| Originaltitel: Merchants of War__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1989__Regie: Peter M. Mackenzie__Darsteller: Asher Brauner, Jesse Vint, John Barrett, Robin Smith, Bryan Andrews, Norman Anstey, Graham Armitage, Bonnie Beck, Suanne Bralin u.a. |

Die „Merchants of War“ sind kaum mehr als Handlanger des Todes.
Der perfekte Actionfilm stammt aus dem Jahr 1989, stand in Deutschland 25 Jahre auf dem Index, geht 81 Minuten, stammt von Regisseur Peter Mackenzie, der hier Schauspieler wie Asher Brauner oder Jesse Vint dirigierte, und ist einer der actionreichsten Filme der Filmgeschichte. Behauptet zumindest das Artwork von „Merchants of War“. Dafür, dass der Film so derbe knallt und so legendär ist, kommen mir er und seine Macher allerdings reichlich unbekannt vor. Egal.
Frank und Nic sind in Angola unterwegs. Irgendwelche Lumpen aus dem Nahen Osten haben hier ein Terrorcamp etabliert und trainieren vor Ort neue Gotteskrieger, die sie in alle Welt exportieren. Frank und Nic sollen erst einmal Beweise sammeln für die Exitenz des Camps. Wie weiland Rambo in „Rambo 2“ sollen sie ausschließlich Fotos schießen.
Doch freilich geht eine Menge schief und schon sind die beiden Kameraden und einige Begleiter in ein Feuergefecht verwickelt. Im Zuge dessen fliegt Frank von einer Klippe und Nic wird gefasst. Nic landet in ebenjenem Terrorcamp und wird ordentlich durchgefoltert. Irgendwann gelingt es ihm jedoch, zu fliehen. Da weiß er längst, dass Frank noch lebt. Freilich will er seinen alten Kumpel wieder freiballern.
Ein unperfekter perfekter Actionfilm
Handlungstechnisch gibt es von „Merchants of War“ die übliche 0815-Soße. Einsatz geht schief, Typies werden festgesetzt, Typie entkommt und will seinen anderen Typiefreund befreien. Alles nicht neu und alles nicht verkehrt, um einen Actioner anzuschieben. Problematisch ist, dass der Film im Mittelteil total durchhängt. Hier wird eine Rettungsmission vorbereitet. Diese soll Nic befreien. Doch der ist längst frei, schaut bei seinen „Befreiern“ vorbei – und die wollen ihren Job trotzdem durchziehen. Fragt sich nur, warum?
Und warum versucht Nic nicht, die Gelegenheit zu nutzen, um mit seinen vermeintlichen Befreiern Frank zu befreien? Erklärt einem keiner. Stattdessen kaufen die Befreier nun in Angola von den Männern, die sie ausradieren wollten, zahlreiche Waffen, um den freien Nic zu befreien. Zum Dank werden die Befreier binnen Sekunden beim Saufen zusammengeschossen und „Merchants of War“ versucht, sich wieder auf die Haupthandlung zu konzentrieren. Die Betonung liegt auf „versucht“.
Absolut lachhafte „Licht-an-Licht-aus“-Foltermethoden sorgen fortan für hysterisches Gelächter beim Zuschauer und die sehr eigenwillige Synchronisation lässt woke Gehörgänge schlackern. Da bezeichnen farbige Soldaten andere Farbige als Bunte. Die farbigen Soldaten hingegen werden von allen anderen als Dachpappen bezeichnet. Dazu gesellen sich zig „kleine und große Pimmel“-Witze und beständig ist von pinknen, blonden und andersfarbigen Pflaumen die Rede, obschon alle Pflaumen ja eigentlich gleich seien. Die 80er waren schon eine derbe Zeit.
Ein Charakter des Streifens selbst umschreibt das ganze Brimborium mit bizarr. Das ist wahrlich noch schmeichelhaft. Das Drehbuch scheint zu weiten Teilen in irgendeinem Wahnanfall entstanden zu sein. Jedenfalls trommelt Nic dann irgendwann selber ein paar Kumpels zusammen und fliegt mit denen gen Angola. Hier folgt dann der Showdown und einer der actionreichsten Filme der Filmgeschichte ist vorbei.
Wobei der Film gar nicht so actionreich ist. Die Action ballt sich durchweg am Anfang und am Ende des Filmes. Dazwischen, wenn die „Story“ viel Raum greift, wird’s richtiggehend öde. Zumindest ist die präsentierte Action nicht ohne. Bloodpacks platzen, es fließt durchaus eine Menge Blut, der Bodycount ist vielleicht nicht rekordverdächtig, aber okay, und immer mal wieder fliegen irgendwelche Strohhütten schön brachial in die Luft.
Flammenwerfer kommen zum Einsatz, Granaten explodieren, Charaktere werden enthauptet und die fiesesten Fieswichte werden ein wenig derber abgeräumt. „Merchants of War“ macht in seinen Actionszenen tatsächlich Laune. Auch wenn sie ab und an erstaunlich schnell geschnitten sind und dadurch etwas an Überblick einbüßen.
Ein weiteres Großproblem des Actioners: Seine Charaktere sind total unsympathisch. Asher Brauner ist vor „Merchants of War“ vornehmlich durch TV-Filme und -Serien geturnt und das sichtlich nicht ohne Grund. Der Mann spielt richtig schlecht, er hat keine Ausstrahlung und wäre vermutlich als Bäddie besser aufgehoben gewesen. In der Folgezeit reichte es noch für Auftritte in den Wings-Hauser-Filmen „Coldfire“ und „Living to Die“, damit war der Ofen dann auch aus.
Doch auch seine Co-Stars sind wahrlich keine guten Schauspieler. Jesse Vint („When Eagles Strike“) etwa ist als Frank einfach nur farblos und langweilig. Richtig bekannt kam mir nur C-Actionheld John Barrett („To the Death“) vor, der als irgendein Handlanger von Nic reichlich verschenkt wirkt.
In technischer Hinsicht tut man sich vor allem schwer, die gereichten Settings als afrikanische zu erkennen. Das sieht schon alles sehr nach nordamerikanischem Laubwald an irgendeinem Fluss aus. Die Bebilderung ist ansonsten funktional und alles andere als schön. Der Score geht zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Einzig zwei schön old schoolig komponierte 80s-Rocknummern lassen einen mal feixen.
„Merchants of War“ ist von Perfektion weit entfernt
Häufiger denkt man während des Genusses von „Merchants of War“, dass man gerne den Film gesehen hätte, den die Marketingleute gesehen zu haben scheinen. Denn von einem der actionreichsten Filme der Filmgeschichte ist der Actioner doch meilenweit entfernt. Und vom perfekten Actionfilm erst recht.
Der Film ist eine solide Actionnummer, die ordentlich einsteigt und dank eines ballerfreudigen Showdowns in einem großen Plenarsaal nett endet. Dazwischen wird’s aber teils richtig finster. Die Story macht keinen Sinn, die Schauspieler können ihren Job nicht, es setzt kaum Action und das Tempo geht mal so richtig in den Keller. Und dieser wirklich öde Mittelteil überstrahlt alles halbwegs Gelungene an „Merchants of War“ brutal.
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Die deutsche DVD zum Film erschien am 07. November 2025 von dem Label Video Cult. Uncut und mit einer Freigabe ab 18. Bislang aus Straffungsgründen entfernte Handlungsszenen kommen deutsch untertitelt. Die Bildqualität entspricht einer guten VHS. Die Soundspur überlagert gerne mal die Dialoge.
In diesem Sinne:
freeman
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