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Ninja Apocalypse

Originaltitel: Ninja Apocalypse__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2014__Regie: Lloyd Lee Barnett__Darsteller: Christian Oliver, Les Brandt, Cary-Hiroyuki Tagawa, Ernie Reyes Jr., Isaac C. Singleton Jr., Kaiwi Lyman, West Liang, Tara Macken, Antoinette Kalaj, Alvin Hsing, Bryan Cartago, Mark Heidelberger u.a.
Ninja Apocalypse

Ninja beharken sich in einem unterirdischen Bunker in “Ninja Apocalypse”

Irgendwann in der Zukunft hat sich die Zivilisation in Folge eines Atomkrieges selbst ausgelöscht. Jahre später leben die wenigen Überlebenden in verschiedenen Clans. Deren Fortbestehen wird durch die jeweils besten Kämpfer des Clans, die Ninjas, gesichert. Denn natürlich sind die Clans in Streitigkeiten um die Vormachtstellung in der neuen Welt verwickelt. Wäre ja auch gelacht, wenn die Menschheit aus ihren Fehlern lernen würde. Eines Tages ruft Fumitaka, der große Oberninja, die Führer der verschiedenen Clans zusammen. Er will ein Friedensabkommen beschließen, weil Ungemach von einer fremden Macht droht. Dem weisen Alten gelingt es dank einer flammenden Rede tatsächlich, die verfeindeten Ninja-Clans an einem Strang ziehen zu lassen.

Doch zu einer Unterzeichnung eines Friedensabkommens kommt es nicht, denn Fumitaka wird noch mitten in der Jubelfeier ermordet. Unter Verdacht steht sofort Cage, Chef des sogenannten „Verschollenen Clans“, der obendrein von ein paar Zeugen eindeutig belastet wird. Doch Cage hat den Ninja-Chef nicht ermordet. Gemeinsam mit seinen Getreuen tritt er die Flucht nach Vorne an. Er will beweisen, dass er unschuldig ist, und er will verhindern, dass die anderen Clans als Bestrafung seinen Clan ausrotten. Derweil hat die große Hetzjagd auf Cage und seine Mannen begonnen.

Ninja Apocalypse

Die bereits leicht ausgedünnte Heldenparty…

Hat die Verfolgungsjagd erst einmal eingesetzt, ist „Ninja Apocalypse“ nur noch in Bewegung. Nur für ein paar Dialoge, die vortäuschen sollen, dass der Film tatsächlich eine Art Story hat, kommt er zwischenzeitlich kurz zur Ruhe. Da der Film aber nicht wirklich viel zu erzählen hat, kommt dies extrem selten vor. Stattdessen macht der Film einfach Action. Diese rekrutiert sich vollends aus diversen Fights mit Katanas, in deren Verlauf auch der eine oder andere Martial-Arts Hieb oder Kick nicht fehlen darf. Dabei schleicht man vorwiegend durch enge Gänge, der Schauplatz ist nämlich ein alter Bunker, und schlitzt in regelmäßigen Abständen auftauchende Ninjas gegnerischer Clans auf.

Und das macht durchaus Laune. Auf engstem Raum schaffen es die Beteiligten einige sehr dynamische Bilder und flüssige Actioneinlagen zu inszenieren. Zwar fehlt immer das letzte spektakuläre Moment, dennoch macht das Bodycount-Hochschrauben ordentlich was her und wird mit diversen Extras aufgewertet. Denn alle Ninja-Clans haben spezielle Fähigkeiten. Die einen verschießen Lichtblitze, andere werden fast unsichtbar und Gestalt-Wandlung gehört freilich auch zum Repertoire der Ninjas. Und so darf bei den Finishing Moves durchaus auch mal ein Körperteil blaue Flammen werfen, bevor es im Gegner einschlägt. Dadurch kommt durchaus auch mehr Druck in die Action. Hier und da lassen die Spezialfähigkeiten der Ninjas die Action aber auch ein wenig lächerlich wirken, etwa wenn zwei Gegner plötzlich mit einer Variation der Star-Wars-Lichtschwerter gegeneinander kämpfen. Dennoch gelingt es den Machern auf diesem Wege, etwas Abwechslung in die Fights zu bringen. Diese können ebenjene Abwechslung sehr gut gebrauchen, denn mit der Zeit werden die immer gleichen Settings, in denen die Kämpfe steigen, unfassbar eintönig und langweilig.

