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Bangkok Dog

Originaltitel: Bangkok Dog__Herstellungsland: Thailand__Erscheinungsjahr: 2024__Regie: Chaya Supannarat__Darsteller: D.Y. Sao, Brian Le, Byron Bishop, Jenny Philomena Van Der Sluijs, Elliott Allison, Sahajak Boonthanakit, Andrey Kasushkin, Ron Smoorenburg, Bear Williams u.a.
Bangkok Dog DVD Cover

Aufs Maul gibbet in „Bangkok Dog“!

Am Hafen von Long Beach will die örtliche Polizei verhindern, dass ein Transportcontainer voller Fentanyl in die falschen Hände gerät. Die Operation gelingt, doch als die Cops den Container öffnen, erwartet sie eine unfeine Überraschung in Form mehrerer Toter. Zwar konnte man bei dem Einsatz auch Benz Wu, den lokalen Chef der Verbrecherorganisation, festsetzen, doch der rückt trotz intensiver Verhöre nicht damit heraus, wer die Toten waren und was sie mit dem Fentanyl-Geschäft zu tun haben.

Zumindest rückt Wu damit heraus, wer der eigentliche Kopf hinter der ganzen Aktion ist. Es handelt sich um Dominic Mesias, der von Bangkok aus die Geschicke der Verbrecherorganisation Wus leitet. Der hat Benz Wu allerdings noch nie zu Gesicht bekommen. Entsprechend beschließt der Polizist Andrew Kang, sich als Benz Wu an Mesias heranzuwanzen, ihn hochzunehmen und die Verbrecherorganisation zu sprengen.

Das geht auch lange gut und Kang steigt unversehens in der Verbrecherorganisation auf. Als er Mesias gerade immer näher kommt, gelingt es jedoch Benz Wu, sich aus seinem Gefängnis zu befreien. Sein nächster Weg ist jener gen Bangkok, um Kang auffliegen zu lassen.

Schaut in den Actionfilm hinein

Nette Action aus Thailand

Der von Prachya Pinkaew („Return of the Warrior“) produzierte „Bangkok Dog“ erzählt eine vollkommen uninspirierte Story, die sich wahrlich schwer tut, dem Film Drive, Dramatik oder Spannung mitzugeben. Alles verläuft nach Schema F, keine der Figuren verfängt und es fehlt rundweg eine Form der Zuspitzung. Mehr noch: Wenn Andrew Kang in Thailand landet, steht der Film vollkommen still. Regisseur Chaya Supannarat („Gladiator Underground“) hat gefühlt keinerlei Zugriff mehr auf die grundlegende Story. Entsprechend macht Andrew fortan alles, nur in dem grundlegenden Fall ermitteln will er offensichtlich nicht.

Obendrein kommt Hauptdarsteller D.Y. Sao („Born 2 Die“) als Andrew Kang rundweg wenig charismatisch rüber und wirkt in einigen Momenten arg unglücklich in seinem Spiel. Doch auch die Darsteller um ihn herum spielen nicht eben gut. Das Drehbuch lässt sie zudem wenig interessante Sachen sagen. Und so konzentriert man sich als Zuschauer doch sehr schnell auf das Einzige, was an „Bangkok Dog“ durchgehend gut funktioniert: die Action.

Diese wurde von D.Y. Sao im Verbund mit Benz-Wu-Darsteller Brian Le choreographiert und inszeniert. Und die beiden hauen hier durchaus einen raus. Das beginnt schon bei der einführenden Szene am Hafen von Long Beach, wo Sao und Le erstmalig aufeinander treffen und es sich ordentlich geben. Im weiteren Verlauf des Filmes darf dann vornehmlich Sao in kurzen, aber angenehm effektiv und mit Sinn für coole Momente inszenierten Fights zeigen, was er drauf hat.

Und das ist einiges, wie diverse spektakuläre Moves belegen. Sao ist hier im Muay-Thai-Modus unterwegs und liefert teils spektakuläres Augenfutter im Tony-Jaa-Stil – langt also brutal mit Ellenbogen und Knien hin und schraubt sich spektakulär durch die Lüfte. Klasse. Etwa 20 Minuten vor Ende startet „Bangkok Dog“ in seinen Showdown. Es wird ein wenig geballert und dann darf Sao gleich drei Final-Boss-Fights bestreiten.

Zunächst geht es gegen Ron Smoorenburg („Hellhound“), der in seinem Fight erstaunlich artistische Momente abliefert und von Sao mit purer Gewalt kaputt gemacht wird. Hernach muss Tofan Pirani („Fight for Vengeance“) ran und darf einen Hünen-Kampfzwerg-Fight gegen Sao abliefern. Leider gerät der Fight ein wenig zu kurz, um richtigen Impact zu generieren.

Danach muss Sao dann gegen Kompagnon Brian Le ran. Und letzterer, der zuletzt in „The Furious“ nachhaltig begeisterte, liefert auch hier. Sein Fight gegen Sao ist einfach nur spitze. Voller Härte, voller cooler Moves und voller Brian-Le-Irrsinn. Der Fight wird von beiden Darstellern und Actionregisseuren richtiggehend zelebriert und lang und breit ausgespielt. Mithin das Action-Schmuckstück des Filmes.

Leider fällt da der eigentliche Showdown-Fight vergleichsweise stark ab. Denn der eigentliche Fieswicht von „Bangkok Dog“ kann sichtlich nicht mit Sao mithalten. Es wird eine schwach umgesetzte Gun-Fu-Einlage abgefeiert und danach regiert dann sprichwörtlich das Chaos. In Inszenierung, Choreographie und Ablauf. Verschenkt.

Vom Finish abgesehen, ist die Action des thailändischen Actionfilmes durchweg sauber in Szene gesetzt, lässt die Choreographien atmen und keine Details untergehen. Auch der ansonsten unaufällige Score trägt seinen Teil zur Dynamik der Action bei. Was dem Film in der Action ein wenig fehlt, ist etwas mehr Aufwand. Beispielsweise in Form größer skalierter Actionszenen, Explosionen oder ausufernder Ballereien. Abseits der Action arbeitet „Bangkok Dog“ vornehmlich mit eher düsteren Bilderwelten, setzt erstaunlich wenig auf seinen exotischen Schauplatz und müht sich um eine insgesamt wertige Bebilderung.

„Bangkok Dog“ macht in seiner Action Laune, aber…

Die Actionregisseure Brian Le und D.Y. Sao liefern mit ihrer Arbeit fraglos die Highlights von „Bangkok Dog“. Doch selbst diese Momente leiden in ihrem Impact daran, dass der Actioner eine vollkommen egale Story mit irrelevanten, teils schlecht gespielten Figuren erzählt, die den Zuschauer nicht mitreißen und in den Film hineinziehen. So verpuffen dann sogar die spektakulärsten Choreographien und verursachen kaum mehr als ein Schulterzucken. Schade.

04 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erschien von Dolphin Medien und ist mit einer Freigabe ab 16 ungeschnitten. Ihr könnt den Film auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Dolphin Medien__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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