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Zero – Wettlauf gegen die Zeit

Originaltitel: Zero__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2024__Regie: Jean Luc Herbulot__Darsteller: Hus Miller, Cam McHarg, Gary Dourdan, Moran Rosenblatt, Annabelle Lengronne, Roger Sallah, Angelique Mendes u.a.
Zero – Wettlauf gegen die Zeit DVD Cover

„Zero – Wettlauf gegen die Zeit“ bietet viel Dynamik.

Ein Mann erwacht in einem Bus. Der amerikanische Tourist hat keine Ahnung, wie er hierhin gekommen ist. Vor seinen Bauch ist ein Schild geschnallt, auf dem eine Haltestelle geschrieben steht. Eine Frau reicht ihm ein Handy, er werde bald angerufen. Die Situation lässt den Mann kopflos reagieren. Damit zieht er die Aufmerksamkeit und auch den Unmut der anderen Fahrgäste auf sich. Irgendwann reißt er sich das Schild runter und eine an seinem Oberkörper befestigte Bombe kommt zum Vorschein.

Ein Countdown zeigt an, dass ihm noch zehn Stunden bis zur Explosion bleiben. Da klingelt das Telefon. Eine tiefe Stimme erklärt ihm, dass er ab sofort fünf Aufgaben erfüllen müsse. Tue er das nicht, explodiere die Bombe. Nutze er ein anderes Handy als das ihm übergebene oder kontaktiere er die Polizei, explodiere die Bombe. Der Mann fügt sich in sein Schicksal. Die erste Aufgabe mutet easy an. Er muss nur einem Typ dessen Handy abluchsen.

Bald muss der Mann bemerken, wie ernst es sein Gegenüber am Handy meint: Das zündet in der Gegenwart des Mannes eine heftige Explosion, die zahlreiche Menschen in den Tod reißt. Mit dem Schrecken davongekommen, kreuzen sich die Wege des Mannes mit denen eines anderen. Auch der hat eine Bombe vor die Brust geschnallt, auch er muss Aufgaben erfüllen. Ab sofort sollen beide zusammenarbeiten. Gemeinsam versuchen die von dem Anrufer nur One und Two genannten Männer, herauszufinden, was hier abgeht.

Schaut in den Film hinein

Wettlauf gegen die Zeit im Senegal

Regisseur Jean Luc Herbulot, der aus der Republik Kongo stammt, hat sich für seinen „Zero – Wettlauf gegen die Zeit“ den afrikanischen Kontinent als Drehort ausgesucht. Mit der senegalesischen Hauptstadt Dakar setzt er auf einen aufregenden, absolut unverbrauchten Schauplatz. Hier schmeißt er sowohl den „One“ genannten amerikanischen Touristen als auch den Zuschauer mitten rein in seine temporeiche Story.

Wir sind dabei, wie One seine erste Aufgabe erledigt. Und wir erhaschen bereits Blicke auf Two, der parallel ebenfalls seine erste Aufgabe erfüllt. Two wirkt geordneter und geradliniger in seinem Tun, One hat wie der Zuschauer lange Zeit noch Orientierungsprobleme. Sobald die beiden zusammenfinden, läuft „Zero“ richtig rund. Die beiden Charaktere funktionieren gut zusammen und sie haben gefühlt die Situation im Griff.

Leider lässt Herbulot die Hintergründe seiner Story arg lange im Dunkeln. Infolgedessen ergeben die Aufgaben, die One und Two erfüllen, selten Sinn. Das frustriert. Und es sorgt für Spannungsabbrüche. Dem versucht Herbulot mit Tempo satt, entgegenzuwirken. Sein „Zero“ ist immer in Bewegung. Es gibt so gut wie keine Ruhepausen. Entsprechend definieren sich die Figuren ausschließlich über ihr Tun. Manche, ausgerechnet auch Two, bleiben dabei weiße Wände. Was dem Film ebenfalls nicht hilft.

Die ultradynamische und flotte Bebilderung rast über manche dieser Probleme hinweg. Drohnen liefern tolle Bilder des lebendigen Schauplatzes. Freeze Frames werden dazwischen geschmissen. Die Kamera wirbelt und der Score schiebt die Story weiter an. Trotzdem fällt „Zero“ ausgerechnet vor dem Showdown in ein echtes Loch. Erst wenn dann endlich aufgeklärt wird, was das Ganze nun eigentlich sollte, wird der Zuschauer wieder wach. Blöderweise startet dann nach einem hübsch fiesen Schlussgag bereits der Abspann und man spürt, dass diese Auflösung dem Film in einem früheren Stadium deutlich mehr geholfen hätte.

Zumindest macht so im Nachhinein vieles mehr Sinn und die Geschichte kommt zu einem runden Ende. Die Hauptdarsteller Hus Miller als One und CamMcHarg als Two machen aus ihren unterentwickelt wirkenden Figuren das beste und spielen ordentlich. Die Stimme, die beide vorwärts peitscht, gehört Willem Dafoe („Aquaman“), dessen sonores Organ top passt. Die restlichen Darsteller, unter anderem Gary Dourdan („Alien 4“), schlagen sich ordentlich, haben für den Film aber keinen rechten Belang.

„Zero – Wettlauf gegen die Zeit“ ruckelt hier und da

Insgesamt geht man ordentlich unterhalten aus „Zero – Wettlauf gegen die Zeit“ raus. Vor allem das durchgehend hohe Tempo und die sehr energetische optische Umsetzung ringen dem Zuschauer durchaus Bewunderung ab. Leider kann hier die Story nicht wirklich mithalten. Die behält ihre durchaus stechenden Asse viel zu lange im Ärmel und schadet damit der Spannungskurve. Und obschon sich die Hauptdarsteller mühen, bleiben ihre Figuren ein wenig zu nichtssagend, um den Zuschauer in die Welt von „Zero“ hineinzuholen.

Als Actionfan hätte man sich abseits des hohen Tempos ein paar packende Actionszenen gewünscht. Die geraten aber in Form kleinerer Keilereien oder Zu-Fuß-Verfolgungsjagden durchweg eher sehr klein und sind wenig packend. Und trotz der grundlegenden Thematik gibt es auch so gut wie keine Explosionen zu sehen. Dafür weiß Dakar als Schauplatz des Filmes absolut zu punkten und sorgt für ein paar erstaunlich groß wirkende Bilder.

06 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erscheint am 05. März 2026 von dem Label Tiberius. Der äußerst flotte Actionthriller hat ungeschnitten eine Freigabe ab 16. Ihr könnt den Film auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Tiberius Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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