| Originaltitel: President Down__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Nick Lyon__Darsteller: Jesse Kove, Gail O’Grady, Lorenzo Lamas, David Chokachi, Gina Vitori, Johnny Pacar, Paul Logan, Chávez Bobby, Chris Cleveland, Micah Fitzgerald, Wesley Hui, Crystal St John u.a. |

Das auf dem Cover von „President Down“ angekündigte Flammeninferno rund ums Weiße Haus findet im Film nie statt.
Während das reale Amerika von einem alten weißen respektive orangenen Mann mit Allmachtsfantasien geführt wird, träumt sich Hollywood in eine alternative Realität. Macht Wrestler („Heads of State“) oder Frauen („G20“) zu den Führern der mächtigen Nation. „President Down“ reiht sich in diese Fantastereien ein und präsentiert eine weibliche Anführerin.
Die möchte mit dem russischen Präsidenten ein Friedensabkommen unterzeichnen, um die Welt wieder ein Stück sicherer zu machen. Doch bei der Pressekonferenz zum Event klappt sie plötzlich zusammen. Auf dem Weg ins Krankenhaus geht auf ihrem Handy eine lange Nachricht ein. Jacob Pike, seines Zeichens der Bodyguard der Präsidentin, liest die Nachricht und ist schockiert. Fiese Lumpen haben den Herzschrittmacher der Präsidentin gehackt. Alle zwei Stunden werde man dessen Funktionen herunterfahren, sollte sie das Abkommen wirklich unterzeichnen.
Dabei wolle man notgedrungen auch so weit gehen, das Staatsoberhaut zu töten. Für den Fall drohen die Halunken zusätzlich damit, eine Atomrakete auf Moskau abschießen und so den Dritten Weltkrieg auslösen zu wollen. Freilich ist Jacob Pike nicht gewillt, irgendetwas davon passieren zu lassen. Er stürzt sich in die große Aufgabe, die Welt zu retten.
„Action“ von „The Asylum“
Man muss „President Down“ zumindest zugute halten, dass er tatsächlich versucht, sich als Actioner zu gerieren. Der Streifen von Nick Lyon („On Fire“) gibt sich entsprechend große Mühe, viele Schauplätze zu präsentieren und dementsprechend immer in Bewegung zu sein. Blöderweise wird, „The Asylum“-typisch, an den Schauplätzen immer wieder zu viel sinnloser Scheiß gelabert. Was den Vorwärtsdrang des Streifens wie gewohnt teils heftig ausbremst.
Zumindest wird die Story halbwegs geradlinig und simpel gehalten. Das ist ja auch schon mal etwas. Dabei macht vieles an „President Down“ wenig Sinn. Das Atomwaffenszenario wirkt seltsam random in den Film geworfen. Zahlreiche Logikfehler lassen einen häufiger hysterisch lachen. Und wenn Jacob Pike in einer Szene vollkommen beklatscht von einem Privatflugzeug auf die Air Force One springt, um sich hier mit magnetischen Saugnäpfen (wie bitte?) festzuhalten, ist man vollkommen raus.
Zudem möchte das Drehbuch gerne mit unvorhergesehenen Entwicklungen rund um seine Figuren punkten, bekommt das dank mieser Darstellerleistungen aber nicht gewuppt. Überhaupt sind die Figuren vollkommen desolat geskriptet. Wer etwa dieser Jacob Pike ist, man weiß es nicht. Zumindest geht dessen Darsteller Jesse Kove („Screamboat“), der Sohnemann von Martin Kove („Rambo 2“), dank seiner beachtlichen Physis als Mann der Tat durchaus in Ordnung. Und zumindest er überzeugt auch in der Action.
