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Operation Rogue – Einsatz am Limit

Originaltitel: Operation Rogue__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2014__Regie: Brian Clyde__Darsteller: Mark Dacascos, Billy Campbell, Treat Williams, Sofia Pernas, Christopher M. Elassad, Joe Suba, Nicco Manalo, Henry Strzalkowski, Ronald Asinas, Bon Vibar u.a.
Operation Rogue

Mark Dacascos rodet mal wieder den philippinischen Dschungel in “Operation Rogue”.

Wer in die kurzen Extras der deutschen DVD zu „Operation Rogue“ hineinschaut, erlebt hier Produzent Roger Corman, der ein paar Anekdoten zu den Dreharbeiten von „Operation Rogue“ vom Stapel lässt. Erstaunlicherweise sieht er den Film als Nachfolger des von ihm produzierten „Die Jagd auf Eagle One“, erwähnt aber den ebenfalls von ihm produzierten „Die Jagd auf Eagle One: Crash Point“ mit keiner einzigen Silbe. Ob ihm der Film entfallen ist? Bei dem flotten Produzententreiben Cormans sicher durchaus möglich. Etwas verwundern tut diese Lücke in Cormans Erinnerung allerdings schon.

Doch egal, heute soll es um die – laut Corman – offizielle Fortsetzung von „Die Jagd auf Eagle One“ gehen. „Operation Rogue“ beginnt auf der philippinischen Insel Mindanao mit einem Überfall diverser Terrorlumpen auf einen Waffentransport. Sie erbeuten TNT und Caesium. Sofort vermutet man, dass die Terroristen eine schmutzige Bombe bauen und diese beim Anti-Terror-Gipfel in Manila zünden wollen. Sofort wird Captain Max Randall (Wenn der Film eine Fortsetzung ist, warum heißt Mark Dacascos’ Figur in diesem Film ganz anders?) mit seinem Team losgeschickt, um den Terroristen Einhalt zu gebieten und TNT und Caesium zurück zu holen.

Der Einsatz gelingt. Mehr noch: Es wird ein wichtiger Terroristenführer dabei umgenietet. Doch dessen Vater sieht das gar nicht gern. Er will sich rächen und setzt seine Mannen auf Max an. Und auf dessen Freundin Jenna. Dass die Dame Max’ Freundin ist, ahnen die Terroristen freilich nicht. Sie wollen sie eigentlich festsetzen, weil sie die Sicherheitsbeauftragte des Anti-Terror-Gipfels ist. Der Anschlag auf diese Zusammenkunft internationaler Politiker steht nämlich noch immer auf der Agenda der philippinischen Terroristen. Während die Terrorlumpen bei Max versagen, sind sie bei Jenna erfolgreich und verschleppen sie. Klare Sache, dass Max nun loszieht, um seine Liebste zu befreien…

Operation Rogue

Mark Dacascos mal wieder als Marine…

Soviel vorweg: Wer mit „Die Jagd auf Eagle One“ und „Crash Point“ nichts anfangen konnte, der kann „Operation Rogue“ getrost auslassen. „Operation Rogue“ ist den Vorgängern mehr als nur ähnlich und setzt keinerlei neue Akzente. Stattdessen setzt Regisseur Brian Clyde auf ein ordentliches Tempo und eine funktionale Story, die im Handumdrehen installiert ist und den Film mehr als solide über die Runden bringt. Viel Gelaber oder gar eine Charakterentwicklung findet hier niemals statt. Simple Schwarzweiß-Malerei muss vor allem in Sachen Figurenzeichnung ausreichen. Und so setzt es denn auch Klischees satt. Die Marines sind edel, hilfreich und gut und die Terroristen durch die Bank die miesesten Säcke. Und das über Generationen hinweg.

Es werden flott diverse Fehden zwischen den Hauptfiguren installiert und schon hetzt man von einer Actionszene zur nächsten. Diese bestehen weitgehend aus Geballer im philippinischen Dschungel. Dabei dürfen Max und seine Männer durchaus glaubwürdig als Spezialeinheit vorgehen und ein zwei taktische Finessen einbauen. Über weite Strecken dominieren kurze Feuerstöße die Szenerie. Die Gegner fallen mal blutig getroffen und mal vollkommen ohne jedwede sichtbare Trefferwirkung um. Hier und da darf sogar mal ein unvermutet dicker Feuerball gen Himmel steigen. Mark Dacascos‘ Martial Arts Fähigkeiten werden nur in zwei Szenen abgerufen. Hier kickt Dacascos eher effizient und hart, bestaunenswerte Kabinettstückchen bleiben leider aus.

Operation Rogue

Treat Williams greift nur selten in die Handlung ein.

