durch und durch ein B-Movie und macht daraus auch zu keiner Sekunde einen Hehl. Was auch gut ist, denn sonst würde man ihm die storytechnischen Unzulänglichkeiten wohl extrem übel nehmen. Da werden Leute über etwas befragt und bevor sie antworten können, nietet sie der Fragende um, Soldaten agieren wie Wochenendkrieger, Militärgelände mit Nuklearsprengköpfen (und Brennstäben in den Räumen nebenan!!!) sind simple Bergwerke, natürlich unbewacht, und was McBride eigentlich mit den Sprengköpfen will, ist genauso ein Rätsel, wie die Beziehung zwischen Anna und McBride, die sich einander mal komplett fremd zu sein scheinen und dann fast familiäre Bande beschwören. Kurzum, wer „Last Assassins“ auf seine Logik hin abklopft, bekommt viel zu tun. Der geneigte Actionfan allerdings ist ja durchaus in der Lage, derartige Böcke zu schlucken, wenn nur der Rest stimmt.

Hier fällt zunächst auf, dass mit Lance Henriksen und Nancy Allen zwei durchaus interessante Namen den Cast veredeln. Nancy, die nach ihrem Erfolg mit „Robocop“ leider nie als Chick with Guns durchstarten konnte, verleiht ihrer Anna eine nette Präsenz, kann aber gegen das löchrige Skript nicht vollends ankämpfen. Mal ist sie wirklich richtig tough (auch in Bezug auf die Entführung ihrer Tochter, die sie kaum berührt) und dann wieder seltsam naiv und unbeholfen, was einem Profikiller irgendwie nicht so wirklich steht. Glücklicherweise hilft ihr hier ihr Co-Star ein wenig über die Runden, denn im Zusammenspiel mit dem früh lancierten Sidekick Mitch (gespielt von Dean Scofield) kommt etwas Humor ins ansonsten etwas dröge Treiben. Denn leider stürzt „Last Assassins“ nach einem durchaus flotten Start zur Filmmitte in ein riesiges Loch. Zwar gefällt der Schauplatzwechsel ins nach wie vor im Genre eher unverbrauchte Wüstengelände, doch hier passiert wirklich so gut wie gar nichts mehr. Man bereitet gemeinsam das Gelände für die Konfrontation mit McBride vor und sabbelt sich um Kopf und Kragen. Zwar erfährt man dadurch einiges über die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander, da wir uns aber in einem Actionfilm befinden, hätten wir all das lieber gesehen und weniger gehört. Schade.

Auch Lance Henriksen lässt sich von dem arg lahmen Mittelteil extrem einlullen. Beständig steht er irgendwo in der Gegend rum, springt in einparkende Militärjeeps (was auch immer das für einen Sinn macht) oder führt selten dämliche Dialoge mit seinen Henchmen, die durch die Bank komplett minderbemittelt wirken. Hier und da rollt er zwar mal genervt mit den Augen und hat auch den einen oder anderen herrlich seltsamen Overacting Moment, wirklich überzeugen will aber auch der sonst so verlässliche Mime nicht. Irgendwann fällt Regisseur William H. Molina ein, dass er ja eigentlich einen Actionfilm drehen wollte. Und endlich steigt dann der große Showdown. Aufgrund des bisher Gesehenen beschleicht einen schnell der Gedanke, dass dieser vermutlich wohl schneller enden wird, als er angerollt ist. Doch oh Wunder, der Regisseur walzt selbigen ordentlich aus. Entgegen der bisherigen formalen Umsetzung setzt es auch einige blutige Durchschüsse, leider aber immer wieder durchmengt mit dem bisher praktizierten „Peng Peng Du bist tot“ Schwachsinn, bei dem man überdeutlich merkt, dass das Geld dann doch insgesamt arg knapp war. Eine hübschere Explosion kann da auch keinerlei echte Augenwischerei betreiben. Bester Beleg dafür sind manch ewig lange Shootouts, bei denen aufgrund von Statistenmangel keiner wirklich erschossen oder angeschossen werden darf, weil der Film sonst sehr schnell rum gewesen wäre. Zumindest inszeniert der Regisseur weitgehend sauber, auch wenn die Momente, wenn sein Kameramann mit der Steadycam durch die Gegend rennt, arg dilettantisch wirken.

„Dusting Cliff Seven“ oder eben „Last Assassins“ ist einer jener Filme, die für die Augenblicke des Konsumierens durchaus unterhalten können. Sobald man dann aber auch nur eine Minute genauer über das gerade Gesehene nachdenkt, kommt man schnell auf den Gedanken, dass man gerade 90 Minuten lang ziemlich amtlich verarscht wurde. Dennoch ist der Film definitiv kein gänzlicher Reinfall. Klar, er ist unlogisch bis ins Mark, man musste an allen Ecken sparen, es fehlt mindestens eine weitere ordentliche Actionszene und was die Indianer in der Chose zu suchen haben, man weiß es nicht. Dafür stimmt die Chemie zwischen Nancy Allen und Dean Scofield, was den zersabbelten Mittelteil durchaus rettet und einige humorige Momente beschert, Lance Henriksen sieht man immer gerne beim Wirken zu, der Rumtata Score der Wurst Brüder (vor allem für ihr Wirken für die Royal Oaks Billigheimer bekannt) macht ebenfalls Laune und spätestens wenn die Tochter von Nancy Allen aussieht wie eine menschliche Ausgabe von Chucky die Mörderpuppe, kann man sich ein permanentes Grinsen nicht verkneifen. Und genau dann funktioniert der Film zumindest ansatzweise … wenn man ihn nicht die Bohne ernst nimmt. Keine Kunst bei Henchmen, die die Hauptfigur lebend fassen sollen und sie darum mit Handgranaten beschmeißen und mehrere Endlosmagazine auf sie abfeuern. Wie naheliegend …

Die deutsche DVD im Vollbildformat und mit etwas matschigem Ton kommt von UIG Entertainment und ist mit einer FSK 18 Freigabe uncut.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: UIG Entertainment__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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