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the Strangers: Chapter 3

Originaltitel: the Strangers: Chapter 3__ Herstellungsland: USA-Slowakei-Spanien-Kanada-GB__ Erscheinungsjahr: 2026__ Regie: Renny Harlin__ Darsteller: Madelaine Petsch, Gabriel Basso, Richard Brake, Ema Horvath, Krystal Ellsworth, Pedro Leandro, Rachel Shenton, George Young, Miles Yekinni, Hannah Galway, Sara Freedland, Ben Cartwright, Kyle Breitkopf, Finn Cofell, …

the Strangers: Chapter 3

Zum deutschen Trailer geht’s hier!

An „the Strangers: Chapter 3“ (2026) habe ich mich mit der Auffassung heranbegeben, dass diese von ihrer Konzeption und Realisierung her ungewöhnliche (weil in 2022 über 52 Tage hinweg in einem Rutsch abgedrehte) Trilogie Renny Harlins wohl komplett der Rubrik enttäuschend und überflüssig angehören dürfte – nachdem „Chapter 1“ (2024) leider bloß in Form eines zweitklassig-oberflächlichen soft Reboots von Bryan Bertino’s 2008er Genre-Klassiker daherkam sowie sich „Chapter 2“ (2025) als kaum mehr als ein berechenbar-gradliniges „gejagt-werden-Movie“ mit unschön wenig Kreativität und Substanz entpuppte; von der unerfreuend gewählten wörtlichen wie auch metaphorischen Demaskierung der ikonischen Titel-gebenden Killer mal ganz abgesehen. Der ursprüngliche Ansatz und beklemmende Reiz der Materie, dass die grausamen Taten motivfrei-willkürlich von Fremden begangen werden, wurde nach und nach aufgegeben – was an sich zwar ebenfalls gewisses Potential in bestimmterlei Hinsichten in sich barg, jenes auszuschöpfen die beiden Skript-Autoren Alan R. Cohen und Alan Freedland jedoch nicht imstande waren…

Trotz allem war ich weiterhin neugierig auf dieses finale Kapitel – u.a. da ich wissen wollte, welches „Ziel“ die Verantwortlichen eigentlich im Sinn hatten, sowie man auf der Basis von Feedback zum ersten Teil „Nachbesserungen“ vorgenommen hatte: The extra weeks of shooting allowed the crew to reshape Maya’s survival arc and calibrate the overall tension for the conclusion, hieß es da. Überdies wusste mir der Action-reiche, relativ direkte, gerade aus der Betrachtungs-Perspektive heraus keineswegs wirkungsschwache Trailer zu gefallen. Vielleicht hatte sich Harlin bei diesem Film ja stärker auf seine (noch nie in solchen Bereichen wie Subtilität und Komplexität liegenden) cineastisch-handwerklichen Kern-Kompetenzen konzentrieren sowie im Zuge dessen zumindest einen unterhaltsam-brauchbaren Franchise-Beitrag im Stile Johannes Roberts‘ 2018er Sequel „Prey at Night“ abliefern können? Der routiniert-solide Prolog, der mit einer netten Coverversion von „the Sound of Silence“ eröffnet und in welchem eine Durchreisende (Hannah Galway) dem mörderischen Trio zum Opfer fällt, tendiert schonmal in genau diese Richtung…

Nach Ausklingen jener Rückblende knüpft das aktuelle Geschehen dann unmittelbar ans Ende des vorherigen Streifens an – weshalb dies nun eine kleine Spoiler-Warnung markiert. Maja (Madelaine Petsch) mag es gelungen sein, Shelly (Ema Horvath) aka Pinup Girl zu töten – doch in Sicherheit ist sie somit noch lange nicht. Verletzt, erschöpft sowie auch seelisch von dem Durchlebten mitgenommen, irrt sie in den nächtlichen Wäldern rund um Venus, Oregon umher. Ihre von Portland aus aufgebrochene Schwester Debbie (Rachel Shenton) sollte bald eintreffen, Sheriff Rotter (Richard Brake) traut sie nicht – und der Tod seiner Komplizin Schrägstrich Freundin seit seiner Kindheit dürfte Scarecrow Gregory (Gabriel Basso) nur noch heftiger als eh bereits erzürnt haben. Überraschenderweise ist dem aber gar nicht umfänglich so: Ja, aufwühlend durchströmen ihn Wut und Trauer über den Verlust seiner Gefährtin – allerdings wähnt er etwas sie und ihn miteinander verbindendes Besonderes in Maja zu erkennen, so dass er fortan das Bestreben anzugehen beginnt, sie dazu zu bringen, Shelly’s Platz (sowohl als Geliebte als auch Killerin) einzunehmen…

