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Maximum Conviction

Originaltitel: Maximum Conviction__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: Keoni Waxman__Darsteller: Steven Seagal, Steve Austin, Michael Paré, Bren Foster, Zak Santiago, Kirby Morrow, Aliyah O’Brien, Christopher Gordon, Lauro Chartrand u.a.
Maximum Conviction

Dicke Wummen, dicker Mime: Steven Seagal in “Maximum Conviction”

Eine geheim gehaltene Einrichtung (ob nun Hochsicherheitsgefängnis oder militärische Einrichtung weiß der Film selber nicht so genau) soll geräumt und aufgelöst werden. Die Freunde Tom Steele und Manning, hochdekorierte Armyangehörige, werden mit dem Auftrag betraut, die finalen Arbeiten in der Einrichtung zu überwachen. Da werden plötzlich und unvermittelt zwei weibliche Gefangene in den Gefängnistrakt der Einrichtung verlegt. So wirklich erklären kann sich diesen Vorgang niemand, doch wirklich wundern können sich Steele und Co. darüber nicht, denn plötzlich steht ein Söldnerkommando vor den Türen und will der beiden Gefangenen habhaft werden. Ehrensache, dass Steele und Manning das nicht zulassen können …

Das Ergebnis ist eine neuerliche filmische Kollaboration des noch einmal deutlich dickeren Actionhelden Steven Seagal mit dem Regisseur Keoni Waxman, der Seagal in letzter Zeit einige durchaus brauchbare Actionvehikel auf den Leib geschneidert hatte und für einen zwischenzeitlichen Aufwärtstrend in Seagals filmischen Oeuvre sorgen konnte. Dementsprechend erwarteten Seagals Fans von einer weiteren Zusammenarbeit wohl einen weiteren Schritt nach vorn. Doch am Ende gab es lange Gesichter. Zumindest bei einigen. Denn so schlecht, wie Maximum Conviction aktuell geschrieben wird, ist er gar nicht.

Maximum Conviction

Haut mit Seagal auf die Pauke: Steve Austin in “Maximum Conviction”

Dafür sorgt zunächst einmal die wirklich geradlinige, von jeglichem Story- und Charakterballast befreite Story, die eine Art Assault on Precinct 13 Grundsituation etabliert und dann in den Gängen der Einrichtung zum Stirb Langsam Rip Of wird. Es gibt keine Verschwörungen, keine Vendettas, keine Verstrickungen, nichts. Einfach eine Handvoll Halunken, die etwas wollen, was ihnen die Helden nicht geben mögen. Das mag für andere Filme eher eine Schwäche darstellen, bei Maximum Conviction aber – und ganz speziell bei einem Steven Seagal Film jüngerer Prägung (bei denen ja zuletzt niemand mehr wusste, wer gerade wen und warum killte) – ist eine derartige Nullingerstory ein echter Pluspunkt. Dazu null Ironie. Stattdessen schön dummer und rabiater Männerhumor und Dialoge, die mit Arschfresse beginnen und mit Arschfresse enden.

Dazwischen steigt eine ordentliche Menge an Action, bei der Steve Austin (The Expendables, Recoil) deutlich besser davonkommt als Steven Seagal. Austin darf hier nämlich erstmals so richtig andeuten, dass er auch rabiat hinlagen kann. Davon gaben seine bisherigen Filme ja eher eine Ahnung ab, denn irgendwie wollte er da nie so recht durchstarten. In Maximum Conviction aber darf er Genicke brechen, Leute aufspießen, anzünden, durchsieben und abstechen. Und das schön trocken und eiskalt, von Waxman auch schön geerdet und übersichtlich inszeniert. Was im Übrigen auch für das Einsatzkommando gilt, mit dem Seagal hier im Film verbandelt ist. Da ist mindestens einer dabei, der durchaus mal in ähnlich gelagerten Produktionen mehr auf die Pauke hauen sollte, da er einige beeindruckende Moves zeigt.

