| Originaltitel: the Strangers: Chapter 2__ Herstellungsland: USA-Slowakei-Spanien-Kanada-GB__ Erscheinungsjahr: 2025__ Regie: Renny Harlin__ Darsteller: Madelaine Petsch, Gabriel Basso, Brooke Johnson, Ema Horvath, Pedro Leandro, Richard Brake, Sara Freedland, Florian Clare, Rachel Shenton, Milo Callaghan, Ben Cartwright, Janis Ahern, Joplin Sibtain, Froy Gutierrez, … |

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„the Strangers: Chapter 2“ (2025) bildet das „mittlere Kapitel“ der betreffenden Horror-Thriller-Trilogie, welche Regisseur Renny Harlin („Refuge“) in der herbstlichen Slowakei des Jahres 2022 über 52 Tage hinweg komplett am Stück abgedreht hatte: Ein beileibe nicht unambitioniertes Unterfangen – zumindest von den Produktions-Bedingungen her. 2024 veröffentlicht, entpuppte sich „Chapter 1“ leider aber bloß als ein zweitklassiges soft Reboot des der Materie zugrunde liegenden 2008er Genre-Klassikers Bryan Bertinos – mit einer stärkeren Gewichtung auf „Slasher-Action“ und Jump-Scares anstelle der Suspense und psychologischen Intensität des Originals; und somit Johannes Roberts‘ 2018er Sequel „Prey at Night“ dahingehend ähnlich. Mit dieser Fortsetzung hier nun allerdings unweigerlich eigene inhaltliche Wege beschreiten müssend, war ich durchaus neugierig darauf, was Harlin und seine Skript-Autoren Alan R. Cohen und Alan Freedland einem in der Beziehung zu bieten haben würden – zumal sich Hauptdarstellerin Madelaine Petsch bereits im ersten Film als resolut-kompetentes Final Girl etabliert hatte sowie einzelne Story-Ansätze (neben anderen weniger interessanten und vorteilhaften) nicht ohne „ausbaufähigem Potential“ daherkamen…
Nahtlos knüpft die Handlung ans Ende des Vorgängers an: Verletzt, jedoch in stabilem Zustand, befindet sich Maya im Krankenhaus des kleinen Städtchens Venus (im ländlichen Oregon) und trauert um ihren Boyfriend Ryan (Froy Gutierrez), welcher dem mörderischen Trio zum Opfer gefallen war. Während sie auf die Ankunft ihrer Schwester Debbie (Rachel Shenton) wartet – was wegen der zurückzulegenden Entfernung aber nicht so rasch sein wird – spricht sich im örtlichen Diner derweil herum, dass doch nicht beide der Unglückseligen gestorben seien – bzw. plappert Deputy Walters (Pedro Leando) das im Beisein mehrerer recht unüberlegt heraus. Und so dauert es im Folgenden dann auch nicht lange, bis Scarecrow (Matúš Lajčák), Pinup Girl (Letizia Fabbri) und Dollface (Olivia Kreutzova) Maya „einen Besuch abstatten“. Nachdem sie von draußen im Flur her ungewöhnliche Geräusche und Schreie vernimmt, verlässt Maya ihr Zimmer und schleicht in Richtung Notausgang – der allerdings verriegelt ist, so dass sie sich nach einer Alternative umschauen muss; wobei sie relativ bald entdeckt wird sowie eine Jagd durch verschiedene Korridore und Räume entbrennt, im Zuge derer sie sich u.a. (notgedrungen, aber bewusst) in exakt der Leichen-Kühlzelle verbirgt, in der Ryan’s Körper aufbewahrt wird…
Mit diesem Einstieg hat man also die „Route“ von Rick Rosenthal’s „Halloween II“ (1981) gewählt – und obgleich eine ganze Reihe an Klischees zu verzeichnen sind – wie z.B. dass sonst kaum jemand anwesend ist (Patienten und Angestellte; was man allerdings gnädig-wohlwollend mit der späten Uhrzeit und spärlichen Bevölkerungszahl der Umgebung erklären könnte), Maya dabei ihr Handy verliert und sie einer ihrer Schlupfwinkel durch eine ein Geräusch verursachende Bewegung preisgibt – war ich mit dem Gebotenen erfreulich zufrieden. Natürlich hätte man dem Szenario noch mehr abringen können und hätte ich (nicht nur nach der Situation im Restaurant) eigentlich gedacht, die Cops würden Maya’s Sicherheit höhere Zuwendung widmen – doch hat mich diese „Start-Phase“ – in welcher Harlin inspiriert auf längere Steadicam-Shots zurückgriff – tatsächlich zuversichtlich im Hinblick aufs noch Kommende gestimmt. Barfuß sowie nur in einem Krankenhaus-Kleidchen gehüllt, gelingt Maya schließlich die Flucht hinaus in die Nacht – hin zu einer Pferde-Stallung nahebei, wo die drei Maskierten sie allerdings einzuholen in der Lage sind, noch bevor sie die Besitzerin davon überzeugen kann, Hilfe zu kontaktieren. Erneut muss sie sich vor ihnen verstecken, wächst der Body-Count und hastet sie weiter…