Doch die dunklen Bunkergänge bringen auch einen gewissen Vorteil mit sich: „Ninja Apocalypse“ kann sie immer mal wieder nutzen, um mal im Horrorgenre zu wildern. Genannt seien ein paar unvermutet effektiv gesetzte Jump Scares. Was man zu Beginn des Filmes nicht einmal ansatzweise ahnt, ist, dass der Film im Mittelteil dann vollends ins Horror-Genre kippt! Denn auf einmal tauchen da Zombies auf, die in wüstem Hack and Slay Momenten umgekachelt werden und das CGI-Blut noch mehr spritzen lassen als ohnehin schon…

Ninja Apocalypse

Auch Frauen langen ordentlich hin in “Ninja Apocalypse”.

Damit wären wir schon bei den technischen Aspekten. Dass der Film kein Geld kosten durfte, sieht man ihm überdeutlich an. Dennoch mühten sich alle Beteiligten sichtlich. Außerhalb des Bunkers schraubte man ordentlich an den Farbwerten, um der Landschaft rund um L.A. einen kargen Eindruck zu verpassen, und ein paar misslungene Matte Paintings sollen für mehr Atmosphäre sorgen. Die weiteren CGIs drehen sich rund um die Fähigkeiten der Ninjas und funktionieren unvermutet gut, während das verwendete CGI-Blut immer lächerlich künstlich wirkt. Zumindest sparte man nicht an Pixelblut und lässt diverse Blutschwälle gegen Wände und Kamera spritzen. Die Brutalitäten halten sich aber in Grenzen, was gerade aufgrund der beständig verwendeten Katanas doch ziemlich enttäuscht. Mehr als Durchbohrungen sind nie drin. Und das Selbstbewusstsein der Macher ist spätestens bei den mies getricksten Zeitlupen von in Körper versenkten Schwertern echt zu bewundern. Niemand sonst hätte derartige Szenen in seinem Film gelassen. Der Soundtrack des Filmes bleibt leider durchgehend belanglos, was vor allem wegen dem wirklich schönen Intro-Musikstück sehr schade anmutet. Auch vermisst man gerade in der Action treibendere Musik.

Am Ende bleibt ein Film, dem man überdeutlich anmerkt, dass er eigentlich nur gedreht wurde, um den involvierten Kampfsportlern eine Bühne für ihre Fähigkeiten zu bieten. Dementsprechend fällt auch das Acting aus. Erstaunlich ist dahingehend freilich die Wahl des Helden, da jener von dem Deutschen Christian Oliver („Alarm für Cobra 11“, „Speed Racer“) mehr schlecht als recht gegeben wird, wobei der Mime zumindest ein paar coole Moves drauf zu haben scheint (falls er nicht gedoubelt wurde). Die restlichen Darsteller müssen vor allem kämpfen und schaffen das ganz gut. Interessant ist zumindest die Besetzung des Ninja-Chefs Fumitaku, der von Cary-Hiroyuki Tagawa („47 Ronin“) mit gewohnt mies gelaunter Miene angelegt wird. Unterm Strich bleibt solide, niemals spannende oder spektakuläre Unterhaltung, die zumindest ein paar schräge Akzente zu setzen vermag und ab und an durchaus zu überraschen versteht. Erwähnt seien dahingehend noch einmal die plötzlich auftauchenden Zombies, die ganz nette Auflösung der Chose und Ideen, wie jene um die Sirenen-Ninjas. Leider schafft es die Dauerberieselung mit Action und Heldenableben nicht durchgängig, bei Laune zu halten. Die Abläufe ähneln sich einfach irgendwann viel zu sehr und der ein oder andere langweilige Moment mischt sich auch dank diverser überforderter Mimen unter.

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt von Splendid Film und ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Splendid Film__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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