Denn er hat da den einen oder anderen Move, der echt cool rüberkommt. Blöderweise hat bei „The Asylum“ ansonsten keiner Ahnung von Action und so sieht die hier dann auch aus: Unbeholfen, lächerlich luschig, hakelig und schlecht in Szene gesetzt. Der niedrige Bodycount, die miesen CGI-Mündungsfeuer und das äußerst sparsam gereichte sowie schlecht programmierte spritzende Digitalblut verärgern zusätzlich. Eine „fette“ Hausexplosion ist erbärmlich getrickst.
Viel Action hat es insgesamt sowieso nicht und rollt sie dann mal, ist sie zumeist wenige Augenblicke später wieder vorbei. Und der Showdown reizt dann einfach nur zu Großlachern. Highlight ist ganz klar das Lemming-Verhalten der Piloten der Air Force One. Wobei, die „Notlandung“ des Flugzeuges ist noch viiiiieeeel übler.
Die Darsteller neben Kove wissen nichts zu reißen. Gail O’Grady („Mayday“) liegt als Präsidentin eigentlich nur in irgendeinem Bett und stellt jedwedes Spielen mit Start des Vorspannes ein. Gina Vitori („Snow White and the Seven Samurai“) ist als ihre erwachsene Tochter und Bummse von Pike ein Totalausfall. „The Asylum“-Regular Paul Logan („The Horde“) darf hier nicht mehr machen, als den Helden abzuklatschen oder ihn mit seinen Blicken auszuziehen.
„Baywatch“-„Star“ David Chokachi („Bats 2“) hat auch keine große Ahnung davon, was er hier macht. Und der größte Name im Cast, Lorenzo Lamas („Prepare to Die“), schraubt sich turbo gelangweilt durch seinen öden Part. Mehr als telefonieren ist hier nicht drin. Erst recht fällt keine Action für ihn ab.
Optisch bietet der im breiten Kinoformat daherkommende „President Down“ allenfalls abgestandene Standardkost ohne besonders inspirierte Momente. Die Effekte funktionieren zu weiten Teilen, fallen in anderen Parts aber extrem ab. Die Kamera ist in der Action um mehr Beweglichkeit bemüht, kann aber keinem aktuellen Actioner irgendwie das Wasser reichen. Die Schauplätze sind okay und der Erschaffer des Scores wollte tatsächlich einen Actionfilm vertonen. Wusste sonst nur keiner.
„President Down“ erntet einen Daumen down
Es gibt ein oder zwei Momente in „President Down“, die tatsächlich aufhorchen lassen. Etwa wenn Kove auf einen Gegner zurennt, ihn beballert und kurz vor dem Typ abhebt, ihn so mit seinem Körper derb umreißt und direkt nach der Landung einen Kopfschuss setzt. Hier ist der Film tatsächlich mal so etwas wie ein Actioner. Aber es bleibt eben bei solchen Einzelmomenten. Ansonsten funktioniert hier nicht viel.
Ein wesentliches Problem: „President Down“ baut nicht wirklich Bösewichter auf. Es fehlt eine konkrete Bedrohung. Mehr als SMSen kommen da nicht. Und das bringt freilich keine Spannung. Die Story selbst weiß ebenfalls nicht zu überzeugen, wirkt holprig zusammengeschustert (und zusammengeklaut – so referiert der Titel auf „White House Down“, das ganze Finish wirkt bei „Passagier 57“ oder „Air Force One“ abgerippt), arbeitet weitgehend mit vollkommen egalen Figuren und gerät dank diverser Labertiraden wenig kurzweilig. Schlechte Effekte, öde bis schlechte Action und weitgehend überforderte oder gelangweilte Darsteller sorgen zusätzlich für lange Gesichter beim Actionfan.
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Die deutsche DVD / Blu-ray erschien am 27. März 2026 von „The Asylum“ und Lighthouse Home Entertainment, ist mit einer Freigabe ab 16 ungeschnitten und hat außer einem Trailer nichts an Extras zu bieten. Ihr könnt den Film auch streamen.
In diesem Sinne:
freeman
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| Copyright aller Filmbilder/Label: The Asylum, Lighthouse Home Entertainment__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja |





