Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

Hippo’s Revenge – Drei Tonnen Zorn

Originaltitel: Hippo’s Revenge__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Sam P. Green__Darsteller: Jason Bailey, Jenna N. Wilson, Evyn George, Tom Marchant, Michael Hoad, Daniel James-King, Jon Callaway, Zach Devereux, Richard Bobb-Semple, Isaiah Bobb-Semple u.a.
Hippo's Revenge digitales Artwork

Dieser Titel sagt alles: „Hippo’s Revenge – Drei Tonnen Zorn“.

Flusspferde werden in Abenteuerfilmen gerne genutzt, um für kurzzeitige Spannungsmomente zu sorgen. Etwa wenn diese kleine Boote angreifen oder hinter Menschlein her jagen. Als alleinige Protagonisten in Filmen kamen sie bislang eher selten bis gar nicht zum Zug. James Nunn („One Shot“) wird dies in absehbarer Zeit ändern: „Hungry“ heißt sein Creature Feature, das mit einem vielversprechenden Trailer für sich wirbt.

Da möchten Billigfilmer gerne partizipieren. Und so schickte sich Regisseur und Drehbuchautor Sam P. Green an, ein eigenes Creature Feature um blutrünstige Nilpferde zu kreieren. Das Ergebnis heißt „Hippo’s Revenge“ und erzählt von einem Muttertier und dessen Nachwuchs. Beide werden von Tierhändlern gen England verschleppt, wo sie einem Safari-Park zugeführt werden sollen.

Auf dem Weg dahin gibt es direkt die ersten Toten, denn Mama Hippo hat so gar keinen Bock auf die Menschen, die ihr Junges gefährden. Trotzdem landen beide alsbald in dem Safari-Park. Der wird eines Abends von ein paar Halunken überfallen, die die Tiere für ein sinisteres Arschloch entführen sollen. Mutter Hippo macht den Lumpen aber ebenso einen Strich durch die Rechnung wie die Besitzer des Parks.

Schaut in den Trailer hinein

Wütendes Flusspferd gegen fiese Flusspferdräuber

„Hippo’s Revenge – Drei Tonnen Zorn“ heißt der Film, trotzdem schaffen es vier Männer, Mutter Hippo in einer viel zu klein wirkenden Kiste zu tragen. Damit ist die Marschrichtung dieses Trashers vorgegeben. Hier macht nichts irgendeinen Sinn. Die Figuren gehen einem spätestens 15 Minuten nach dem Filmstart nur noch auf die Eier und im Duktus von Billigfilmern wie „The Asylum“ wird auch hier einfach nur gelabert und gelabert und gelabert.

Die Flusspferde, mithin die eigentlichen Stars des Filmes, finden in „Hippo’s Revenge“ überhaupt nicht statt. Zumeist hocken sie hinter einer blickdichten Hecke und machen seltsame Geräusche. Auf der anderen Seite der Hecke schaut man lauter Gehirnamputierten zu. Die Nilpferde haben auf dem Weg in den Park zwei Menschen gekillt? Lassen wir sie frei, stehen dabei dämlich im Weg rum und lassen uns einen Arm abbeißen.

Spätestens nach dieser unfreiwilligen Amputation sollte klar sein, dass Mutter Hippo keinen Bock auf Menschen hat. Uns doch egal, springen wir halt weiter im Gehege rum. Jemand will die Tiere vor Eröffnung sehen? Gib mir 400 Dollar und ich bringe dich ins Gehege. Kann ja nix passieren. Man glaubt nicht, was man hier zu sehen bekommt. Legen dann die Hippo-Kidnapper los, wird’s nur noch hirnverbrannter.

Der Film selbst legt aber nichtmal dann zu. Bleibt langweilig, öde und unendlich vorhersehbar. Und leider jucken einen weder die Kidnapper noch die Menschlein, die sich ihnen entgegen stellen. Nichtmal den Nilpferden drückt man die Daumen, einfach weil sie schlichtweg kacke aussehen, überhaupt nicht mit der Umgebung interagieren und trotz „Drei Tonnen Zorns“ keinerlei Abdrücke in den Sandwegen des Safari-Parks hinterlassen.

Attackieren sie dann die Menschen, kommen sie meist aus der linken Bildhälfte gerannt, rasen über den Screen und verschwinden auf der rechten Seite, während der überrannte Mensch einfach liegenbleibt und eben tot ist. So mögen wir doch unsere Creature Features. Splatter hat es kaum. Wenn doch, sieht er einfach erbärmlich aus (abber Arm, zertretener Kopf).

Erwischen tut es durchweg miese Mimen, die durch die schlechte deutsche Synchronisation nur noch mieser wirken. Einer klingt nach der Bearbeitung beispielsweie wie ein aufgescheuchtes Huhn! Auch technisch ist hier nichts zu holen. „Hippo’s Revenge“ sieht eklig digital aus, der Schauplatz des Safari-Parks ist rundweg unglaubwürdig und der Soundtrack tönt einfach nur langweilig daher. Immerhin hat der Film in Richtung Finale ein paar nette Infights zwischen den Safari-Park-Betreibern und den Hippo-Kidnappern zu bieten. Das war es dann aber auch schon an positiven Elementen.

„Hippo’s Revenge“ kann froh sein, wenn sich kein Hippo für dessen Existenz rächt

Regisseur Sam P. Green wäre sicher gut beraten, sich nicht in Lebensräumen von Nilpferden herumzutreiben. Die könnten ihm die filmgewordene Antiwerbung für ihre Spezies nämlich durchaus übel nehmen. Denn wenn ich schon zum Star eines Horrorfilmes gemacht werde, möchte ich in dem auch amtlich losrocken. Leider geschieht das in „Hippo’s Revenge – Drei Tonnen Zorn“ nie.

Schlecht animierte Nilpferde tippeln – nein schweben – hier durch einen schlecht geschriebenen und gespielten Film, in dem die ganze Zeit nur Dünnes gelabert wird und einfach nichts Interessantes, Spannendes oder gar Unterhaltendes passiert. Man kann nur hoffen, dass James Nunn aus „Hungry“ weitaus mehr herauszuholen vermag. Der bereits erwähnte Trailer ist jedenfalls schonmal zig Male kurzweiliger als „Hippo’s Revenge“.

01 von 10

Tiberius Film wertet das Creature Feature ausschließlich digital aus. Es erscheint ab dem 18. Juni 2026 bei den verschiedensten Streamern und hat eine Freigabe ab 16 abbekommen.

In diesem Sinne:
freeman

Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Tiberius Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

Tagged as: , , , , , , , ,

Wie Viele Actionnerds gibt es?

  • Keine Sorge, du bist mit deiner Vorliebe nicht allein! Uns besuchten bereits 23572066 andere Actionnerds