| Originaltitel: Bloodfist VII__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1995__Regie: Jonathan Winfrey__Darsteller: Don Wilson, Jillian McWhirter, Jonathan Penner, Steven Williams, Mindy Seeger, Stephen Davies, Cyril O’Reilly, Eb Lottimer, Angelo Dimascio, Stephen Quadros u.a. |

Don Wilson wird gejagt in „Bloodfist 7: Manhunt“.
Wie Jim in dieser abgeranzten Biker-Spelunke gelandet ist, weiß er selbst nicht so genau. Da fällt sein Blick auf lecker Stephanie neben ihm. Die beiden kommen ins Gespräch. Plötzlich droht beiden Ungemach von ungehobelten Typen, die sie dumm von der Seite anquatschen. Jim haut infolgedessen den halben Laden kaputt und geht mit Stephanie stiften.
Gemeinsam mieten sie sich in einem runtergerockten Hotel ein. Als Jim am nächsten Morgen erwacht, ist nicht nur Stephanie, sondern auch sein Auto verschwunden. Doch Jim nimmt es lässig. Er reist einfach per Anhalter weiter. Bei einem Stopp steht er unvermittelt vor seiner Karre. Nur von Stephanie fehlt jede Spur. Er erkundet direkt das Umfeld und steigt in das Haus ein, vor dem sein Auto parkt.
In dem Haus findet er keinerlei Spuren von Stephanie. Doch die Behausung ist derart verwüstet, dass Jim direkt ahnt, dass das etwas mit seiner Holden vom letzten Abend zu tun haben muss. Da wird er von hinten angegriffen. Jim wirbelt herum und killt den Angreifer mit tödlicher Präzision. Als Jim die Leiche durchsucht, muss er feststellen, dass er soeben einen Cop gekillt hat. Dessen Kollegen stehen auch plötzlich in dem Haus und nehmen Jim fest.
Bei den nachfolgenden Verhören packen die Gesetzeshüter schnell die Samthandschuhe aus. Jim solle ihnen verraten, wo Stephanie und eine ominöse Videokassette seien. Freilich weiß Jim von nichts. Er nutzt eine sich ihm bietende Möglichkeit zur Flucht und versucht nun, Licht ins Dunkel zu bringen.
Lahme Action mit Don Wilson
Der von Roger Corman und Don „The Dragon“ Wilson („Terminal Rush“) produzierte „Bloodfist 7: Manhunt“ bietet leider kaum mehr als generische Actionkost. Ungewöhnlich ist nur, dass der vermeintliche Held Jim zugunsten der ermittelnden Cops ganz schön in den Hintergrund gerückt wird. Die spielfreudigen Schauspieler Steven Williams („The Trust“) als Captain Doyle und Jonathan Penner als Detective Marvosa haben so viel Spaß an ihren Rollen, dass sie Don Wilson immer egaler machen.
Williams darf einen lässigen Spruch nach dem anderen loslassen und seine Kollegen mehr als einmal dumm dastehen lassen. Und Penner outet sich sehr schnell als fieswichtiger Fieswicht, der mit seiner vorwärtsdrängenden Art für einige aufregende Momente sorgt. Don Wilson hingegen darf erst ab Minute 60 in seinem eigenen Fall das Ermitteln beginnen. Bis dahin hat er sich neue Klamotten versorgt und… ja, nichts weiter.
Okay, okay, okay, in einem Moment agiert sein Jim echt genial clever. Er wurde bei seiner Flucht aus dem Polizeigewahrsam verletzt. Verbandsmaterialien lassen sich nicht ohne Weiteres auftreiben. Also ruft er den Notruf an und beordert einen Krankenwagen zu seinem Standort. Als der ankommt, klaut er sich Verbände und den Geldbeutel eines Sanitäters. So viel Cleverness hatte ich „Bloodfist 7: Manhunt“ wahrlich nicht zugetraut.
Die eigentliche Story ist derweil am Freidrehen. Es geht irgendwie um geklaute Karren, irgendeine Videokassette, korrupte Bullen und einen Mord. So scheint es. Irgendwie findet das am Ende alles zusammen. Die Betonung liegt dabei auf „Irgendwie“. Elegantes Erzählen geht anders. Spannendes erst recht. Wäre alles nicht so schlimm, würde Regisseur Jonathan Winfrey („Carnosaurus 3“) seine für die Action zuständigen Mitarbeiter Art Camacho („Sworn to Justice“) und Don Wilson regelmäßig von der Kette lassen. Was er allerdings nicht tut.
„Bloodfist 7“ gerät dementsprechend recht actionarm. In niedriger Frequenz haut Don Wilson hier ein paar Lumpen zu Kleinholz. Dabei kommt sein wie gewohnt arg geerdet wirkendes Moveset aus wenig spektakulären Tritten und Hieben zum Einsatz. Ein eingesprungener Drehkick bildet da bereits so eine Art Höhepunkt. Bekommt Jim jedoch eine Knarre in die Griffel, wird immer schön blutig verreckt. Meist platzen dann gleich vier oder fünf Blutbeutel bei den Gegnern.
Diese laufen jedoch leider in ziemlich geringer Mannschaftsstärke auf. Der Actioner erzeugt infolgedessen einen arg unterwältigenden Bodycount. Für Explosionen oder eine Autoverfolgungsjagd mit knalligem Finish war sichtlich kein Geld da. Und dass „Bloodfist 7: Manhunt“ nicht viel kosten durfte, sieht man in jeder einzelnen Einstellung. Der Film spielt rundweg an billigen und abgeranzten Schauplätzen. Nicht einmal Schnittbilder lassen hier das beabsichtigte urbane Flair aufkommen. Total egal: der Score.
„Bloodfist 7: Manhunt“ haut kein Stück rein
Der zunehmend langweiliger werdende Actionfilm „Bloodfist 7“ ist ganz sicher kein Highlight in Don Wilsons Filmographie. Die Story des Filmes ist reichlich schlecht erzählt, es kommt selten Action auf, die Bebilderung der wenig reizvollen Schauplätze gerät arg billig und gefühlt jeder Nebendarsteller nimmt Don Wilson hier die Butter vom Brot. Der findet infolgedessen in seinem eigenen Film lange Zeit gar nicht statt. Immerhin: Wenn Action aufkommt und geballert wird, wird es angenehm blutig. Ansonsten ist da nicht viel Positives, was ich vermelden könnte. Außer freilich, dass die „Bloodfist“-Reihe noch üblere Krampen zu bieten hat.
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In Deutschland ist der Film bislang trotz FSK-18-Freigabe nur geschnitten auf VHS erschienen. Uncut gibt es ihn zum Beispiel auf DVD in den USA von New Concorde. Mein Exemplar gehört zu der in den Niederlanden erschienen DVD-Box „Bloodfist Collection“ von A-Film. Hier ist der Film ab 16 freigegeben und kommt in einer erstaunlichen Bildqualität, der sichtlich ein digitales Master zugrunde lag.
In diesem Sinne:
freeman
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