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Black Cat 3 – Fox Hunter

Originaltitel: Choh Tai Jui Gik Jo Hap__Herstellungsland: Hongkong__Erscheinungsjahr: 1995__Regie: Stephen Tung Wai__Darsteller: Jade Leung, Jordan Chan, Guy Lai, Lee Yue-Ling, Ng Kit-Keung, Andy Yim, Yim Gong-Ming, Yu Rongguang u.a.
Jade Leung in Black Cat 3 – Fox Hunter DVD Cover

Jade Leung auf Mörderjagd in „Black Cat 3 – Fox Hunter“.

Als 1995 der Actioner „Fox Hunter“ von einem deutschen Verleih (Splendid) eingekauft wurde, schaute der, wo Hauptdarstellerin Jade Leung bereits mitgespielt hatte. Schnell stieß man im eigenen Portfolio auf „Black Cat“, das unverblümte „Nikita“-Remake von Stephen Shin aus dem Jahr 1991. Der schob direkt im darauffolgenden Jahr eine Fortsetzung nach: „Black Cat 2“.

Aus ungeklärten Umständen benannte der deutsche Verleih von „Black Cat 2“ (ebenfalls Splendid!) selbigen in „Codename: Cobra“ um. Schlangen gibt’s da zwar keine, aber hey. Man könnte zumindest mutmaßen, dass man sich so an „Codename: Nina“, das für das Kino angekündigte US-Remake von „Nikita“, dranzuhängen versuchte.

Um die Fans dann vollends zu verwirren, beschloss der Inhaber der deutschen Rechte des eingangs erwähnten „Fox Hunter“, diesen einfach in „Black Cat 2“ umzubenennen. Immerhin gab es den Titel in deutschen Landen ja bislang nicht und in beiden spielte nun einmal Jade Leung mit. Soweit so zwingend – man muss die deutsche Videotheken-Titelwirtschaft einfach lieben.

Zumindest versuchten die aktuellen deutschen Rechteinhaber aller drei Filme, dieses Titelwirrwarr nun endlich zu entzerren. „Black Cat“ blieb „Black Cat“. „Codename: Cobra“ wurde zu „Black Cat 2 – Codename: Cobra“ und „Black Cat 2“ wurde zu „Black Cat 3 – Fox Hunter“. Letzterer erzählt folgende Geschichte.

Rache!!!

Die junge Hongkonger Polizeianwärterin Jenny Yeung erhält mal eben den Auftrag, Undercover gegen den Fieswicht Danny Tong zu ermitteln. Die Ereignisse eskalieren schnell und Jenny findet sich inmitten eines Schusswechsels wieder. An dessen Ende kann Tong zwar festgesetzt werden, doch der schwört bereits bei seinem Abtransport Rache. Kurz darauf löst er die „Du kommst aus dem Gefängnis frei“-Karte und schaut bei Jenny vorbei.

Vor deren Augen ermordet er ihren Onkel, spielt ihr übel mit und kann erneut entkommen. Entsprechend schwelen nun in Jenny Rachegelüste und sie folgt dem Unhold auf das chinesische Festland. Begleitet wird sie unfreiwillig von Jackie Hong. Der ist ein Zuhälter aus Hongkong, der ihr zuvor – ebenfalls nicht ganz freiwillig – geholfen hatte, bei ihrem Undercover-Einsatz in Tongs Umfeld zu gelangen. Auch für Jackie ist das ganze kein Erholungstrip, denn der fiese Tong betrachtet ihn als Verräter und hat ihn infolgedessen auf dem Kieker.

Schaut in den Film hinein

Action aus Hongkong mit Jade Leung

In seinem ersten Drittel steht „Black Cat 3 – Fox Hunter“ gefühlt nie still. Der Undercover-Einsatz und die Anberaumung desselben werden parallel montiert. Wenige Minuten später sirren blaue Bohnen durch die Luft und sterben diverse Lumpen. Fieswicht Tong wird inhaftiert und kommt auf unlogische Art wieder frei. Wenig später ermordet er Jennys Onkel und setzt sich gen China ab. Jenny wird freilich angehalten, ihm nicht zu folgen, worauf sie geflissentlich scheißt – und *schwupps* befinden wir uns in China.

Jetzt schmeißt Regisseur Stephen Tung („Mortal Fighters“) erst einmal ordentlich die Bremse rein. Fortan geht es darum, wie wenig sich Jenny und Jackie doch mögen. Noch viel häufiger hetzt Jenny hinter Jackie her. Man kennt diese Dynamik aus diversen Buddy Movies. Leider nervt Jackie mit seinem Hang zum Dauerquasseln sehr – obschon ihn Jordan Chan („Operation Golden Job“) gar nicht schlecht spielt.

