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the Last Witness

Originaltitel:  Caracara__ Herstellungsland: Kanada__ Erscheinungsjahr: 1999__ Regie: Graeme Clifford__ Darsteller: Natasha Henstridge, Johnathon Schaech, Michael Filipowich, David McIlwraith, Lauren Hutton, Robin Brûlé, Roy Lewis, Kate Greenhouse, …
the Last Witness

Das deutsche Covermotiv von “the Last Witness”.

Bei “Caracara – the last Witness” handelt es sich um einen von Regisseur Graeme Clifford (“Frances”) für den amerikanischen Fernsehsender “HBO” in Szene gesetzten Thriller aus dem Jahr 1999, der u.a. in Gestalt der beiden B-Movie-Mimen Natasha Henstridge (“Home Invasion“) und Johnathon Schaech (“Invasion of Privacy“) eine ansprechend solide Besetzung vorzuweisen vermag. Erstere verkörpert die eher zurückhaltend lebende Museumsangestellte Rachel, welche eines Tages vom FBI die Anfrage erhält, in ihrem Wohnzimmer einen “Beobachtungsposten” einrichten zu dürfen, um einen Verdächtigen im gegenüberliegenden Gebäude observieren zu können. Anfänglichen Zweifeln zum Trotz, geht sie aufgrund der damit verbundenen Abwechslung und Bezahlung schließlich darauf ein – und so beziehen drei sich in Schichten ablösende Agenten schon bald in ihrem Apartment Stellung…

Einer der Männer (Schaech als McMillan) ist besonders zuvorkommend und charmant – weshalb sich Rachel auch auf einen “intensiven Flirt” mit ihm einlässt; etwa da sie ihr “eintöniges Leben” eigentlich leid ist sowie das gewisse “Abenteuer-Flair” der Situation genießt. Dann geschieht es jedoch, dass sie mitten in der Nacht plötzlich seitens der Herrschaften überwältigt und gefesselt wird: Wie es sich herausstellt, gehören jene keineswegs dem FBI an – vielmehr planen sie gerade einen Anschlag auf einen afrikanischen Staatspräsidenten, den sie per Raketenwerfer bei einem Empfang im Penthouse des Nachbargebäudes zu ermorden gedenken. McMillan entpuppt sich dabei gar als der Anführer der Gruppe, welcher just vorm Attentat seine Komplizen tötet und den “finalen Schritt” allein ausführen will – allerdings gelingt es Rachel “in letzter Sekunde”, ihn zu überlisten sowie die Abschuss-Vorrichtung derart zu verrücken, dass die abgefeuerte Rakete in genügendem Abstand ihr Ziel verfehlt…

Während sie dank ihres beherzten Einsatzes als “Heldin” gefeiert wird, erhält der entkommene McMillan von seinen Auftraggebern indes die Anweisung, die Operation nichtsdestotrotz fortzuführen – worauf er postwendend sowohl mit den Vorbereitungen eines zweiten Versuchs als auch mit der “Beseitigung” aller Zeugen beginnt, die ihn in Rachel´s Wohnung zu Gesicht bekamen (unter ihnen ihre Mutter und beste Freundin; ebenso wie sie selbst, natürlich). Gemeinsam mit einem Polizisten (Michael Filipowich) versucht jene fortan, sich und ihre Nahestehenden in Sicherheit zu bringen. Als das jedoch weitestgehend misslingt, begibt sie sich kurzerhand daran, McMillan “auf eigene Faust” aufzuspüren – oder ihn wenigstens für die anderen zu identifizieren (da sie nun die einzige ist, die ihn ohne Maskierung gesehen hatte). Nach und nach gelangen die konkreten Hintergründe der Tat zum Vorschein – inklusive Verstrickungen, die bis in höchste Regierungskreise reichen…

Der Titel “Caracara” bezieht sich auf eine Greifvogelart, von der Rachel ein Exemplar bei sich zuhause aufgenommen hat: Ein hierzulande als Schopf- oder Haubenkarakara bekannter Geierfalke, von dem sich bestimmte markante Eigenschaften zudem auf die zugegenen “Antagonisten” übertragen lassen. Die von Craig Smith (“Scam”) verfasste Story wurde gar nicht mal schlecht konzipiert – wobei jedoch zu erwähnen ist, dass ein garstiges Massaker in Afrika bloß arg nebensächlich angerissen wird sowie der sich an sich passabel über den Verlauf erstreckende “Spannungsbogen” aufgrund der doch sehr konventionellen Plot-Ausrichtung (mit dem Fokus auf das Attentat und dem “Verschnüren loser Enden” danach) leider recht vorhersehbar geraten ist. Die Inszenierung Cliffords sowie die Kamera-Arbeit Bill Wongs (“Blackjack”) kommen jeweils “eher unspektakulär” daher – allerdings vermag zumindest der temporeiche Schlussakt schließlich noch ein Stück weit für die bis dato stellenweise doch etwas “zähe Dramaturgie” zu entschädigen…

Neben einigen schwachen Dialogen (vor allem zwischen Henstridge und Schaech) fallen in meinen Augen überdies noch die gebotenen Aufnahmen aus der Perspektive des Raubvogels “unvorteilhaft” ins Gewicht, da sie keinen wirklichen Zweck erfüllen und obendrein stilistisch nicht unbedingt ins Gesamtbild passen. Des Weiteren ist zu verzeichnen, dass Schaech in der Originalfassung merklich mit seinem südafrikanischen Akzent zu ringen hat. Alles in allem liefern die Akteure durch die Bank weg mäßig-solide Performances ab, aus deren Reihen (neben den beiden Leads) eigentlich nur noch Michael Filipowich (“It stains the Sands red“) als Cop sowie die einem angesichts der “geringen Tragweite” ihres Parts (als Rachel´s alkoholkranke Mutter) “weitestgehend verschenkt” vorkommende Lauren Hutton (“American Gigolo“) eine gesonderte Erwähnung verdienen…

Kurzum: “Caracara – the last Witness” ist ein mittelprächtiger Thriller, mit dem sich aber durchaus einigermaßen brauchbar eine gewisse Zeit vertreiben lässt – rund 86 Minuten, um genau zu sein. Höheren Ansprüchen oder Erwartungen wird der Streifen zwar nicht gerecht – kann dafür aber mit einigen kompetent-unterhaltsam arrangierten Sequenzen, vereinzelten “Gewaltspitzen”, einer Prise “T&A”, einem zufrieden stellenden Finale sowie der sympathisch-attraktiven Natasha Henstridge in der Hauptrolle aufwarten…

Während “the Last Witness” hierzulande seit 2004 auf DVD erhältlich ist, sind mir bis heute (07/2019) generell noch keine Infos hinsichtlich einer Veröffentlichung auf BluRay bekannt...

Stefan Seidlthe Last Witness

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the Last Witness

Copyright des “the Last Witness” Covermotivs sowie der Screenshots der skandinavischen DVD: Le Monde Entertainment / Home Box Office (HBO) / Citadel, CCV Ent. / Laser Paradise (D)__ Infos zur dt. VÖ:__ Freigabe: FSK-18__ DVD/BluRay: ja/nein

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