Wie es scheint, hat sie jedoch Glück: Sie erspäht einen durch die regnerische Dunkelheit fahrenden Wagen und schafft es, bemerkt sowie mitgenommen zu werden – von insgesamt vier Personen, die gemeinsam in einem Haus ein paar Kilometer voran wohnen: Krankenschwester Danica (Brooke Johnson) – welche Maya bereits kennt sowie freundlich-gut betreut hatte – Gregory (Gabriel Basso), Chris (Florian Clare) und Wayne (Milo Callaghan). Die Kombination aus dem Adrenalin in ihr, gewissen Aussagen, den Schmerzen ihrer verarzteten, inzwischen aber wieder blutenden Stichwunde sowie dem Registrieren eines Smiley-Tattoos an Gregory’s Hals (plus eines Jagdmessers vorne im Auto) lassen bei ihr allerdings die Befürchtung auferkeimen, dass Gregory und Wayne nicht bloß wegen des miesen Wetters so drauf sind, wie sie sich da aufführen – sowie eventuell auch Danica und Chris mit in diesen (offenbar ja keinen Einzelfall markierenden) Geschehnissen involviert sind. Zwar auf einer weder subtilen noch beseelten Weise, vermittelt „the Strangers: Chapter 2“ das auf Maya einwirkende Bedrückende dieser Passage dennoch zweckdienlich – an einem Punkt derer sie sich die erwähnte Klinge schnappt, ihr Aussteigen forciert und in den nächsten Wald-Abschnitt hineinrennt…
Maya muss die Temperaturen und das Terrain bewältigen sowie die aufgegangene Naht ihrer Verletzung nochmals zunähen – bekommt das jedoch hin; ebenso wie ein kleines Feuer zu entzünden. Nach Tagesanbruch sieht sie sich allerdings einer neuen Bedrohung ausgesetzt: Ein großes, ihr von ihren Verfolgern auf den Hals gehetztes Wildschwein! Es gibt sogar eine Rückblende, die einem das nachvollziehbarer zu machen versucht – also warum jene überhaupt ein solches Tier eingesperrt gehalten haben: Glaubwürdiger wird’s dadurch aber nicht. Wäre Maya dem Keiler einfach so begegnet – hätte der sich irgendwie erschrocken und dann derart aggressiv reagiert – oder wäre es eine Bache mit Frischlingen gewesen – würde ich mich weniger darüber beklagen. So oder so ist die Szene an sich völlig überflüssig – trägt nichts zur grundsätzlichen Geschichte bei. Zwar bietet sie „Abwechslung“ innerhalb des linear fortschreitenden Überlebenskampfs Mayas – mutet allerdings wie Filler an und präsentiert einem das rabiate Borstenvieh außerdem in Form von CGIs, die nicht gerade auf dem Niveau derer des Grizzlys in „the Revenant“ sind. Dieses Mal steht Survival Horror im Fokus der Entfaltung – mit mehr Action, Kills, Schauplätzen und klassischen „Slasher-Momenten“ als im Vorgänger-Werk…
Parallel zu Maya’s Plot-Strang ist Debbie weiterhin auf der Anreise – welche sich verspätet; aber schonmal einen Kranken-Transporter voraus entsendet, der gegen Abend in Venus erwartet wird – während der Sheriff (Richard Brake) und sein Deputy abwägen, wie am besten vorzugehen ist: Ersterer will die Angelegenheit alleine regeln – ohne andere Stellen einzuschalten – u.a. da der Beginn dieser Mord-Serie weiter als Maya’s und Ryan’s Ankunft zurückreicht sowie spezielle Geheimnisse dieser Kleinstadt besser verborgen bleiben sollten. Was er indes nicht weiß: Für entsprechende Nachforschungen ist ein State Trooper (Joplin Sibtain) bereits vor Ort. Auf ihn trifft Maya in dem Häuschen, in welchem Ryan getötet wurde – doch werden beide kurzerhand angegriffen, so dass sie wiederum fliehen muss: Die Ereigniskette des Streifens ist für sie noch fern von zu Ende. Im finalen Drittel kreuzen sich die Pfade Mayas, Danicas, Waynes, Chris‘ und Gregorys abermals – worauf letzterer ihr (auf konkreter Nachfrage hin) berichtet, wer und was denn nun hinter dem Namen Tamara steckt. Selbstredend spoilere ich weder die Umstände dieser Konversation noch etwaige Details jener – wohl jedoch, dass die Entscheidung Freedlands und Cohens, diverse Informationen über die Killer zu verraten, wahrlich keine löbliche war…
