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Passagier 57

Originaltitel: Passenger 57__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1992__Regie: Kevin Hooks__Darsteller: Wesley Snipes, Bruce Payne, Tom Sizemore, Elizabeth Hurley u.a.
Passagier 57

Wesley Snipes spielt Stirb Langsam im Flugzeug.

“Stirb langsam” in einem Flugzeug? Kann das gut gehen? John Cutter (Snipes), Sicherheitsexperte für Airlines, kommt in eine Situation, in der er sein Können unter Beweis stellen darf. Der Terrorist Charles Rane (Payne), der für mehrere Bombenattentate verantwortlich ist, kann verhaftet werden und wird, in Begleitung von FBI-Agenten, in einem Linienflugzeug von Miami nach Los Angeles überführt. Der elektrische Stuhl wartet dort bereits auf ihn. Aber es dauert nicht lange und er kann sich, da es unter der Flugzeug-Crew Verbündete von ihm gibt, der FBI-Männer entledigen und das Flugzeug unter seine Kontrolle bringen.

Rane: „Wer hat hier das Sagen?“
Captain: „Na ich.“
Rane: [Erschießt den Captian] „Gleich nochmal… Wer hat hier das Sagen?“
Co-Pilot: „Na Sie!”

Doch er hat nicht mit John Cutter gerechnet, der auf Platz 57 mitfliegt…

Etwas unverständlich, wieso man nicht den Platz des Top-Terroristen für den Titel genommen hat, aber originell ist die Titelwahl dennoch. Dem Filmfreund fällt sofort die gute Musik und die recht stilsichere Inszenierung auf, die ganz klar Klassikern wie „Stirb langsam“ nacheifert. Das gelingt Regisseur Kevin Hooks insgesamt auch recht gut, aber über einige Logikfehler ist nicht hinwegzusehen:

Der Flugplatz, auf dem die Maschine gezwungenermaßen eine Zwischenlandung machen muss, soll offenbar für ein solch großes Flugzeug ungeeignet sein, da die Start- und Landebahn zu klein sei. Wieso aber kann dann das Flugzeug dort nahezu problemlos landen und starten und wieso hat es dort Flugzeugtreppen, die genau auf die Größe dieses Flugzeugs angepasst sind, obwohl dort nie so eines landet? Aber wie es für typische Actionfilme nun mal so ist, ist Logik nicht die Stärke dieses Genres und daher habe ich nicht wirklich ein großes Problem damit.

Wer also über manch Ungereimtheit hinwegsieht, bekommt einen durchaus gelungenen Genre-Vertreter zu sehen, der unter den “Flugzeug-Entführungs-Filmen” wohl einer der besseren Vertreter ist. Das liegt zum einem an einem coolen Wesley Snipes („Gallowwalkers“ und etwas gewöhnungsbedürftig mit Bruce Willis-Stimme) und einem überraschend gut gespielten Bösewicht. Bruce Payne spielt den Terroristen nämlich absolut perfekt. Man weiß nie, was er vorhat, was er denkt. Eiskalt wie er ist, ist es für ihn kein Problem, vor den Augen der anderen Passagiere wahllos jemanden umzulegen. In der deutschen Version überzeugt auch die Stimme von Reent Reins, sehr passende Wahl! Doch selbst bei dem Fiesling ist für humoristische Einlagen gesorgt:

„Geschätzte Passagiere, wir werden unseren Flug jetzt fortsetzen. Falls Sie sich anschnallen wollen…Sie müssen es nicht!“

Ein Mega-Action-Blockbuster ist „Passagier 57“ aber noch lange nicht. Zumal der Film mit einer Spielzeit von 81 min im Gegensatz zu anderen Filmen dieser Art etwas zu kurz geraten ist, dafür aber kaum Langeweile aufkommen lässt. Leider kommt im Film die Action recht sparsam dosiert zum Zuge. Schießereien und Explosionen gibt es nur ganz wenige, dafür gibt es ein paar nette Kämpfe, die durchaus gelungen inszeniert sind. Überzeugend auch die Nebendarsteller, wie z.B. der örtliche Sheriff, dessen Konversationen mit Cutter ein paar Schmunzler garantieren. Eine obligatorische Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen, wobei diese recht glaubwürdig dargestellt wird.

„Cutter, wie ist Ihr Status?“
„Single, … im Moment noch.“

Der Showdown ist mir persönlich fast etwas zu kurz geraten. Die Terroristen sind eigentlich ziemlich schnell erledigt, sodass es recht schnell zum unausweichlichen Kampf zwischen Cutter und Terrorist Rane kommt. Der ist dann zwar solide inszeniert, offenbart aber keine großen Einfälle oder Überraschungen. Aber ich habe trotzdem schon Langweiligeres gesehen. Wer also nicht nur auf Logik setzt, bekommt einen kurzweiligen Actionthriller mit einfacher Story, aber guter Besetzung und netten Einfällen serviert. Snipes überzeugt genauso wie Payne als Bösewicht. Kein Mega-Blockbuster, aber dennoch empfehlenswert.

Der Film wurde unlängst neu geprüft und in seiner ungeschnittenen Version von FSK 18 auf FSK 16 heruntergestuft. Seit kurzem gibt es neben der DVD auch eine HD Version auf Blu-ray von Warner Home Video.

© John Woo

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Copyright aller Filmbilder/Label: Warner Home Video__FSK Freigabe: 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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