Nach den zwei-Dekaden-früher-Flashbacks des Vorgängers, im Rahmen derer ja u.a. der Mord an Tamara aufgezeigt wurde, legt „the Strangers: Chapter 3“ nun noch welche aus jener Zeit nach – ergänzt um weitere mit Shelly (Finn Cofell) und Gregory (Kyle Breitkopf) acht Jahre später, wie diese sich (im Teenager-Alter) an Raststätten und Motels nach „Beute“ umblicken sowie dabei eines Abends Jasmine (Stephanie Aubertin) begegnen, die im Folgenden zu Dollface wird (ein gelungener Moment, übrigens). In einer kleinen Stadt wie Venus bleibt derartiges Treiben natürlich kein Geheimnis – und so erfahren wir, dass die Bewohner das im Prinzip schweigend tolerieren; allerdings mit der Bedingung existierend, dass keiner aus ihren Reihen zu Schaden kommt. Dementsprechend sind in diesem Kontext hier nicht die Täter die Fremden – sondern die, an denen jene sozusagen „ihre Bedürfnisse stillen“. Dass niemand einschreitet, jemanden warnt oder andere informiert, ist auf eine Kombination der bisherigen (etablierten) Dauer dieser Sache sowie der Furcht vor etwaigen Konsequenzen (durch die Killer oder ebenfalls involvierten örtlichen Cops) zurückzuführen…

Die Gegebenheit einer Mörder in ihrer Mitte duldenden Gemeinde – mit dem Agreement, dass die Opfer nicht von dort stammen – hätte sich durchaus fürs Integrieren einer zusätzlichen implizierten Bedeutungs-Ebene angeboten – doch bestand bei Cohen, Freedland und Harlin offenkundig kein Interesse daran. Stattdessen gibt’s mehr Background zu Gregory – z.B. wie er mit dem Sheriff in Beziehung steht – parallel zu Plotsträngen wie Maja’s Bemühungen, es raus aus dem Wald zu schaffen, den Anstalten des Deputys (Pedro Leandro), Kontakt zur State Police zu suchen, sowie Debbie’s Ankunft und Herumfragen nach ihrer Schwester; und das in Begleitung ihres Gatten Howard (George Young) sowie eines toughen Limousinen-Drivers (Miles Yekinni). Wo der Film wahrlich hätte punkten können, wäre im Bereich der Ausarbeitung seiner wohl reizvollsten Idee gewesen – nämlich Gregory’s Absicht, Maja nach Shelly’s Tod nun an ihre Stelle treten zu lassen; speziell im Nachgang einer Begegnung in einer quasi als „neutraler Boden“ fungierenden Kapelle, in welcher er um Shelly sowie Maja um Ryan trauert und sie u.a. Schnaps-Shots auf die Gestorbenen trinken…

Es wäre psychologisch nicht einmal allzu abwegig, wenn es Gregory gelingen würde, die erschütterte Maja auf seine Seite zu ziehen: Faktoren wie Angst, Isolation sowie ein Wechsel zwischen Gewalt und Zuwendung können in einer emotionalen Abhängigkeit, traumatischen Bindung, einem Identitäts- und Realitätsverlust sowie einer damit verknüpften Annahme neuer Anschauungen und Werte resultieren. Der Glaubwürdigkeit wegen hätte es dafür aber besser verfasste Charaktere gebraucht und wurden ohnehin scheinbar keine ernsthaften Ambitionen gehegt, dahingehend einfach mal freizudrehen und sich weiter als bloß minimal von „den gängigen Pfaden“ zu entfernen. Eine Szene in einem Motel-Zimmer weist zwar ein herbeigesehntes, nicht nur für diese Phase gewünschtes Level an effektiver Energie auf – doch entschieden sich die Verantwortlichen für den Schlussakt dann wider eine Action-orientierte Eskalation zugunsten einer ruhigeren, intimeren, gewollt atmosphärischen (dem Klang von The Moody Blues‘ „Nights in White Satin“ angepassten) Entfaltung, die bei mir leider eher den Eindruck melodramatic, anticlimactic and underwhelming hervorrief…

