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Shootfighter 2

Originaltitel: Shootfighter II__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1996__Regie: Paul Ziller__Darsteller: Brett Baxter Clark, Kristy Eisenberg, Jorge Gil, Marc McCauley, Bolo Yeung, Chase Randolf, John Salvitti, Bill Shaw, William Zabka, Michael Bernardo u.a.
Shootfighter 2

Das Mediabook von Nameless Media vereint “Shootfighter 1” und “Shootfighter 2”.

Als der Sohn eines Polizisten ermordet und verstümmelt aufgefunden wird, beschließt der Vater, nachzuforschen, wie es für seinen Angehörigen so weit kommen konnte. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund ist für ihn bald klar, dass das Schicksal seines Sohnes mit einem Shootfighting-Ring verknüpft sein muss. Doch bevor er handeln kann, muss er seinen Verdacht erhärten. Er wendet sich an Shingo, Ruben und Nick (Die Helden von Teil 1, ihr wisst schon!) und bittet sie, ihm zu helfen, den Betreiber des Shootfighting-Rings aus der Reserve zu locken.

Sie sollen ein paar fette Showkämpfe bestreiten und so die Begehrlichkeiten des Veranstalters nach Frischfleisch wecken. Sobald er sich an die drei wendet, um sie für seine Shootfighting-Events zu ködern, will der Cop zuschlagen. Bis zu dem Zeitpunkt geht auch alles gut, blöderweise erweist sich der Betreiber des Shootfighting-Rings als mit allen Wassern gewaschen. Zudem ist er mit einem der drei Recken verwandt…

Wo “Shootfighter” kaum mehr als ein reinrassiger Turnierklopper nach „Bloodsport“-Vorbild war und im Grunde genommen gar keine Geschichte erzählte, um sich so relativ ungehindert von einer Kampfszene zur nächsten zu hangeln, versucht sich Teil 2 tatsächlich an einer Story. Und verhebt sich dabei gründlich. Gute 60 Minuten dümpelt der Film von Regisseur Paul Ziller („Solar Attack“) in der Folge vollkommen ziellos dahin und entwickelt weder Spannung noch irgendeine Form von Dramaturgie.

Genießt den angenehm trashy Videothekentrailer zu “Shootfighter 2”

httpv://www.youtube.com/watch?v=SagtexfCmcI

So stolpert der Zuschauer von einem öden Krimiplot über eine lahme Liebesgeschichte zu einem langjährigen Brudertwist und nichts davon weiß zu packen. Nicht einmal die Fights machen richtig Laune, weil sie einfach vollkommen konsequenzlos bleiben. Nick und Ruben bestreiten mit ein paar anderen Blassbacken Showkämpfe, die vor allem die brachiale Härte des Vorgängers missen lassen und eben keine der Figuren irgendwie in Gefahr bringen.

In diesem Abschnitt fällt dann auch auf, wie schauspielerisch limitiert alle Darsteller von „Shootfighter 2“ sind. Vor allem William Zabka („Karate Kid“) spielt so steif und scheintot wie ein Stück Holz. Dagegen wirkt Michael Bernardo („Moving Target“) als Nick nicht nur in den Fight-Szenen deutlich lebhafter. Der Mime hat immer mal ein nettes Augenzwinkern drauf und rettet so manche Szene, die er gemeinsam mit Zabka durchstehen muss. Bolo Yeung („Tigerkralle“) wird noch mehr zurückgenommen als im Erstling und schafft es tatsächlich noch weniger zu reden als im Original. Spielen muss er dabei gleich mal gar nicht. Ein interessanter Neuzugang ist Brett Baxter Clark („Manhunt“) als Verbündeter von Shingo und Co. Der Hüne spielt angenehm selbstironisch auf und hat auch in den Fights ein paar nette Momente abbekommen.