Sehr angenehm fallen die Settings aus, denn der philippinische Dschungel bietet definitiv nettere Setpieces als der ver- fallene Ostblock. Und die permanent brennende Sonne sorgt für eine ange- nehme, farbsatte Optik. Die Kamera muss nun eigentlich nur noch drauf- halten und das tut sie denn auch. Zumindest in den wenigen Dialog- szenen. In der Action ist man sichtlich um etwas mehr Dynamik bemüht, was sehr gut funktioniert. Große Stilmittel-Spielereien sind sowohl in den ruhigen als auch in den flotten Szenen nicht zu verzeichnen. Was ein Stück weit verwundert, da Regisseur Brian Clyde dahingehend bei „Die Jagd auf Eagle One“ noch deutlich experimentierfreudiger unterwegs war.

Und da die Philippinen ein dankbarer Drehort sind, darf man seit langem mal wieder echte Hubschrauber (keine CGIs, kein Stock Footage!) durch einen B-Film rattern sehen. Man muss sich mal vorstellen, wo das Genre inzwischen gelandet ist, wenn man derartige Fakten für erwähnenswert hält… Stock Footage gibt es aber dennoch. Die gewohnten Bilder von auf Flugzeugträgern startenden Jagdfliegern.

Operation Rogue

Sofia Pernas ist definitiv ein Highlight von “Operation Rogue”

Erwähnenswert ist in jedem Fall Sofia Pernas, die als Jenna ein wirklich taffes, in der Action erstaunlich glaubwürdiges Chick geben darf und dabei auch noch richtig toll ausschaut! In einigen Szenen nimmt sie sogar Mark Dacascos die Butter vom Brot, denn sie darf auch mal richtig nett kicken. Sympathisch ist sie auch noch und die Chemie zwischen ihr und Dacascos stimmt, weshalb letzten Endes auch die filminhärente Rettungsmission durchaus spannend geraten ist, da man Max schon die Daumen drückt, dass er seine Jenna baldmöglichst zurückbekommen möge. Im Rahmen seiner Philippinen-Trilogie durfte Mark Dacascos bereits Rutger Hauer („Die Jagd auf Eagle One“) und Jeff Fahey („Crash Point“) als Vorgesetzte grüßen. Dieses Mal ist es Treat Williams („Prince of the City“), der Mark Dacascos ins Achtung stellen darf, für den Film aber keine wirkliche Rolle spielt. Mark ist derweil sympathisch wie eh und je, hat im Deutschen aber eine seltsam junge Synchronstimme abbekommen, die so gar nicht zu ihm passen mag. Diverse philippinische Darsteller müssen als Lumpen ran und dahingehend nur wissen, wie man schnell umfällt.

„Operation Rogue“ pflügt sich in flottem Tempo durch den philippinischen Dschungel, schraubt beständig am Bodycount und verteilt amtlich blaue Bohnen. Leider bleibt die Action sehr blutleer und Mark Dacascos darf bis auf kleine Ausnahmen nichts von seinen Martial Arts Skills zeigen. Die Geschichte von „Operation Rogue“ funktioniert gut genug, um das wilde Treiben ordentlich über die Runden zu bringen und Mark Dacascos und Sofia Pernas geben ein wirklich tolles Pärchen ab. Neben Frau Pernas sorgen die philippinischen Landschaften und ein paar nette Explosionen für Schauwerte. Final kann ich nur wiederholen, dass „Operation Rogue“ den Fans von „Die Jagd auf Eagle One“und „Die Jagd auf Eagle One: Crash Point“ sehr zusagen sollte. Diese Aussage, die sich für so manchen „Eagle One“-Hasser eher wie eine Warnung anhören wird, ist von mir durchaus als Lob gemeint, da ich an allen drei Streifen meinen Spaß hatte. Dennoch würde ich Mark gerne auch mal wieder außerhalb des philippinischen Dschungels sehen wollen. Am liebsten beim Kicken!

Die deutsche DVD (leider gibt es bislang keine Blu-ray) erscheint von Sony Pictures Home Entertainment und hat neben dem Film in Top-Bildqualität ein paar Deleted Scenes und zwei Specials zu Roger Corman an Bord. Abgesehen von dem Blu-ray Fauxpas gibt es auch kein Wendecover und die DVD-Amaray-Hülle mit ihren schönen großen „Fehlstellen“ ist mal wieder ein einziger Witz, der sich vor allem negativ auf das Cover auswirkt, sobald etwas Druck auf die DVD-Hülle kommt. Packt die DVD doch direkt in eine Papierhülle und schreibt mit Edding den Titel drauf!

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Sony Pictures Home Entertainment__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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