„the Strangers: Chapter 2“ verleiht den Fremden (man beachte die Ironie der Sache) Backstorys – vorrangig via Rückblenden in ihre Kindheit, in der ein Mädchen brutal erschlagen wurde sowie zwei der drei im Kontext dessen (über ihre bisherige Freundschaft hinaus) zueinander fanden. Psychologisch recht schlicht gestrickt, raubt das diesen wortkargen, erbarmungslosen, ähnlich wie The Shape Michael Myers eigentlich effektiv-bewusst entpersönlichten Angreifern einen Teil ihrer Ausstrahlung; mit nun bestimmte sie verbindende Begebenheiten und Emotionen bekannt. Das hier sind keine Neugier-erweckende Andeutungen oder Überlieferungen (im Sinne einer finsteren modernen Legende) mehr – es ist förmlich eine Entmystifizierung. Mal sehen, wie weit das beim Abschluss der Trilogie noch getrieben wird. Vor der Splittung des ursprünglich ca. 250-seitigen Skripts war diese Phase also das „Mittelstück“ des Gesamten – doch statt Charakter-Zeichnungen zu vertiefen sowie generell mehr Substanz anzustreben, wird einem im Prinzip ein gradliniges gejagt-werden-Movie geboten, bei dem Maya immer wieder mit Leuten in Kontakt gerät, deren Schicksale dadurch stracks besiegelt sind, wohingegen sie selbst weiter zu entkommen vermag: Ein erstaunlich repetitives, nicht sonderlich mitreißendes Ablaufschema…
Unverändert portraitiert Madelaine Petsch („Sightless“) Maya mimisch wie physisch rundum überzeugend: Sie ist mit Abstand das Beste an dem Film – einiger schlechter Entscheidungen sowie keinerlei Dinge, die wir über ihre Figur dazulernen, zum Trotz; wofür Petsch allerdings ja nichts kann. Die übrigen Akteure haben durch die Bank weg nicht viel zu tun erhalten: Ihre Screen-Time ist jeweils limitiert – und die Überzahl hat man außerdem von der Gestaltung ihrer Parts her so angelegt, Maya’s Unsicherheit in Bezug auf ihre Intentionen so lange wie möglich im Unklaren zu belassen. Bei Gregory (Gabriel Basso aus „Trigger Warning“) und Wayne (Milo Callaghan aus TV’s „Video Nasty“) fällt das am meisten auf – beim Sheriff sowieso; was erheblich aber einfach mit daran liegt, dass Richard Brake („Sisu: Road to Revenge“) ihn verkörpert. Ich hätte mir gewünscht, dass man Brooke Johnson („the Crying Dead“) und Ema Horvath („the Mortuary Collection“) als Danica und Shelly mehr zu leisten eingeräumt hätte – und kaum jemand dürfte wissen, dass Rachel Shenton daheim einen „Oscar“ im Regal stehen hat (für ihren 2017er Short „the Silent Child“). Derweil ist der Rest – darunter Pedro Leandro („Wonder Woman 1984“) und Florian Clare (TV’s „Silo“) – nicht wirklich der Rede wert…
Harlin ist ein handwerklich versierter Regisseur – was man verschiedenen Sequenzen auch nicht abstreitbar anmerkt – bloß hätte er ein höheres Spannungs-Level generieren müssen, um die schwache Vorlage ergiebiger zu kaschieren, der es primär an Kreativität und „echtem Inhalt“ mangelt. Unterdessen ist das Tempo von ordentlicher Ausprägung – die Bebilderung José David Monteros („Afterburn“) und der Score Justin Caine Burnetts („Re-Kill“) ebenfalls – bescheren einem einzelne Auftritte der ikonischen Stalker und Mörder absolut solide Genre-Kost und könnte „Chapter 3“ aus dem einen oder anderen Plot-Ansatz durchaus eventuell noch was von Reiz hervorkehren – allerdings würde ich dieses „Kapitel“ unterm Strich gar noch niedriger als das Vorangegangene einstufen: Zu berechenbar, zu oberflächlich und zu hohl kommt es daher – und zu verärgernd im Bereich der gewählten wörtlichen wie auch metaphorischen „Demaskierung“ der Strangers. Schon jetzt – noch vor dem 2026er „Finale“ – ist sicher, dass dieses komplette Projekt der Rubrik enttäuschend und überflüssig zugehört. Ja, es war kommerziell erfolgreich – doch hätte man sich lieber auf das Konzipieren und Realisieren eines anständigen Sequels konzentrieren sollen, auf das man dann ggf. in Ruhe hätte weiter aufbauen können…
gute![]()
Hierzulande ist „the Strangers: Chapter 2“ auf DVD und BluRay erhältlich.
Stefan Seidl

(© Lionsgate & Leonine)
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| Copyright der „the Strangers: Chapter 2“ Postermotive und Pics: Fifth Element Productions / Mark Canton Productions / Stream Media / Vertigo Ent. / Lionsgate (US) / Leonine (D)__ Freigabe: FSK-16__ DVD/BluRay: ja/ja |