Allgemein sind die Fights deutlich blutleerer als im ersten Teil geraten. Splattermomente darf man sich keinen einzigen erwarten. So manches Ableben ist sogar derart harmlos inszeniert, dass häufiger der Gedanke aufkommt, die amerikanische Freigabebehörde MPAA habe den Film vor seiner Veröffentlichung ordentlich zusammenschneiden lassen. Andererseits wirken die wenigen handgreiflicheren Tode aber so stümperhaft umgesetzt, dass man durchaus auch annehmen kann, dass die Macher des Filmes es einfach nicht drauf hatten. Highlights sind dahingehend die Szenen, in denen Messer, Stöcke und Co. in Körper gerammt werden. Das Opfer muss dann selbige krampfhaft umklammert halten, um danach so zur Erde zu sinken, dass der Körper jedwede Wunde verdeckt.

Die Fights sind derweil ganz ansprechend umgesetzt. Zwar muss man mit ein paar seltsamen Gimmick-Fightern leben, die schonmal auf rohem Fleisch herumkauen, komplett im Ami-Flaggen-Outfit antreten oder mit einer Buschtrommel auf den Gegner einschlagen… aber mancher soll so etwas ja mögen. Ansonsten wissen die Choreographien zu gefallen, zumal sie ein paar hübsche Martial-Arts-Aktionen aus den verschiedensten Kampfsportrichtungen auffahren. Interessant ist, dass Bolo Yeung in Teil 2 eine wesentlich bessere Fight-Szene als in „Shootfighter“ abbekommen hat. Er darf gegen den Fieswicht ran, der zwar leider nicht wirklich viel auf dem Kasten hat, aber zumindest von den vorhandenen Waffen ordentlich Gebrauch macht und Bolo damit fordert.

Optisch ist „Shootfighter 2“ deutlich glatter und sauberer ausgefallen, als das dreckigere Original. Zudem schien man bei Teil 2 ein wenig mehr Geld zur Verfügung gehabt zu haben. Dementsprechend macht die Kampfarena diesmal durchaus etwas her und auch ein paar Zuschauer verirren sich an den Schauplatz des Geschehens. Der generische und öde Synthie-Soundtrack kann derweil mit der Musik im Original nicht mithalten.

Am Ende ist „Shootfighter 2“ ein Film, der den Fans erst in den letzten 30 Minuten das gibt, was sie sich von einer Fortsetzung des Filmes „Shootfighters“ erhofft haben. Dementsprechend wird im Showdown auch ohne Unterlass aufeinander eingedroschen. Zwischendurch wird der Krimiplot aufgelöst, doch der interessiert da längst keinen mehr. Doch auch an den Fights verliert man mehr und mehr das Interesse. Wer da nun wem vors Fressbrett haut, lässt kein Muster erkennen. Ein Turniermodus wird jedenfalls nicht durchgezogen. Kurzum: Selbst im Showdown ist die Dramaturgie total verkorkst. Zum Glück sehen die Fights ordentlich aus, was den Abschnitt deutlich aufwertet. Das Ergebnis ist Fratzengeballer mit erheblichen Startschwierigkeiten, das aufgrund seiner langweiligen Story weit hinter dem geradlinigen Original zurückbleibt.

3 von 10

Was Nameless Media aus dem zweiten Teil an Bildqualität herausgeholt hat, ist schlichtweg gigantisch! Man erkennt jede Pore der Darsteller und selbst ein bisher unsichtbar gebliebener Schweißtropfen, der eine nackte Titte runterperlt, erstrahlt in ungeahntem Glanz! Respekt! Der Ton ist da im Vergleich um einige Klassen schlechter, hat im Vergleich zum Vorgänger aber wenigstens die Kampf- und Grunzgeräusche standardmäßig im Gepäck. Die Veröffentlichung ist ungeprüft und ungeschnitten und kann gemeinsam mit Teil 1 in einem Mediabook und alternativ auch mit einer Bolo-Yeung-Büste erworben werden.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Nameless Media__Freigabe: ungeprüft__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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