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Mad Mission 2

Originaltitel: Zuijia paidang daxian shentong__Herstellungsland: Hongkong__Erscheinungsjahr: 1983__Regie: Eric Tsang__Darsteller: Sam Hui, Karl Maka, Sylvia Chang, Joe Dimmick, Yasuaki Kurata, Suzanna Valentino, Hector Britt, Raymond Wong Bak-Ming, Walter Tso Tat-Wah, Tsui Hark, Charlie Cho, Wong Jing, Eric Tsang u.a.
Mad Mission 2

Auch „Mad Mission 2“ ist hemmungsloser Actionklamauk mit Sam Hui, Karl Maka und Sylvia Chang

Nachdem „Mad Mission“ ordentlich einschlug, war ein Sequel keine Frage der Zeit, nein, es wurde so schnell abgedreht, dass „Mad Mission 2“ nur ein Jahr nach dem Original herauskam.

Die Handlung, wenn man in „Mad Mission 2“ davon überhaupt sprechen kann oder will, schließt grob an den Erstling an. Polizist Kodyjack (Karl Maka) und Inspektorin Ha Tung (Sylvia Chang) sind inzwischen ein Paar, während Sam (Sam Hui) das Diebesdasein drangegeben hat. Doch der Tod von White Glove hat Auswirkungen, sucht doch dessen Bruder Black Glove (Joe Dimmick) nun Rache an den Verantwortlichen, zumindest in der Hongkong-Fassung. In den englischen und deutschen Sprachfassungen wurde daraus der amerikanische Agent Filthy Harry, was aber für den weitestgehend handlungsbefreiten Film aber wenig Unterschied macht. In allen Versionen ist der Schurke aber ein extrem gut getroffenes Clint-Eastwood-Lookalike, was durch Referenzen an Filme wie „Zwei glorreiche Halunken“ und „Dirty Harry“ noch unterstrichen wird.

So ist der Übelwicht auf der Jagd nach Sam, der sich triebgesteuert auch noch von einer Diebin für einen Überfall einspannen lässt, wodurch er auch nicht mehr zur Polizei kann. Stattdessen stört er dann die Hochzeit von Ha Tung und Kodyjack und bittet seinen glatzköpfigen Kumpan um Hilfe…

Mad Mission 2

Da hat es mal wieder jemand auf Sam angelegt, hier mit schwerem Kaliber

Man kann bei „Mad Mission 2“ in jeder Hinsicht von einer konsequenten Fortsetzung sprechen, denn erneut ist der Plot bloß eine vollkommen egale Folie um die Figuren von Blödel- zu Actionszene zu schicken, wobei neben Black Glove und seinen Mannen auch noch die Hongkong-Mafia als Gegner parat steht, zu der die Diebin gehört, auf welche die depperten Helden gern reinfallen. Man zitiert den Vorgänger, etwa wenn der Informant, der beim Ausrufen seines Namens wie von der Tarantel gestochen hochspringt, wieder mitmischt oder eine Fahrzeugkolonne der Schurken sich genauso aufteilt wie ihr Pendant im Vorgänger um den Helden Saures zu geben.

Denn das Hauptaugenmerk liegt hier wieder auf Sam Hui („Meister des Schwertes“) und Karl Maka („Lucky Stars Go Places“), während Sylvia Chang („Twin Dragons“) noch mehr an den Rand gedrängt wird als beim Erstling. Dabei spielt jeder seine bekannte Persona: Chang ist die kompetente, stets etwas von ihrem Hallodri-Freund angepisste Inspektorin, Karl Maka der zur Selbstüberschätzung neigende altkluge Bulle und Sam der übermenschliche Held, dem vor allem die eigene Leichtgläubigkeit und sein Womanizertum hin und wieder ein Beinchen stellen. In Sachen Cameos geben sich nicht nur Wong Jing, Drehbuchautor Raymond Wong und Regisseur Eric Tsang die Ehre, sondern Tsui Hark ist ebenfalls wieder dabei, nach seinem Auftritt als Theaterregisseur im Erstling nun als Klapsenpatient, der die Helden mehrfach in missliche Lagen bringt.

Mad Mission 2

Die typischen Motorradstunts dürfen natürlich nicht fehlen

In Sachen Action und Stunts dreht „Mad Mission 2“ tatsächlich noch mal auf, übertrifft den ersten Teil gerade bei den Vehikelstunts noch einmal, etwa wenn ein Motorradsprung auf einen Bus getätigt wird oder die Helden von auf nur zwei Rädern fahrenden Autos verfolgt werden. Ein bisschen Kloppe ist zwischendurch auch angesagt und zweimal lässt der Schurke gar einen Transformers-artigen Roboter auf Sam los, dem er einmal mit Einfallsreichtum, bei der zweiten Gelegenheit mit einer eigenen Armada kleiner Kampfroboter begegnet. Natürlich gibt es das große Finale mit reichlich Autocrashs, sonderlich elegant oder filigran ist das Gebotene auch im zweiten Anlauf nicht, durchaus nett anzusehen und mit einigen schrägen Einfällen.

Letztere finden sich natürlich auch im Comedy-Bereich, bei dem mal wieder grober Slapstick angesagt ist, wenn sich die Helden von einer Bredouille in die nächste manövrieren und reichlich herum grimassieren. In Sachen Schnodder-Synchro hat „Mad Mission 2“ leider weitaus weniger Dialogperlen zu bieten als der Vorgänger, kann aber immer noch mit flapsigen Sprüchen punkten, etwa wenn Pantoffelheld Kodyjack seiner Angebeteten einen von der Bedeutung der Mann-Frau-Beziehung erzählt und sich dabei mal eben eine alte Weisheit ausdenkt, was Ha Tung allerdings sofort durchschaut.

Die Action ist etwas besser, die Comedy ein wenig schwächer, ansonsten bietet „Mad Mission 2“ all das, was auch der Vorgänger bot: Eine durchgedrehte Orgie an Stunts und Klamauk mit den vertrauten Hauptdarstellern, garantiert arm an Sinn und Handlung, aber ehrlich in seiner eigenen Absurdität. Wahrlich verrückt, wie der Name es schon sagt.

Im Gegensatz zum Erstling enthalten die deutsche DVD von Laser Paradise und die deutsche Blu-Ray von Crest Movies die ungekürzte Fassung des Films, freigegeben ab 16 Jahren und nicht um Handlung erleichtert.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: Laser Paradise/Crest Movies__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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