| Originaltitel: Mortal Game__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 2024__Regie: John Lechago__Darsteller: Deniella Alexis, Kevin Lloyd Reid, Mark Ettlinger, Madison Caan, Reece Presley, Joey Harlem u.a. |
Kein Bock zu lesen? Dann genießt hier die Kritik in Form eines Kurzvideos.

Eine Jagdgesellschaft und ein Monster spielen das „Mortal Game“.
Es gibt da eine Insel, die wird angeblich von einem Monster beherrscht. Schon viele Jagdgesellschaften brachen auf, um es zu erlegen, doch keine kehrte zurück. Das Ganze ist zu einer Art Sport geworden, bei dem demjenigen, der das Monster erlegt, Ruhm, Ehre und eine ganze Stange Geld winken.
Jessie hat sich einer dieser Jagdgesellschaften angeschlossen. Als diese auf der geheimnisumwobenen Insel landet, erfahren die Teilnehmer zumindest schnell, wo die anderen Jäger abgeblieben sind. Sie liegen in Stücken auf dem Boden herum oder hängen in den Bäumen. Und schnell bemerken Jessie und Co., dass nicht sie die Jäger, sondern die Gejagten sind.
Doch Jessie hat nicht vor, sich von dem Monster einfach abschlachten zu lassen. Immerhin hat sie für ihre Teilnahme an der vermeintlichen Monsterhatz andere Motive als Ruhm und Geld.
Monsterhatz ohne Sinn und Verstand
Die Filmographie des kanadischen Regisseurs John Lechago („Blade: The Iron Cross“) weist ihn als waschechten Horrorfan aus. „Mortal Game“ ist im Herzen dementsprechend ein Creature Feature, setzt aber mehr auf Action, denn auf Horror. Leider funktioniert das Ergebnis in keinem der Genres. Das liegt vor allem an den absolut schlecht geschriebenen Figuren. Man erfährt über keinen Charakter irgendetwas. Alle labern sie ausschließlich Müll und zu keiner Minute nimmt man ihnen ab, dass sie Jagderfahrung haben könnten.
Das beginnt schon bei der Wahl der Waffen. Niemand hat bislang eine Konfrontation mit dem Monster überlebt? Dann verzichten wir eben weitgehend auf Schusswaffen und schleppen stattdessen Messer sowie Pfeil und Bogen mit uns. Oder hey, ich kann Kung Fu, wofür brauche ich überhaupt Waffen? Was ein Stuss.
Manche der Figuren scheinen zudem gar nicht zu wissen, warum sie überhaupt auf der Insel sind. So will eine nur Bilder für ihre Social-Media-Kanäle schießen – ohne zu wissen, was sie da filmen wird. Geht es noch bekloppter? Klar, ich erwähne an dieser Stelle nur mal eine auf einen Unterarm gemalte Lagekarte von Fallen oder eine Szene, in der einer der Charaktere gegen das Monster kämpft und sich direkt daneben zwei Charaktere seelenruhig darüber unterhalten, wie es weitergehen soll.
„Mortal Game“ ist voll von derartig idiotischen Momenten. Und voll von idiotisch agierenden Figuren. Keine davon will man überleben sehen. Keine davon juckt einen auch nur die Bohne. Die planlos bei Klassikern wie „Predator“ zusammengeklaute Story funktioniert zu keiner Sekunde, erzeugt keinerlei Spannung und beginnt sich mehr und mehr wie Kaugummi zu ziehen.
Auch und vor allem, weil das Monster nicht fetzt. Zwar wurde es oldschool als Man-in-a-Suit-Effekt umgesetzt und wirkt dadurch angenehm lebendig. Leider erlaubt die Kamera nur selten klare Blicke auf das Monster. Zumeist sieht es aus, wie ein Laubhaufen, was zumindest insofern Sinn macht, dass sich das Monster bei seiner Jagd tarnt. Trägt es die Tarnung nicht auf, sieht es reichlich – komisch aus. Wie ein zu klein geratener Werwolf mit irgendeinem Alien-Kopf.
Zumindest hat das Monster Spaß am Killen von dummen Menschlein. Entsprechend werden Organe rausgerissen, Körper aufgekratzt und Leichenteile in dem Wald der Insel verteilt. Das ist alles nie zu hart, weshalb die deutsche FSK-16-Empfehlung absolut in Ordnung geht.
Als Schauplatz dienen ein Wald und ein paar darin herumstehende Hütten. In den Hütten verschiebt Lechargo die Farbpalette in Richtung erdiger Brauntöne. Im Wald setzt er auf entsättigte, kraftlose Farben. Die hätten einem richtigen Horrorfilm sicher gut gestanden. Im Fall von „Mortal Game“ geht einem die triste Farblosigkeit aber irgendwann reichlich auf den Zünder. Absolut erbärmlich gerät das Finish, in dem die hässlichsten CGI-Flammen der jüngeren Filmgeschichte jedweder Beschreibung spotten.
Was unisono für das Schauspiel aller Beteiligten gilt. Von der schnell als Final Girl auszumachenden Deniella Alexis als Jessie bis hin zum vermeintlich harten Hund Kevin Lloyd Reid, hier spielen alle krachledern schlecht. Und Tiberius Film verschlimmert dies noch mit einer absolut miesen, unpassenden, unauthentischen Synchronisation, die liebloser kaum hätte ausfallen können.
„Mortal Game“ gibt sich nicht einmal Mühe
Eigentlich steigt „Mortal Game“ ganz nett ein. Arbeitet mit wenig Dialog und treibt seine Story eher mit Bildern und gutem Tempo voran. Doch schnell merkt man, dass Regie und Drehbuch nichts zu erzählen haben. Nicht einmal zu dem eigentlichen Star, dem Monster, fällt „Mortal Game“ irgendetwas Originäres ein.
Und so metzelt eben ein egales, alles andere als cool aussehendes Monster einen Haufen noch egalerer Menschlein ab, die sich einfach nur beklatscht verhalten, ganz viel Dünnes labern und einem schlichtweg auf die Ketten gehen. Dank der hektischen Kamera und dem wirren Schnitt kann man deren Ableben nicht einmal genießen. Und obschon eigentlich immer etwas passiert, werden die knapp 80 Minuten Nettolaufzeit länger und immer länger. Am Ende steht unbeholfener, langweiliger Trash.
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Tiberius vertreibt den Film in Deutschland ab dem 13. August 2026 ausschließlich digital. Vermutlich hat das Label auch darum gar nicht erst versucht, eine halbwegs brauchbare Synchronisation abzuliefern. Zumindest kommt der Film mit einer Freigabe ab 16 ungeschnitten.
In diesem Sinne:
freeman
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| Copyright aller Filmbilder/Label: Tiberius Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, nur digital |





