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The Swordsman – Das magische Schwert

Originaltitel: The Swordsman__Herstellungsland: Kanada, USA__Erscheinungsjahr: 1992__Regie: Michael Kennedy__Darsteller: Lorenzo Lamas, Claire Stansfield, Michael Champion, Nicholas Pasco, Raoul Max Trujillo, Eugene Clark, Michael Copeman, George Touliatos, Frank Crudele u.a.
The Swordsman DVD Cover

In “The Swordsman – Das magische Schwert” gerät Lorenzo Lamas in tödliche Schwertkampfduelle.

Cop Andrew verfügt über einige interessante Gaben. Zum einen hat er Visionen vom Ableben der Menschen, in deren tödlichen Wunden er herumfingert. Zum anderen wird er jeden Abend von Träumen geplagt, die nahelegen, dass er ein Nachfahre von Alexander dem Großen sein könnte. Und last but not least hat er schönere und längere Haare als all seine Love Interests. Schon eine dufte Type, dieser Andrew.

Ebenjener Andrew wird seit geraumer Zeit mit einem erhöhten Aufkommen an Leichen konfrontiert. Von deren Verwundungen ausgehende Visionen lassen Andrew schnell glauben, dass sie in tödlichen Schwertkampfduellen das Zeitliche segneten. Parallel dazu stehlen ein paar Lumpen ein wertvolles Schwert, das Alexander dem Großen gehört haben soll. Schnell ahnt Andrew, dass genau dieses Schwert in zwielichtigen Kreisen zum Hauptpreis eines tödlichen Wettkampfes mutiert sein könnte.

Er schleicht sich in einen Club von Schwertkämpfern ein, in dem tatsächlich tödliche Duelle auf der Tagesordnung stehen. Was Andrew nicht ahnt: Der Chef des Clubs hält sich selbst für die Reinkarnation einer historischen Persönlichkeit. Eine Persönlichkeit, von der Andrew tagtäglich in seinen Träumen von der Vergangenheit abgestochen wird.

Schaut in den Fechtkampf-Actioner mit Fantasynote hinein

Natürlich muss man es einem kleinen Actioner hoch anrechnen, wenn er versucht, das Korsett eines x-beliebigen B-Actionfilmes aufzubrechen. Im Fall von „The Swordsman“ wird alles versucht, eine gewisse Fantasy-Note in die grundlegende 0815-Detektivgeschichte zu bringen, in der ein Cop eine Mordserie aufklären und eine zu beschützende Schönheit besteigen muss. Blöderweise wirken die Fantasy-Aspekte des Filmes viel zu wenig durchdacht, um wirklich zu greifen.

Infolgedessen verpassen die immer wieder in die Handlung eingewobenen Träume Andrews dem Film echte Pacing-Probleme, weil sie die eigentliche Story total ausbremsen. Und selbige ist schon kein Hort echter Spannung. Eher im Gegenteil. Das große Ganze ist genauso schnell durchschaut wie die Rollenverteilungen sofort klar sind. Dazu gesellen sich zig bekannte Klischees wie der wütende Vorgesetzte, der leicht tumb wirkende beste Freund vom Helden und die intelligente Wissenschaftlerin, die von der Kratzbürste zum Betthäschen mutieren darf.

In Verbindung mit einem teilweise quälend langsamen Erzähltempo kommt „The Swordsman“ gefühlt überhaupt nicht in die Puschen. Und Regisseur Michael Kennedy („Talons of the Eagle“) versucht leider auch gar nicht erst, von diesen Unzulänglichkeiten abzulenken. Beispielsweise mit viel Action. Bis diese überhaupt mal im Film ankommt, ist „The Swordsman“ schon zur Hälfte durchlitten. Und was der geneigte Actionfan dann zu sehen bekommt, sind saft- und kraftlose Schwertkämpfe, die behäbig choreografiert wirken und in denen ganz selten auch mal ein Martial-Arts-Move abgefeuert wird. Zudem ist der Actioner trotz des Einsatzes von Schwertern höchst blutleer geraten.

Wenn Actionhelden wie Lorenzo Lamas keine Action machen dürfen…

Abgesehen von den Schwertkämpfen, die sich in der zweiten Filmhälfte ballen, mengenmäßig aber insgesamt zu selten aufkommen, gibt es keine weiteren Actionmomente zu verzeichnen. Es wird nicht einmal geballert, es gibt keine Verfolgungsjagden, nichts.

Schauspielerisch hangelt sich Lorenzo Lamas („Atomic Eden“) ein wenig unbeholfen durch den Plot. Ab und an wirkt er auch überfordert von den Visions-, Traum- und Fickie-Fickie-Szenen. Schön blöd, wenn man einen Actionstar im Film hat und der dann keine Action machen darf. Claire Stansfield („The Sweeper“) wirkt von ihrer Simpelrolle hingegen durchweg unterfordert, spielt sympathisch auf und hätte einfach eine dankbarere Rolle verdient. Michael Champion („Boy Soldiers“) würde seine Rolle gerne möglichst exaltiert anlegen, bekommt dazu aber nicht genügend Screentime zugestanden, weshalb sein Bösewicht allenthalben bemüht wirkt. Als Bedrohung kann man ihn nie ernstnehmen.

Optisch ist „The Swordsman“ weitgehend sehr langweilig geraten. Die Schauplätze deuten auf ein extrem niedriges Budget hin. Die statischen Kamerabilder sind mit 0815 noch nett umschrieben. Der langweilige Score reißt ebenfalls keine Bäume aus. Absolut unansehnlich sind die „historisch angehauchten“ Träume Andrews umgesetzt. Diese erinnern an eine Schultheateraufführung und werden obendrein mit hilflosen Filterspielereien downgegraded. Zumindest im Showdown versucht Regisseur Kennedy, mit lichtdurchfluteten Sets und Gegenlichtaufnahmen ein wenig Atmosphäre ins undurchsichtige Treiben zu bringen.

„The Swordsman – Das magische Schwert“ ist langweilige B-Action ohne viel Action

Letzten Endes bricht ausgerechnet das Element, das „The Swordsman – Das magische Schwert“ vom restlichen B-Film-Tand abheben soll, dem Film das Genick. Sämtliche Fantasy-Aspekte sind so undurchdacht und ineffizient in den Film eingebunden, dass man sie nur als störend empfinden kann. Damit strecken sie den ohnehin arschlangsamen Film nur noch mehr. Leider darf auch keine echte Action aufkommen, die den Film aufwerten oder wenigstens abschnittsweise mal boosten würde.

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Von dem Film ist bislang nur eine FSK 16 VHS erschienen, die einen ebenso vollständigen Eindruck macht wie einige TV Ausstrahlungen auf Tele 5. Für digitale Datenträger muss man über den großen Teich blicken. Hier erschien eine DVD von dem Label Republic Pictures.

In diesem Sinne:
freeman

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