Das Beste an „the Strangers: Chapter 3“ ist erneut Madelaine Petsch („Pretty Babies“) als Maja. Während der gebürtigen Washingtonierin in Teil zwei physisch mehr abverlangt wurde, ist ihre Figur im Vorliegenden aufgrund des Erlebten relativ starr, still und verschlossen: Ein klarer Kontrast zu ihrer Persönlichkeit im Vorfeld ihrer ersten Nacht in Venus. Mit einem kompetenteren „Drumherum“ – womit ich maßgeblich Skript meine – hätte aus ihr locker ein in Genre-Kreisen breite Anerkennung finden könnendes Final Girl werden können. Derweil war Gabriel Basso („Trigger Warning“) nicht unbedingt die richtige Wahl für seinen Part – auch, weil der Mangel an „Chemie“ zwischen ihm und Petsch augenfällig ist. Gregory hätte unmaskiert bedrohlicher und Ausstrahlungs-kräftiger rüberkommen müssen – während eben das bei Richard Brake („Mandy“) hingegen kontraproduktiv ist, da allein schon sein Casting von Anfang an förmlich keine Zweifel daran ließ, dass der Sheriff gewiss nicht sauber ist. Die übrigen Akteure – darunter Rachel Shenton („the Silent Child“), George Young („Malignant“) und Pedro Leandro („Pressure“) – agieren indes zweckdienlich…

Auch dieses Mal ist die Bebilderung José David Monteros („Death of Me“) sowie der Score Òscar Senéns („La innocència“) und Justin Burnetts („Getaway“) ordentlich geraten und hat Harlin („Deep Water“) seinen Job als Regisseur noch immer drauf – allerdings wirkt seine Umsetzung hier zu unbeseelt-routiniert; insbesondere dafür, dass das gesamte Projekt ja eigentlich in diesem Film hätte kulminieren müssen. Dazu schlichtweg zu wenig Suspense, keine Setpieces oder Kills, die irgendwie herausragend in Erinnerung verbleiben („Chapter 2“ hatte zumindest die Krankenhaus- und Wildschwein-Sequenz), einfallsarme Entwicklungen (u.a. der Plotstrang rund um Debbie und ihre Begleiter) sowie ein paar zum Augenrollen animierend lahme Geschehnisse (á la dass Maja den Wagen des Sheriffs zu stehlen vermag, nur um Sekunden später damit gegen einen Baum zu fahren). Unausgegoren und uninspiriert, ist die Hauptschuld an diesem Potential-verschwendend-frustrierend-unbefriedigenden Ganzen eindeutig bei den Autoren zu verorten – von ihrem fehlgeleiteten behind-the-Masks-Ansatz bis hin zur Ausgestaltung des nahezu kompletten Rests…

Fazit: Für sich betrachtet ein generisch-belangloser Horror-Thriller, schließt „the Strangers: Chapter 3“ überdies eine mit nicht genügend konkretem Inhalt aufwartende Trilogie (von etwa viereinhalb Stunden Lauflänge) ab, die man in der Planungsphase nie über ein einziges (round about 100-minütiges sowie dann vermutlich brauchbar-solides) Werk hätte hinausgehen lassen sollen. Allein kommerziell hat sich das Unterfangen ausgezahlt: Alles in allem (zusammen) für unter 26 Millionen Dollar realisiert, steht jener Zahl ein weltweites Kino-Einspielergebnis von mehr als $81 Millionen gegenüber…

knappe7 von 10

Hierzulande ist „the Strangers: Chapter 3“ auf DVD und BluRay erhältlich.

Stefan Seidl

the Strangers: Chapter 3

(© Lionsgate & Leonine)

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Copyright der „the Strangers: Chapter 3“ Cover-/Postermotive und Pics: Fifth Element Productions / Mark Canton Productions / Stream Media / Vertigo Entertainment / Lionsgate (US) / Leonine (D)__ Freigabe: FSK-18__ DVD/BluRay: ja/ja

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Categorised in: Reviews, Stalk and Slash

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