Maximum Conviction

Ich will nur Reden aber mein Abzug klemmt! Dauerfeuer in “Maximum Conviction”

Da kommt Seagal dann gar nicht mehr hinterher. Mit seiner Weste voller Munition wirkt er teils so fett, dass man Angst hat, er bleibt in den engen Gefängnisgängen hängen. Und sobald Waxman von den solide inszenierten Schusswechseln abgeht und Seagal als Martial Arts Experten präsentiert, wird es ziemlich lächerlich. Da fliegen Seagals Gegner schon mal wegen einer luschigen Ohrfeige durch das ganze Gebäude und jeder Move wird so mit der Kamera verwackelt, das wieder sonst wer die Kloppe verteilen könnte und man schlichtweg nicht erkennt, wer da gerade austeilt. Eine Choreografie erkennt man da erst recht nicht. Leider wird Seagal nicht einmal im Fight gegen Oberbösewicht Michael Pare irgendwie gefordert. Stattdessen stampft der Dicke Pare so dermaßen brutal in den Boden, wie er es zu seinen besten Zeiten mit allen Gegnern gemacht hat. Überhaupt weiß Waxman mit Pare (Astrocop) als Bösewicht überhaupt nichts anzufangen. Dementsprechend guckt dieser lustlos in Monitore und hat einen Bewegungsradius von knapp einem Meter. Kurzum, der erstaunlich durchtrainiert wirkende Mime wird komplett verheizt.

Zumindest stimmen bei der Action die Schauwerte. Es wird geballert, es dürfen Sachen explodieren, es wird herumgekokelt und das Blut spritzt gegen die Hauswände, die zudem bei Beschuss zumindest ein paar Löcherchen aufweisen. Nebenbei wird ordentlich dem Zynismus gefrönt, was schon erklärt, warum die FSK mit dem Film ein Problem hatte. Leider besteht der Film eben nicht nur aus Action, denn dann wäre eigentlich alles in Ordnung. Stattdessen wird zwischen der Action sehr viel in dem Gebäude herumgelatscht. Und hier wird Maximum Conviction schon derb geerdet. Zum einen meint man irgendwann, dass die Leute hier andauernd durch die gleichen Gänge trotten, zudem ist es permanent finster und Waxman weiß irgendwie so gar nichts mit dem Setting anzufangen. Gelangweilt bebildert er die immer gleichen Gänge und außer einem irgendwann irre nervigen Überblendungseffekt, in den er sich wohl verliebt zu haben scheint, gibt es auch keinerlei sichtbare filmische Stilmittel zu bestaunen. Stattdessen penetriert ein wirklich übler Score die Gehörgänge des Zuschauers …

Maximum Conviction

Yeah, Schadensbegrenzung, Yeah!

Was bleibt, ist ein Streifen, der eigentlich gar nicht soviel verkehrt macht. Straight und ohne Umschweife erzählt, etabliert er flott seine Ausgangssituation und türmt dann Actionscharmützel auf Actionscharmützel. Leider fällt der Film zwischen der solide, nicht unbrutalen Action ziemlich in sich zusammen, weil er statt auf seine Charaktere und deren Geschichten auf sinnloses Herumgelaufe setzt. Dabei lernt man zwar den Gebäudekomplex sehr gut kennen, die Figuren darin bleiben einem aber weitestgehend ein Rätsel. Für die Seagalfans dürfte das Erscheinungsbild ihres Helden ein weiterer Grund zum Jammern sein. Viel zu fett wuchtet er sich mit einem lächerlichen Basecap durch den Film und wirkt inzwischen unfähig, seine Aikidomoves irgendwie effektiv zu setzen. Da ergeht es seinem Co-Star Steve Austin schon viel besser. Der darf endlich mal zeigen, dass er sich als tougher Actionheld durchaus gut machen würde. Und beim Rest zeigt sich Regisseur Keonie Waxman seltsam unentschlossen. Das eigentlich nicht verkehrte Setting bekommt er nicht in den Griff, Michael Pare scheint er gar nicht auf der Rechnung gehabt zu haben, seinen Soundtrackmaestro wollte er anscheinend nicht auf die Finger schauen und optisch hinkt er seinen bisherigen Werken deutlich hinterher. Schade …

Vorsicht vor der deutschen FSK 18 Version, die lässt so manch blutige Szene missen. Die Spio/JK freigegebene Version ist dafür uncut, kommt von Splendid Film und präsentiert sich in ordentlicher Bild- und krachlederner Tonqualität.