Ist dieser Abschnitt durchgestanden, macht Danny Tong in einem Hotel seine Aufwartung und entfesselt eine wirklich schöne Actionszene. Es wird geballert, Handgranaten kullern über den Boden und es wird an der Fassade des Hotels herumgehangelt. Schräge Perspektiven und eine zackige Inszenierung machen Laune. Einzig die Härte stimmt noch nicht, immerhin darf so früh noch keine Hauptfigur an einer Bleivergiftung verenden.

Was folgt, ist der überflüssigste Teil des Filmes. „Black Cat 3 – Fox Hunter“ hat mit dem Heldengespann, dessen Gegner und einem Festland-Cop mal eben vier Figuren, die er vertiefen könnte. Er entscheidet sich für eine einzige und lässt die nun reichlich kitschig ihr Leben erzählen. Ein Besuch bei den Eltern inklusive. Hier hängt der Actioner extrem durch und nichts davon hätte er gebraucht. Stattdessen wäre es viel schöner gewesen, zumindest ansatzweise ETWAS über Jenny zu erfahren.

Zumindest fällt auf, wie gegensätzlich Stephen Tung seine Schauplätze inszeniert. Hongkong ist bei ihm voller Leben und sehr urban gehalten. Das Festland hingegen kommt ärmlich und eher ländlich geprägt rüber. Beide Schauplätze werden eher funktional und sehr geerdet in Szene gesetzt.

Ist der Heimatbesuch beendet, lässt es „Black Cat 3 – Fox Hunter“ an einem Bahnhof scheppern. Handgranaten und Gasflaschen sorgen hier für explosive Action. Die Lumpen halten mit ihren automatischen Waffen auch auf Fahrgäste drauf, Bloodpacks platzen und Helden und Fieswichte fliegen ballernd durch die Luft. Auch eine Verfolgungsjagd wird eingeleitet. Während die Lumpen in einem Auto unterwegs sind, flüchten die Helden mit einem Fahrrad-Anhänger-Gespann. Allgemein hat Stephen Tung große Lust am Inszenieren von Fahrrädern, oder Frau Leung hat einfach keinen Führerschein.

Die Geschichte des Filmes hat nun vollends Pause. Ab sofort kleben Jenny und Jackie an Tongs Fersen und wollen ihm im Showdown in einem Kaufhaus den Garaus machen. Erneut halten die Fieswichte mitten in Menschentrauben hinein, Jenny wird durch Glaswände gedroschen und Jackie muss vor blauen Bohnen davon Purzelbaumen. Und Tong schwitzt und ballert wie den ganzen Film über. Das Ergebnis ist ein cooles, ein explosives Finish. Ebenso schnittig inszeniert wie die Actionszenen zuvor.

In allen Actionszenen macht Jade Leung eine tolle Figur. In ihren Handlungsmomente hingegen agiert sie doch ziemlich hölzern und lässt sich von Jordan Chan mehrfach die Butter vom Brot nehmen. Was man ihr wie gewohnt nicht absprechen kann, ist ihr anmutiges Äußeres. Andy Yim („Last to Surrender“) macht als Tong einen richtig guten Job. Sein Fieswicht darf angenehm bedrohlich rüberkommen, ohne dass der physisch sehr präsente Yim dafür overacten müsste. Die Coolness in Person hingegen ist Rongguang Yu („Restart the Earth: Die grüne Flut“) als übersouveräner Festland Cop.

„Black Cat 3 – Fox Hunter“ macht eine Menge richtig

Das erste Drittel des Filmes gehört der mit Schmackes vorangetriebenen Story. Die Action hat hier noch Pause oder wird eher wenig beeindruckend umgesetzt. Mit der Ankunft in China hat dann die Handlung Pause und legt Stephen Tung nach einer kurzen Durststrecke den Actionschalter gehörig um. Die Actioneinlagen mögen nicht übergroß, sonderlich hart oder besonders spektakulär sein. Sie haben aber Pfeffer im Arsch, sind dynamisch in Szene gesetzt und sorgen für eine Menge Kurzweil.

Nur ein planlos in den Film geschmissenes kitschiges Intermezzo um Jackie bremst den Streifen noch einmal gehörig ein, der ansonsten bis zu seinem Showdown einfach nur noch Tempo macht. Das Ergebnis machte mir mehr Spaß als die vermeintlichen Vorgängerfilme „Black Cat“ und „Black Cat 2“.

06 von 10

Der Film war als VHS und DVD von dem Label Splendid schon immer ungeschnitten. True Grit und Cargo Records verpassten dem Actioner als „Black Cat 3 – Fox Hunter“ im August 2023 eine aufgebohrte Neuauflage auf DVD. Diese hat eine sehr gute Bildqualität, kommt im hübschen Schuber und verfügt über ein sehr ungewöhnliches, an britische Veröffentlichungen erinnerndes Cover. Außerdem liegt ein Miniposter zum Film mit einem verkleinerten VHS-Cover einer asiatischen Veröffentlichung auf der Rückseite bei. Extras zum ungeschnitten ab 18 freigegebenen Film sucht man auf dem Datenträger allerdings vergeblich.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label True Grit / Cargo Records__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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