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Pay the Ghost

Originaltitel: Pay the Ghost__Herstellungsland: USA, Kanada__Erscheinungsjahr: 2015__ Regie: Uli Edel__Darsteller: Nicolas Cage, Sarah Wayne Callies, Veronica Ferres, Lauren Beatty, Kalie Hunter, Jack Fulton, Susannah Hoffmann, Sofia Wells, Aidan Wojtak-Hissong u.a.
Pay the Ghost

Nicolas Cage ist in diesem Horrorstreifen auf der Suche nach seinem verschwundenen Sohn: “Pay the Ghost”

Beruflich läuft es für Mike Lawford gut. Er unterrichtet an einer Uni Literatur und bringt seinen Studenten vor allem Gruselkost nahe. Dabei arbeitet er derart inspiriert, dass ihn seine Vorgesetzte für ein Professorenamt vorschlägt, das Mike auch zugebilligt wird. Privat bezahlt er seinen Eifer teuer, denn immer wieder versetzt er seine kleine Familie. So auch an Halloween. Als seine Frau mit dem gemeinsamen Sohn Charlie bereits von der Süßigkeitensammelei zurückkehrt, bittet der reumütige Neuprofessor seine Frau, mit Charlie zumindest noch zu einer Halloween-Straßenparade gehen zu dürfen.

Kristen willigt ein, wird dies aber bald bereuen. Denn während Mike für seinen Sohn ein Eis organisiert, ist Charlie urplötzlich verschwunden. An dieser Katastrophe zerbricht die Ehe von Mike und Kristen. Ein Jahr später ist Mike immer noch auf der Suche nach seinem Sohn. Als er eine Vision von ihm hat, ist er sich sicher, dass Charlie noch lebt. Und ihm kommt der letzte Satz seines Sohnes in den Sinn: Können wir den Geist bezahlen?

Mike beginnt nun immer mehr, auch abwegige Theorien zu verfolgen. Er bringt sogar Kristen dazu, mit ihm gemeinsam auf Brotkrumenjagd zu gehen. Dabei finden die beiden heraus, dass immer um Halloween überproportional viele Kinder der Stadt verschwinden und nur ein minimaler Prozentsatz davon wieder gefunden wird. Allen Kindern ist gemein, dass sie vor ihrem Verschwinden von einem Geist berichteten…

Der deutsche Regisseur Uli Edel (der Madonna für „Body of Evidence“ nackig machte) lässt sich für die Entwicklung seiner Story viel Zeit. Ganz allmählich lässt er den Horror in die Alltagsbetrachtungen der Familie Lawford einbrechen. Wobei den Horror nur das Kind der Familie bemerkt. Etwa in Form geisterhafter Schemen und eines riesigen Geiers. Ist der Junge dann verschwunden, zieht Edel das Tempo merklich an. Er lanciert ein paar Jump Scares, die sich gewaschen haben und dank eines cleveren Sounddesigns hervorragend funktionieren.

Leider lässt er zwischen diesen wohldosierten Schocks den Zuschauer immer wieder zu sehr von der Leine. Natürlich pumpt seine saubere Kameraarbeit mit schrägen Perspektiven und unheilvollen Kamerafahrten Atmosphäre in den Film, so richtig Spannung will aber nicht aufkommen. Auch weil einige Schockeffekte seltsam verpuffen, da sie keine großartigen Auswirkungen und nur selten Einfluss auf den Fortschritt der Handlung haben.

Pay the Ghost

Mike auf Spurensuche…

So landet man unter anderem nach einer durchaus hübsch entwickelten Mythologie für den titelgebenden Geist etwas holprig im Showdown, der leider nicht wirklich funktionieren will. Die Konfrontation Cages mit dem Geist hat keinerlei Höhepunkte, die schlussendliche Auflösung ist ein wenig zu simpel und das Ende einfach etwas zu süßlich und bar jeder Komplikationen. Zudem merkt man dem Finale das knappe Budget der gesamten Produktion an, denn nachdem die bisherigen Jump Scares überzeugend getrickst waren, ersäuft gegen Ende einiges im eher schwach umgesetzten Pixelbrei.

Erzählerische oder technische Innovationen braucht man sich von „Pay the Ghost“ also nicht zu erwarten. Dafür kann man einen schauspielerisch souveränen Nicolas Cage („Tokarev“) erleben, der von seinem Regisseur offensichtlich hart an die Kandare genommen wurde und nicht einmal overacted oder out of tune ist. Er ist der Motor des Filmes, dem man gerne folgt und mit dem man in immer fantastischere Gefilde eintaucht. An seiner Seite agiert Sarah Wayne Callies („Storm Hunters“) ebenfalls extrem solide und glaubwürdig als Mutter am Rande des Nervenzusammenbruches. In einer Nebenrolle taucht dann auch noch Veronica Ferres auf. Dahingehend zumindest soviel: Zum Glück nervt sie nicht. Lyriq Bent („Vier Brüder“) steht dann noch einmal stellvertretend für das eher schwache Drehbuch, denn sein gelungen ins Geschehen eingewobener Cop verschwindet irgendwann einfach sang- und klanglos und bar jeder Spur aus dem Film. Obwohl man sich sicher war, dass er zur Auflösung etwas würde beitragen können.

Pay the Ghost

Mike und seine Frau Kristen zerbrechen am Verschwinden des gemeinsamen Sohnes.

Was bleibt, ist ein in Teilen durchaus gelungener Horrorfilm, der nach einem ruhig auserzählten Beginn dank farbentzogener, kontrastarmer Bilder ordentlich Stimmung aufkommen lässt. Leider hat „Pay the Ghost“ in Richtung Finale diverse Schwächen was die Verdichtung der Ereignisse angeht. Er wird niemals wirklich zwingend. Reiht zu viele hinlänglich bekannte Horrormotive aneinander. Und lässt zudem immer wieder die ordentlich aufgebaute Spannung leichtfertig abflauen, um sich stattdessen auf – äußerst effektive und solide getrickste – Jump Scares zu fokussieren. So fallen dem Zuschauer schnell mal logische Ungereimtheiten auf, die man sonst vermutlich hätte ignorieren können. Doch zumindest ein topp aufgelegter Nicolas Cage hält den ganzen Film beinahe im Alleingang zusammen, selbst dann, wenn das ganze Konstrukt gegen Ende doch leicht hanebüchen wird.

Die deutsche DVD/Blu-ray zum Film erschien am 28. April von KSM und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: KSM__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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