Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

Other – Beautiful Monster

Originaltitel: Other__Herstellungsland: Frankreich, Belgien__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: David Moreau__Darsteller: Olga Kurylenko, Jean Schatz, Lola Bonaventure, Jacqueline Ghaye, Sasha Nugent, Philip Schurer, Ange Dialot Nawasadio, Julie Maes, Milton Riche u.a.
Other – Beautiful Monster DVD Cover

Olga Kurylenko erlebt puren Horror in „Other – Beautiful Monster“.

Der französische Drehbuchautor und Regisseur David Moreau hat mit „Them“ und „Mads – Im Rausch der Macht“ zwei sehr gelungene Beiträge zum Horrorgenre beigesteuert. Ob ihm das mit „Other – Beautiful Monster“ auch gelungen ist?

Alles dreht sich um Alice. Als die erfährt, dass ihre Mutter tot aufgefunden wurde, reist sie sofort zu deren Anwesen. Die Mutter sei laut Leichenbeschauer bereits zehn Tage tot gewesen, als man sie nur aufgrund eines Zufalles im Garten ihres Hauses aufgefunden habe. Viel beunruhigender: Dem Leichnam fehle das Gesicht! Alice hat den Schock noch gar nicht recht verdaut, da muss sie feststellen, dass ihr Autoschlüssel verschwunden ist.

Notgedrungen muss sie nun Zeit im Haus ihrer Mutter verbringen. Hier genießt sie zunächst die guten Erinnerungen an ihre Kindheit. Doch schnell kommen auch dunkle Gedanken auf. Die Mutter erzog Alice nämlich sehr rigide. Trimmte sie für Miss-Wahlen und kannte dabei keine Gnade. Schnell fühlt sich Alice wieder unwohl in ihrem früheren Zuhause. Zudem verschwinden immer wieder Gegenstände und Alice hört Geräusche.

Als ein Nachbarskind ihr rät, höchst vorsichtig zu sein und am besten immer ihr Gesicht zu verbergen, ist es längst zu spät.

Schaut in den Film hinein

Effektiver Horror mit Olga Kurylenko

David Moreau baut früh in „Other“ eine Atmosphäre der Verunsicherung auf. Zwei kleine Bedrohungsszenarien direkt zu Beginn verfangen sofort. Die auch den weiteren Film beherrschenden, finsteren Bilder mit ihren kalten Farben fördern ebenfalls die Spannung – und steigern das Unbehagen. Früh verorten Regie und Drehbuch den Schauplatz auf dem Anwesen von Alices Mutter. Hier arbeitet Moreau dann zunächst mit kleinen Kniffen, um die Spannung oben zu halten.

Gegenstände verschwinden, Schatten huschen, seltsame Geräusche kommen vom Dachboden und irgendetwas scheint Alice permanent zu beobachten. Das funktioniert richtig gut. Auch und vor allem, weil Olga Kurylenko („Paradox Effect“) ihre Alice einfach nur perfekt spielt und man ihr die Daumen drückt, dass sie möglichst schnell wieder aus diesem Haus verschwinden möge. Ein Haus, das vom strengen Ordnungssinn der Mutter geprägt ist. Die Sitzmöbel sind mit Plaste überzogen, alle Gegenstände in Tupperdosen verstaut. Gruselig.

Mehr und mehr mischen sich nun auch Impressionen von Alices Kindheit unter. Die Beziehung zu der hartherzigen Mutter wird ergründet. Das scheint Alice irgendwann mehr zu beschäftigen als die seltsamen Vorkommnisse um sie herum. Damit das Erzähltempo darunter nicht zu sehr leidet, dreht Moreau beständig weiter an der Spannungsschraube und erlaubt dem Zuschauer erste Blicke auf die kommende Bedrohung, ohne zu viel zu verraten.

Etwa 30 Minuten vor Schluss legt er dann aber den Schalter um. Die Bedrohung wird nun deutlich konkreter. Alice gerät mehrfach in Gefahr. In dem Nachbarjungen gewinnt sie einen Mitstreiter, der allerdings alles andere als zuverlässig anmutet.

Tja, und dann löst Moreau die Geheimnisse seiner Geschichte auf. Auf einer oberflächlichen Ebene funktioniert das prächtig, denn die Auflösung ist spannend, creepy, unerwartet und hart. Zudem spielt sie im Nachgang mit dem bis dahin seltsam unpassend wirkenden Filmtitel und lässt sogar den noch eigenartigeren deutschen Beititel rund um das „Beautiful Monster“ passig wirken. Von daher haut das Ende ordentlich rein.

Aber es lässt auch Fragen offen. Manche lassen sich verschmerzen, bei anderen hätte man sich schon eine greifbarere Erklärung gewünscht. Genannt sei stellvertretend die mehrfach thematisierte Aversion der Bedrohung gegenüber Gesichtern. Jene gegenüber menschlichen Gesichtern wird halbherzig erklärt, jene gegenüber tierischen Gesichtern bleib komplett im Dunkeln.

„Other – Beautiful Monster“ zeugt vom Talent seines Machers

Der Horrorfilm „Other – Beautiful Monster“ erzählt seine spannende Story wirkungsvoll runter. Kombiniert Haunted-House-Motive mit der traumatischen Vergangenheit seiner von Olga Kurylenko stark gespielten Hauptfigur. Obendrein gönnt der Film sich interessante Besonderheiten. Etwa, dass das Publikum bis zum Finish ausschließlich Olga Kurylenkos Gesicht zu sehen bekommt. Was auch noch erstaunlich gut zur Erzählung passt.

Die atmosphärische Inszenierung sorgt für zusätzliche Pluspunkte. Ein praktischer Ekeleffekt um einen Finger haut ziemlich rein und eine simple, aber effektive Restlichtverstärkerkamerafahrt sorgt für angenehmen Grusel. Einzig der Soundtrack hinterlässt kaum Spuren. Und das weird-effektive Finale ist ein typischer Fall von „Love It or Hate It“. Mir ging es gut runter und daher gebe ich:

07 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erscheint am 05. März 2026 von Tiberius Film. Der Film hat eine Freigabe ab 16 und ist in dieser Form ungeschnitten. Ihr könnt den Horrorfilm auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Tiberius Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

Tagged as: , , , , , , , ,

Categorised in: Reviews, the Horror Pit

Wie Viele Actionnerds gibt es?

  • Keine Sorge, du bist mit deiner Vorliebe nicht allein! Uns besuchten bereits 23040097 andere Actionnerds