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Bittersweet – Engel der Vergeltung

Originaltitel: Bittersweet__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1999__Regie: Luca Bercovici__Darsteller: Angie Everhart, James Russo, Eric Roberts, Brian Wimmer, Joe Penny, Francia Dimase, Lenny Citrano, Joanne Baron, Tom Billett, Carl Ciarfalio u.a.
Bittersweet mit Eric Roberts DVD Cover

Eric Roberts trägt in “Bittersweet” ein paar wundervoll üble Frisen auf!

Samantha ist mit ihrem Freund Jed und dessen Komplizin Juliette unterwegs, um eine seltene Violine „zu fotografieren“. Dass die gelernte Chemikerin Samantha für diesen Schnappschuss mal eben eine Tür sprengen muss, scheint sie nicht sonderlich zu verwundern. Spätestens als ihr Jed die Violine einsackt, einen Wachmann niederschießt und auch noch auf Samantha ballert, schwant ihr, dass sie sich wohl etwas zu blauäugig auf diese Fotosafari eingelassen hat.

Ihr Liebhaber Jed dreht dann alles so, als habe die schwerverletzte Samantha den ganzen Coup alleine durchgezogen. Die wandert daraufhin für acht Jahre ein, von denen sie wegen guter Führung aber nur vier abbrummen muss. Wieder auf freiem Fuß versucht sie nun freilich alles, um sich an Jed zu rächen. Denn der hat Sam nicht nur verladen und auf sie geschossen, er hat bei dem Schuss obendrein das noch ungeborene Leben des gemeinsamen Kindes beendet.

Unvermutete Hilfe bekommt Sam von dem Cop Joe. Der sieht in der Rachefurie eine Möglichkeit, an die Hintermänner von Jed heranzukommen. Dieser ist nach dem Diebstahl der Violine nämlich diverse Stufen auf der Karriereleiter nach oben gepurzelt und arbeitet inzwischen für den mächtigen Oberlump Mr. Venti. Und ebender hat Joes gesamte Familie ausgelöscht…

Angie Everhart gibt den sexy Racheengel

Die Inhaltsangabe deutet es bereits an: „Bittersweet“ ist durch und durch ein generischer Rachethriller, dessen einzige – nicht sonderlich spektakuläre – Abweichung von den üblichen Schematas ist, dass der Rächer eine Frau ist. Wer nun aufgrund der Verpflichtung des heißen Fegers Angie Everhart („The Real Deal“) gehofft hat, dass der Racheengel seine weiblichen Reize für den Rachefeldzug einsetzen würde, wird sich von der seltsam asexuell angelegten Figur der Samantha schnell enttäuscht sehen.

Einzig in Richtung Showdown fällt dem Film auf, dass man sexy Angie ja mal richtig aufbrezeln könnte. Da genau das in dem Showdown dann aber so gar keine Rolle spielt, ist die Umwandlung von Graumaus Samantha zu Hotshot Angie Everhart eine der sinnlosesten Makeover-Szenen aller Zeiten. Aber zumindest schmeichelt sie dem Auge. Immerhin. Schade ist, dass man die kolportierten Chemie-Kenntnisse der Figur nur für zwei Momente wirklich nutzt. Ein wenig mehr MacGyvertum hätte dem Film und der Hauptfigur nicht übel gestanden.

Apropos: „Bittersweet“ weiß optisch durchaus zu gefallen. Vor allem im Umfeld von Mr. Venti gibt es ein paar erstaunlich mondäne Schauplätze zu bestaunen. Allgemein ist der Thriller ordentlich in Szene gesetzt und sauber abgefilmt wurden. Und vor allem in der Action erstaunt „Bittersweet“ mit ein paar recht druckvollen Ballereien. Bei denen es obendrein auch mal herzhafter zugehen darf. Da werden Lumpen von Pumpgun-Schüssen beschleunigt durch die Luft geschleudert und die Bloodpacks dürfen platzen. Insgesamt hätte Regisseur Luca Bercovici gerne noch einige Actionszenen nachlegen dürfen.

Nachlegen hätte auch Angie Everhart dürfen, denn die wirkt in einigen Szenen als toughe Heldin wenig überzeugend. Was noch dadurch verstärkt wird, dass die um sie herum agierenden B-Fressen richtig gut aufspielen. Ob James Russo („Cage of Glory“) als Cop, Brian Wimmer („Tank Girl“) als hyperaktiver Jed oder Joe Penny („Prophet’s Game“) als rechte Hand von Mr. Venti: Die Testosteronabteilung darf hier sehr sehr kernig und souverän auftreten. Auch Eric Roberts („Runaway Train“) macht als Mr. Venti ein paar herrlich bedrohliche Ansagen, belustigt ansonsten aber in erster Linie aufgrund seiner wahrhaft seltsamen Frisuren, die er aufzutragen müssen meint.

Alles beginnt mit einer Steven-Seagal-Gedächtnisfrise. Der folgt seine Frisur aus „Karate Tiger IV – Best of the Best“ (also ein Mix aus offenen Haaren, Zopf und zurückgekämmtem Fronthaar), aufgewertet mit ein paar sexy eingeflochtenen Adlerfedern. Und bei seinem dritten und letzten Auftritt (ja, Eric hat hier eher wenig Zeit am Set verbracht) hat er sich seine Haare zu lächerlich in alle Richtungen abstehenden Rastas flechten lassen (ähnlich seiner Frise in „Tripfall“). Echt schräg…

“Bittersweet” mit Eric Roberts ist ein Thriller nach Schema F

Was am Ende bleibt, ist ein sauber inszenierter, wenig spannender, dafür zügig abgespulter Thriller nach Schema F, der mit sexy Angie Everhart einen netten Blickfang aufzubieten versteht, selbigen aber nur selten zu seinem Vorteil zu nutzen weiß. Die männliche Darstellerriege ist hingegen mit Engagement bei der Sache, die wenigen Actionszenen sind angenehm druckvoll in ihrer Anmutung und Eric Roberts Frisuren sitzen auch im deftigsten Bleigewitter. Jetzt noch Spannung, mehr Action und eine nackte Angie und schon wären „Bittersweet“ und ich beste Freunde geworden. So reicht es zu absolut soliden:

5 von 10

Die deutsche DVD zum Film stammt von dem Label „Laser Paradise“ und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Laser Paradise__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__ Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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