| Originaltitel: Unseen Evil 2__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2004__Regie: Jeff Leroy__Darsteller: Lorenzo Lamas, Priscilla Barnes, Corbin Timbrook, Garrett Clancy, Phoebe Dollar, Matt Emery, Christopher Irwin, David Kalamus, Shilo May, Megan Molloy, Matt Nespoli, Scott Schwartz u.a. |

Erstmals in Deutschland auf DVD erschienen: „Unseen Evil 2“,
Drei junge Wanderer sind in unwegsamen Gelände unterwegs, um sich gegenseitig beim Ficken zuzuschauen und Scheiße zu labern. Irgendwann bebt unverhofft die Erde. Aufgrund eines Ziehens in seinem linken Ei weiß einer der Wanderer, dass soeben ein Erdbeben der Stärke 6.0 gewütet haben muss. Und ebenjenes Beben legte eine Höhle in der Nähe frei. Freilich wird diese von unseren todessehnsüchtigen Wanderern sofort erkundet.
Im Inneren erspähen sie schnell einen gewaltigen Goldschatz. Doch bevor sie sich so richtig über ihren neuen Reichtum freuen können, schießt etwas Fremdartiges aus der Tiefe der Höhle hervor. Blutrünstig fällt es über die Wanderer her und killt einen nach dem anderen.
Die ermittelnden Behörden kommen daraufhin nur mühsam in dem Fall voran. Doch sie erinnern sich, dass da in einer Klapsmühle eine junge Dame namens Kate einsitzt. Die und ihre Begleiter wurden vor Jahren in genau dieser Höhle ebenfalls attackiert. Als Kate von den Ereignissen und dem Angreifer berichtete, wanderte sie ein – fabulierte sie doch von einem Außerirdischen.
Eiligst wird man bei Kate vorstellig. Doch die hat inzwischen amtlich ein Ei am Wandern und labert noch unverständlicheren Müll als früher. Trotzdem schleift man sie zu dem Tatort und hofft, mehr zu erfahren. Bald entdecken auch sie die seltsame Höhle, dringen in sie ein und bereichern sich an dem Schatz. Entsprechend geraten nun auch sie in den Fokus des Wächters des Schatzes. Der kann sich unsichtbar machen und ist tatsächlich außerirdischen Ursprungs.
Billigmüll mit Lorenzo Lamas
„Unseen Evil 2“ aus dem Jahre 2004 setzt den 2001 veröffentlichten „Unseen Evil“ fort. Der Vorgänger hatte es zeitnah sogar zu einer deutschen Veröffentlichung namens „Unsichtbar und extrem tödlich“ gebracht. An Teil zwei hingegen wagte sich Ewigkeiten niemand heran. 22 Jahre später schnappte sich das deutsche Label „From the Vault“ die brachliegende Lizenz und „beglückte“ auch den deutschen Markt mit „Unseen Evil 2“.
Und weil man sich offensichtlich nichts von dieser Lizenz versprach, bemühte man sich gar nicht erst bei der deutschen Synchronisation. Man ließ stattdessen einfach eine Künstliche Intelligenz ran. Die übersetzte das Werk und sprach alle deutschen Stimmen möglichst unpassend, asynchron zu den Lippenbewegungen und emotionslos neu ein. Und „From the Vault“ hatte hörbar keinen Bock, zwischendurch irgendeine Art von Qualitätskontrolle durchzuführen. Das Ergebnis ist unanhörbar und so voll mit Nichtdeutsch, dass es nur so scheppert.
Wer darum auf die englische Tonspur umschaltet, erlebt direkt einen anderen Film. Bis er die deutschen Untertitel zuschaltet und da viel zu feiern bekommt: „A 300 years old cockroach from space wrecks chopper“ wird da schonmal zu „Eine 300 Jahre alte Kakerlake aus dem All. Rex Chopper.“ Klasse. Nicht. All das packte man dann in einen Scanavo-Case und schon sind mehr als 17.99 Euro für eine DVD gerechtfertigt. Schöne neue Welt.
„Unseen Evil 2“ selbst erzählt eine Art „Leprechaun“-Story, nur dass hier der gierig über einen Goldschatz wachende Gnom durch einen Außerirdischen ersetzt wird. Wobei nie klar wird, warum er so heiß auf den Schatz ist. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, weil an dem Film auch sonst nicht viel Sinn macht.
Warum man etwa mit Söldnern an einem Tatort auftaucht, um diverse Morde zu klären, man weiß es nicht. Warum diese Söldner alle Vollpfosten sind, die wild in der Gegend rumballern, weil ihnen halt einfach so ist, auch nicht. Begleitet werden sie von echten Soldaten, irgendwelchen staatlichen Agenten und eben Kate. Und alle labern sie durchgehend nur Müll – bevor sie den Schatz finden und danach… auch.
