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Tripfall – Das Todestrio

Originaltitel: TripFall__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2000__Regie: Serge Rodnunsky__Darsteller: Eric Roberts, John Ritter, Rachel Hunter, Tyler Cole Malinger, Christina Ann Moore, Ken Palmer, Michael Raynor, Jf Pryor, Katy Boyer, Wayne Duvall u.a.
Tripfall

Eric Roberts’ seltsame Frisur ist noch das beste an: “Tripfall”

Es gibt Filme, die starten höchst unterdurchschnittlich und schaffen es doch tatsächlich, von Minute zu Minute noch schlechter zu werden. „Tripfall“ gehört in genau diese Kategorie.

Worum geht’s? Im Beziehungsgefüge von Familie Williams kriselt es gehörig. Der Vater lebt mehr für seine Arbeit als für die Familie, was er mit einem ausgedehnten Urlaub auszubügeln gedenkt. Blöd nur, dass die Familie die Aufmerksamkeit dreier Gewohnheitsverbrecher auf sich zieht, die Tom, das Familienoberhaupt, erpressen: Lässt er nicht 1,2 Millionen rüberwachsen, wird seine Familie gemeuchelt…

Blöderweise haben die Verbrecher offensichtlich noch nie etwas von Konten gehört. Darum muss Tom erst mal ein eigenes bei einer fremden Bank einrichten. Und „Tripfall“ findet noch ganz viele ganz ähnliche „Umwege“, um seine Laufzeit halbwegs auf Filmlänge zu bekommen. Dass dabei alle Figuren recht dämlich handeln müssen, geschenkt. Dass alle sattsam bekannten Klischees eher schlecht als recht bedient werden (nicht glückende Fluchtversuche, Verbrüderungen mit den Gangstern, gegenseitiges Ausspielen der Bäddies, Stripbar-Besuche) ist da schon ärgerlicher. Dass die Dialoge rundherum komplett bescheuert sind, macht’s auch nicht besser. Und wenn dann der große Showdown steigt und sich vollends in einer Abfolge abstruser Szenen verrennt, wird „Tripfall“ das, was ich eingangs schon anzudeuten versuchte: Ein richtig schlechter Film.

Highlight ist dabei ganz sicher der irre Soundtrack des Streifens. Dieser rumpelt und pumpelt, dass man meinen könnte, er untermale einen Rachefeldzug von Chuck Norris gegen 1000 gegnerische Kickersoldaten. Was „Tripfall“ zu dieser Musik präsentiert, ist Eric Roberts, wie er gelangweilt am Straßenrand hockt und sich die Eier kratzt. Ob man dem Soundtrackmaestro ein Actionpowerhouse versprochen hat und er einfach mit Komponieren loslegte? Wie wird er geguckt haben, als er seinen Soundtrack erstmals unter den eigentlichen Bildern des Filmes gesehen hat? Unter diesen langweiligen TV Bildern, die nicht zu einer Sekunde so etwas wie Action ausstrahlen? Ob er sich geärgert hat?

Vermutlich genauso wie John Ritter („Wahre Männer“). Der Mime, der zumindest immer für ein paar komische Zwischentöne gut war, wirkt in der ihm aufgedrückten passiven Rolle unfassbar verschenkt. Weder nimmt man ihm das Gezänk mit seiner hässlichen und nervenden Frau ab noch den gekidnappten und dennoch kämpferischen Familienvater. Apropos hässliche Ehefrau: Jene hört auf den Namen Rachel Hunter, poppte mit Rod Stewart und hatte ihre beste Rolle in einer Playboy-Fotostrecke, für die sie die Rekordsumme von 1,8 Millionen Dollar abgegriffen haben soll. Besser ist das, als Schauspielerin wäre sie wohl elend verhungert – siehe „Tripfall“. Als Bösewicht hat dafür zumindest Eric Roberts („The Expendables“) sichtlichen Spaß an seinem prolligen, hier und da leicht unterbelichtet wirkenden Charakter, der mit lustigen Zöpfchen amüsiert und zur Argumentationsverstärkung am liebsten die Gehirne Unbeteiligter lobotomiert. Was jetzt brutaler klingt, als „Tripfall“ jemals ist. Der hatte sichtlich nicht einmal Geld für ordentliche Bluteffekte.

Was bleibt, ist ein Thriller, der so schlecht daherkommt, dass man ihn nicht einmal als 0815 beschimpfen könnte. Das würde nämlich bedeuten, er würde zumindest einige Thriller-Versatzstücke vernünftig bedienen. Doch weder ist „Tripfall“ spannend noch intelligent erzählt oder toll bebildert geschweige denn gut gespielt. Dafür gibt’s richtig dumm agierende Figuren (insbesondere das weibliche Figuren-Interieur agiert, als habe Roberts das Lobotomieren in den Drehpausen an den Frauen im Cast geübt – und dabei auch gleich den Drehbuchautor mit erwischt!) und ein Finale, das so dämlich geschrieben ist, dass man es eigentlich gesehen haben muss, um es glauben zu können. Das wäre aber schon fast mit einer Empfehlung für den Film gleichzusetzen. Diese wird aber von meiner Seite aus nicht ergehen. Denn zwei nackte, zugegeben sehr geile weibliche Ärsche und die süßen Zöpfe von Eric Roberts reichen nicht für eine Empfehlung.

„Tripfall“ kommt mit einer unglaublichen FSK 18 Freigabe – wofür auch immer die ausgesprochen wurde – uncut von e-m-s.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: e-m-s__Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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