In diesem Sinne:
freeman



Wenn in einem Film gleich zwei Actionheroes aufeinandertreffen, sollte richtig harte Unterhaltung eigentlich garantiert sein. Sollte, hätte, wäre…

Maximum Conviction

Ich muss dem Dicken schnell was kochen!

Die ehemaligen Elitesoldaten Steele (Steven Seagal) und Manning (Steve Austin) bekommen den Auftrag, ein altes Gefängnis zwecks Stilllegung zu räumen. Eigentlich kein Problem, bis ein weiteres Kommandoteam eintrifft, welches die beiden frisch eingetroffenen weiblichen Insassen umlegen will…

Steven Seagal ließ sich nach “Born to raise hell” zwei Jahre Zeit, bis er sich an den vorliegenden Streifen “Maximum Conviction” traute. Untätig war der inzwischen 60jährige Kampfkünstler ja nicht. Mit “True Justice” und “Steven Seagal: Lawman” hat die große Kampfwurst gleich zwei TV-Serien am Laufen. Da beide Serien nicht gerade die größten Highlights in der Geschichte des Farbfernsehens darstellen, erhoffte ich mir, dass Seagal mit seinen Filmen nun immerhin ein etwas höheres Qualitätslevel erreicht. Als ich dann hörte, dass er sich für diesen Film mit Steve Austin zusammenschließt, machte mein Actionherz einen doch etwas größeren Sprung. Austin ist zur Zeit auf dem DTV-Markt der aufsteigende Stern, seine Filme wirken wesentlich solider produziert als die von Seagal und präsentieren dem Fan in der Regel handfeste Old School-Action.

Maximum Conviction

Was heißt, du kommst nicht an mir vorbei?

Jedoch, bereits der erste Trailer holte mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Und meine Befürchtungen wurden bestätigt. “Maximum Conviction” ist absolut lieblos heruntergedrehter Actionschund. Angefangen bei der uninteressanten Story bis zu den todlangweiligen Sets (gedreht wurde wohl in einem verlassenen Gebäude), der Film hat überhaupt keine Schauwerte.

Klar, Seagal und Austin ballern fröhlich vergnügt durch die Gegend, Menschen brennen, Knochen werden gebrochen und Hirn spritzt. Aber so richtig will die Party nicht starten.

Maximum Conviction

Umgedrehtes Basecap … voll kewl! Und es macht ein schlankes Gesicht! Doppeltkewl!

Und ich bin es irgendwie leid, auch nur im Entferntesten zu versuchen, irgendwelche Fortschritte in Mr. Seagals Filmographie zu suchen. Herrgott, seit sechs Jahren schreibe ich Filmreviews und Steven Seagals Streifen waren immer das Zentrum meiner Arbeit. Aber, die Realität ist: Seagal kümmert sich einen Dreck um Qualität. Wäre dies anders, würde er sich mal die Werke von Lundgren oder Van Damme anschauen, welche zumindest versuchen, für sehr wenig Geld das Optimum für ihre Fans herauszuholen. Allgemein macht Seagal nicht wirklich viel in dem Film. Zwei oder drei kurze Hand-to-Hand Fights und ansonsten latscht Seagal stets mit dem Gewehr im Anschlag durch die Gegend. Mehr gibt’s nicht, mehr gibt der Film jedoch auch nicht her. Trotzdem, Steve Austin wirkt etwas mehr bei der Sache und zieht seinen Kopf noch irgendwie aus der Schlinge. Uwe Boll-Spezi Michael Paré, der hier den Leader der Bad Guys gibt, wirkt zumindest böse. Wirklich enttäuscht bin ich jedoch von Regisseur Keoni Waxman, der nun schon öfters mit Seagal gearbeitet hat und nun zum ersten mal richtigen Scheiß fabriziert hat. Er hat doch in “The Keeper” und in “A Dangerous Man” bewiesen, dass er weiß, wie der Hase läuft. “Maximum Conviction” ist definitiv eine Stufe unter den genannten Werken anzusiedeln.

Fazit: Keine Erwartungen – keine Enttäuschungen. Zumindest etwas Action gibt’s. Aber that’s it. Ungenügend.

© DomPatHug

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