Bei dem ganzen Gelaber vergisst Regisseur Jeff Leroy („Aliens vs. Titanic“) sehr schnell, wer der eigentliche Star des Filmes ist (freilich das Alien). „Unseen Evil 2“ beginnt dementsprechend länger und immer länger zu werden. Irgendwann reicht er auch noch Rückblenden in den ersten Teil, die die Fortsetzung allerdings kein Stück voranbringen. Spannung hat es eh keine, die Dialoge werden immer öder und igendwie wirken alle Charaktere schnell geistig instabiler als die geistig Instabile.
Als Hauptschauplatz fungiert ein staubiges Fleckchen Erde mit drei aufgeschlagenen Zelten. Eine geradewegs in einen Berg hineinreichende Höhle versprüht keinerlei Flair und wird auch nie für Spannungsmomente genutzt. Eine hier flatternde Stoffpuppe in Form einer Fledermaus setzt zumindest komödiantische Akzente.
Ein nie als Pilotenkanzel eines Helikopters überzeugender Studio-Aufbau deutet an, was der Film kosten durfte. Eine Hubschrauber-Modell-Explosion und eine Modell-Explosion eines Hauses machen da einen dicken Strich drunter. Da verwundert es kaum, dass für gute Musik gar kein Geld da war.
Und für ordentliche Darsteller sowieso nicht. Die neue deutsche Veröffentlichung wirbt beispielsweise groß mit Lorenzo Lamas („President Down“). Der hat den Film zwar sogar mit produziert, wollte aber nicht mehr als zehn Minuten mitspielen. Entsprechend findet er in „Unseen Evil 2“ so gut wie gar nicht statt. Die eigentlichen Hauptfiguren werden von unbekannten Nasen gegeben, von denen keiner wirklich spielen kann, weshalb sie sich rundweg ins Overacting flüchten.
Zum Glück sind die meisten eh nur Opfermasse – leider sterben sie nicht schnell genug. Und das Alien wird in einem reichlich verquasten Mix aus sehr wenigen „Man in a Suit“-Effekten und vielen absolut misslungenen, mülligen CGI-Bildern gereicht. Insbesondere die zahlreichen Effekte zur Verdeutlichung von Unsichtbarkeit sind ein einziger Graus. Und wurden offenkundig zu weiten Teilen direkt aus dem ersten Teil importiert. Zudem weiß das Design des Viechs nicht zu überzeugen. Dachten wohl auch die Artwork-Macher und entwarfen für das Cover/Poster zum Film ein vollkommen anderes Alien.
Sobald das Alien zuschlägt, darf erstaunlich viel Blut spritzen. Menschen werden halbiert, Köpfe abgehackt und diverse Wunden dürfen derbe saften. Leider sind all die Effekte extrem durchsichtig geraten und muten doch arg simpel an. Gorehounds werden hier definitiv nicht glücklich. Und die Konfrontationen zwischen dem Alien und den Menschen entwickeln keinen Zug, keine Dynamik und verpuffen höhepunktlos.
„Unseen Evil 2“ wäre lieber unsichtbar geblieben
Die lieblose deutsche Lokalisierung von „Unseen Evil 2“ deutet schon an, dass selbst der deutsche Rechteinhaber kaum Potential in diesem Machwerk ausmachen konnte. Trotzdem hätte ich mich über eine weniger freche Veröffentlichung durchaus gefreut. Denn ich bin immer gespannt, auf mir bislang unbekannte Billigstreifen im Fahrwasser von „Predator“ und Co. Leider hat „Unseen Evil 2“ weder die finanziellen noch die kreativen Mittel, um auch nur ansatzweise an die Qualitäten des Vorbildes heranzureichen.
Und trotzdem startet der Billigheimer gar nicht so schlecht. Nackte Hupen, ein Goldschatz und halbierte Menschlein lassen auf mehr hoffen. Doch der Actionhorror fällt nach dem witzigen Auftakt in ein gewaltiges Loch. Der Film wird immer langweiliger und findet keine Wege mehr, um den Zuschauer zu unterhalten. Die Figuren nerven, Sinn findet man eh keinen und die Auftritte des Aliens sind geradezu homöopathisch dosiert. So kann ein „Predator“-Rip-Off nicht funktionieren und „Unseen Evil 2“ beweist dies eindrücklich.
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Die deutsche DVD kommt wie bereits erwähnt von „From the Vault“. Die Bildqualität entspricht einer sehr guten VHS-Kassette. Der deutsche Ton ist eine Zumutung, dafür geht der Originalton in Ordnung. Trailer zum Film und ein alternativer Vorspann haben sich als Extras auf den Datenträger verirrt. Der Film ist mit einer FSK-18-Freigabe ungeschnitten.
In diesem Sinne:
freeman
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Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love
| Copyright aller Filmbilder/Label: From the Vault __Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja |





