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Star Raiders: The Adventures of Saber Raine

Originaltitel: Star Raiders: The Adventures of Saber Raine__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2016__Regie: Mark Steven Grove__Darsteller: Casper Van Dien, Cynthia Rothrock, James Lew, Mark Steven Grove, Adam Lipsius, Andy Hankins, Brit Laree, Kevin Sean Ryan, Sarah Sansoni u.a.
Star Raiders: The Adventures of Saber Raine

Casper Van Dien gibt den Weltraum-Abenteurer Saber Raine in “Star Raiders: The Adventures of Saber Raine”

Saber Raine ist auf einem Planeten am Arsch des Universums unterwegs, um die Thronfolger irgendeines anderen Planeten zu retten. Die sind dem Lump Sinjin in die Hände gefallen, der mit deren Hilfe eine neue Ordnung in der gesamten Galaxie zu errichten versucht. Oder wie es Saber Raine höchstselbst in seinem ersten Filmabenteuer beschreibt:

Es geht um irgendeine Art Plan mit Weltherrschaft, bla bla bla…

Und damit trifft er den Nagel für die Misere des ganzen Filmes auf den Kopf. Denn obwohl in dem wohltönenden „Star Raiders: The Adventures of Saber Raine“ gelabert wird, dass sich die Balken biegen, versteht man von der eigentlichen Plotte wirklich kein Wort. Was auch daran liegen könnte, dass sich das Hirn bei den Endlosdialogen selbst in eine Art Schutzzustand des Dämmerschlafes versetzt, um bleibenden Schaden beim Zuschauer zu vermeiden.

Wacht es daraus nicht mehr auf, müsst ihr nicht traurig sein, denn ihr verpasst nicht viel. Wird nämlich nicht gelabert, wird einfach nur durch einen Mischwald gelatscht. Das heißt, wir folgen in diesen Augenblicken Saber Raine und seinen Begleitern. Dass der Held eine Art Seefahrerkluft trägt und so dem Film einen Abenteuerstreifen-Anstrich gibt, ist eines der wenigen netten Details an diesem Haufen Bockmist. Ein anderes ist das ironische Spiel von Hauptdarsteller Casper Van Dien („Skin Collector“), der auf seine Filmografie verweisen („I hate bugs!“) und mit schrägem Lächeln auf Frauenheld machen darf.

Blöderweise hat Casper Van Dien auf der Queste seines Helden ein paar Begleiter zu viel abbekommen, die wie Sinjin die Tonspur zuquasseln, als sei dieses Projekt eine Radiosendung. Und wie bei Sinjin bleibt der Sinn des Gelabers meist komplett im Dunklen. So hat man viel zu viel Zeit, sich den Rest des Filmes genauer anzuschauen – wenn man nicht schon selig entschlafen ist. Und das bekommt „Star Raiders: The Adventures of Saber Raine“ nicht wirklich.

Inkonsistente Kostüme von der Resterampe des örtlichen Faschingsvereins treffen auf Komplett-Maskierungen mit niedrigem Detailgrad. Dahinter verstecken sich astreine Schauspiel-Nulpen, die mit ihren aufzusagenden Dialogen vollkommen überfordert sind. Doch auch die sichtbaren Darsteller sind unfassbar unfähig, spielen stocksteif und sagen gelangweilt ihre Dialoge auf, die sie vermutlich selbst nicht verstehen. Dazu gesellen sich billigste Schauplätze, Styropor-und-Pappmaché-Hintergründe, ein mieser Score, eine lachhafte Montage, räudige Filtereffekte und Special-Effects aus CGI-Urschleim-Zeiten.

Wer beispielsweise die einleitende Raumschlacht als gelungen umschreiben würde, besäße meinem Empfinden nach schon eine enorme Leidensfähigkeit. Dagegen hatte der gute alte Game Boy eine sensationelle Grafik. Alles wirkt ohne Ende künstlich. Das Compositing funktioniert überhaupt nicht und in manchen Einstellungen ruckelt sogar das Bild! Mittendrin Schauspieler, die angestrengt an der Kamera vorbei starren und so tun müssen, als würden sie Hebel ziehen und Knöpfe drücken. Im weiteren Filmverlauf amüsiert der Film mit krassen Raumschiff-Manövern, die wirken, als hingen die Raumschiffe einfach an virtuellen Fäden von der Decke eines Kinderzimmers.

Das Beste jedoch ist, dass der Film gegen Ende die Frechheit besitzt, ein offenes Ende zu lancieren und anzudeuten, dass die soeben durchlittenen 80 Minuten erst der Anfang von etwas Größerem waren. Manchmal hätte ich auch gerne die Zuversicht anderer Leute. Manometer. Eigentlich müssten sich die Macher schämen, dass sie ihren Film mithilfe einer Crowdfunding-Aktion finanziert und die erbeuteten Dollar für diesen filmischen Unrat verbrannt haben. Wenn sie denn das Geld wirklich in den Streifen gesteckt haben. Wirklich sehen kann man jedenfalls maximal 2,50 Dollar auf der Leinwand.

Kurzum: „Star Raiders: The Adventures of Saber Raine“ ist komplett misslungen. Die Story checkt kein Schwein, die Dialoge gehen einem permanent auf die Eier, die meisten Schauspieler sind einfach nur unfassbar mies, die Effekte spotten jeder Beschreibung, die blutigeren “Splatter”-Momente passen null zum Ton des Filmes, die Kostümierungen sind mit „billig“ noch schmeichelhaft umschrieben und inszenatorisch taugt der Film nicht in einer einzigen Einstellung irgendetwas. Casper Van Dien macht zumindest eine halbwegs gute Miene zum bösen Spiel und holt mit ironischem Spiel ein paar Kastanien aus dem Feuer. Der Rest ist gigantischer, unlustiger, schrecklich öder Trash mit einem komplett verbockten Timing. Deshalb halten sich die restlichen größeren Namen der Besetzung lieber bedeckt, was ihr Mitwirken in diesem Langweiler angeht: James Lew („Balance of Power“) versteckt sich ergo hinter der Komplett-Maskierung des Oberlumpen und Cynthia Rothrock („Tigerkralle“) ist zwei Minuten als holografische Projektion zu sehen. Aber hey, man soll ja immer das Positive sehen…: Immerhin schaffen es die Macher, sogar die schlechteren “The Asylum”-Produktionen wie Oscar-Ware aussehen zu lassen.

1 von 10

Der Streifen erscheint im März 2017 auf DVD/Blu-ray in den USA von Gravitas Ventures. Über eine deutsche VÖ ist mir in Sachen physischer Datenträger nichts bekannt. Zumindest hat Tele 5 den Streifen gekauft und versendet. Auf der Webseite des Senders kann man sich das Elend ansehen. Warum auch immer ihr das tun wollen solltet.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Gravitas Ventures__Freigabe: ???__Geschnitten: ???__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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