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Outbreak – Die Verwüstung

Originaltitel: Outbreak__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2024__Regie: Jeff Wolfe__Darsteller: Billy Burke, Alyshia Ochse, Jessica Frances Dukes, Taylor Handley, Raoul Max Trujillo, Dani Oliveros, Kylr Coffman u.a.
Outbreak – Die Verwüstung DVD Cover

„Outbreak – Die Verwüstung“ bietet zwar kaum Verwüstung, dafür aber Zombies.

Seit sein minderjähriger Sohn verschwand, steht Neil komplett neben sich. Er ist Park-Ranger in einer Kleinstadt und bereitet seinen Kollegen viele Sorgen. Doch auch seine Frau verkraftet den Verlust nur schwer. Mittels Alkohols und Medikamenten beamt sie sich aus der Realität. Allerdings weilt sie noch genug im Hier und Jetzt, um Neils Kugeln zu verstecken. Sie ahnt, dass er in einem schwachen Moment Schlimmes tun könnte.

Und wirklich: Eines schönen Tages verweilt Neil an einem idyllischen See, als er seine Waffe zieht und sich selbst erschießen will. Doch da ruft jemand um Hilfe. Inmitten des Sees strampelt eine Frau um ihr Leben. Beherzt springt Neil ins Wasser und zerrt die Frau an Land. Hier entpuppt sich die seltsam entstellte Gerettete als wenig dankbar und greift ihren Retter an. Der erschlägt sie mit einem Stein und stolpert zu seinem Haus.

Hier wird er erneut attackiert. Zwei seltsam aussehende Kerle fallen über ihn her. Mit Mühe und Not kann Neil die beiden ausschalten. Dann greift er sich seine Frau sowie etwas Proviant und rast los. Gibt es mehr von diesen eigenartigen Kreaturen? Konnten sich noch mehr Menschen der Attacken erwehren? Und was ist hier nur los?

Schaut in den Film hinein

Zombie-Horror mit nettem Schlenker

Zu Beginn macht es einem „Outbreak – Die Verwüstung“ mit der zelebrierten Leidensnummer von Neil und seiner Frau Abby nicht einfach. Zum einen kennt man nur die groben Eckdaten davon, was passiert ist. Zum anderen kommen die beiden nicht wirklich sympathisch rüber. Was vor allem an der wirklich extrem mangelhaften Chemie zwischen Billy Burke als Neil und Alyshia Ochse als Abby liegt. Beide nerven und mit beiden will man nicht mitleiden. Der Film setzt aber genau das fast 25 Minuten lang voraus.

Tauchen dann endlich die ersten Zombies auf, berappelt sich der Film. Er nimmt etwas an Fahrt auf und die Zombies sind gar nicht mal uncool. Es floss sichtlich Hirnschmalz in ihre Maskierung. Und man steckte ab und an sehr gelenkige Menschen unter das Make-up. Ein paar seltsame Bewegungsabfolgen sind die Folge, die ich noch nicht so oft in Zombie-Filmen gesehen habe. Leider wird es nie so wirklich brutal und die Zombies treten doch in insgesamt sehr kleiner Anzahl auf.

Sind Neil und Abby dann unterwegs, beginnen sich seltsam unlogische Momente aneinander zu reihen. Die ganze Einlage um eine Tankstelle sei genannt. Und warum vor allem Abby Gelegenheiten liegen lässt, ihren gefährdeten Mann mithilfe einer Waffe zu retten, man weiß es nicht. Auch die Funkgespräche und wie ein Charakter darauf reagiert – beziehungsweise nicht reagiert – machen einen nur sauer. Jedenfalls zu dem Zeitpunkt. Doch es lohnt sich, diese Momente durchzustehen.

Denn „Outbreak – Die Verwüstung“ wartet mit einem wahrlich unvorhersehbaren Twist auf. Der wertet in den letzten fünf Minuten alles bisher Gesehene deutlich auf. Macht unlogische Momente zumindest nachvollziehbar und erklärt manch dummes Verhalten der Protagonisten. Leider ist der Twist per se in sich nicht hundertprozentig logisch und erfordert durchaus Entgegenkommen von Seiten des Zuschauers. Er hilft jedoch dem Film.

Billy Burke („Red Riding Hood“) hilft dem Film ebenfalls. Er wirkt zwar nicht hundertprozentig motiviert, obschon er „Outbreak – Die Verwüstung“ sogar mitproduzierte, aber sein weitgehend souveränes Spiel rettet den Film über manchen Moment des Leerlaufs. Alyshia Ochse („Marauders“) sieht zwar hübsch aus, spielt aber ihre Rolle einfach nur schrecklich. Gerade im Zusammenspiel mit ihr wirkt Billy Burke wenig engagiert. Wer weiß, was da am Set nicht passte. Die restlichen Darsteller liefern ordentlichen Support.

Optisch kommt der Streifen von Jeff Wolfe, der aus dem Stuntfach kommt und viel Schauspielerfahrung im Serienbereich hat, ganz ansprechend daher. Der Regisseur setzt gerne auf eine Art Bullaugenoptik, bei der das Bild ganz schön gebogen wird. Was mit seiner irrealen, verzerrten Wirkung ziemlich gut zu dem Twist passt, der am Ende alles umwirft. Als Sets fungieren vor allem Wald- und Natursettings, die ordentlich funktionieren. Musikalisch steigt „Outbreak – Die Verwüstung“ mit einem schön melancholischen Thema ein, lässt im weiteren Filmverlauf aber deutlich nach.

„Outbreak – Die Verwüstung“ reißt es in den letzten Minuten raus

Der Horrorfilm von Jeff Wolfe hat einige gute Momente zu bieten. Alle haben sie mit den sehr agilen Zombies (wobei es sich hier eher um Infizierte handelt) zu tun. Highlight ist ganz klar eine Szene, in der ein Zombie im Spinnengang die Säule einer Tankstelle hochkrabbelt, hernach Neil angreift und von dem ultracool mittels Feuerzeugs und aus einem Tankschlauch schießenden Benzins abgefackelt wird.

Leider ist „Outbreak – Die Verwüstung“ kein Metzel-Marathon, der eine Highlight-Szene an die andere reiht. Stattdessen verliert er irgendwann fast den Zuschauer, weil die Figuren nicht richtig greifen und das Tempo immer wieder verschleppt wird. Die Charaktere handeln zudem zunehmend irrationaler und dümmer. Doch kurz vor Schluss zündet der Film seinen Clou. Der erklärt bei Weitem nicht alles, macht aber vieles einleuchtender und kommt so dermaßen aus dem Nichts, dass er den Zuschauer tatsächlich verblüfft. Zumal er aus dem Horrorfilm einen ganz anderen Genrevertreter macht. Alleine deswegen lohnt eine Sichtung durchaus.

06 von 10

Der Film ist Anfang Juli in die digitale Verwertung gestartet. Ab 07. August 2025 erscheint er von Tiberius Film auch auf DVD und Blu-ray. Freigegeben ab 16 und uncut. Der zur Sichtung zur Verfügung gestellte Stream wies eine deutliche Asynchronität bei der deutschen Tonspur auf. Ich hoffe, diese findet sich auf den regulären Veröffentlichungen nicht. Zudem ist die Synchronisation leider nicht die beste. Ebenfalls seltsam: Der deutsche Beititel rund um eine Verwüstung findet im Film überhaupt gar keine Entsprechung.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label Tiberius Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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