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The Secret of King Mahi’s Island

„The Secret of King Mahi’s Island“ ist Gary Daniels’ zweite Filmrolle nach „Final Reprisal“, gedreht für die gleiche Produktionsfirma. In diesem philippinischen Actionabenteuer sucht er auf den Spuren von Indiana Jones nach dem Schatz des titelgebenden Königs, muss sich aber mit Gefahren durch Eingeborene und brutale Rivalen herumschlagen.

Originaltitel: The Secret of King Mahi’s Island__Herstellungsland: Philippinen__Erscheinungsjahr: 1988__Regie: Leonard Hayes, Jim Gaines__Darsteller: Gary Daniels, Michelle Frankenberger, Jerry Beyer, Bobby Clinton, Kurt Otto Frankenberger, Fred Cominos, Anthony East u.a.
The Secret of King Mahi's Island

Gary Daniels auf den Spuren von Indiana Jones: “The Secret of King Mahi’s Island”

Bevor der britische Kickboxchamp Gary Daniels auch in den USA zum B-Actionstar aufsteigen konnte, waren erst einmal ein paar philippinische Billigproduktionen angesagt, in denen er trotz meist widriger Produktionsumstände sein Können zeigen konnte.

Seine zweite Spielfilmrolle nach „Final Reprisal“ ist das deutlich seltenere Action-Abenteuer „The Secret of King Mahi’s Island“, mit dem die Regisseure Leonard Hayes (der nach einer Woche hinwarf) und Jim Gaines auf der populären Welle von Indiana Jones, „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ und Co. surfen wollten. Zur Einleitung gibt es ein paar herzliche nutzlose Texttafeln, die etwas über den achso dollen König Mahi sagen, deren einzig wirklich wichtige Info allerdings darin besteht, dass der Herrscher mit lauter Gold und Geschmeide begraben wurde, nach dem Schatzsucher in der Gegenwart suchen können. Schatzsucher wie Chuck (Gary Daniels).

Ein Kumpel von Chuck hat die Karte zu König Mahis Schatz gefunden, wird aber von rivalisierenden Schatzsuchern deswegen ermordet. Seine Frau Leah (Michelle Frankenberger) und sein Sohn können das in einem Bumerang versteckte Teil aber zu Chuck bringen. Gemeinsam mit Chucks Crew geht es auf Schatzsuche, die schurkischen Konkurrenten stets im Nacken…

Wenn es eine Sache gibt, die „The Secret of King Mahi’s Island“ wirklich zupasskommt, dann sind es die tollen Landschaften, die mit ihren grünen Dschungeln, ausladenden Gewässern und dunklen Höhlensystemen direkt Abenteuerflair verbreiten. Egal wie billig der Film auch gewesen sein mag, er sieht gar nicht so schlecht aus, wobei es noch nicht einmal großes Talent hinter der Kamera dafür benötigt. Das ist auch nur in begrenztem Umfang vorhanden. „The Secret of King Mahi’s Island“ leistet sich keine großen Schnitzer wie manch andere Billigproduktion, ist aber auch ohne jeden Elan heruntergekurbelt. Der Soundtrack dudelt mit den immergleichen Melodien auf ganz okayem Billigniveau, kitzelt aber aus keiner Szene Spannung heraus. Szenenübergänge und Zeitsprünge sind manchmal abrupt, sodass der Film nie in Fahrt kommt und einfach nur wie eine Abfolge von Action- und Abenteuerszenen ohne echten Flow wirkt.

So besteht „The Secret of King Mahi’s Island“ ist erster Linie auch aus einer Aneinanderreihung von Prüfungen für die Abenteurertruppe. Man bekriegt sich mit bösen Eingeboren, man zofft und verträgt sich mit guten Eingeborenen, man wird von den bösen Schatzsuchern verfolgt, die wiederum den gierigen Polizeichef auf den Plan rufen, der den Schatz auch für sich haben möchte. Jeder ist für Scharmützel verantwortlich, bei denen man oft gar nicht weiß, ob es einen gesichtslosen Kumpan Chucks oder einen gesichtslosen Schurken erwischt. Denn über Persönlichkeit verfügt so wie keiner auf Helden- und Schurkenseite. Chuck ist der nette Sunnyboy, einer seiner Kumpane der Gierschlund und Leah plus Sohn die einzige Frau bzw. das einzige Kind in der Truppe – das war es dann auch schon mit Unterscheidungsmerkmalen. Noch weniger Profil haben die Schurken, bei denen man noch nicht einmal einen klaren Oberbösewicht ausmachen kann. Ist es der Anführer der bösen Schatzsucher? Der Polizeichef? Oder doch der mordende Henchman, mit dem sich Chuck einen kurzen Finalkampf liefert?

Manche dieser Figuren sterben geradezu nebenbei, denn mit Dramaturgie hat „The Secret of King Mahi’s Island“ wenig am Hut. So werden auch viele Möglichkeiten des Abenteuerfilms verschenkt: In der Gruft von König Mahi warten keine Fallen, nur eine popelige Schlange – erst nach dem Einsammeln des Goldes wird eine Art Selbstzerstörungsmechanismus ausgelöst. Viele Hinweise müssen auch nicht entschlüsselt werden: Man folgt einfach der Karte und irgendwann ist man am Ziel. Das ist schade, denn manchmal hat „The Secret of King Mahi’s Island“ durchaus gute Szene zu bieten, etwa eine Flussüberquerung auf einer wackeligen Hängebrücke oder ein Lianenschwingen Chucks.

Den spielt Gary Daniels („Rumble“) ganz zufriedenstellend, im Gegensatz zum eher hölzernen Rest der Truppe. Natürlich gibt er auch schon eine Kostprobe seiner Kickerfähigkeiten, die hier leider noch etwas sparsam eingesetzt werden. Die Choreo ist durchschnittlich, die Inszenierung grobschlächtig, aber ohne ganz schlimme Schnitzer. Und dann gibt es da noch zahlreiche Ballerszenen im gewohnten Philippino-Actionstil: Parteien beharken sich im Schnitt-Gegenschnitt-Verfahren ohne große Kamerabewegungen oder dynamische Montage, dafür ist der Munitionsverbrauch reichlich und zwischendrin fliegt sogar mal ein Boot oder Helikopter in die Luft. Nachdem die letzten Fieslinge samt Hubschrauber explodiert sind, rollt dann auch direkt der Abspann.

Insofern ist „The Secret of King Mahi’s Island“ ein typisches Produkt seiner Entstehungszeit und seines Entstehungsortes: Wenig spannend, etwas grobmotorisch inszeniert und in Sachen Action eher mit Masse denn Klasse klotzend. Der hier hat immerhin Gary Daniels, hübsche Landschaften und Abenteuerfilmfeeling zu bieten, aber auch diverse Längen und nichts, was das Zuschauerinteresse wachhalten würde. Nicht komplett schlecht, aber irgendwie völlig egal.

Knappe:

„The Secret of King Mahi’s Island” war Teil eines Zwei-Jahres-Vertrags von Gary Daniels und der Produktionsfirma Solar Films, die zuvor „Final Reprisal“ mit ihm drehten. Da die zweite Kooperation weniger in Umlauf gebracht wurde, gibt es nur in einigen asiatischen Ländern VHS-Tapes davon. Manchmal tauchen digitalisierte Versionen davon auf Plattformen wie YouTube auf.

© Nils Bothmann (McClane)

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